[Schnapsidee] Gespannumbau

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    Schnapsidee: die CB zum Gespann umbauen :kiffer: habe im Netz eine Art Bausatz zum Umbau gefunden (ef-tech.de), dazu ein Beiwagen ähnlich der Ural-Wanne.


    Hat da jemand Erfahrungen? Insbesondere unsere beiden Gespannpiloten? Machbar, völlig überteuert oder eine ernsthafte Alternative?


    Wenn ich mir den Gebrauchtmarkt so anschaue, ist da eigentlich nur ranziges Ural-Dnepr-Material für ein paar Tausend Euro, oder Umbauten von „richtigen“ Motorrädern zu völlig absurden Fantasiepreisen ohne Relation zur gebotenen Technik.


    Gruß,
    Thomas

  • Schnapsidee: die CB zum Gespann umbauen habe im Netz eine Art Bausatz zum Umbau gefunden (ef-tech.de), dazu ein Beiwagen ähnlich der Ural-Wanne.


    Es gibt einige CB mit Boot an der Seite von den kleinen bis zu den grossen CBs :)


    Hat da jemand Erfahrungen? Insbesondere unsere beiden Gespannpiloten? Machbar, völlig überteuert oder eine ernsthafte Alternative?


    Für mehr Infos zum Thema, am besten hier reinlesen und fragen, weil die kennen sich damit aus: dreiradler.org :cool:

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Für mehr Infos zum Thema, am besten hier reinlesen und fragen, weil die kennen sich damit aus: dreiradler.org


    Tipp hierzu: VIEL Lesen, und dann erst VORSICHTIG fragen. :rofl:


    Es ist definitiv das informativste Sammelsurium an Wissen, die es zum Thema Gespann gibt. Das Forum gibt es schon einige Jahre und es tummeln sich dort viele, erfahrene Gespannfahrer und Bastler.
    Aber bei Neulingen sind sie manchmal etwas.. ruppig :grin:


    Wenn es nach denen gibt, bringt sich sofort jeder um, der sich ohne umfassende Fahrerausbildung auf ein Gespann setzt. Also ohne 500€ Kurs wirst Du - nach deren Einstellung - die erst 100m nicht überleben. :whistling:
    Da schwingen viele gleich die Moralkeule. ;)




    Zu Deinem Plan: Wieviel km hat die CB mittlerweile runter? wie ist der Zustand - ehrlich bewertet? Lohnt es sich?


    Das Basisfahrzeug sollte einigermaßen solide sein und noch ein paar Jahre halten, damit es sich lohnt. Der Beiwagen wird letztendlich als Umbau auf dieses Fahrzeug (Fahrgestellnummer) eingetragen - und wenn nach 5000km die Kiste die Grätsche macht, musst Du die ganzen Eintragungen erneut eintragen lassen. Und das geht das meist nicht "Ich hab das umgeschraubt", sondern wird wie eine komplette neue Abnahme behandelt. Deshalb sollte das Motorrad selbst eine gute Basis bilden, damit es sich lohnt.


    Dann musst Du Dir halt klar darüber sein: Es ist ein Lowcostumbau, und so wird er sich dann auch fahren. Ich bin sicher nicht der Meinung, man muss zwingend 30.000€ in ein Gespann stecken, um etwas ordnetliches zu bekommen. :rolleyes:
    Aber Du wirst damit eben nie so sicher unterwegs sein, wie mit einem höherwertigeren Gespann.


    Stichworte wären hier: Schwingenumbau vorne, Autoreifen vorne und hinten, gebremster Beiwagen.


    Ohne Scheingenumbau vorne lassen sich eigentlich nur BMWs mit Telelever vernünftig fahren. Guzzi werden teilweise auch mit Gabel gefahren, aber auch dort Gabel zu Schwinge einen himmelweiten Unterschied in den Lenkkräften.
    Autoreifen haben erstmal eine bessere Seitenführung. Zum andern fährt man Motorradreifen auf einem Gespann ggf in 2-3000km runter (weil man nur "geradeaus", ohne Schräglage, fährt).
    Gebremster Beiwagen - bei einer Vollbremsung will der Beiwagen ansonsten "weiterfahren" und schiebt das Gespann nach links. Klar kann man ohne Beiwagenbremse fahren, muss dann aber mehr mitarbeiten.


    Letztendlich kommt es einfach auch drauf an, was Du vorhast :) Ich behaupte nicht, daß ein Gespannumbau grundsätzlich nur vom Fachmann gemacht werden sollte. Wenn jemand gerne schraubt, Platz und Zeit hat, technisches Verständnis und nicht einfach nur schnell und billig an ein Gespann kommen will, dann ist das sicher eine nette Bastelarbeit. Würde mich auch reizen. ^^


    Aber man muss sich halt drauf einstellen, daß das ein größeres Projekt wird, und nicht in zwei Wochenende erledigt ist. Stichwort Elektrik. Stichwort Fahrwerkseinstellung. Da kann man sich lange mit vertüdeln.


