Teuer vs. Billig - die Streitfrage zum Köppe einschlagen :)

  • Janina hat sich vor 3 Jahren meine ich einen reduzierten Probiker Klapphelm für 90€ gekauft. Da merkt man schon, dass der ordentlich schwer ist und auch ohne Vergleich findet sie den laut. Sicheheitsbedenken habe ich dagegen keine.


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    :thumbup:

  • Janina hat sich vor 3 Jahren meine ich einen reduzierten Probiker Klapphelm für 90€ gekauft. Da merkt man schon, dass der ordentlich schwer ist und auch ohne Vergleich findet sie den laut. Sicheheitsbedenken habe ich dagegen keine.


    Dir ist schon klar das ein schwerer Helm mehr Kraft auf auf die tragende Struktur (Nacken, Hals) ausübt? Schon ohne Unfall merkt man das als untrainierter Fahrer/Sozius bei jeder Beschleunigung. Auch die Schwerpunktslage wirkt sich hier, abhängig von Sitzposition und Kopfhaltung, aus. Da bei der ECE 22.04 und .05 diese Aspekte nicht berücksichtigt wird, könnte man natürlich sagen, dass sie im Sinne der ECE-Regelung ein gleichwertiges Minimalschutzziel erfüllen. Gleiche Schutzwirkung zweier unterschiedlicher Helme unter Berücksichtigung aller Apsekte ist aber nicht von einem Fahrer auf einen anderen zu übertragen.

  • Also der Crivit Helm von Lidl wiegt genau soviel wie ein Schuberth C3. Damit isser minimal schwerer als mein S2 ohne SRC. Dazu erfüllt das Ding laut Tests eben nicht nur den Minimalstandard was Sicherheit angeht, sondern schneidet da überdurchschnittlich gut ab. Ich bin echt gespannt.

  • Ich habe den alten Crivit Klapphelm von Lidl, ca. 2012 gekauft. Damit wollte ich eigentlich vor allem innerorts Roller fahren (max Tempo 60). Aber selbst dabei ist er unerträglich laut. Dafür ist er sicher leichter als mein damaliger Schuberth C2. Ich nehme ihn jetzt nur noch zum Kartfahren und habe dafür auch den Kragen entfernt und alles was die Belüftung behindern könnte. Für 4h im Jahr mag das genau richtig sein, da kann man ja mit Ohropax & Co arbeiten.

  • henne:
    Muss mich korrigieren. Der Helm ist 90g schwerer als der C3. Als Klapphelm aber natürlich deutlich schwerer als z.b. mein leichter aus carbon. Der ist auch nochmal 500g leichter als der C3, was aber wohl kaum gegen den spricht. Was auf den paar gefahrenen Kilometern definitiv aufgefallen ist, ist die Lautstärke. Da helfen dann die oropax.


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  • So, der Crivit ist da. Hier ein kurzes Review:


    Der Crivit Klapphelm von Lidl kommt in drei Größen: M, L und XL. Für meine Frau haben wir den M bestellt. Geliefert wird er in einer Pappschachtel, auf welcher einige der Features beworben werde.



    Diese Features sind nicht zu knapp vorhanden - so bietet der Helm neben der Klappfunktion auch eine Sonnenblende, Polsterung mit CoolMax und bringt im Lieferumfang eine Pinlock Scheibe, Akustikpolster (nicht auf dem Bild, da eingebaut), Wangenpolster in zwei Größen, einen zweiten, engeren und wärmeren Kragen sowie den obligatorischen Helmbeutel mit. Das ganze gibt's für sage und schreibe 49,99€!


    Sicher isser deshalb trotzdem. Neben der ECE 22.05 hat er und seine Vorgänger auch alle Tests was Sicherheit und Schlagresistenz angeht mit Bravour bestanden und wird dafür sogar gelobt.
    Das Design finde ich modern und recht schick, wobei es mich schon etwas an Schuberth erinnert.


    Optisch und haptisch steht er von Außen sehr viel teureren Helmen, wie hier dem Shoei XR1100 und dem Schuberth S2 eigentlich nicht nach.


    Gewichtsmäßig ist er ebenfalls völlig im Rahmen. Ich kann ihn hier nur gegen Integralhelme wiegen, die grundlegend deutlich leichter als ein Klapphelm sein müssten, aber hier vergleiche ich zwei XL Helme mit einem M Helm, also sollte sich das einigermaßen egalisieren:


    Crivit: 1520g


    Schuberth S2 (mit SCR System!): 1753g


    Shoei XR1100: 1558g


    Das Visier beim Crivit öffnet im Direktvergleich - vorallem bei einhändiger/einseitiger Bedienung mit der Öffnungshilfe - lange nicht so sauber wie bei den teureren Kollegen, rastet aber auch in den Zwischenstufen satt ein.


    Die Klappfunktion öffnet hingegen sehr einfach und sauber mit dem Zentral am Kinn angebrachten Taster und rastet sauber mit einem zufriedenen Geräusch ein. Auch beim Headbangen hat meine Frau es nicht geschafft den offenen Helm zuzuschlagen.

  • Das Bedienelement der Sonnenblende ist eher ein Rad mit einer kleinen Verriegelung, als ein Schieber wie beim Schuberth und lässt sich auch nicht ganz so einfach bedienen wie man das von letzterem gewohnt ist, arbeitet aber sehr sauber. Auch mit Sonnenblende im Einsatz ist der Helm absolut für Brillenträger geeignet. Die Polster wirken von der Wertigkeit her absolut ok und lassen sich wie bei den teureren Kollegen einfach und komplett durch eine Druckknopfbefestigung entfernen. Der Chincurtain/Windabweiser am Kinn, ist das erste Teil was mir als definitiv billig verarbeitet aufgefallen ist. Der Ratschenverschluss sitzt gut, und arbeitet einwandfrei.


