Schräglage trainieren

  • Hallo liebe Community,


    ich bin noch Fahranfänger. Ich fahre jetzt seit einem halben Jahr ca meine Suzuki Bandit 600 und fahre öfters mit meinem Vater zusammen.


    Mein Problem liegt momentan in der Schräglage.. Ich möchte gerne trainieren weiter runter zu kommen, um mehr Sicherheit zu bekommen. Ich denke ich komme schon etwas runter, aber mit Rasten schleifen etc. ist da nichts...


    Ich versuche es momentan an Autobahn Ausfahrten zu üben.


    Hat jemand evtl ein paar gute Tipps, wie man diese "Angst vor Schräglage" in den Griff bekommt?

  • Hallo


    vermutlich dürte ein Sicherheitstraining am meisten helen. Nebenbei wird die Versicherung dadurch noch was günstiger ;)


    Ob man allerdings mit den Fußrasten schleifen muss ist eine andere Frage.

    Unabhängig vom Gesagten, rate ich dringend zur SV 650 :thumbup:

  • Wieviel bist Du in dem halben Jahr denn bisher gefahren? Wieviel km ?


    Kurvenlinie und Blickführung passen und Routine? Das ist die allererste Basis. Du musst Dich erstmal ansich routiniert mit dem Motorrad bewegen und sicher fahren, ehe Du Energie in "Ich muss tiefer/Schräger" steckst.



    Generell kann man Schräglage gut auf einem großen leeren Parkplatz (Möbelmarkt am Wochenende) üben. Dafür brauchst du auch keine große Geschwindigkeit - man kann auch mit dreißig, vierzig kmh die Fußrasten schleifen lassen.


    Besorg Dir Kreide und mach quer übern Hinterreifen mehrere Striche, vom einen Rand zum andern. Dann fahr ein paar Kreise übern Platz. Fünfmal linksrum, fünfmal rechtsrum - dann hast Du schon mal einen Eindruck, wie weit Du aktuell runterkommst und wieviel Reserve aktuell vorhanden ist.


    Die Übung mit dem Kreisefahren kennst Du aus der Fahrschule? Fixen Punkt (z.B. Tankrucksack) in die Platzmitte legen und diese beim Kreiseln anschauen.




    Weitere Optionen wäre: Kurventraining bei einem Sicherheitstrainer. Viele setzen hier aber ausreichend Fahrerfahrung und ein Sicherheitstraining voraus, bevor man sich anmelden kann.


    Und dann gäbe es noch spezielle Schräglagentrainings mit Auslegermotorrad - also sozusagen mit Stützrädern, die eine gewisse Schräge zulassen und selbst bei einem Wegrutschen das Motorrad noch auffangen. Das wird dann aber nicht mit dem eigenen Motorrad, sondern mit einem extra umgebauten Trainingsmotorrad gefahren.


    Aber für all diese Trainings sollten die anfangs erwähnten Grundlagen vorhanden sein - und vor allem schon ein paar 1000km gefahren worden sein.



    Ein halbes Jahr kann 5000km bedeuten oder 200km. Aber letztendlich kommt Sicherheit eben nur über Praxis.


    Grundlagen schaffen - Praxiserfahrungen sammeln - dann kommt die Schräglage nach und nach von alleine.

  • In dem halben Jahr bin ich bis jetzt ca 4000 km gefahren und komme mit Kurven etc. schon recht gut zurecht. Behaupte ich mal so :D
    Bei der Fahrschule musste ich nie Kreise fahren... Aber ich weiß wie es geht.
    Sicherheitstrainings gibt es in meiner näheren Umgebung leider nicht viele, zudem ich momentan nicht so das Geld dafür habe..

  • Ich denke ich komme schon etwas runter, aber mit Rasten schleifen etc. ist da nichts...

    Unbedingt Rasten schleifen zu wollen ist nicht unbedingt das beste Ziel für den Anfang. Vor einiger Zeit hatten wir hier einen Kandidaten, der das auch wollte und dann irgendwann in der Leitplanke gelandet ist. Daran kann ich mich gut erinnern, weil ihm das auf einer meiner Hausstrecken passiert ist :smirk:
    Außerdem ist das nicht bei jedem Motorrad und jedem Reifen möglich. Bei manchen hat man bei schleifenden rasten noch genug Reifen übrig, um noch schräger zu fahren, andere Motorräder legt man hin, bevor die Rasten schleifen.
    Meine Bandit in Kombination mit den aktuellen Reifen (Z8) fängt an am Vorderreifen zu kippen, sobald die Rasten den Boden berühren, das ist die allerletzte Warnung und nicht erstrebenswert auf der Straße.