    Außerdem würde ich gleich klären, ob der Gespannbauer das Teil auch übern TÜV bringen würde - weil es einer Einzelabnahme bedarf. Entweder der Profi macht das für Dich - oder Du suchst Dir einen TÜV, der Dich von Anfang an durch das Projekt begleitet. Erst TÜV für die Solomaschine, dann ggf zwischendurch nur den Beiwagen ohne Boot vorführen, und dann die Endabnahme mit Eintragung.



    Bist Du schon mal Gespann gefahren? Würde ich ggf auch erstmal vorab machen, um zu sehen, ob es Dein Ding ist :) Du kannst ja mal beim Dreiradlerforum reinschauen, vielleicht gibt es einen Stammtisch in Deiner Nähe. Dann nimm mit denen mal Kontakt auf. Vielleicht kannst Du da eine Runde auf einem Parkplatz drehen. Mit viiieeel Platz (ja - man kann sich durchaus auf den ersten 100m schon in Nachbars Gartenzaun verkeilen ;) )

    *Lille*

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    Mit den Dreiradlerforum hab ich wohl ein wenig Beschäftigung :rolleyes: mal schauen, was es dort so gibt.

    Aber bei Neulingen sind sie manchmal etwas.. ruppig


    Wenn es nach denen gibt, bringt sich sofort jeder um, der sich ohne umfassende Fahrerausbildung auf ein Gespann setzt. Also ohne 500€ Kurs wirst Du - nach deren Einstellung - die erst 100m nicht überleben.
    Da schwingen viele gleich die Moralkeule.


    Ich sehe schon, früher konnte man das einfach so.... :rolleyes: da ist die Warnung vielleicht nicht verkehrt. Ansonsten wäre es natürlich cool, vorher mal die eine oder andere Gespannrunde zu drehen.


    Zu Deinem Plan: Wieviel km hat die CB mittlerweile runter? wie ist der Zustand - ehrlich bewertet? Lohnt es sich?


    Die CB hat jetzt 97.000 km runter. Die Verschleißteile müssen halt der Reihe nach mal wieder gemacht werden, aber die Substanz würde ich als gut bewerten. Kein Rost, keine vergnaddelten wichtigen Teile. Der Vorteil bei der CB ist, dass ich das Mopped relativ gut kenne, auch technisch.


    Dann musst Du Dir halt klar darüber sein: Es ist ein Lowcostumbau, und so wird er sich dann auch fahren. Ich bin sicher nicht der Meinung, man muss zwingend 30.000€ in ein Gespann stecken, um etwas ordnetliches zu bekommen.
    Aber Du wirst damit eben nie so sicher unterwegs sein, wie mit einem höherwertigeren Gespann.


    Dachte ich mir schon. Aber das ist schon okay, das Gespann darf und soll ruhig langsam sein, eher ein Cruiser. Zum Heizen ist ja jetzt was Anderes da. :)


    Die Alternative wäre für mich eben das Ural-Gespann. Ist technisch jetzt natürlich auch fernab vom modernen Umbau. Dazu kommt halt, dass ich mich mit den Dingern Stand heute gar nicht auskenne. Andererseits, bevor ich jetzt viele Tausender in den Umbau mit ungewissem Ausgang stecke, kann ich auch die Kohle in ein fertiges Gespann stecken und mich drum kümmern, dass es weiter läuft. Die Urals sind da glaube ich nicht ganz so zuverlässig, wie der Fortschritt aus Japan.... :whistling:


    Gruß,
    Thomas

  • Wieso wird eigentlich immer auf den Urals rumgehackt? :huh:


    Heutige Urals haben genau den gleichen technischen Standard in Sachen Produktion wie alle anderen grossen Hersteller auch.


    Seit Euro4-einführung auch mit Einspritzung und seit bald zehn Jahren mit Bremsen aus dem Hause Brembo ausgerüstet - es gibt etliche westliche/fernöstliche Hersteller, die mit lascheren Bremsen daher kommen. ;)


    Altes Geraffel gibt es natürlich auch hier - die sind für den "schlechten" Ruf zuständig, haben jedoch den Vorteil, da einfach gestrickt, auch einfach repariert.


    Günstiges Gespann, in neu und keine Ural ist die Mash Five Hundre Family Side - es ist ein leichtes Gespann und einfach in der Handhabung, habs noch nicht fahren können, steht auf der to-do-List.


    Die modernen/neuen Urals starten bei etwa dem anderthalbfachen - es gibt noch einen weiteren günstigen Einstieg Jialing JH600B - ein Endurogespann, preislich im Rahmen des Mash.


    Der grössere Teil an Gespannen ist jedoch kein "Serienfahrzeug" wie die drei obigen, sondern immer Einzelstück ggf. dank standardisiertem "Umbaukit" als "Kleinserie" zu bezeichnen. Das ist mit anderem ein Grund, warum Gespanne richtig alt werden und selbst bei grösseren Schäden meistens irgendwie wieder zum Leben erweckt werden und selbst, wenn es Jahre dauern sollte.

