Winterflucht 2017: Zwei KTM in Teneriffa

  • Mi 06.12. Schon wieder Masca


    Heute ist mein letzter Motorradtag. Ich muss die Duke zwar erst morgen abgeben, aber um weniger Stress wegen meinem Flug zu haben, habe ich mehrfach angekündigt, die Duke bereits heute kurz vor Feierabend zum Vermieter zurück zu bringen.
    Zum warm werden fahre ich ein Stück ins Tal, um dann die TF-21 wieder in Richtung Nationalpark zu nehmen. Dort geht es auf der TF-38 wieder zurück ins Tal um parallel zur Autobahn nach Masca. Heute ist dort deutlich mehr Verkehr. Ein kleiner Stau in der Ferne verleitet mich zu einer kleinen Pause. Ich verfolge das Schauspiel von Reisebussen, welche mindestens 3 Züge brauchen, um durch die engen Kehren zu kommen.



    Irgendwann mache ich mich doch weiter auf den Weg. Die Autos zu überholen ist kein Problem, nur die Busse müssen gut geplant werden. Was würde ich momentan für ein Paar Stummellenker geben… Der erste Bus ist geschafft, der zweite winkt mich dafür gleich vorbei. Ich bedanke mich und aus Anstand bleibt man dann natürlich nicht kurz danach wieder stehen. In El Palmar sehe ich aus dem Augenwinkel ein Fahrzeug den Berg hinauf fahren, ein Blick aufs Navi verrät mir, dass es da noch einen Ort gibt, also umdrehen und die Einfahrt zur Straße suchen. Der Weg bergauf ist in sehr schlechtem Zustand, ab der Höhe ist er jedoch bereits neu asphaltiert. Ich lande in Teno und fahre einfach irgendeine Straße weiter. An einem sehr abgelegenen Haus endet dann die Straße. Ich mache eine kurze Pause und fahre wieder zurück.






    Auf dem Rückweg habe ich einen schönen Blick auf den von Johannes Tortenberg getauften Hügel. Die Anwohner haben dort das Erdreich eigenhändig abgetragen und als Baumaterial verwendet.



    Zurück im Tal folge ich der Straße weiter Richtung Westen und biege wieder auf die TF-421 nach El Tanque ab. Von Dort aus fahre ich weiter auf der TF-82, wo mir bekannte einheimische Motorräder entgegen kommen. Komisch zu dieser Uhrzeit unter der Woche… Da ich noch genug Zeit habe fahre ich wieder hinauf zum Teide und anschließend die TF-21 hinab bis nach Granadilla. Anschließend wieder hinauf nach Vilaflor (die Strecke macht aber auch einfach Spaß!) und packe im Hotel meine normalen Klamotten ein.



    Anschließend geht’s zum Vermieter. Ich tanke an der benachbarten Tankstelle voll und sehe schon, dass der Laden irgendwie unbesetzt aussieht. Auch die Werkstatt ist geschlossen. Eigentlich sollte hier noch eine Stunde geöffnet sein. Ich wähle die Nummer auf meinem Mietvertrag und erreiche auch sofort den Vermieter. Dieser ist etwas überrascht, dass ich das Motorrad schon heute zurück geben möchte, zumal er mir ja angeboten hat, die Duke wegen dem ungeplanten Aufenthalt am Montag einfach später abzugeben. Ich erkläre ihm erneut, dass mein Flug vormittags geht und mir das nicht wirklich weiter hilft. Ich erfahre, dass heute Feiertag ist (das erklärt auch den vielen Verkehr und die einheimischen Motorradfahrer am frühen Nachmittag), das ist aber alles kein Problem. Ich soll das Motorrad einfach vor den Laden stellen und den Schlüssel an der Tankstelle abgeben. Immerhin eine der Angestellten kann Englisch und so ist das auch schnell und unproblematisch geklärt. Ich kaufe noch kurz etwas zum Abendbrot und fahre mit meinem Mietwagen zurück ins Hotel. Abends beschließe ich spontan mit dem Auto noch mal in den Teide Nationalpark für den Sternenhimmel zu fahren. Meine Ausrüstung und Erfahrung bezüglich Sternenfotographie ist nicht optimal, aber das Ergebnis ist für mich einigermaßen zufriedenstellend. Bei fast eingefrorenen Fingern warnt mich dann das Auto auf dem Rückweg noch vor glatten Straßen. Immerhin 3°C zeigt das Thermometer in der Höhe an.




    Am nächsten Tag verlasse ich kurz nach dem Frühstück das Hotel, tanke den Mietwagen voll und gebe ihn ab, ohne dass er eines Blickes gewürdigt wird. Der Rest von Flug und Heimfahrt funktioniert dann auch noch Problemlos und ich komme abends zufrieden wieder zu Hause an.