    Schräglage trainiert man am besten auf einer Strecke, die man kennt. Wo man weiß, dass die Kurven nicht plötzlich zu machen und man auch weiß, wo Einmündungen und sonstige Gefahrenstellen sind. Und dann versucht man nicht möglichst schnell da durch zu fahren, sondern gleichmäßig zügig und mit sauberer Fahrlinie. Das kann am Anfang auch langsamer als normal sein. Sobald die Linie halbwegs stimmt, wird man von selbst schneller. Damit erhöht sich dann auch die Schräglage.

    Yamaha Ténéré 700 (2022 - ?)

    Suzuki V-Strom 1000 (2018 - 2022)

    Suzuki Bandit 1250 SA (2015 - 2018)

    Yamaha XJ 600 S Diversion (2013 - 2015)


    :japan:

  • Unbedingt Rasten schleifen zu wollen ist nicht unbedingt das beste Ziel für den Anfang. Vor einiger Zeit hatten wir hier einen Kandidaten, der das auch wollte und dann irgendwann in der Leitplanke gelandet ist. Daran kann ich mich gut erinnern, weil ihm das auf einer meiner Hausstrecken passiert ist :smirk:


    Ich denke, ich weiß, wen Du meinst... :whistling:



    Reppii - probier das mit dem Kreidestrich auf einem Platz - und probier es auf der Straße (am besten Hausstrecke, bzw. eine Strecke die Du kennst). Und dann schau, wieviel unbenutzter Reifen dort wirklich noch übrig ist.


    Selbst wenn am Reifen augenscheinlich noch 2cm unbenutzter Gummi an den Rändern steht, heißt das nicht, daß man es NIE benutzt. mit Kreide sieht man direkter, wie weit man den Reifen ausreizt.



    Edit.. Nähkästchen...


    Ich hab anfangs auch jede Fußraste angeschliffen. Seitdem ich feststellen musste, daß nach Chrrrrr (Fußraste) das SCHRRRRRRRRRRRR (Motorrad, das übern Asphalt rutscht) kommt, bin ich da zurückhaltender geworden. :whistling:


    Eine Fußraste angezuschleifen ist ansich nicht schlimm (außer für die arme, wehrlose Fußraste), und es macht durchaus Sinn, zu wissen, wie es sich anfühlt, und daß bei dem Geräusch noch nichts passiert. Damit man, im Falle eines Notfalles, die Schräglage abrufen kann und notfalls weiter runter kommt als Wohlfühlbereich - ohne erschrocken das Motorrad hochzureißen.


    Aber man sollte es sich nicht nicht angewöhnen, es IMMER so weit auszureizen. Denn wenn man immer die Reserve ausreizt, hat man irgendwann einfach keine Rest-Reserve mehr. Dann bleibt, wenn es eng wird, nur noch das SCHRRRRRRRRRR.

    • Official Post

    In dem halben Jahr bin ich bis jetzt ca 4000 km gefahren und komme mit Kurven etc. schon recht gut zurecht. Behaupte ich mal so
    Bei der Fahrschule musste ich nie Kreise fahren... Aber ich weiß wie es geht.
    Sicherheitstrainings gibt es in meiner näheren Umgebung leider nicht viele, zudem ich momentan nicht so das Geld dafür habe..


    Ein Kurventraining kostet garantiert weniger, als der erste Abflug. Und es reicht nicht zu wissen, wie man Kurven fährt. Ich wage auch zu bezweifeln, dass du in der Fahrschule schon alles über Blickführung, Sitzhaltung, Fußśtellung, Kurvenlinie, Kurventechniken etc. gelernt hast. Dafür ist in der Fahrschule nicht genügend Zeit. Da hat man erst mal andere Sorgen. Ganz ohne Trainer wird es schwer sein, die eigenen Fehler zu erkennen und abzustellen und die eigene Technik zu verbessern.


    Man kann das in den Trainings immer wieder beobachten: Die Teilnehmer, die glauben es schon zu können, sind oft die schlechtesten Fahrer. Wobei ich mich immer gefragt habe, warum die überhaupt teilnehmen. Da gibt es lernresistente Kollegen, die jede konstruktive Kritik des Instruktors wegdiskutieren wollen. Die suchen eher Bestätigung, dass sie toll fahren.


