Bike-Sharing

  • Hallo,
    Die Sharing Economy soll ja nach Meinung einiger Experten die Wirtschaftsform der Zukunft sein. Man besitzt dann Dinge nicht mehr, sondern teilt sie und benutzt sie, wenn man sie braucht. Das etablierteste Beispiel ist das Car- Sharing. In Großstädten etablieren sich die ersten Roller Vermietsysteme. Wie sieht es da mit dem Motorrad aus? Könntet ihr euch vorstellen, kein eigenes Motorrad mehr zu haben, sondern es bei Bedarf zu leihen/ mieten? Wenn ja, welche Vorraussetzungen müssten erfüllt sein, um das attraktiv zu machen? Wenn nicht, warum nicht?
    Ich fange mal mit mir an.
    Ich könnte mir schon vorstellen, aufs eigene Motorrad zu verzichten und ein Sharingsystem zu nutzen. Vorraussetzung wäre, dass tatsächlich ausreichend Fahrzeuge zur Verfügung stehen, da ich oft kurzfristig entscheide, das Motorrad für eine Fahrt zu nutzen. Cool wäre auch ein Bring- und Abholservice, damit man nicht in voller Montour zum irgendwo abgestellten Motorrad laufen muss. Alternativ wären auch feste Abstellplätze mit ausreiched Parkraum fürs Auto und der Möglichkeit, sich umzuziehen, in Ordnung. Reizvoll fände ich, das man mal das eine mal das andere Modell fahren könnte ohne sich dauerhaft festlegen zu müssen.


    Grüße
    Hawkeye

  • Ich denke, die kurzfristige Verfügbarkeit dürfte das größte Problem sein. Am Wochenende, wenn das Wetter geil ist, will jeder fahren. Nach Feierabend, wenn es lange hell ist und die Temperaturen passne, will auch jeder fahren. Spontan wird da dann eben nichts gehen.


    Für mich wäre es wohl insoweit nichts, weil ich wenig Kurzstrecken/Tagestouren o.ä fahre. Mittlerweile werden 95% der km auf Langstrecken gesammelt, wenn wir mehrtägig/wöchig unterwegs sind.


    Und ich befürchte, wenn man mal 20 Tage ein Motorrad 24h am Tag mieten will, übersteigt es zumindest schnell die Kosten für ein günstiges gebrauchtes Motorrad, das ich selbst besitze.

    *Lille*

  • Für mich ist ein Mopped, im Gegensatz zum Auto, zu persönlich, da käme Sharing schon deshalb für mich nicht in Frage. Mal abgesehen von der ganzen "Klamotten-Prozedur" - das möchte ich nur in der eigenen Garage erledigen.

    Er macht die Knöpfe fest und drückt sie rein // Wir können alles und alles können wir sein Turbostaat

  • Denke sowas ist höchstens für einen Städter interessant der alle 3-4 Wochen mal ne Runde drehen will im Sommer.



    Es hat ja schon seinen Grund wieso Motorradvermietungen so teuer sind, weil es sich sonst kaum rechnet.


    Und wie dann die Leute mit dem Motorrad umgehen.
    Habe 2 Kumpels die die gleiche Maschine fahren und die gleichen Reifen, und beim einen halten sie doppelt so lange wie beim anderen, also Kilometer gerechnet.

  • Für mich ist das nichts. Um wirklich Spaß am fahren zu haben, brauch ich vertrauen ins Fahrzeug und das kommt bei mir nur, wenn ich das Motorrad schon etwas kenne.
    Anpassungen von Hebel, Lenkerposition usw jedes mal neu machen oder damit leben, wie es eingestellt ist? Ist ja alles etwas aufwändiger als beim Auto mal eben den Sitz oder Lenkrad zu verschieben.


    Fürs fahren von A nach B mag das gehen, aber dafür mach ich das nicht. Eventuell würde Roller-Sharing in Großstädten Sinn machen.

    "Das, was am lautesten knallt, sind nicht die Bomben. Es sind Mopeds mit Fehlzündungen" -Four Lions-

  • Während ich beim Auto da garkein Problem mit habe/hätte sieht das beim Mopped schon anders aus.
    Tremor hat es fast schon alles geschrieben, vorallem die individuellen Anpassungen. Ich merke das schon wenn ich ein Leihfahrzeug habe. Auch wenns das gleiche Modell ist, selbst dann ist das anders.

