Einspruch einlegen, Erfahrungen?

  • Hallo alle zusammen,


    Ich habe mal eine "rechtliche" Frage. Auch wenn es jetzt komisch klingt :sostupid:

    Ein Kumpel von mir (ja ein Kumpel, ich spreche nicht von mir in der dritten Person) hat vor kurzem ein etwas krasseres Bußgeld bekommen und möchte jetzt Einspruch einlegen. Ich hab angeboten mich für ihn schlau zu machen weil er so schon genug Stress um die Ohren hat. Hab mal gehört das es extra solche Seiten dafür gibt wo man das vorher irgendwie ausrechnen lassen kann wie hoch seine Chancen sind und dann auch einen Anwalt darüber buchen kann? Ich bin bei sowas aber immer ehr skeptisch.. hab jetzt mal nach "Erfahrungsberichten" gegoogelt und weiß nicht ob ich solchen Berichten SOS Verkehrsrecht Erfahrungen: Bewertungen der Mandanten (sos-verkehrsrecht-erfahrungen.de) ganz trauen kann. Was denkt ihr? Frage mich immer ob das ehr Marketing ist als wirkliche echte Berichte und Meinungen, wobei die Seite schon seriös aussieht. Wollte euch deswegen fragen ob ihr mir eure Erfahrungen mit Einsprüchen mal schildern könntet wenn ihr welche habt, wo ihr einen Einspruch einlegen würdet, worüber ihr es letztendlich gemacht habt und worauf man vielleicht achten sollte. Dann tappe ich nicht mehr so im dunkeln ^^


    Ich bedanke mich schon mal im Namen von uns beiden im Voraus :)

  • Was heißt "etwas krasseres Bußgeld"?
    Ich bin ja schon auch immer dafür, das man, wenn man schuldig ist, auch dazu stehen sollte. Andererseits weiß ich auch nicht, ob ich dann wirklich so "gerade" wäre, wenn es mich mit einem richtig krassen Bußgeld erwischen würde. Bisher hab ich jedenfalls immer alles brav bezahlt, war auch noch nie unschuldig.

  • Ich hab vor zwei Jahren mal Widerspruch eingelegt über diese Seite:


    Geblitzt? Bußgeldbescheid oder Anhörung erhalten?


    Hat hat gut geklappt und sie waren auch sehr bemüht. Hätte klappen können ^^ Hat's aber leider letztendlich nicht, ich musste das Bußgeld zahlen, bekam einen Punkt und war für 1 Jahr angezählt (lieb sein!)


    Aber der Service ansich war ok. ;)

    *Lille*

  • Wenn man eine Rechtsschutzversicherung hat muss man ein bisschen aufpassen. Ich habe auch mal den Dienst von geblitzt.de in Anspruch genommen, da wird man irgendwann gefragt ob man eine Rechtsschutz hat. Wenn man dann die Versicherung angibt, dann rechnet geblitzt.de alles über die Versicherung ab. Und Rechtsschutzversicherungen kicken gerne mal Versicherungsnehmer raus, die so dreist sind und die Versicherung in Anspruch nehmen ;) Wäre dann für so eine Kleinigkeit ärgerlich.


    M'kay.

  • :) Hallo Nikkoli ,

    bedenke ! Der Anwalt gewinnt immer, unabhängig vom Prozeßausgang. Diese scheinbare Hilfsbereitschaft von Anwälten ist ein Geschäftsmodell.

    Zwei Fälle:

    - Stop-and-go-Verkehr in Berlin. Zwei Autos vor mir kommt der Pulk bei Ampelrot zum Stehen. Bei Grün geht es endlich weiter. Ich quere die Ampel bei Satt-Grün. Die Fahrzeugkolonne kommt wieder zum Stehen - ich auch weit hinter der Ampel. Nach einer Weile war Weiterfahrt möglich. Ich fahre an und werde geblitzt. Ich räumte doch nur den Kreuzungsbereich. Die Befragung einer befreundeten Polizistin (hoher Dienstgrad) ergab eine eindeutige Beweislast. Von einer nachträglichen Beschaffung eines Zeugen riet sie dringend ab. Sie hatte nicht nur moralische Bedenken und überzeugte mich. Ich zahlte unschuldig.

