Livebericht Portugal? Spanien?? Frankreich???

  • Also als jemand der auch mal 2 so reifen (auto) heimkriegen musste (verstellte spur, weswegen er sich vorne innen brutal abfuhr, was ich nur durch zufall bemerkte) .

    Langsam fahren. nicht mehr als 50, dann hält das noch ne weile.

    Bin damals 6 Stunden mit 50kmh gefahren, und in kurven auch mal 30, aber es hat funktioniert.


    Umso langsamer man fährt, umso weniger Abrieb, ganz krass sieht man das ja bei Anhängern an Traktoren, wo teils 20-30 Jahre alte Reifen, komplett hart und von rissen durchzogen drauf sind (alte Gummiwagen die weder Kennzeichen noch TÜV brauchen) und immer noch halten.

    So langsam fahren hätte nicht geklappt, will ich bis 19 Uhr bei Yamaha Madrid sein musste. Da war ein Schnitt von mehr als 70 nötig. bzw, "müssen", es hätte einiges verkompliziert.

  • Vermutlich bin ich zu Spät - mir fällt dabei ein, Plan zeit für den Flughafen Madrid ich war einmal in Madrid und das ding ist riesig dagegen ist Frankfurt ein Provinzflughafen. Die Strecken waren gigantisch ... die Zeitangaben zu seinem Gate hielt ich erst für einen Scherz.


    bzgl. Reifen ... Spanien kann ziemlich heftig Rauhen Teer haben, Spanien zählt bei mir zu Reifenmordend wie auch Sardinien.


    Manuel, Reifen in Spanien hab ich auch schon mal Spontan "entlang" der Strecke gewechselt ... ebenfalls kam das Gewebe raus und wir wussten das schaffen wir nicht mehr. Bei uns war aber die Fähre im Nacken (Ab Barcelona) die wir an dem Tag noch bekommen mussten. Hat zwar alles geklappt, aber seit dem Achte ich da auch besser drauf.

  • 1.5. Homecoming


    Das Hotel ist erstaunlich hellhörig. Um 5 Uhr fährt mein Airport Shuttle, um 7:10 hebt der Flieger, und in Deutschland nehme ich dann den erstbesten Zug nach Hause. Das Airport Shuttle ist im Hotelpreis mit drin, und der Flug kostet 38 Euro, inkl. 10 für eine verpflichtende Sitzplatzreservierung, wenn man online eincheckt. Das ist etwas unfair, aber immer noch sehr sehr wenig Geld - und völlig harmlos mit den versteckten Kosten von Abzockerportalen wie fluege.de oder seat24.de. Wenn man dort alle angepriesenen Optionen nimmt, legt man locker 300 Euro oben drauf. Für völlig wertlose Dinge, die eh gesetzlich vorgeschrieben sind, z.B. übliche Zahlungsmethoden, oder Dienste mit einem sehr fraglichen Nutzen, z.B. Premium-Hotline oder Gepäckversicherung.


    Die Nacht endet für mich um 4:15, es gibt die Katzenwäsche und zielstrebiges Einpacken. Das klappt so gut, dass ich noch Zeit für Frühstück habe: Ein Stück Baguette ist noch übrig, und der Schinken war über Nacht im Beutelkühlschrank außerhalb des Fensters. Ein Problem an Flugreisen ist für mich der Flüssigkeitshaushalt, also kippe ich mir vor dem Shuttle eine Halbliterflasche rein und zwischen Shuttle und Flughafen noch mal eine halbe Flasche, und zwar sogar Isozeug, das länger drin bleibt als reines Wasser.


    Der Security-Check verläuft unauffällig. Die Leute verhalten sich vernünftig und wissen offensichtlich auch, wie ein Security-Check abläuft. Dabei habe ich extra eine Animation rausgesucht, wie es normalerweise läuft. Die will ich euch jetzt nicht vorenthalten, nur weil die Realität besser war. Ich bitte also um angemessene Würdigung:


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    Ich bestehe den Check-In ohne Beanstandungen. Die Topcaseinnentasche ist ja schon recht groß und vor allem schwer, aber Helm und Werkzeug habe ich beim Motorrad gelassen. Ich habe zwei gleiche Helme, und die paar Inbusschlüssel und die Zange kann ich mir ruhig doppelt kaufen. Werkzeug im Handgepäck ist zwar nicht verboten und wird auch nirgends erwähnt, wird in Deutschland aber regelmäßig beanstandet. Ich bin sehr früh dran, die Geschäfte öffnen erst um 6. Das Gate ist 200 Meter vom Security Check entfernt. Mit frischem Wasser und nach einem bequemen Sitzgelegenheit geht's ans Anstellen beim Boarding.


