Diskussionsthread Motorradunfälle

  • Das sind so Situationen, wo mein Daumen schon automatisch auf den Hupenknopf geht, und ich innerlich auf Bremsbereitschaft umstelle.


    Man weiß nicht, wie schnell das Motorrad, wie langsam die Ausweicherin, wie dicht die Autobahn, wie eng die Situation war usw.... Aber im Bereich von Auffahrten, insbesondere bei dichtem Verkehr, nehme ich grundsätzlich lieber Tempo raus und beobachte kritisch die Fahrzeuge rechts von mir.


    Bei fehlendem Schulterblick wird man da schnell mal dank totem Winkel übersehen. :wacko:

    *Lille*

  • Wohin denn nach links ausweichen ? Ich lese dass so, der Motorradfahrer schon links war, überbremst hat und dann gelegen. Da machste nicht mehr viel. Es steht leider nicht dabei wie schnell der Motorradfahrer war.

  • In so einem Fall bitte einfach nach links ausweichen - und wüst hupen. Und sich selbst das "höfliche" Platzmachen für Auffahrende durch Spurwechsel grundsätzlich abgewöhnen, wenn keine besonderen Umstände vorliegen (Beschleunigungsstreifen endet vor Wand usw.)


    Wohin denn nach links ausweichen ? Ich lese dass so, der Motorradfahrer schon links war, überbremst hat und dann gelegen. Da machste nicht mehr viel. Es steht leider nicht dabei wie schnell der Motorradfahrer war.


    Richtig. Die A46 ist ja nur zweispurig. Da muss man dann zumindest noch ganz links was finden und auch die Zeit haben dahin abzuhauen. :(

  • Wenn die Option ist "Einschlagen oder Ausweichen" dann ist links neben dem linken Fahrstreifen immer noch etwas Platz. Wenn man mal bewusst diie Straße, in einer stressfreien Situation, anschaut, dann ist da rechts und links und zwischendrin noch massenhaft Platz, wo ein Motorrad noch gut dazwischen passt.


    In "Die obere Hälfte des Motorrads" gibt es eine Berechnung, wie breit eine Straße ist, wieviel Platz die Autos einnehmen, und wieviel ungenutzte Breite noch übrig ist - man muss sie nur sehen, und nutzen können.


    Meist schaut man ja wie's Kaninchen auf das Hinderniss - und fährt dann erst recht drauf. Anstatt den Fluchtweg zu sehen und zu nutzen.

    *Lille*

  • Wie ich schon schrub, wenn ich noch die Zeit zum ausweichen habe ist das alles ja kein Problem. Zieht mir aber jemand ohne Not einfach so vor das Motorrad und ich habe nur noch 1/10 Sekunde zum reagieren, dann greift man doch nur noch zum Anker. Es muss ja auch technisch noch möglich sein den Schlenker nach links zu machen ohne in der Leitplanke zu landen.

  • ich versuche mir das gerade vorzustellen.
    Ich fahre da lang und schräg vor mir zieht einer rüber weil er von rechts jemand reinlassen will. Das bekomme ich ja mit.


    Und wie wäre denn die richtige Reaktion danach? Ich glaube hupen setzt den anderen Fahrer noch mehr unter Druck.

  • Hupen hilft nur, wenn man vorher merkt, dass der rüber will, dann könnte man auch bremsen. Wenn einer plötzlich rüberzieht habe ich keine Zeit zum Hupen, da kommt zu meiner Reaktionszeit ja auch noch die Reaktionszeit des anderen oben drauf, vorausgesetzt, der kapiert woher das Hupen kommt. Wenn Zeit zum Huipen ist, ist auch Zeit zum bremsen oder ausweichen. Wenn nicht...

    VG
    Michael

  • Man muss sich von diesem "Fahrspur-Denken" lösen. Ein Motorrad braucht keine ganze Fahrbahn, und ein Auto auch nicht. Bremsen hindert einen am Ausweichen, lohnt sich daher nur, wenn man absehen kann, dass man nicht einschlägt. Da solche Superfahrer während/nach des/dem Spurwechsel auch noch zusätzlich "bremsen" (oder was sie dafür halten), setzt man sich damit auch noch einer weiteren Unwägbarkeit aus. Dass Autos links bis auf einen Meter an die Leitplanke ranfahren habe ich noch nie gesehen. Oft ist die Bahn auch noch bis ganz links asphaltiert, oder zumindest weit genug, um mit den Reifen drauf bleiben zu können und trotzdem an einem "normal" in der Spur fahrenden Auto knapp vorbei zu passen.

