Youngtimer

  • Motorrad-Youngtimer



    "Youngtimer" oder Oldtimer -diese Begriffe stehen eigentlich für motorisierte Veteranen auf vier Rädern. Doch während bei Autos mitunter viel Geld, eine gehörige Portion Glück und Zufall nötig sind, um ein gutes Exemplar zu ergattern, ist dies bei Zweirädern eher die Regel als die Ausnahme.


    Ein interessantes Thema also für alle, die für relativ wenig Geld ein gebrauchtes Motorrad aus der Epoche zwischen 1990 und 2005 suchen, das nicht mehr an Wert verliert. Youngtimer haben nicht nur bei den Autos Konjunktur, auch unter den Zweirädern gibt es Modelle, die das Zeug zum künftig begehrten Objekt haben.


    Die Kosten

    Dazu kommt noch, dass sich die Versicherungsprämien von exorbitant hohen Summen zu Beginn der 1980er-Jahre auf ein mitunter geradezu lächerliches Niveau bewegt haben.

    Kostete im Jahre 1982 bspw. ein Motorrad mit gerade mal 27 PS stolze 800 DM (400 Euro) Versicherungssumme im Jahr und schlug ein 50-PS-Bike mit etwa 1000-1100 DM (500-550 Euro) zu Buche, so wären dafür heute gerade mal etwa 50 – 100 Euro zu bezahlen.

    Zusammen mit der Kfz-Steuer wären die jährlichen Unterhaltskosten unter 200 Euro anzusiedeln.

    Und wer einige Jahre fleißig Schadenfreiheitsrabatte sammelt, der zahlt mitunter lediglich 20 – 30 Euro – fürs gesamte Jahr wohlgemerkt.


    Die Situation


    Die Kaufpreise für Motorrad-Youngtimer der „goldenen Epoche“, also der Zeit zwischen 1990 und 2005 sind – je nach Modell – meistens sehr günstig.

    Für das Geld das eine voll aufgebrezelte BMW Boxer-GS als Neufahrzeug kostet, kann man sich locker 5 verschiedene Youngtimer-Bikes leisten.

    Und hat dann womöglich immer noch Geld in der Hinterhand für Wartungen, Reparaturen oder Restaurierungen.


    Bei solchen Aussichten fragt man sich:

    Gibt es sogar die Möglichkeit, ein Motorrad jetzt günstig zu kaufen, es vielleicht einige Zeit zu fahren und – wenn man es doch irgendwann wieder los werden möchte - es in ein paar Jahren immer noch gut weiterverkaufen zu können, vielleicht sogar mit ein bisschen Gewinn?

    Ja, unter den sogenannten Youngtimern haben etliche Modelle das Potenzial dazu. Maschinen, die noch nicht die 30 überschritten haben, ab dem sie als Oldtimer gelten und mit einem H-Kennzeichen versehen werden dürfen, aber schon einige Jahre auf dem Buckel haben. Sie sind zurzeit noch erschwinglich, könnten aber bald zum Klassiker reifen und damit ihren Wert steigern.


    Ein Bike in der Phase des seines niedrigsten Preistiefes, das für 1.500 Euro gekauft wurde und gut gepflegt wurde, wird fast immer auch zu diesem Preis wieder zu verkaufen sein.

    Hier besteht – im Gegensatz zu Aktien – kein Risiko eines großen Geldverlustes.

    Und......man hat in dieser Zeit immerhin viel Spaß beim Fahren gehabt.


    Heute hoch gehandelte Modelle sind oftmals seltene, aber damals schon teure Motorräder, respektive einst sehr weit verbreitete Modelle, die sich der Käufer als Jungspund nicht hat leisten können aber nunmehr – da die finanziellen Mittel vorhanden sind - aus emotionalen Gründen endlich zulegen will.


    Oder solche, bei denen sich der Bestand aus unterschiedlichsten Gründen stark dezimiert hat.

    Das erklärt bspw. im Oldtimer-Bereich zum Beispiel den Preisanstieg der Yamaha XT 500, die mittlerweile längst Kultstatus genießt und von 1976 bis 1989 in großen Stückzahlen gebaut wurde. Im sehr gut erhaltenem Originalzustand wird heute mitunter das Doppelte des Neupreises gezahlt.

    Ähnlich ist es bei nahezu allen Zweitaktern wie Yamaha RD 250/350 oder Suzukis RGV 250 oder RG 500 Gamma.