    Geheimtipp vom Ex-Vielflieger: Boarding Gruppen interessieren niemanden mehr nach den ersten 10 Leuten. Am Ende der Prio-Schlange guckt keiner mehr so genau auf die Zettel. Mein PCR-Test wird genau geprüft, sonst nur Ausweis zu Ticket, und dann geht's in den Finger. Mein Vordermann schimpft auf die Kälte. Tja, ich bin darauf vorbereitet: Motorradstiefel Leder mit Goretex, Motorradhose (ohne Membran), Fleecepulli, Goretexjacke, Regenjacke drüber. Der Vordermann erkennt Motorradklamotten, und fragt warum. Ich habe hier ein Motorrad stehen, kann ich jetzt leicht versnobt sagen. Im Flieger sind die Mittelsitze leer, aber der Mann am Sitz vor mir hustet und niest, hört damit aber auch bald wieder auf. Es gibt kein Essen, also nehmen auch nicht alle gleichzeitig mitten im Flug ihre Masken ab. Das gefällt mir - auch wenn eigentlich alle max. 48h vor Abflug einen Covid-Test gemacht haben, bei 100 Leuten bleibt immer ein Restrisiko.


    Heute gibt's mal eine Routenübersicht:


    Nach 2:40 Stunden endet ein erfreulich ereignisloser Flug, und niemand springt sofort auf, zerrt sein Gepäck hervor und zieht dabei seinen Rucksack den noch Sitzenden 12x durchs Gesicht. Wow. Haben jetzt wegen Covid alle Reisenden Flugetikette gelernt, oder liegt's vielleicht an der Abwesenheit deutscher Rentnerehepaare?


    So oder so, willkommen am Flughafen Frankfurt. Als ehemaliger Vielflieger mag ich den nicht so, der ist einfach zu groß. Der Bus fährt ewig. Dann laufe ich ewig. Toiletten bei der Ankunft? Wozu das denn? Ich brauche 45 Minuten aus dem Flieger bis an den Bahnsteig, und man kann weiterhin ohne Test oder Kontrolle der Dokumente einfach so rausspazieren, obwohl man seine Einreise extra anmelden muss. Der Weg zum Bahnhof ist schlecht ausgeschildert und ich schleppe mir natürlich einen ziemlich Wolf an meiner Topcaseinnentasche mit Wäsche für 3 Wochen und diverser Elektronik. Für den Zug hatte ich mir noch auf dem Rollfeld ein Ticket gekauft, 27 Euro für 2. Klasse mit Bahncard ohne Zugbindung - voll in Ordnung. Es kommt alle 30 Minuten ein ICE, der bis Nürnberg durchfährt. Die ICEs sind so gut, dass ich nach Frankfurt, Berlin, München, Stuttgart fliegen kann, die Fahrzeit ist okay. Jetzt habe ich Zeit, mir zwei Brezen zu kaufen, denn der Hunger kommt.


    Der ICE schafft es dann ohne Panne vom Flughafen Frankfurt bis Frankfurt Hbf, und dort endet diese Glückssträhne - wir sammeln 13 Minuten Verspätung ein. Das war jetzt eher unfair, insgesamt klappt auf innerdeutschen Fernstrecken ICE fahren besser als Autofahren (Ära vor Covid). Alles andere funktioniert, sogar das WLAN im Bahnhof.


    In Nürnberg noch in S-Bahn umsteigen und 10 Minuten später den kurzen Fußweg nach Hause - Urlaub completed! Sie haben Ihr Ziel erreicht.


    Zielerreichung:

    10h FFP2-Maske tragen mit 3000 Meter Gepäckschleppen

    Platz 6 Passknacker Gesamtrangliste

    1 super Urlaub



    Fazit!

    Wat'n geiler Scheiß. Wenn man denkt, es geht nicht, einfach machen. Dieser Urlaub hat mir echt den Corona-Blues vertrieben. Klüger wäre es gewesen, damit bis nach der Impfung zu warten. April ist auch noch nicht die ideale Reisezeit für Nordspanien, aber Portugal ging nicht. Natürlich fährt man abgelegene Strecken besser nicht alleine. Vielleicht gibt es doch Tempolimits in Spanien. Ich habe bestimmt nicht alles richtig gemacht, und vielleicht kriege ich in nächster Zeit auch noch unerfreuliche Post - aber ich hatte einen super Urlaub und stehe dem gelassen gegenüber.


    Regionen in Spanien und mein kurzer Eindruck:

    Aragon: Hochland mit geringer Bevölkerungsdichte. In den hohen Pyrenäen war ich schon vorher, wunderschöne Region.