    _________________________________________

    Meine über 90-jährige Mutter war abends in ihrer Wohnung gestürzt und kam nicht mehr auf die Beine. Gegen Mittag des nächsten Tages erreichte sie ihr Telefon und somit auch mich. Ich parkte mein Auto vor ihrem Haus legal. Diese Fahrspur wurde erst ab 14 Uhr zu einer BUS-Spur. Ich rief den Rettungsdienst. Meine Mutter wurde mit Blaulicht in's Krankenhaus gebracht. Ich hielt mich noch ca. 10 Minuten in der Wohnung auf. Ich wollte ihr in's Krankenhaus folgen. Unten stand mein Auto nicht mehr. Es war abgeschleppt (umgesetzt). Die Parkspur war seit einer halben Stunde eine BUS-Spur. Die Beratung beim Anwalt kostete mir zum Bußgeld und Umsetzgebühr nochmals 50 €. Der Anwalt riet vom Widerspruch ab. Er kannte Parallelfälle.

    _____________________________________________

    Es gibt eine Novelle von H.v.Kleist "Michael Kohlhaas". Es gibt auch dazu ein Theaterstück.

    Es geht darum: "Darf eine Bürger sein Recht selbst erstreiten, wenn er es von der Obrigkeit nicht erhält ?"

    Bärbel Bohley 1991: "Wir wollten mehr Recht und bekamen den Rechtsstaat."

    Allerdings: Wer Mist baut, sollte den Kopf schuldbewußt nach unten senken und für seinen Mist gerade stehen.


    Reinhard

    PS. "Gerade stehen mit gesenktem Kopf" - ein schräges Bild. :)

    Edited once, last by reigla ().

  • Es ist ja alles immer ein Einzelfall. Ich fürchte, in den meisten Fällen ist die Messung der Polizei auch relativ wasserdicht, egal was so behauptet wird. Nur weil jemand anderes erfolgreich Einspruch erhoben hat, heißt das nicht, dass es bei einem selbst auch klappt. Man mindestens muss betrachten:

    1) Messstandort

    2) Messgerät

    3) ggf. Zeugen

    4) Fotoqualität etc.


    Wie da die Erfolgsaussichten sind, kann man in keiner Weise pauschal sagen.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

    Edited 2 times, last by Coyote ().

    • Official Post

    Andererseits werden XV3-Geräte der Firma Leivtec von vielen Behörden nach wie vor genutzt, obwohl der Hersteller selber vor dem Einsatz wegen Falschmessungen warnt. In einem solchen Fall gewinnt man den Einspruch sicher.

    Wenn man sich sicher ist, nicht zu schnell gewesen zu sein, würde ich dagegen angehen. Wenn nicht, wird es ein Glücksspiel, ob man zufällig mit einem solchen Gerät gemessen wurde.


    https://www.wbs-law.de/verkehr…ahrer-jetzt-wissen-54051/


    Ich würde das ganze Foto (nicht den Ausschnitt) einsehen. Das steht das Gerät mit drauf.

    VG
    Michael

  • Normalerweise steht das verwendete Gerät schon beim Bußgeldbescheid mit dabei.

    Kann natürlich sein, dass sie es bei dem Ding dann gezielt weglassen ^^


    M'kay.

  • "Gerade stehen", nur weil eine Behörde meint, einen Bußgeldbescheid ausstellen zu müssen? Nö, ich nicht. Irgendwie herrscht die Meinung vor, dass wir in einem Rechtsstaat leben. Es ist ein verbrieftes Recht, dass man diese Bescheide überprüfen lassen darf. Ich würde meine Interessen von jemandem, der das studiert hat vertreten lassen...