    Das sind allerdings Beispiele aus dem Oldtimer-Bereich der Ü30-Fahrzeuge.


    Aber auch das lange Zeit von einer großen Anzahl an Besitzern im Alltag geschundene Nachfolgemodell der XT 500, die XT 600 erzielt im gepflegten Originalzustand stetig steigende Preise.

    Insbesondere die Modelle der Baureihen von 1990 bis 2003.

    Hier wird eine bodenständige, überschaubare Technik geboten, die ebenso zuverlässig wie langlebig ist.


    Gleiches gilt für die verschwundene Kategorie der Alltags-Enduros wie Honda XL 600, Honda Dominator, Kawasaki KLR 650, Suzuki DR 650 oder Suzuki DR 800 „Big“.

    Hier ist das Angebot in den letzten Jahren bereits deutlich geschrumpft. Viele Exemplare stehen als Zweit-, Dritt-, Schlechtwetter-, Winter-, oder „fahr-mich-billig-zur-Arbeit“-Bikes in den Garagen der Republik und ihre Besitzer denken angesichts der lächerlichen Unterhaltskosten gar nicht dran, sie jemals wieder zu verkaufen.


    Einfache Wartungen und günstige Reparaturen – beides auch mit wenig Wissen und Erfahrung durchaus selbst zu machen – kommen als „will-haben-Anreize“ noch dazu.

    Hier kann man mit „learning-by-doing“ Schraubererfahrungen machen und seine Schraubertalente festigen.

    Kommt man wider Erwarten doch mal an seine Grenzen, so kann jede Dorfwerkstatt diese Simpel-Technik dann wieder fit machen.



    Im Bereich der Supersport-Motorräder werden allerdings nur wenige Youngtimer-Modelle ihren Wert halten oder gar steigern können, und das auch nur im absoluten Originalzustand – was aber gerade bei den Sportbikes, die früher gerne umgebaut, umlackiert und Leistungssteigerungen getunt wurden und auf den Rennstrecken dieser Welt herunter geritten wurden, relativ selten der Fall ist.

    Unter den möglichen Kandidaten tummelt sich die erste Ausgabe der Yamaha YZF-R1, die von 1998 bis 1999 gebaut wurde. Sie war radikal für den Sporteinsatz konzipiert und beeindruckte mit 150 PS bei nur 177 Kilogramm Trockengewicht.

    Auch die frühen Honda CBR 900 RR Fireblade ab Baujahr 1992 gehören schon zu den gesuchten Youngtimern, falls sie im Serienzustand belassen wurden.


    Ähnliches gilt für beide Ausgaben von Hondas VTR 1000 SP, die bei vielen Besitzern bereits als verhätschelte Sammlerstücke in der Garage stehen.


    Dazu kommt, dass die Verarbeitung, Alltagstauglichkeit, Zuverlässigkeit und die Auswahl der eingesetzten Materialien in der Epoche zwischen 1990 und 2005 insbesondere bei den japanischen Herstellern einen Höchststand hatte, der davor und danach nicht wieder erreicht wurde.


    Und weil Motorräder vor allem Freizeitfahrzeuge sind, führt dazu, dass sie nicht so viele Material aufreibende Einsätze ertragen müssen wie ein Auto als „daily-driver“.

    Der Einsatz als Freizeit-und Hobby-Fahrzeug hat auch zur Folge, dass die Motorräder in der Regel viel niedrigere Laufleistungen hinter sich haben als ein gleich altes Auto.

    Es existieren am Markt eine Vielzahl von Motorrädern der frühen 1990er-Jahre, die eine Laufleistung von weniger als 30.000 km aufweisen.


    Der Vergleich mit den aktuellen Bikes


    Mit ziemlicher Sicherheit werden viele aktuelle, mit opulenter Elektronik bestückte High-Tech-Bikes den Oldtimer-Status nicht erreichen. Aus dem einfachen Grund, weil - wie beim Auto - die heutige komplizierte Elektronik in 30 Jahren nicht mehr reparabel, kein Software-Update mehr möglich sein wird, Elektronik-Teile nicht mehr vorhanden sein werden oder der Ersatzteilpreis finanziell indiskutabel sein wird. Motorräder, die gegenwärtig als State-of-the-art gelten, werden frühzeitig auf dem Schrott landen, weil die Elektronik nicht mehr mitspielt.