  • Hier in München gab es bis vor Kurzem zwei Firmen mit Sharing-Rollern auf 50cc-Basis.


    Der eine ist glaube ich spätestens seit Herbst weg, der hatte Piaggio Zips, den anderen mit modernen Schwalbe-Nachbauten gibt es noch.


    Da waren "One-Size-Fits-None"-Helme in der Sitzbank bzw. Topcase drin. Naaaaja sag ich da. Naaaaaja.

    Vorausschauendes Fahren: Oh, da vorne ist die Baustelle zu Ende, ich geb schon mal Gas!

  • Sharing Economy finde ich super interessant. Wenn man überlegt, das ein Auto im Durschschnitt 95% des Tages irgendwo herumsteht finde ich es legitim mal darüber nachzudenken ob man diese Ressourcen nicht irgendwie besser nutzen kann. Beim Motorrad ist es mitunter ja noch viel krasser. Viele kommen da ja nur am Wochenende zum Fahren, dann wollen aber fast alle.


    Beim Sion kann man ja sein rumstehendes Auto als "Ladesäule" anbieten, das ist doch eine coole Idee. Bei so individuellen Dingen wie Motorrädern ist es in der Tat schwierig da eine passende Lösung zu finden, mehr als eine Nischenlösung kann ich mir da aktuell nicht vorstellen.
    Wenn wir es aber irgendwie schaffen Ressourcen einzusparen in dem wir Dinge miteinander teilen, bin ich total offen dafür.

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  • ich hatte mir schon einige Motorräder gemietet, meistens wegen des Standorts (Inseln, Südeuropa), und ärgere mich immer wieder über fehlende Steckdosen / Gerätehalter und verschlissene oder minderwertige Reifen. Sonst 'ne tolle Sache!

  • Als jemand der ab- und an mal die Düsseldorfer Eddies nutzt (E-Roller, die überall rumstehen und man per App nutzen kann) kann ich dazu nur sagen, dass die häufig aus sehen wie sau und technisch nicht wirklich einwandfrei sind. Beim Motorrad ist mir zuverlässig funktionierende Technik aber sehr wichtig, daher würde ich das nicht machen.

  • Nö, ich würde es auch nicht machen, gerade beim motorrad --und dann noch die technischen defekte und - und - und ?( Wartung ? ohhhjee, da sehe ich aber schwärzer als schwarz, sozusagen dunkelschwarz

  • Ist die Frage ob es überhaupt sinnvoll ist, dass Mietmotorräder irgendwo an der Straße stehen oder zentral bei einem Unternehmen dass sich um den Zustand kümmert.
    Ist ja jetzt kein unlösbares Problem für Spaßgeräte.
    Alltagsgeräte haben das "Problem" das sie dort stehen sollten wo sie benötigt werden.


    Gesendet vom Schmartfon

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  • Das Problem mit der Ergonomie ließe sich sicher regeln. Verstellbare Hebel gibt es schon. Die Neigung der Hebel ließe sich über Schnellverschlüsse an den Klemmungen sicher auch schnell einstellen. Verstellbare Lenker gibt es auch bereits. Einstellbare Fußrasten sind ebenfalls schon zu haben. Für Sitzbänke wäre eine Lösung mit Luftunterstützung oder Gel denkbar.


    Die technische Ausstattung ( Steckdose, Gerätehalter, usw.) ließe sich durch eine Bedarfsanalyse auch anpassen. Da gibt es zwar kaum Standards, vieles lässt sich aber über Adapter kombinieren.


    Der technische Zustand der Fahrzeuge hängt vom Engagement des Betreibers ab und schlägt sich sicher in den Kosten für die Nutzer nieder. Für solche Fälle sind Bewertungssysteme ein ganz gutes Regulativ, denke ich.
    Grüße
    Hawkeye

  • Ich halte das für fragwürdig. Das Car-Sharing hat schon nicht für weniger Verkehr gesorgt, sondern dafür, das Nutzer von Öffis jetzt öfters Autos nutzen.
    Ist leider nicht der gewünschte Effekt eingetreten.