    Ist deine Entscheidung, aber besser wirst du nur durch angeleitetes Training plus Fahrpraxis.

  • Wo wohnst du denn Reppi ?
    Ansonsten ist ja schon alles irgendwie geschrieben. Achte auf die Linie und die Blickführung.
    Und: ich bekomme bei meiner Fazer die Rasten auch nicht auf den Boden und hab am Hinterreifen vll. 3 mm Angstrand.

  • Ich will mit der DR auch unbedingt Rastenschleifen :smirk: is nur Schwachsinn, weils dann direkt auch SCHRRRRRRRRRR macht.


    Wie weit man runter kann bevor es schief geht hängt vom Motorrad und vom Reifen ab. Üben tut man das NICHT auf der Straße schon aus reinem Selbsterhaltungswillen. Wenn mans unbedingt braucht, sollte das ganze unter Anleitung trainiert werden, sprich Kurventraining.

  • Und: ich bekomme bei meiner Fazer die Rasten auch nicht auf den Boden und hab am Hinterreifen vll. 3 mm Angstrand.


    Wozu auch? Zumal Angststreifen billiger sind als Schleifstreifen

  • Achso.. zwei Anmerkungen noch...


    Sicherheitstrainings gibt es in meiner näheren Umgebung leider nicht viele, zudem ich momentan nicht so das Geld dafür habe..


    1) Du hast ein Motorrad, kannst also hinfahren. ^^ Sicherheitstrainings für Motorräder gibt es in jeder Kleinstadt.
    Ich wohne am "Popo der Welt", aber in 100km Umkreis finde ich problemlos >10 Anbieter. Hast Du bei ADAC und Verkehrswacht angefragt?


    2) Kein Geld wofür? Von welchen Kosten gehst Du aus? Bei vielen Anbietern kannst Du ab 70€ ein Sicherheitstraining mitmachen. Das sollte doch drin sein, oder?
    Kurventrainings liegen bei ein paar Euro mehr, aber normalerweise auch unter 100€. Schräglagentrainings sind teurer, um die 150€.
    Wobei ich deren Sinn und Zweck in Frage stelle. hab ich auch schon mal mitgemacht - wobei ich sogar das Glück hatte, daß das Trainingsfahrzeug das selbe Modell war wie mein eigenes Motorard. beste Voraussetzungen.
    Aber es war eben nur "spaßig" - für die Straße konnte ich nur bedingt etwas mitnehmen.


    Ich würde immer zu SHT und KVT raten - die sind bezahlbar und bringen das meiste. Wie bdr schrieb: Vor allem bringt es Feedback, das Dir nicht mal ein erfahrener Motorradfahrer so ohne weiteres geben kann.


    Edit:


    Quote from Standard94

    Ich will mit der DR auch unbedingt Rastenschleifen :smirk: is nur Schwachsinn, weils dann direkt auch SCHRRRRRRRRRR macht.


    Einfach die Fußrasten tieferlegen! 10cm könnten reichen! ;)

  • Ein Kurventraining kostet garantiert weniger, als der erste Abflug. Und es reicht nicht zu wissen, wie man Kurven fährt. Ich wage auch zu bezweifeln, dass du in der Fahrschule schon alles über Blickführung, Sitzhaltung, Fußśtellung, Kurvenlinie, Kurventechniken etc. gelernt hast. Dafür ist in der Fahrschule nicht genügend Zeit. Da hat man erst mal andere Sorgen. Ganz ohne Trainer wird es schwer sein, die eigenen Fehler zu erkennen und abzustellen und die eigene Technik zu verbessern.


    Man kann das in den Trainings immer wieder beobachten: Die Teilnehmer, die glauben es schon zu können, sind oft die schlechtesten Fahrer. Wobei ich mich immer gefragt habe, warum die überhaupt teilnehmen. Da gibt es lernresistente Kollegen, die jede konstruktive Kritik des Instruktors wegdiskutieren wollen. Die suchen eher Bestätigung, dass sie toll fahren.


    Ist deine Entscheidung, aber besser wirst du nur durch angeleitetes Training plus Fahrpraxis.



    Ich gebe zu, meine Fahrschulzeit war nicht so wie ich es mir vorgestellt habe.


    Da ich (glücklicherweise) sehr interessiert bin was Motorrad und Technik angeht, versuche ich mir viel selbst beizubringen.