    Wer glaubt, dass in 20 oder 25 Jahren elektronische Komponenten wie Steuergeräte und Black-Boxen als Ersatzteile erhältlich sein werden oder zu reparieren sein könnten, der verkennt entweder die Realität oder hat nicht das entsprechende Fachwissen.

    Ein Gespräch mit Fachleuten wie Fahrzeugentwicklern, Sachverständigen, Werkstattmeistern oder Kfz-Ingenieuren könnte da zu mehr Realitätsbewußtsein führen.


    Beim Youngtimer und einer simplen Elektrik wie aus dem Elektrobaukasten für Schüler sieht das naturgemäß völlig anders aus.


    Je simpler also die Technik des Motorrads, desto größer die Chance, dass es in einigen Jahrzehnten noch auf der Straße fahren wird. Motoren, die mit normalem Standard-Werkzeug repariert werden können, werden auch entsprechend lange durchhalten.


    Motorräder erleiden so gut wie nie den Rosttod. Es passiert höchst selten, dass ein Rahmen vollständig durchrostet. Dieses Element eines Motorrades besteht bei den älteren Bikes in der Regel aus dickwandigen Stahlrohren, denen leichter Rostfraß - wenn er überhaupt auftritt - zunächst wenig ausmacht.

    Und Alurahmen der 1990er-Jahre zeigen sich aufgrund ihrer guten Verarbeitung überwiegend immun gegen Korrosion - wenn man sie nicht im Winter auf salzigen Straßen bewegt.


    Bei Kunststoffteilen ist das mitunter schon schwieriger und die Motorradhersteller horten ihre Ersatzteile nur über einen relativ kurzen Zeitraum.

    Mögen Bevorratung und Nachproduktion von Ersatzteilen 10 bis 15 Jahre nach Produktionsende eines Modells im Autobereich als eine durchaus lange und ausreichende Zeit erscheinen, so sieht das im Zweiradbereich völlig anders aus, da hier die Haltedauer und der Lebenszyklen erheblich länger sind.

    Sobald bspw. der Seitendeckel aus Kunststoff oder der Tank im Lager abverkauft ist, muss man sich auf die mühsame Suche auf dem Gebrauchtmarkt machen.

    Der aber – je nach Modell und dessen Verbreitung – derzeit noch nahezu alles hergibt.


    Ein top-gepflegter Youngtimer wie eine originale Ur-R1 von Yamaha, eine Honda Fireblade der Baureihe SC 28, eine Suzuki Dr BIG, eine Yamaha TRX 850, eine Suzuki TL 1000 S oder TL 1000 R, eine Suzuki Ur-Hayabusa, eine Ducati 916 oder eine Kawasaki ZXR 750 mit den „Staubsaugerschläuchen“ erregen am Biker-Treff mitunter wesentlich mehr Aufmerksamkeit als die neueste Boxer-GS, denn die steht zu Dutzenden an jeder Straßenecke.

  • Ich freue mich, wenn ich gepflegte Young- und Oldtimer sehe. Ich verstehe auch die Faszination, die diese Fahrzeuge auf ihre Besitzer und Fans ausüben und fiebere mit, wenn jemand seine Restaurationsprojekt dokumentiert und mit anderen teilt:thumbup:


    Aber ganz nüchtern betrachtet, auch aus der Brille eines Vielfahrers, sind die Dinger pro km am Ende des Tages deutlich teurer und unzuverlässiger als 5-15 Jahre alte Japaner wie SV 650, diverse Wasser-Bandits, Versys 650, usw., und dabei fahren die neueren wesentlich besser. Und oft scheitern diese Restaurierungen auch, weil nach jeder Baustellen immer noch eine noch größere kommt. Auch das Preisniveau gerade im Enduro-Bereich ist schlicht und einfach absurd. Da werden Neupreise für Fahrzeuge aufgerufen, die in allen Teilen am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind. Welcher Einzylinder hält denn wirklich länger als 60.000 km? Was ist von 30 Jahren alten Schläuchen, Dichtungen und Steckverindern zu halten?


    Für Geldanlage gibt's hier nen anderen Thread, da ist das Risiko besser zu steuern und zu streuen. Gerade wenn man kein ausgebildeter und erfahrener Zweiradmechaniker ist.


