Abstand Bremsbeläge

  • Moin,


    ich habe gerade den Hebel der Hinterradbremse meiner (neuen) MT-09 eingestellt, war etwas zu hoch für meinen Geschmack. Bin dann so tief gekommen, dass das Bremslicht durchgehend an war.


    Kein Thema, wieder etwas zurück, alles paletti. Dachte mir aber dann: Hm, wird da nur der Hebel eingestellt, oder bremst es auch früher? Das wäre Frage 1. 😉


    Dann habe ich mir mal die Bremsbeläge angesehen und empfand es als sehr dicht an der Scheibe und war etwas verunsichert, ob es am tiefen Hebel liegt. Bild hängt an.


    Ist sicher alles in Ordnung, das Bike hat ja auch erst 15 km runter (Fahrt nach Hause, seitdem Regen wie aus Kübeln), so direkt nach der Übergabeinspektion. 😎 Würde mich aber über ne Erklärung freuen, z.B. auch, was passiert, wenn die Beläge abnutzen. Wie drückt sich das näher an die Scheibe?!


    Fragen über Fragen eines Neuen.. 🙈


  • Die Beläge werden von den Bremskolben an die Bremsscheibe gedrückt aber nicht wieder zurückgezogen.

    Die Beläge und dir Kolben werden nur von der "Unwucht" der Bremsscheibe einen Bruchteil eines Millimeters zurückgedrückt. Daher liegen sie optisch immer an, aber eben nur fast.

    Damit das funktioniert, müssen die beweglichen Teile der Bremse halbwegs sauber und rostfrei gehalten werden, damit sie leicht beweglich bleiben, sonst würden sie an der Scheibe schleifen.

  • Interessant, verstehe! Also führt das Ziehen am Bremshebel dazu, dass der Kolben bewegt wird, es sagt aber nix über die absolute Position aus. Deshalb muss man bei schmaleren Belägen auch nicht mehr ziehen.


    Ich danke dir, hat mir sehr geholfen. :)


    Das Dauerbremslicht wurde dann vermutlich nur durch den auslösenden Sensor am Hebel ausgelöst, und nicht etwa, weil tatsächlich Bremskraft ausgeübt wurde, oder?

  • Falls du einen Hinterradheber schon haben solltest kannst du das testen. Ich weiss grade nicht aus dem Kopf ob wenn das Licht angeht schon gebremst wird.

    Und normalerweise sollte ich das Rad relativ frei drehen lassen und mind. 3 - 4 Umdrehungen von selbst laufen.

  • Wann das Licht angeht, kann man einstellen. Das sind im Prinzip 3 Dinge, die zusammenspielen müssen.


    1) Fußbremshebel wird getreten, Bremskolben drückt sich aus dem Sattel und damit die Bremsbeläge gegen die Scheibe. Wie Sandmann schon schrieb, gehen die nur soweit zurück, wie sie eben durch die Scheibe abgedrückt werden, im 0,0xmm Bereich. Deswegen sieht es so, als würden die Beläge anliegen.

    Aber wenn alles sauber, gepflegt und gangbar ist (und nicht zusammengegammelt) sollten die Beläge ausreichend zurückgehen.


    2) Der Fußbremshebel ist einstellbar. Da gibt es normalerweise die Möglichkeit, diesen höher und niedriger einzustellen. Je nach Sitzposition und Größe der Quadratlatschen. So dass Du ihn bequem erreichst, aber nicht dauerdrückst. Er sollte natürlich nicht dauergedrückt sein, weil Du dauernd drauf stehst. Also: ergonomisch anpassen :)


    3) Gibt es einen kleinen Schalter. Ob der direkt vom Fußbremshebel gedrückt wird über einen weiteren Hebel oder eine Stange, ist von Motorrad zu Motorrad unterschiedlich.

    Der sitzt hinter der Fußrasten-Platte. Meist kommt man da von außen nicht dran, sondern muss die Platte abschrauben.

    Und der kleine Schalter wird mechanisch betätigt, wenn Du den Fußbremshebel drückst. Nach xx mm schaltet er das Licht an. Ob das früher oder später geschieht, kann man wiederum einstellen.



    Also gibt es immer 3 Schritten: Ist 1) die Bremse gangbar? Sollte bei einem neu gekauften Motorrad so sein. Entweder auf den Hauptständer oder Heckständer stellen und Hinterrad drehen. Oder ohne die HR Bremse zu nutzen ein paar km fahren. Dann sollte die Bremsscheibe max. lauwarm sein, aber nicht heiß.


    Dann 2) den Fußhebel ergonomisch anpassen, so dass es zum eigenen Fuß und der Sitzposition passt.