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

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    Wieso wird eigentlich immer auf den Urals rumgehackt?


    Ich beziehe mich auf solche Kaliber https://suchen.mobile.de/fahrz…07-dd08-9004-24ffd5abbc13


    Das wäre die Alternative. Eventuell auch so ein Mash-Gespann. Wobei das preislich natürlich auch noch recht erhaben ist.


    Gruß,
    Thomas

  • Die Urals sind da glaube ich nicht ganz so zuverlässig, wie der Fortschritt aus Japan....


    Wieso wird eigentlich immer auf den Urals rumgehackt?


    Weil zumindest die alten Ural berühmt berüchtigt dafür sind, daß man selten ohne Bastelmaßnahmen am Straßenrand ans Ziel kommt.
    Böse Zungen behaupten, daß Uralfahrer einen Ersatzmotor und Getriebe im Beiwagen dabei haben - sicher ist sicher. :grin:


    Aber ernsthaft - die russischen Urlagespanne (also jene, die für den russischen, inländischen Markt gebaut wurden) sind schon ein Quell regelmäßiger Bastelfreude.
    Wenn, dann sollte man auf alle Fälle ein Exportmodell nehmen-. Die seien in der Material- und der Fertigungsqualität besser. Sagen die Uralfahrer selbst.


    Heutige Urals haben genau den gleichen technischen Standard in Sachen Produktion wie alle anderen grossen Hersteller auch.


    Da gebe ich dem gnomi recht: Die heutigen mit Einspritzung und neu vom Händler (mit Garantie, Wartungsplan usw) sind eine ganze andere Sache! :thumbup:


    Die modernen/neuen Urals starten bei etwa dem anderthalbfachen - es gibt noch einen weiteren günstigen Einstieg Jialing JH600B - ein Endurogespann, preislich im Rahmen des Mash.


    Ich meine, Jialing wird nicht mehr nach DE importiert. War mal meine letzte Info. Müsste ich aber mal recherchieren.

    *Lille*

  • Was halten die schon erfahrenen Gespannfahrer denn von einem Schwenker-Gespann?


    Bsispiel hier


    Ich habe so ein Gespann in Verbindung mit einer GS in live erlebt, als es der Fahrer unsere Truppe zu überholte, die bei einer Sonntagstour gemütlich unterwegs war.


    Da war von einer Beschränkung in Schräglagenfreiheit z.B. wenig zu bemerken. Ob der Beiwagen in die Bremsanlage integriert war oder nicht, kann ich natürlich nicht sagen.

  • Schwenker-Gespanne sind nicht einfach zu fahren, weil in Links-kurven hast du die Breite von 1.5 Pkw - der Beiwagen macht sich da nicht schlänker und deine Spur auch nicht.


    Beim starren Gespann weisst du wie breit du bist, da du keine Schräglage hast, fährst du entsprechend.


    Beim Schwenker kann es dir als Solist passieren, dass du dein Boot vergisst, da die Lenkbewegung gleich der Solo ist. Was dann passiert dürfte klar sein...


    P.S. Wesentlich günstiger sind die auch nicht, da noch seltener und Aufhängung des Bootes nicht so einfach wie bei starren Gespannen ist.

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Schwenker sind eine Welt für sich - und die Schwenkerfahrer grenzen sich teilweise auch vehement von den "Starrgespannfahrern" ab.


    Was gnomi schon angedeutet hat: In Linkskurven wird das Gespann sehr breit. Beiwagen plus Motorrad in Schräglage - und da ist dann nach rechts auch kein Platz mehr zur Flucht. Desssen muss man sich beim Kurvenräubern halt bewusst sein und hier ausreichend Reserven einplanen beim Fahren.


    Ansonsten: Nach Links ist kein Limit - das Motorrad kann man bis zur Maximalschräglage von 90° (ab)legen ;)
    Nach Rechts ist das Beiboot das Linit. Dort setzt das Motorrad irgendwann am Anschlag vom Beiwagen auf - und dann ist der Kurvenradius am Ende. "Enger" geht das nicht mehr (es gibt angeblich Schwenkerfahrer, die mit Gegenlenken.. aber lassen wir das ;) )


    Ein schönes Gimmick bei Schwenkergespannen: Das Beiboot kann (meist) über Stecker und Schraubverbindungen schnell abgelöst werden. Da ein Schwenker keine vordere Schwinge und keine Autoreifen hat, ist es ein ganz normales Motorrad - und kann dann auch solo gefahren werden.


    Ein Bekannter von hat einen Schwenker. Und wenn sein Schmiermaxe nicht mitfahren will, dann hängt er das Beiboot ab, lässt es am Hotel stehen und zieht alleine solo los.



    Die Schwenker kommen meist von Kalich - da kannst Du auch einen Termin ausmachen und vorbeischauen. Und eine Probefahrt machen, um zu sehen, ob es etwas für Dich wäre:


    http://www.kalich.de/

    *Lille*

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