    Nichtsdesto trotz freue ich mich jederzeit über jedes Motorrad abseits der aktuellen Massenmodelle und lese auch gern drüber. Nur eigenes Geld würde ich nicht rein tun, und empfehlen kann ich es auch nicht.


    (Was wurde eigentlich aus timmaes XT?)

    MO24 Team Reisen

  • Quote

    Ein top-gepflegter Youngtimer wie eine originale Ur-R1 von Yamaha, eine Honda Fireblade der Baureihe SC 28, eine Suzuki Dr BIG, eine Yamaha TRX 850, eine Suzuki TL 1000 S oder TL 1000 R, eine Suzuki Ur-Hayabusa, eine Ducati 916 oder eine Kawasaki ZXR 750 mit den „Staubsaugerschläuchen“ erregen am Biker-Treff mitunter wesentlich mehr Aufmerksamkeit als die neueste Boxer-GS, denn die steht zu Dutzenden an jeder Straßenecke.


    Du solltest allerdings bei deinen Vergleichen: ALt gegen BMW GS nicht unterschlagen das die GS techn. den "alten" extrem weit überlegen ist, in allen Belangen.

    Von daher hinkt der Vergleich ein wenig.


    Wie sagte mal jemand: Alle 10 Jahre gibt es eine Entwicklungsstufe bei Motorrädern, was sie kaum noch Vergleichbar macht.

  • Ich spüre bad vibrations gegenüber dem TE bzw. seiner (offensichtlichen) Herzensangelegenheit. Nicht nur hier, sondern auch in seinen anderen Threads. Das verwirrt mich ein bisschen.


    Der eine findet Young- und Oldtimer nicht alltagtauglich für den every day use, der andere hängt sich an der Technik auf, wo es dem TE doch eher um die optische Faszination der YT / OT am Bikertreff als um Technik geht (so zumindest meine Interpretation).


    Andererseits werden vielen Neueinsteigern, die sich kein neues Mopped leisten können oder wollen, eben jene Baujahre ans Herz gelegt (insbesondere dann, wenn ich der Suchende als Bastler versuchen will), die der TE hier bewirbt.


    Lasst dem TE seine Vorlieben. Auch wenn euch offensichtlich die eine oder andere Verallgemeinerung in Sachen Technik auf den Nerv geht. Meinungen sind vielfältig. Genauso wie angebliche oder echte Selbsterfahrung.


    So, und bevor ich mich noch mehr aufrege und euch weitere verbale Spasmen zu Aug bringe, mache ich Feierabend.

    Grüsse aus dem Westzipfel


    Harry aka schredder66

  • Von meiner Seite sind echt keine "bad vibrations" gemeint. Wenn einer 5 Youngtimer statt 'ner GS in der Garage stehen hat, dann hat er sich damit sicher mehr befasst und vermutlich auch mehr interessantes zu erzählen, also der GS-Katalog-Neukunde. Ich kann nur die Schlussfolgerungen nicht teilen und würde den Ratschlag nicht teilen. Ich empfehle auch schon lange niemandem mehr Vergasermoppeds oder irgendwas ohne ABS, außer in Nischen.

    MO24 Team Reisen

  • Wie sagte mal jemand: Alle 10 Jahre gibt es eine Entwicklungsstufe bei Motorrädern, was sie kaum noch Vergleichbar macht.

    Und was soll die sein?


    Nein also mal ernsthaft vom Choke/Benzinhan abgesehen, über deren Existenz und Funktion man bescheid wissen muss, ist beim gemütlichen Rumzuckeln kein riesen Unterschied zwischen der 1982er XS400 meines Vaters und meiner 2008er Bandit .


    Bei Autos ist das viel krasser, wenn ein heutiger Fahrschüler einfach servo, automatische Wischer, Licht, Abstandswarner, kein ABS Einparkhilfen etc gewohnt ist und wohl mit meinem Anfängerauto (40ps Ford Fiesta, ohne Servolenkung, ohne Klima, mit Garnix) gar nicht zurade käme.

  • ALt gegen BMW GS nicht unterschlagen das die GS techn. den "alten" extrem weit überlegen ist, in allen Belangen.

    Von daher hinkt der Vergleich ein wenig.


    Wie sagte mal jemand: Alle 10 Jahre gibt es eine Entwicklungsstufe bei Motorrädern, was sie kaum noch Vergleichbar macht.