    Andalusien: Küsten, Hügel, Gebirge, Hochgebirge. Städte, Dörfer, Landwirtschaft, Ödland. Hier gibt es echt alles. Das Motorradfahrerparadies. Ich war ich das dritte Mal.

    Kastilien und Leon: Hier war ich das erste Mal, und ich war schwer beeindruckt. Hochland, Gebirge, Ödland, Nutzland, Picos de Europa - wow wow wow.

    Madrid: Am Nordrand der Region erstaunlich hohe und einsame Pässe. Im Vergleich nicht spektakulär, aber ein guter Zeitvertreib.

    Asturien, Kantabrien, Baskenland, La Rioja: diese Regionen habe ich nur gestreift, und bin nur im Hinterland einsame Pässe gefahren. Das hat gut funktioniert, ich habe mich nicht gelangweilt, aber wegen teilweise schlechtem Wetter traue ich mir keine Aussage zu.

    Kastilien-La Mancha, Galicien, Katalonien, Valencia, Navarra, Extremadura: Zu wenig gesehen für sinnvolle Aussage.


    Ich möchte bei euch Lesern bedanken, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet habt. Eure Reaktionen und Kommentare haben mich gut unterhalten und auch motiviert. Diese Reise wird eine Fortsetzung haben, dann geht's zwei Wochen im Juni von Madrid durch die Pyrenäen und dann quer durch Frankreich nach hause; letzteres mit etwas Glück schon auf einem schicken Weg. Dieser Reisebericht wird in nächsten Wochen nachträglich überarbeitet und dann z.B. um Routen ergänzt.


    Abschließend möchte ich nochmals darauf hinweisen, dass Reisende potentielle Superspreader sind. Wir können Corona besiegen und das Leben auch bis dahin genießen, wenn wir uns an Regeln halten. Schützt euch und vor allem auch andere maximal mit Maske, Abstand, Hygiene - und lüften (Hotelzimmer vor und nach Bezug). Geht vielleicht nicht jeden Tag ein anderes Hotel. Ein Risiko von 1% wird bei 20facher Wiederholung zu einem Risiko von 18%, und bei 50facher Wiederholung zu 40%.


    Möglichst nichts anfassen was nicht euch gehört. Ich gehe auch nur im Notfall ins Restaurant, obwohl die Innen- und Außenbereiche offen sind, und ich gehe auch nicht jeden Tag in den Supermarkt. Ich mache mehr als verlangt wird, und ich mache mehr als Einheimische - außer eben im Landkreis bleiben. Es ist nicht nur mein Risiko - gerade angesichts coronafreier Landkreise in Spanien! Da kann man richtig großen Schaden anrichten. Zurück daheim sind im Moment 10 Tage Quarantäne und ein Test am Ende vorgeschrieben.


    Für euch im Auslandseinsatz: Blahwas, 41, rastloser Ratgeber, umtriebiger Getriebener, passabler Passknacker, promovierter Provokateur, mache meine eigenen Stunts und schreibe darüber.


    Zielerreichung:

    22 Tage Reisebericht

    3 Foren beglückt

    Gutschein über 1 Selfie

  • Formidabler Bericht! Mal gespannt, wann ich es mal nach Spanien zum motorradieren schaffe. Die Regionalempfehlungen notiere ich mir mal. :)


    Auf den Thrill mit dem auflösenden Reifen hätte ich auch gern verzichten können...


    Gruß,

    Thomas

  • Ich fand Deine Berichte echt klasse und habe sie begeistert gelesen :)

    Zumal, wie Du selbst schreibst, allein zu reisen echt herausfordernd ist; in jeder Hinsicht.


    Hoffe, Du bist wieder gut in Deiner Heimat angekommen und hast eine beheizte, gelüftete und angenehme Unterkunft gefunden ;)

    Grüße vom Mars

  • Schön, dass alles so gut geklappt hat, inkl Reifenwechsel on-the-fly und Yamaha-Service-Einlagerung :)


    Willkommen zuhause. :thumbup:

    *Lille*

  • Ich wurde nach meiner Ernährung gefragt, das beantworte ich mal öffentlich.


    Ich esse daheim 3x am Tag, mittags warm/Fleisch, dazwischen Kekse. Daheim esse ich mehr aus Langeweile, ich mache körperlich sehr wenig. Zum Glück bleibt an mir wenig hängen dank hohem Grundumsatz. 80 kg bei 190 cm.