  • Hupen ist eher, wenn man es "schon kommen sieht", die Aktion schon vorab ahnt - und beim ersten Anzeichen sofort hupt (deswegen eben: Daumen schon auf der Hupe). Dann kann man das Rüberfahren noch szoppen (vielleicht...)


    Aber wenn man total überrascht ist, dann findet man den Hupknpf nicht so schnell - dsnn gibt's maximal noch ein "Bestrafungshupen" ;) hinterher - was derjenige ggf nicht mal kapiert.


    Zieht mir aber jemand ohne Not einfach so vor das Motorrad und ich habe nur noch 1/10 Sekunde zum reagieren, dann greift man doch nur noch zum Anker.


    In einer 1/10 Sekunde wirfst Du nicht mal mehr den Anker. Wenn es Dich wirklich unvorvereitet trifft, brauchst du bis zu 1 Sekunde, um die Situation zu erfassen und irgendeine Aktion zu starten.


    Bei einer 1/10 Sekunde fährt bei angenommenen 140kmh das andere Fahrzeug mit 100kmh 10 Meter vor dir raus. Da sagst Du nicht mal mehr "Oups". :pinch:

    *Lille*

  • Niemand wechselt in einer 1/10 Sekunde komplett die Spur. Da bist mit einem Schlenker nach links mindestens daneben, vielleicht auch schon dran vorbei.


    Es sollte mehr Auffahrten geben, wo der Beschleunigungsstreifen die ersten 100, 200 Meter von der rechten Spur getrennt ist (durch Linie oder Barriere). Der ist zum beschleunigen da, verdammt noch mal, nicht um ihn so schnell wie möglich zu verlassen, und sei es mit Tempo 60. Es gibt doch kaum noch Autos, die zum Ende des Beschleunigungsstreifens kein Tempo 120 erreichen könnten (Wohnmobile, LKW mal außen vor), wenn der Fahrer halbwegs mitmachen würde. Beschleunigungsstreifen ist die eine Gelegenheit im Autoleben, wo Vollgas im 2./3./4. Gang bis Höchstdrehzahl angebracht, sinnvoll und vernünftig ist.

  • Natürlich im Nachher anhupen. Ja, das setzt ihn noch mehr unter Druck. Wisst ihr was? Das soll es auch.


    Nennt man Erziehung.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

  • Niemand wechselt in einer 1/10 Sekunde komplett die Spur. Da bist mit einem Schlenker nach links mindestens daneben, vielleicht auch schon dran vorbei.


    Es sollte mehr Auffahrten geben, wo der Beschleunigungsstreifen die ersten 100, 200 Meter von der rechten Spur getrennt ist (durch Linie oder Barriere). Der ist zum beschleunigen da, verdammt noch mal, nicht um ihn so schnell wie möglich zu verlassen, und sei es mit Tempo 60. Es gibt doch kaum noch Autos, die zum Ende des Beschleunigungsstreifens kein Tempo 120 erreichen könnten (Wohnmobile, LKW mal außen vor), wenn der Fahrer halbwegs mitmachen würde. Beschleunigungsstreifen ist die eine Gelegenheit im Autoleben, wo Vollgas im 2./3./4. Gang bis Höchstdrehzahl angebracht, sinnvoll und vernünftig ist.


    Jupp, das beobachte ich gerne und viel. Da wird direkt mit 60 rausgezogen weil ich das sonst bis zum Ende des Streifens nicht mehr schaffe. Da müsste echt Prävention geleistet werden.


    Natürlich im Nachher anhupen. Ja, das setzt ihn noch mehr unter Druck. Wisst ihr was? Das soll es auch.


    Nennt man Erziehung.


    ich glaube nicht dass das was hilft. Aber ich habe dich nicht gesehen kommt dann als Aussage...

  • Ich hatte schon mal eine solche Situation auf der A1 bei Hagen West. Da war ich auf der linken Spur und da zog auch jemand von der rechten auf die Mittelspur, der auf der Mittelspur musste auf die linke Spur ausweichen auf der ich angeflogen kam. Das ging so rasend schnell, dass ich es wirklich mit Vollbremsung (ABS an der BMW sei Dank) und noch ausweichen links neben den Kotflügel. Da war dann noch ein wenig Platz bis zur Leitplanke, aber auch viel Dreck.

  • Und wieviel hatte der andere drauf ? ;)


    Keine Ahnung, er war deutlich langsamer, sonst hätte ich ja nicht so bremsen müssen. Ich wollte halt mal am Kabel ziehen. Darf man da schließlich weil da keine Geschwindigkeitsbegrenzung mehr ist (ausser der Richtgeschwindigkeit). Habe oben mal ein Foto angehangen wo das etwa war.

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