    Ich frag mich immer, wo diese extremen Verbesserungen eigentlich sind. ABS, Elektronik usw. ist klar. Aber Bremsen, Fahrwerk, Leistung? Meine CBR wird nächstes Jahr 20 Jahre alt. Als ich letztes Jahr mal ne MT09 oder Z900 gefahren bin, konnte ich nicht feststellen, dass in den Bereichen eklatante Verbesserungen passiert sind. Zumindest im Bereich öffentlicher Verkehrsraum. Wenn die Hersteller damals ab Werk keinen Müll verbaut haben, ist das auch heute noch gut. Klar gibts auch Negativbeispiele, aber da wurde wohl einfach nichts vernünftiges eingebaut. Spontan fällt mir da die Bremse an der ersten Versys 650 ein. Das Erlebnis wird mich wohl noch ewig verfolgen :grin:

    Oder das Fahrwerk der Tracer 700. Federt fröhlich durch die Gegend, als wenn es keinen Dämpfer geben würde. Das der MT07 soll wohl noch simpler sein, das kenn ich aber nicht.

    "Das, was am lautesten knallt, sind nicht die Bomben. Es sind Mopeds mit Fehlzündungen" -Four Lions-

  • das hat nichts mit "Bad Vibrations" zu tun, nur stoßen mir solche Aussagen ohne Unterfütterung etwas sauer auf:


    Mit ziemlicher Sicherheit werden viele aktuelle, mit opulenter Elektronik bestückte High-Tech-Bikes den Oldtimer-Status nicht erreichen. Aus dem einfachen Grund, weil - wie beim Auto - die heutige komplizierte Elektronik in 30 Jahren nicht mehr reparabel, kein Software-Update mehr möglich sein wird, Elektronik-Teile nicht mehr vorhanden sein werden oder der Ersatzteilpreis finanziell indiskutabel sein wird. Motorräder, die gegenwärtig als State-of-the-art gelten, werden frühzeitig auf dem Schrott landen, weil die Elektronik nicht mehr mitspielt.

    Wer glaubt, dass in 20 oder 25 Jahren elektronische Komponenten wie Steuergeräte und Black-Boxen als Ersatzteile erhältlich sein werden oder zu reparieren sein könnten, der verkennt entweder die Realität oder hat nicht das entsprechende Fachwissen.

    Ein Gespräch mit Fachleuten wie Fahrzeugentwicklern, Sachverständigen, Werkstattmeistern oder Kfz-Ingenieuren könnte da zu mehr Realitätsbewußtsein führen.

    Da hätte ich doch mal gerne ein paar Beispiele, wo das auf dem Autobereich wirklich der Fall war. Ich lasse mich da gerne erleuchten. Ich hab den Eindruck das Fachwissen wäre wohl sogar vorhanden.


    Ja, ich fahre ein modernes Bike und ja, ich kenne auch ältere Bikes. Bin beides gefahren und habe beides besessen. Das moderne Bike (Z900) hat mich bis jetzt noch nicht im Stich gelassen.

    Und zum Thema Steuergeräte von Autos: bei meinem 17 Jahre alten Seat Leon war mal das ABS Modul kaputt, bekannter Fehler bei VW. Da gabs jemand der reparierte mit Garantie dieses Ersatzteil und hinterher hat es sogar funktioniert.


    Ich empfinde das oben geschriebene eher als Abgesang auf die "gute alte einfache Technik". Was nicht so ist.


    tremor dass du das Fahrwerk der Tracer schlechter fandest als das von deiner Honda CBR ist ja auch klar, die Honda wäre damals auch schon das bessere Motorrad gewesen, weils einfach ne Klasse höher angesiedelt ist. Die MT07/Tracer 700 ist die frühere CB500, um mal bei der Marke zu bleiben.

  • Andere Klasse ist klar, aber die Technik an sich war schon da. Nen gutes Fahrwerk ist jetzt also nichts neues.


    Ich würde ja gerne mal nen elektronisches Fahrwerk fahren, aber die gibts momentan nur in Preisklassen, die ich nicht bereit bin für ein Motorrad auszugeben. Und wenn’s mir dann gefällt steh ich doof da :grin:

    "Das, was am lautesten knallt, sind nicht die Bomben. Es sind Mopeds mit Fehlzündungen" -Four Lions-

  • Okay, bei nem elektronischen Fahrwerk würde ich mir auch Sorgen machen, ob das in 20 Jahren noch gut funktioniert. Auch ABS-Pumpen können sich zusetzen, wenn die Bremsflüssigkeit zu selten gewechselt und das ABS nicht vor und nach dem Wechseln ausgelöst wurde. Das kann aber bei der Probefahrt rausfinden, wenn die Kiste läuft und die Batterie nicht kurz vorm Tod ist.