    In der Fahrschule habe ich z.B. nichts vom Kammschen Kreis gehört. Blickführung etc. wurde auch nicht groß behandelt.


    Eher nach dem Motto "Fahr etwas und wenn das etwas funktioniert, machste die Prüfung".



    Manuel:


    Ich wohne in der Nähe von Coesfeld. Ca 30 min von Münster entfernt.

  • Coesfeld ist ja eher flach. Trotzdem würde ich es vermeiden an Autobahnabfahrten oder in Kreisverkehren ( da liegt gerne mal Diesel oder sowas rum ) zu üben. Wenn dann auf nem Parkplatz.

  • Auf einem Parkplatz habe ich aber Angst, dass der Grip aufhört :D Ich weiß nicht warum, aber auf einem Parkplatz habe ich meist ein schlechtes gefühl..

  • Den Parkplatz kannst Du vorab anschauen / abfahren / zu Fuß abchecken.


    Woher weißt Du, daß auf der Autobahnauffahrt / der Straße der Belag ok ist, kein LKW Dreck verloren hat, niemand dreck von den Rabatten aufgewühlt hat und niemand seinen übervoll getankten Diesel verteilt hat? ;)


    Der Vorteil beim Parkplatz ist halt immer: Wenn's Dich ablegt, sind da keine andern Verkehrteilnehmer und keine Leitplanken, mit denen Du kollifieren könntest.



    Autobahnauffahrt mit Fußrastenschleifen? Sehr ambitioniert... 8|


  • Da hast du natürlich recht :) Wenn das Wetter mal wieder besser wird, dann versuche ich das mal auf einem Parkplatz :)


    Und bei den Abfahrten von der AB bin ich "dummerweise" einfach davon ausgegangen, dass dort guter Grip ist. Die Straße sah nämlich aus wie auf ner Rennstrecke :D Aber wissen kann man es ja nie...

  • Das kann dir aber auch auf jeder Straße passieren. Denke es ist wichtiger, dass keine Tankstelle in direkter Nähe ist.


    Ansonsten wurde alles gesagt:
    auch wenn man sich viel beibringen kann, manches geht ohne Blick von Außen nicht mehr. Daher empfehle ich auch ein Training und dazu vor allem: fahren, fahren, fahren.


    Mein Reifen hat keinen mikrometer mehr Angststreifen, meine Fußraste is trotzdem nur dann auf dem Boden, wenn ich hart nachkorrigieren muss. Das versuche ich zu vermeiden.

  • Und letztendlich kommt es ja immer auch auf die Kombi Tempo plus Radius an.


    Wo auf dem Parkplatz mit 40kmh aufsetzt (bzw. Trainer hatte auch schon 40kmh und Knieschleifen vorgeführt 8| ), da brauchst Du bei der Autobahnauffahrt 100+kmh bis irgendwas aufsetzt.




    Ich glaube, nicht mal bei 150kmh auf der Auffahrt würde ich die Fußraste an der Versys aufsetzen - für SCHRRRRRRRRRRRRRR hab ich nur 45kmh laut Navi drauf gehabt. Bei 150kmh würde ich heute nicht mehr hier tippen. 8|

  • Auf einem Parkplatz habe ich aber Angst, dass der Grip aufhört :D Ich weiß nicht warum, aber auf einem Parkplatz habe ich meist ein schlechtes gefühl..


    Die Anspannung bei Schräglage bekommt man im laufe der Zeit weg, sobald man das Gehirn darauf trainiert, geeicht hat. Dann weiss man das es geht bzw. was alles geht und das gibt dir dann folgend Sicherheit u.s.w..


    Ich kann ja mal meine Bekannte fragen. Wir haben mal Sonntags auf einem großen Parkplatz in Dülmen geübt.


    Davon abgesehen gibt es um COE schon einige Kurven, die einen Anfänger fordern können. Angefangen mit der Billerbeckerstrasse. Desweiteren in der Gegend Billerbeck, Havixbeck, Lasbeck, Darfeld, Baumberge .....


    Grüße
    Frank


    PS.: War der REAL Parkplatz in Dülmen
    https://www.google.de/maps/dir…924115,634m/data=!3m1!1e3

    Edited 2 times, last by Frank-RE ().

  • Ja das stimmt. Ich liebe ja die Kurven von Rorup Richtung Billerbeck ^^

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