Verschleiss von Lagern erkennen beim Selberschrauben

  • Hallo zusammen,


    hier gibt es ja mehrere Selbstschrauber, die ihre Motorräder auch noch bis ins hohe Alter mit vielen Kilometern fahren.

    Das habe ich bei meiner aktuell auch vor. Es sei denn mir läuft es etwas heißes anderes über den Weg :P


    Die Wartung will ich soweit es geht selber oder mit Kumpels machen.

    Jetzt gibt es ja Wartungspläne für die "normalen" Verschleißteile wie Öl, Ölfilter, Flüssigkeiten, Ventile, Kerzen usw. Auch für Leitungen. Bei meiner Z900 auch für den Benzinfilter zb. Entweder nach x km oder x Jahren.

    Und dann steht da noch im Plan drin: Lager kontrollieren und schmieren.


    Ein kaputtes LKL erkenne ja unter anderem am Rastpunkt. Muss ich da auf nochwas achten? Was ist da zu stramm/zu leicht?

    Wie bemerke ich kaputte Radlager? (ich prüfe bei jedem Reifenwechsel ob die Radlager sich leicht drehen lassen).

    Auf welche Lager muss ich noch achten und wie prüfe ich dort den Zustand?


    Wie oft prüft ihr / habt ihr das geprüft? Haut mal eure Erfahrungen raus.


    VG

  • LKL: Vorderrad entlasten und von vorne die Gabelholme fassen und vor und zurück bewegen. Darf kein Spiel fühlbar sein.

    Räder: von der Seite fassen und seitlich bewegen. Auch hier darf kein Spiel sein.

    VG
    Michael

  • Radlager kommen im Schnitt um 80'000km rum, völlig markenunabhängig.


    Viele Schlechtwetterfahrten und erschwerte Bedingungen wie Sand, Schlamm kann zu schnellerem Verschleiss führen.


    Wie man merkt? Sichtkontrolle beim Reifenwechsel ist die beste Chance, ansonsten beim Rumschieben ruckartige Bewegungen, Geräusche und beim Fahren durch Geeiere, trotz korrektem Luftdruck.

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Es sei denn mir läuft es etwas heißes anderes über den Weg

    Radlager: Beim ausgebauten Rad den Finger reinstecken und feinfühlig drehen und drücken. Sollten halt leichtgängig sein und kein seitliches Spiel haben.


    Was manch noch prüfen / wechseln kann, sind die Schwingenlager. Aber egrlich: Wer macht das wirklich?


    Ich kenn ein paar Leute, die endlose Ketten verbauen, und dazu beim Kettenwechsel die Schwinge ausbauen. Und dann eben alles reinigen, prüfen, fetten.


    Hab letztes Wochenende einen Transalpfaahrer kennengelernt. "Bei jedem zweiten Kettenwechsel baue ich die Schwinge und die komplette Umlenkung aus und fette alles frisch.. also alle 80.000km"


    Okay.. der fuhr seine letzte Transalp auch 280.000km :grin:

    *Lille*

  • Es steht auch im Wartungsplan: Einspritzanlage überprüfen: ich würde da nur die Schläuche nachgucken ob die irgendwie undicht oder porös sind.

    Weiterhin: LKL fetten alle 24k... Hand aufs Herz: notwendig und wer macht das?

  • LKL fetten - Wer macht das? Nur sehr schrauberbegeisterte Menschen - oder wer sein Motorrad kostenpflichtig warten lässt ;)


    Ich frag mal meinen Kumep (der seeehr gerne schraubt), welche Intervalle der einhält ;) Der fährt aber auch nicht so viel.


    Wobei fetten und vor allem Spiel prüfen/einstellen sich schon positiv auf die Lebensdauer auswirken kann.

    *Lille*

  • Defektes Schwingenlager hatte ich schon einmal bei meiner Aprilia Mana. Ich meine so bei 50.000 km. Und ein weiteres mal bei der 125er Sachs meines Sohnes. Kann durchaus passieren. Bei der Mana waren die Simmeringe vor dem Schwingenlager defekt und so tritt dann Wasser ein. Beim Waschen (vor allen mit Dampfstrahler) immer diesen Bereich meiden. Ich kontrolliere übrigens auch die Schwinge hin und wieder mal. Den Bolzen rausnehmen und etwas einfetten ist nun wirklich nicht viel Arbeit und auch nicht kompliziert. Dann kann man gleich die Simmeringe angucken und bei Bedarf ersetzen.

  • Hat die Z900 ggf Schmiernippel. Sonst fände ich alle 24tkm das LKL freizulegen schon ganz schön viel Aufwand.


    Mein Schrauber meint, er macht das jährlich bei seinen Motorrädern - aber in Abhängigkeit von der Verwendung. Schlechtwetter-, Winter- oder Geländemotorräder bekommen da mehr Zuwendung, Schönwetter-Straßenmotorräder weniger.

    *Lille*

  • Es wurde bereits das meiste gesagt . . die Radlager lassen sich auch gut checken, indem man beim Ausbau das Rad nochmal auf die Achse steckt und einfach durchdreht. Also ohne die Kette aufzulegen und ohne die Bremsbeläge anliegen zu haben. Dabei auf Geräusche (Schleifen, Schaben) und Schwer- bzw. Leichtgängigkeit achten.