    Traktionskontrolle ist harmlos. Elektronische Tachos halten besser als mechanische. Defekte Benzinpumpen und Limaregler gab's auch früher schon.

    MO24 Team Reisen

  • Nur ganz kurz, ich lebe noch, zu der XT schweige ich lieber. 8o

    JubiFT2010 Edersee :mo24:
    FT 2011&2012 Kirchhasel :route88:
    Meisentreffen 2011, Eifeltreffen 2011 :mo24:


    :thumbup:

    • Official Post

    Ich frag mich immer, wo diese extremen Verbesserungen eigentlich sind. ABS, Elektronik usw. ist klar. Aber Bremsen, Fahrwerk, Leistung? Meine CBR wird nächstes Jahr 20 Jahre alt. Als ich letztes Jahr mal ne MT09 oder Z900 gefahren bin, konnte ich nicht feststellen, dass in den Bereichen eklatante Verbesserungen passiert sind.

    Sehe ich ähnlich. Bei den Dingen, die mir beim Moped wichtig sind, hat sich in den letzten 20 Jahren nichts dramatisch verbessert. Da gab's auch früher schon gute und schlechte Mopeds. ABS und das war's auch schon. Der Rest ist halt viel Elektronik zur Unterhaltung oder zur Beherrschung zunehmender Leistung. Also Lösungen zu Problemen, die man vorher nicht hatte. :)

  • Am Ende des Tages ist es eben auch eine Kostenfrage.


    Wer wie durch ein Wunder eine NSU LUX aus der SCheune zieht, nehmen wir mal an ohne Rost, nur der Vergaser zu, braucht jemand der ihm den Vergaser sauber macht und jemand der die porösen Schläuche wechselt.


    Überschaubare Kosten


    WEnn jemand 2060 eine 60 Jahre alte Maschine aus dem Jahr 2000 aus der Scheune zieht

    und dann eben 30 Baustellen elektronischer und technischer Natur sind, ist das eben ein Groschengrab ohne Ende.


    Vor allem in einem Land wie Deutschland wo man eben nicht sagen kann "bei dem oldtimer geht ABS, Fernlicht, etc nicht" ist mir aber egal.

  • Ich habe in meiner Garage auch einen Youngtimer, der in zwei Jahren altershalber zum Oldtimer wird.



    Der wird von unbedarften Betrachtern öfters mal als "neu" empfunden, bis sie sein Alter erfahren - dann gibts grosse Augen.


    Die ZZR wird mich in der nächsten Zeit einen grösseren Betrag kosten, da halt nach 28 Jahren ein paar Teile verschlissen sind, die neu gemacht werden müssen: originale Kupplungsleitung aus Gummi, eine Gummi-Bremsleitung im Boot und die Abgasanlage (also Krümmer, Sammler, ESD - das wird insofern teuer, da die nur aus zwei Teilen besteht: Krümmer, Sammler und linker ESD ist ein einziges Teil und der rechte ESD ist das zweite Teil). Auch das Fahrwerk sollte wieder mal gemacht werden, zumindest revidiert wäre nicht schlecht. :wacko:

    Hinzu kommt dann noch die Arbeit, wer entsprechend ausgerüstet ist (Werkzeug, Platz, Hilfe bzgl. Know-how) kommt sicher günstiger weg, als jemand (wie ich) der diese Möglichkeit nicht hat.


    Ja, es lohnt sich - denn etwas Neueres/Jüngeres in der Leistungsklasse kostet noch einiges mehr.

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Würde sich für einen Schweizer das sich nicht fast lohnen, das im Ausland machen zu lassen?


    Bei euch ist doch alles teuerer.

  • Jeder wie er mag, wer Spass an Youngtimern hat und auch etwas in die Instandsetzung stecken kann/möchte, das ganze also eher als Hobbyschrauber betreibt . . warum nicht.