    Und dann eben 3) kontrollieren, ob das Bremslicht passend zum Betätigen des Fußbremshebels an- und ausgeht :) Wenn nicht, dann den Schalter oder die Betätigung anpassen. Bei manchen Motorrädern wird der Schalter etwas rein-/rausgedreht, bei manchen die Betätigung verstellt.

  • Lille Danke dir!


    Dass die Bremse gangbar ist, davon gehe ich einfach aus. Wie gesagt, ist ja ein neues Hömmhömm, würde mich schon arg wundern.


    Je nach Sitzposition, vor allem, wenn ich etwas weiter vorn sitze am Tank, muss ich den Fuß schon gut anwinkeln, um nicht die Bremse zu betätigen. Etwas weiter hinten auf dem Sitz geht es ok.


    Aber genau deshalb habe ich dann den Hebel runter gestellt. War eigentlich nicht genug, so dass ich ganz zufrieden war, aber besser. Habe es dann so gelassen, weil das Bremslicht bei noch mehr Einstellung daueran war. Und die Einstellmutter hatte da jetzt auch nicht mehr so viel Weg übrig. Sitze vielleicht falsch. ;-)


    Von der MT-07 kenne ich das ganz anders. Da musste ich den Fuß schon seeehr deutlich drücken. Morgen mache ich die erste Ausfahrt, 200 km, dann teste ich es mal auf Herz und Nieren. 🤩

  • ähm... wie stehts du mit dem Fuss auf der Raste? Normalerweise steht man mit dem Ballen auf der Raste und geht dann auf den Spann um zu bremsen.


    Und ich würde das mal prüfen, neu muss nicht heißen dass es wirklich gut funktioniert.

  • Nicht alle Hebel haben die gleichen EInsteller. Zum einen läßt sich die Hebelstellung varieren, zum anderen aber auch der Stift der in die Bremspumpe geht. Je nach Ausführung muss der Stift erst etwas gelockert werden um dann den Hebel einzustellen. Der Stift sollte immer etwas Spiel haben, sonst wird die Bremse schon betätigt, obwohl man nicht drauftritt . . und das Bremslicht geht an.


    Der Bremslichtschalter wird häufig über den Bremsdruck betätigt, da läßt sich nix mehr einstellen.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Der Bremslichtschalter wird häufig über den Bremsdruck betätigt, da läßt sich nix mehr einstellen.

    Ich bin da etwas altmodischer unterwegs :grin:


    Wo sitzt dann der Schalter, wenn er hydraulisch ausgelöst wird? Bremspumpe oder so?

    *Lille*

  • Ja, direkt hinten an der Pumpe bzw. am Ausgang der Bremsleitung . . ist zumindest an der KTM und der Aprilia so.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Müssen ja zwei getrennte Schalter sind. Sind ja auch zwei getrennte Bremskreisläufe :)

    *Lille*

  • Mechanisch ist das so,- die alten blöden schalter mittels fefer die gezogen wird beim betätigen der fußbremse. da ist son rädchen drann und kann da eingestellt werden. wenn man die lage des pedals ändert , ändert sich auch die spannung der feder:grin: Han ich raußgeschmissen das alte gelumpe hat mich nur genervt. Ab und zu mal dauerbremslicht -oder4 dann mal wieder nix mit bremslicht. bischen dreck in der feder und schon geht nixmehr. Hab ich im sommer umgebaut auf Hydraulischen schalter kostet weniger als ein meuen schalter mit feder und ist absolut genauer .Die stecker für das bremslicht passen und das ding wird nur am bremsschlauch angeschlessen die Schraube gibts dabei. Also die schraube vom schlauch am sattel losmachen den schalter dazwischen neue schraube rein- fertig

    Bremshebel kann dann so angepasst werden wie man will ,weil der mit dem bremslicht nixmehr zutun hat:grin: der schalter schalten dann über den bremsdruck direckt

  • Hallo

    bikerfranz Aha! Die Frage der Fragen: Was hat die MT-09?

    Die MT-09 hat einen klassischen, mechanischen Bremslichtschalter am Fußbremshebel. Der Schalter ist von hinten an der Fußrastenhalteplatte montiert. Der Auslösepunkt des Schalter lässt sich über eine Mutter einstellen. Der Umbau auf einen hydraulischen Schalter ist möglich, aber nicht ganz so einfach, wie von Franz beschrieben. Nach der Montage des hydraulischen Schalters muss die Bremsanlage nämlich entlüftet werden. Gerade bei Moppeds mit ABS sollte das nur jemand machen, der weiß was er tut.


    Grüße


    Hawkeye

  • P:S.:

    Die Bremsbeläge werden nicht nur von der Bremsscheibe zurückgedrückt, sondern der Bremskolben wird von seinem Vierkantdichtring zurückgezogen, wenn der Bremsdruck nachlässt. Das funktioniert natürlich nur dann, wenn der Kolben leichtgängig und der Dichtring noch ausreichend "flexibel" ist.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!