    Aber ein Tip: bin vor ein paar Monaten mit dem Auto geblitzt worden. Das Foto, das auf dem ersten Schreiben abgedruckt war, war sehr schlecht. Auch wenn es besser gewesen wäre, habe ich pflichtschuldig meine persönlichen Angaben kontrolliert, für richtig befunden und das Schreiben ignoriert. Das ist nun etwa 6 Monate her, also verjährt.

    Ich glaube, die Ämter hatten/ haben viel damit zu tun, die Maskenpflicht zu kontrolliere... Corona hat auch sein Gutes 8)

    Rezept für ein glückliches Leben: Halte dich von den Idioten fern !!!


    Wer muss, kann, wenn er will

  • Aber ein Tip: bin vor ein paar Monaten mit dem Auto geblitzt worden. Das Foto, das auf dem ersten Schreiben abgedruckt war, war sehr schlecht. Auch wenn es besser gewesen wäre, habe ich pflichtschuldig meine persönlichen Angaben kontrolliert, für richtig befunden und das Schreiben ignoriert. Das ist nun etwa 6 Monate her, also verjährt.

    Ich glaube, die Ämter hatten/ haben viel damit zu tun, die Maskenpflicht zu kontrolliere... Corona hat auch sein Gutes 8)

    ich dachte dann muss man wiederspruch einlegen sonst gibts noch mehr strafen?

  • Aber ein Tip: bin vor ein paar Monaten mit dem Auto geblitzt worden. Das Foto, das auf dem ersten Schreiben abgedruckt war, war sehr schlecht. Auch wenn es besser gewesen wäre, habe ich pflichtschuldig meine persönlichen Angaben kontrolliert, für richtig befunden und das Schreiben ignoriert. Das ist nun etwa 6 Monate her, also verjährt.

    Ich glaube, die Ämter hatten/ haben viel damit zu tun, die Maskenpflicht zu kontrolliere... Corona hat auch sein Gutes 8)

    Warst Du denn zu schnell?

  • Themenersteller war zum letzten Mal am 06.05.2021 online. Warum riecht das für mich so nach Werbung?

  • Och nöö. Nikkoli hat ja auch in diversen andern Threads mitgeschrieben.


    Manchmal gibt es ja auch ein Leben außerhalb des Forums, was einen in Beschlag nimmt. MAn weiß nicht, was ihn aktuell also abhält.

    *Lille*

  • Zum Thread - ich lege erst Einspruch ein, wenn es "um etwas geht". Also Punkt oder Fahrverbot.


    Solange es nur eine Buße ist, wird gezahlt und gut ist.

    *Lille*

  • Sehe ich auch so. Aus Kleinkram nur keinen Kleinkrieg machen. Sind schließlich meine Zeit und Nerven.

    Das sehe ich nicht so.


    Ich hatte letzten Sommer im München eine Gerichtsverhandlung wegen 37 Km/h zu schnell auf der Autobahn. Also B vergehen.


    Ein zweites B Vergehen war nicht vorhanden. Aufgrund mehrere kleinerer vergehen sollte ich trotzdem 4 Wochen laufen. Sachbearbeiter hat mich als Raser eingestuft, weil ich mehrere kleinere Geschwindigkeitsüberschreitungen vorhanden waren. Bei 50t bis 70t Km im Jahr ist man ab und an dabei.


    Jetzt geht alles zum Rechtanwalt.

  • Ich bin ja ansich liep :angel: und werde vielleicht alle 2-4 Jahre mal mit 15€ beglückt.


    Das fällt noch nicht unter notorischen Raser

    *Lille*

  • Ich lege auch dann Widerspruch ein, wenn die Strafe ungerechtfertigt ist. Nicht nur wenn sie erheblich ausfällt. Z. B. als mir eine Politesse ein Parkknöllchen verpasst hst zwischen Parken, Anwohnerausweis holen und dsmit zum Auto zurückzukehren, was definitiv keine drei Minuten gedauert hat.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

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