    Ansonsten wie Lille schreibt, wenn das Rad eh draußen ist, mit den Fingern auf Leichtgängigkeit und prüfen. Vor dem Zusammenbau alles einmal durchwischen (Lager innen und die Achse) und dünn einfetten.


    Ich wische ab und an das überstehende Fett/Dreck und den Gummiabrieb ab und schmiere ein wenig neues Fett unter die äußere Dichtlippe. Ist aber bei den gekapselten Lager eigentlich nicht notwendig.


    Schwingenlager sind meist erst nach vielen Jahren/km zu tauschen. Prüfen geht bei ausgebautem Rad und abgebauten Stoßdämpfer am besten. Das Moped aufbocken bzw die Schwinge frei beweglich machen. Wenn da seitiches Spiel drin ist oder die Auf-Ab Bewegung schwer bzw. mit Rastungen zu machen ist. . . austauschen.


    LKL wie oben angesprochen, sollte bei der Kawa aber alles noch gut sein. Ich habe an meiner ehemaligen Aprilia nach 10 Jahren und 60tkm noch keine Lager machen müssen. Inzwischen hat sie nach 12 Jahren und 70tkm noch immer alle original Lager drin.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Bei meiner Kawa ist da noch ein Kettenblattlager, ich weiß jetzt nicht wie es bei dir aussieht, Schwinge ist auch so leicht zu prüfen nur ohne haubtständer schlecht. Auf den bock ist das auch nicht so genial. Ich stell die kiste auf den haubtstander - hab ja auch 2 stoßdämpfer und keine zentralfeder- stoßdämpfer lösen und so die schwinge prüfen. kein spiel, auch jetzt noch nicht bei der km leistung- hab allerdings schmiernippel drann

    Wie lille sagt, finger rein und fühlen wie es sich dreht und auf rechts -linksspiel achten

    Ich hab auch -bis auf Lenkkopflager noch alle original drin,-aber ein neuer satz liegt bereit -Radlager vorne /hinten und Kettenblatt:thumbup:Lenkkopflager liegt auch neu bereit. Kostet fast nix das ganze ist halt nur bischen ( viel ) arbeit:grin:

  • Wann musstet ihr denn so die Lager tauschen?


    LKL und Radlager lässt sich auch zur Not allein prüfen. Für LKL halt dann Hinterrradheber und Wagenheber untern Motor/Krümmer.

  • kommt auf die fahrweise an:grin: und wie das lkl belastet wird, bei mir war es nach 160000 fällig ( ich habs gespürt, der TüV meine aber es ist noch ok:grin:) ohne Haubtständer ist das richtig doof:wacko:

  • Schwer zu sagen. Bei der CB war es nach 50.000 km fällig, ich bin aber auch schon Leuten begegnet, die es alle 25.000 wechseln müssen.


    Gruß,

    Thomas

  • Normalerweise, wenn die Lager gefettet und richtig eingestellt sind, halten die schon lange durch.


    Bei der Versys war es jetzt bei 130tkm fällig. Und das ohne große Pflege. ;)

    *Lille*

  • Müsste man auch mal beachten ,was da für lager drin sind, es gibt ja noch Mopeds mit Kugellager und andere haben Kegellager ( bedeutend haltbarer )

  • Gibt's echt noch Motorräder mit Kugellagern als LKL?


    Bei der Transalp Bj 1989 sind es schon Kegelrollen. Und bei der Versys Bj 2006 waren es auch Kegelrollen.

    *Lille*

  • Kugellager sind sogar der Standard, hat die CBF600, die CBF1000, der Crosstourer, die Deauville usw .... Kegelrollenlager haben ein höheres Losbrechmoment.


    Wie lange ein LKL hält ist aber nicht zu beantworten, das ist so wie "Wie lange halten denn die Reifen". Das hängt halt von vielen Faktoren ab. Wenn man viel Buckelpisten (Brandenburg) fährt, ist die beanspruchung höher als jemand der nur ab und an auf Alpenpässen unterwegs ist.


    Wir haben (Brandenburg Buckelpisten) von 40T bis 120T so ziemlich alles dabei gehabt. Die CBF 1000 brauchte bei 70T ein neues (und bei 85T ein neues Radlager hinten), meine Deauville bei 50T, der Crosstourer meldet sich jetzt bei 110T mit dem LKL. Der TUV hat es noch nicht angemeckert, aber nach der Saison, also zum Winter gibt es dann mal ein neues LKL.

  • Ich kaufte mir 1998 eine neue Honda CB 500. Noch während der Garantiezeit ließ ich prophylaktisch das LKL auswechseln (Kugellager gegen Kegelrollenlager). Es war eine Schwachstelle an der CB. Ich wollte damals eine langstreckentaugliche Maschine. Nach 98.000 km quer durch Europa verkaufte ich sie. Reifen, Kette und Bremsbeläge waren machmal fällig. Nie gab es eine Panne.

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    Rad-, Lenkkopf- oder Schwingenlager würde ich ansonsten nicht auf Grund ihrer Laufleistung wechseln.

    Die müssen sich melden, wenn sie ausgetauscht werden wollen. Nicht immer ist es das erhöhte Lagerspiel, machmal sind es nur Lauf-Geräusche, die zum Tausch motivieren.

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    "Erhöhtes Losbrechmoment bei Kegelrollenlagern" wurde hier erwähnt. Das ist sachlich richtig aber ohne Bedeutung. Auch der sensibelste und kraftloseste Motorradfahrer wird kein Unterschied feststellen.


    Reinhard

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