    "Das, was am lautesten knallt, sind nicht die Bomben. Es sind Mopeds mit Fehlzündungen" -Four Lions-

  • Mein Neid ist euch beiden sicher! So eine Winterflucht hat schon was, und dann auch noch ununterbrochen Moped fahren. Danke für die tollen Bilder und den sehr gut zu lesenden Bericht. :)

  • So kritisch war die Situtaion nicht unbedingt. Es hätte zumindest auch noch gereicht, wenn nur einer von uns reagiert hätte. Trotzdem hätte ich auch gerne drauf verzichten könnten.


    Den Vergleich zu unserem Rechtsabbiegerpfeil auf Blech hatte ich auch schon überlegt, hab aber im nachhinen auch nichts dazu im Internet finden können.




    Mein Fazit zum Urlaub:


    Mitfahrer: Perfekt :thumbup: Wir haben einen sehr ähnlichen Fahrstil und auch menschlich passt es meiner Meinung nach auch sehr gut.


    Teneriffa: Zweigeteilt. Der südliche Teil unter 1000m ist hässlich, von Touristen überlaufen und überall an den Straßen liegt Abfall. Der Norden ist ziemlich dicht bebaut und Santa Cruz und La Laguna brauch ich auch nicht. Daneben gibt es aber das Teno-Gebirge, den Teide + Nationalpark mit seinen Zufahrtsstraßen und das Anaga Gebirge, wo es eigentlich egal ist, wo man langfährt, es ist immer schön. Auch sonst findet man immer wieder schöne kurvige Straßen. Nur die Landschaft ist dann eventuell nicht so toll. Mir ist das an sich egal, denn ich bin in erster Linie zum Motorrad fahren unterwegs. Eine schöne Landschaft nehm ich aber als Bonus trotzdem gerne mit. Ein Tagesausflug nach La Gomera ist auf jeden Fall empfehlenswert, auch wenn die Fähre nicht wirklich günstig ist. 4 Tage auf Teneriffa selbst reichen meiner Meinung nach zum fahren.


    Vilaflor: Ein schöner Startpunkt weit weg von den Touristenzentren. Liegt zwar ebenfalls an der Südseite, aber auf 1400m ist es auch dort schön. Man hat die ersten Kurven direkt vor der Tür und überhaupt ist die Insel klein genug, um mit einem Tagesausflug überall hin zu kommen.


    Duke 690: Wer ein Motorrad mit gutem Fahrwerk zu Hause hat, sollte im Urlaub nicht unbedingt daran sparen. Das Federbein der Duke ist auf welligen Straßen nicht sonderlich berauschend. Sicherlich haben da aber auch die am Ende immerhin 56tkm etwas Einfluss. Der Motor ist für mich auf der Insel optimal, seine Eigenheiten kenn ich aber auch schon von meiner SMC-R. Ausreichend Leistung bei relativ geringen Gewicht machen bei den Kurven hier einfach Spaß. Mehr Leistung ist hier unnötig. Der allgemeine Wartungszustand des Motorrads ist an den ersten 3 Tage jedenfalls ziemlich schlecht. Nach dem Werkstattaufenthalt wurde dafür gleich alles getauscht. Das hätte man aber auch vorher schon machen können, solcher Verschleiß kommt nicht von mal eben so.


    Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub, den man auf jeden Fall wiederholen kann.

    "Das, was am lautesten knallt, sind nicht die Bomben. Es sind Mopeds mit Fehlzündungen" -Four Lions-

  • Danke Euch vielmals - sehr schön zu lesen und tolle Bilder!


    Ich war zeitgleich auf Lanzarote, allerdings nicht mit Motorrad - das war trotzdem traumhaft schön - und kann nur allen empfehlen: Winterflucht auf die Kanaren lohnt sich! :thumbup:


    liebe Grüße
    Buckbeak

  • Von einem Zipfel zum anderen sind es aber immerhin gut 70 km. Alles zu Fuß geht also nicht. Hat man da einen Mietwagen? Oder sind die Öffentlichen so gut dass man mit denen zur und von der Wanderung kommt?


    Ich habe 400-Meter-Höhenlinien gefunden. Die Anstrengungen halten sich also in Grenzen, oder?

  • Mietwagen ist empfehlenswert.
    Höhenmeter sammeln sich trotzdem, wenn man die Krater besteigt. Und die steinigen Wege und Steilhänge sind dann doch anstrengend, auch wenn man keine richtigen Berge erklimmt.



    Aber das nur knapp - will hier den Thread nicht verfremden, geht hier ja um Teneriffa. :)


    liebe Grüße
    Buckbeak

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