    Auf Tour ist das ganz anders. Da kommt mein Körper nicht zur Ruhe. Morgens esse ich meistens nichts und bei irgendeiner Pause Mal in Ruhe süße Snacks. 1x am Tag Tabletten mit Vitaminen und Spurenelementen. Und bei Bedarf (Kälte) schokoladige Snacks, Corny oder Twix. Abends esse ich mehr, bzw. strukturiert, das heißt z.B. 100 Gramm Wurst oder Schinken und ein Brötchen. Ich habe keinen Hunger dabei und es rechnet sich, von Nährwert her.


    In diesen 3 Wochen habe ich 3 kg abgenommen und das finde ich gut. Weniger Wabbel geht immer.

  • Wirklich toller, unterhaltsamer Bericht. Von Dir lese ich immer wieder gern! Es war, wie immer, ein wahres Vergnügen - vielen Dank dafür!

    Und der Nächste, der seine Waffe wegwirft, ohne eine Zweite dabei zu haben, bezahlt einen Sack Goldmünzen. Das ist eine Unsitte! (Boindil Zweiklinge)

  • Lese ich das richtig, dass also zb lokale Spezialitäten etc ausprobieren und gute Restaurants, nicht so dein ist? also jetzt mal abseits von Corona.


    1,90m hat schon seine Vorteile, das glaube ich dir bzgl Stoffwechsel.

  • Lese ich das richtig, dass also zb lokale Spezialitäten etc ausprobieren und gute Restaurants, nicht so dein ist? also jetzt mal abseits von Corona.

    Das würde ich auch schon mal machen, aber bei einer Rundreise nicht meinen Tag drum herum planen. Und mit Schafs- und Ziegenzeugs kann ich wenig anfangen. Eine gute Tradition ist bei mir z.B. der Restaurantbesuch am letzten Tag vom Camping-Urlaub.

  • Das würde ich auch schon mal machen, aber bei einer Rundreise nicht meinen Tag drum herum planen. Und mit Schafs- und Ziegenzeugs kann ich wenig anfangen. Eine gute Tradition ist bei mir z.B. der Restaurantbesuch am letzten Tag vom Camping-Urlaub.

    Ah ok, ich bin zb jemand, ich plane meine ganzen Touren rund um Orte die ich besuchen will, und dazwischen halbwegs schöne STrecken, aber im Zweifelsfalle sind mir die orte wichtiger als die Strecke.


    Und mittags schaue ich eben, dass ich irgendwo schön essen kann, oder abends.

  • Hut ab und Respekt vor dieser herausfordernden Reise. Neben all den vielen schönen Erlebnissen hattest du ja manche Herausforderung zu bewältigen.


    Ich bin ja auch viel alleine unterwegs - aber so einen Ritt hatte ich noch nie ;) .


    Vielen Dank, dass du uns alle so unterhaltsam und gleichzeitig sehr informativ mitgenommen hast. Ich weiß, dass es durchaus Arbeit ist, jeden Abend einen Tagesbericht mit Text und Bildern zu verfassen. Das hast du toll gemacht. Ich habe jeden Tag genossen.


    Dann wünsche ich dir mal eine gute Rück-Eingewöhnung, viel Freude auf die Fortsetzung und gutes Schaffen bis dahin.

  • Danke für den Live-Bericht. Ich merke, ich muss mir auch mal ein Motorrad in eine schöne Region nahe eines Flughafens stellen :grin:

    Suzuki V-Strom 1000 (2018 - ?)
    Suzuki Bandit 1250 SA (2015 - 2018)
    Yamaha XJ 600 S Diversion (2013 - 2015)

  • Ich fürchte, nur wenn man kostenlos parken kann, kann das preislich attraktiv gegenüber Mieten sein. Flugkosten, Benzin und Maut hat man so oder so. Ansonsten ist es Wertverlust, Wartung, Reifen gegen Miete - und der Zeitaufwand, das alles remote zu machen, also womöglich während Urlaubstagen.


    Tracer 700 mieten in Malaga ab 70 Euro am Tag (8+ Tage): Das sind bei 450 km am Tag 17 ct pro Kilometer. Das schafft man als Besitzer kaum.

    https://www.motomercadorent.net/tracer700


    Oder 'ne Tiger 900 für 75 Euro am Tag - ab 7 Tage unbegrenzt Kilometer - 16,6 ct/km bei 450 km/Tag

    https://billygoatgarage.com/en…umph-tiger-900-rally-pro/


    Meine 1. Versys hat mich z.B. 16 ct pro km gekostet (plus Benzin und Maut). Da wäre mieten echt bequemer gewesen, aber halt weniger individualisiert (hohe Sitzbank usw.)

  • Mach mich jetzt nicht schwach... Ich hab ab nächster Woche mehr Freizeit, weil ich dann endlich mal mein berufsbegleitendes Studium soweit rum habe und den Flughafen quasi in Fahrrad-Reichweite :/

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