    Hier zu sehen die Innenpolsterung mit eingesetzten Akustikpolster, welche auf einer vorbereiteten Klettfläche in der Ohraussparung festgeklettet werden. Da ließe sich auch Problemlos dann direkt der Lautsprecher eines Intercoms anbringen.


    Die Belüftung am Kinn macht keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck. Eine kleine Klappe mit einer Stellung wie beim Schuberth, allerdings ist sie sehr dünn und wirkt fragil.


    Die Hauptbelüftung an der Stirn hat einen Schieberegler, der in 3 Positionen einrastet (zu, halb auf, auf). Auch der wirkt nicht so wertig wie bei den teureren Kollegen, arbeitet aber sauber und rastet gut ein.

  • Arg... Hatte mein Fazit als Edit drin... Und natürlich abgelaufen.


    also:


    FAZIT:
    Ich kann den Helm alles in allem empfehlen, ohne dass wir ihn bisher Probegefahren sind. Ich hab schon deutlich schlechter wirkende Verarbeitung und deutlich schlechtere Haptik bei deutlich teureren Modellen gesehen, und die Ausstattung ist um diesen Preis absolut herausragend! Dazu die sehr hohe Sicherheit welche weit über die ECE Anforderungen hinaus geht - sofern man den Tests glauben darf.


    Trotzdem haben wir uns entschlossen den Helm wieder zurückzuschicken. Die Gründe hierfür sind aber eher sehr individueller Natur und ich will sie hier erklären. Zunächst ist der Helm zwar gewichtsmäßig absolut im Durchschnitt was Klapphelme angeht, allerdings ist meine Frau recht zierlich und damit ist ihr das Ding einfach eine Ecke zu schwer. Zum Vergleich: Ihr alter Helm wiegt ca. 200- 250g weniger (Integral) und das macht für sie soviel aus, dass sie den Crivit als unangenehm schwer empfindet. Uns ist klar, dass den größten Teil aller am Markt befindlichen Klapphelme über alle Preisklassen und Marken ebenfalls für sie disqualifiziert, aber sie muss sich damit ja wohlfühlen. Ein weiterer Punkt, den wir beide als etwas nervig einstufen ist das Visier, welches bei Einhandbedienung einfach hakelig ist. Das ist auch der einzige richtige Kritikpunkt den ich unabhängig von persönlichen Präferenzen an diesem Helm habe, denn das ist einfach nicht gut. Der für mich aber wichtigste Punkt (für sie übrigens nicht - sie findet das völlig ok) ist, dass der Helm zwar durch die dickeren Wangenpolster bei Querverwindung perfekt sitzt, trotzdem aber nach vorne und hinten zu stark rollt. Damit hätten wir zwei Komfortpunkte bei Ihr verloren und einen Sicherheitspunkt bei mir - also muss er leider wieder gehen.


    Trotzdem muss ich nochmal betonen, dass dieser Helm von mir alles in allem eine Empfehlung bekommt! Wem das Gewicht eines durchschnittlichen Klapphelms nichts ausmacht, wer viel Austattung für wenig Geld haben will, die im großen und ganzen auch sauber arbeitet, und wer trotzdem wert auf Sicherheit und ordentliche Verarbeitung legt, ist mit dem Helm sicher gut beraten. Natürlich nur solange er sauber passt und solange man über das hakelige Visier hinweg sehen kann.

  • Danke für den ausführlichen Hands-on-Test :thumbup: Die Form des Visiers an den Seiten ist schon etwas ungewöhnlich. Aber der Lieferumfang ist wirklich beeindruckend. Pinlockinnenscheiben kosten einzeln ja schon 30.- :durchgeknallt:


    Schade, dass ihr nicht damit gefahren seid - meiner (Vorgängerversion) war wirklich unerträglich laut, selbst zum Rollenfahren in der Stadt unbrauchbar. Dass sie sagen, sie hätten das verbessert, muss ja nichts heißen...

  • Danke für den ausführlichen Hands-on-Test :thumbup: Die Form des Visiers an den Seiten ist schon etwas ungewöhnlich. Aber der Lieferumfang ist wirklich beeindruckend. Pinlockinnenscheiben kosten einzeln ja schon 30.- :durchgeknallt:


    Schade, dass ihr nicht damit gefahren seid - meiner (Vorgängerversion) war wirklich unerträglich laut, selbst zum Rollenfahren in der Stadt unbrauchbar. Dass sie sagen, sie hätten das verbessert, muss ja nichts heißen...


    Fürn Testride, wenn wir schon wissen, dass er zurückgeht, wollen wir halt die Rückgabe nicht gefährden.
    Wie gesagt, alles in allem macht er nen guten Eindruck. Meiner Frau hat ihn als sehr bequem bezeichnet, und meinte, dass er gefühlt weitaus besser gedämmt ist als ihr alter Helm. Aber klar, ohne Fahrtwind heißt so ne Aussage garnix...

  • ich hab mir erst letztens ein neues visier samt pinlock für meinen BMW Evo 6 gekauft, mit 65,- deutlich teurer als der komplette helm hier. :D
    man fragt sich da schon wie solche preise realisierbar sind, denn nach meinem verständnis sollte alleine schon das material fast soviel wert sein, nicht zu sprechen von der produktion, werbung, logistik, zertifizierung etc.

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