    Bei einem Hobbygerät, würde ich auch kein Sharing wollen. Ein E-Roller für die Stadt wäre ok. Aber vermutlich würde das auch eher Straßenbahnfahrer anlocken.

    VG
    Michael

  • Ich sehe das eher wie hawkeye. Die Ergonomie/Adapter Thematik ist nur Technik. Bis jetzt gibt es keinen Markt für für möglichst schnell und einfach verstellbare Hebelagen, weil die Dinger zumeist einmal eingestellt werden und gut ist. Die Lösungen, die bei Sharing Fahrzeugen benötigt werden würden, wären jetzt einfach zu teuer.
    Das Thema Schutzkleidung ist ein ganz anderes. Ich verstehe es übrigens immer noch nicht, dass sich Menschen für eine Stadtfahrt mit dem Motorrad komplett in einen Panzer hüllen, für die gleiche Geschwindigkeit auf dem Roller ist aber ein möglicherweise sogar schlecht sitzender Helm ausreichend. ?( Aber auch da fehlt im Moment der Markt für Entwicklungen, die möglichst vielen verschiedenen Menschen passen und trotzdem brauchbar schützen. Auch das wäre sicherlich möglich, ist letztendlich auch nur Technik. Viel schwieriger ist, wie schon angesprochen, das Nutzungsprofil der Fahrer. Entweder stehen die Dinger nur rum, wie unter der Woche, Herbst Frühjahr zu einem guten Teil oder eben den ganzen Winter, oder es sind nicht genug da. Da ein Konzept zu erstellen, das sich rechnet, ist schwierig. Weiterhin haben eben viele von uns noch die emotionale Bindung zu ihrer Maschine. Dagegen gibt es keine Pillen.

    Gruß
    Zottel

  • Ich weiß nicht ob das so gut funktionieren kann, dafür sind viele mit ihrem Motorrad einfach zu individuell. Mit ein wenig Hebel und Sitzbank verstellen käme ich bei vielen Modellen jedenfalls nicht hin. Die Sitzposition muss schon passen und dann ist ja auch noch die Frage, ob es ein Sportler, Touring, Chopper . . . Modell sein soll bzw. geben kann. Und dann ist da noch die Motorisierung, Reifen, Koffer, . . . Frage. Im Gegensatz zu Autos zu viele Parameter als das man da gleich zig- Modelle zur Auswahl haben müsste. Und wenn ich dann auch mal eine Maschine für die Renne oder für Offroad bräuchte . .

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Weiterhin haben eben viele von uns noch die emotionale Bindung zu ihrer Maschine. Dagegen gibt es keine Pillen.


    Das ist wohl war und ist/ wird wohl immer der Knackpunkt bleiben
    Interessant wäre es evtl. für Leute die mal eben ausprobieren wollen, aber für richtige Mopedfahrer wird das wohl nix werden :motorrad:

  • Dann bin ich kein richtiger Moppedfahrer. Für einen oder zwei Tage wäre es mir ziemlich wurscht, solange die Kiste halbwegs zu mir passt.

    Gruß
    Zottel

  • ich hatte mir schon einige Motorräder gemietet, meistens wegen des Standorts (Inseln, Südeuropa), und ärgere mich immer wieder über fehlende Steckdosen / Gerätehalter und verschlissene oder minderwertige Reifen. Sonst 'ne tolle Sache!


    Ich habe mental mal nachgezählt und ich bin auf 8 Mietmotorräder bisher gekommen. Es gibt sogar Angebote, wo das für meine typischen Italien/Frankreich-Touren fast günstiger als der eigene Bock wäre, z.B.
    NC700X oder VFR800X für 59 Euro pro Tag/300 km, denn da kommt außer Benzin nix dazu. Meine Versys hat bisher 14 cent pro km PLUS Benzin gekostet, macht also 42 Euro pro Tag - und einen Stellplatz für's ganze Jahr. Eigentlich ideal, daheim was kleines spaßiges, und für unterwegs so einen Reiseeimer mieten, der sonst nur rumstehen würde.

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