    Ich bin da eher der pragmatische User, habe das Motorrad in erster Linie zum Fahren. Solange ich für mein Budget (max 8000€) was mir gefälliges bekomme, das für die nächsten 6-8 Jahre ohne viele Investitionen funktioniert . . werde ich erst gar nicht nach einem Youngtimer suchen. Selbst für den Fall, das ich einfach mal eine andere Art von Motorrad fahren möchte, verkaufe ich die aktuelle Kiste und schaue mich nach einer anderen um. Der Gebrauchtmarkt ist voll mit modernen Maschinen jedweder Art, da findet jeder was passendes.


    Moderne Motorräder müssen nicht unzuverlässiger sein als Youngtimer, andersherum aber auch nicht. Wer an seiner Maschine auch nach Jahrzehnten noch festhält . . bitte sehr, für mich ist das nichts.


    @ Gnome: du bist da raus, so ein Gespann ist nicht "normal" ;)

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Würde sich das für einen Schweizer nicht fast lohnen, das im Ausland machen zu lassen?


    Bei euch ist doch alles teurer.

    Das hatte ich noch nicht auf dem Schirm, wahrscheinlich wegen allfälligen Umtrieben wie An-/Abreise, Zoll, etc.


    Die nächste Werkstätte, die das notwendige Know-how hätte, ist Mobec in der Nähe von Stuttgart. Die habe ich dieses Jahr schon mal wegen einem Ersatzteil besucht. Kann ja mal fragen...

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Meine Motorräder sind alle alt. Zwar zahle ich dafür wenig Versicherung und wenig Steuer, allerdings ist die Ersatzteilsuche zeitaufwendig bis das passende, gute Gebrauchtteil gefunden ist und die Preise liegen teilweise auf dem Niveau des Neuteils von damals.


    Wenn alte Motorräder nicht regelmäßig nachgeschaut, gewartet und repariert werden, dann sind sie nicht voll einsatzbereit. Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, Oldtimer zu fahren ist, alles im allem gesehen, nicht wesentlich billiger als ein aktuelles Motorrad (abgesehen vom Kaufpreis) zu fahren.


    Meine Gründe Oldies zu fahren, haben nichts mit Wertsteigerung und wenig mit dem günstigen Unterhalt zu tun. Nein, das ist etwas ganz anderes


    Mit der XS 400, Bj. 1978, mein erstes, eigenes Motorrad, verbinde ich viele schöne Erinnerungen, erste Reisen und selbstständig werden. Viele Winter hat sie mich zuverlässig befördert als ich noch kein Auto hatte und später, wenn das Auto bei kalten Wetter gezickt hat. Sie ist kein besonderes Sammlermodell, eher ein mit Patina alt gewordenes Alltagsfahrzeug.



    Meine CBX hat eine Formgebung, die mir gut gefällt, besonders der Tank. Sie hat eine interessante Motortechnik (selbstregelnde Hydro-Stößel), die damals ihrer Zeit voraus war und einen Kardanantrieb, den ich sehr schätze.


    :moped: ....Nimm die Menschen, wie sie sind - es gibt keine anderen.

  • Also ich kaufe mir kein Moped um am Edersee aufzufallen, aus dem Alter bin ich raus. Ich kaufe ein Motorrad, mit dem ich gerne fahre. Als ich mich nach einer neuen umgesehen habe, bin ich nach Dortmund zur Motorradmesse und dort die möglichen Kandidaten angesehen und begutachtet. Die Ducati war eigentlich raus aus dem Rennen, weil ich kein gelbes oder orangenes Motorrad wollte. Als sie dann als Icon Dark in Schwarz kam, habe ich den Kaufvertrag unterschrieben, ohne das Modell "in Echt" gesehen zu haben. Youngtimer finde ich auch cool, bin ich ein paar Jahre mal gefahren, aber auf ABS will ich heute auf keinen Fall mehr verzichten. Und auch bei den Bremsen und Fahrwerk hat sich schon in den letzten Jahrzehnten viel getan. Fahrt mal eine 30 Jahre alte GSXR und dann eine letzten Baujahres. Aber jeder so wie er will.


    Nochmal zurück zum Bikertreff. Als ich meine Scrambler gekauft habe, hat ein Kollege (Harley Fahrer) meiner Frau gemeint, die sei aber sehr klein und gar kein "richtiges" Motorrad. Ich habe dann geantwortet, dass ich einen großen Schw... habe und daher kein großes Motorrad für mein Ego brauche. Jetzt ignoriert er mich :grin:

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