Medusa-Lärm"radar"

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    Wieso sollte man einen Wert ansetzen, den niemand erfüllen kann?

    Naja, Stichwort 80 dB in allen Fahrzuständen. Und wenn Du damit argumentierst, dass Lärm gesundheitsschädlich ist, musst Du die Grenzen daran ausrichten.


    Gruß,

    Thomas

  • BDR529


    OK. Dann sag mir doch einfach mal so spaßeshalber bei welcher Drehzahl du fahren kannst und in welchem Gang um mit deinem Motorrad 75 dB(A) nicht zu überschreiten bei Geschwindigkeit A, weil das Stadt X so als Lärmgrenze festgelegt hat und in Stadt Y darfst du dann nur noch mit 68 dB(A) fahren bei v=B. Wobei du in XYZ dann wieder 72 dB(A) bei v=C haben kannst, denn schließlich kann diese Werte ja jede Gemeinde selbst festlegen (zumindestens zur Zeit noch).



    Und deine Beispiele:

    - Rennstrecke interessiert mich nicht und wenn sie es täte, würde ich mich vorher schlau machen


    - mit dem Fahrrad in der 30er Zone 50 fahren ist dann wirklich sportlich und jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch, würde das nicht machen



    - So schnell lässt sich ein serienmäßiges und sichtbar nicht umgebautes Motorrad nicht still legen. Bei einer Vorort Überprüfung der Lautstärke müssen z.B. auch Tollerranzen eingeräumt werden. Ich weise hier nur mal auf die Richtlinie für Nahfeldmessung bei einer Polizeikontrolle nach EG Richtlinie 70 / 157 EWG

    hin. (einfach mal obiges bei Google eingeben)


    So lange ich mit einem Motorrad in Originalzustand und technisch i.O. unterwegs bin, mache ich mir da keine Sorgen. Ich würde einfach die Messanordnung der Polizei umfangreich dokumentieren (fotografieren), so dass ich im Zweifelsfall immer etwas in der Hand habe, falls mir ein "besonders guter Motorradfreund" was am Zeug flicken will.


    - Discothekenbesitzer machen tatsächhlich, man sollte es kaum glauben, Schallpegelmessungen bzw. müssen diese machen, damit sie überhaupt die Genehmigung dafür erhalten. Und wenn sie sich dann nicht an die Vorgaben halten, ist das ihr Problem. Sie wissen schließlich, wie sie die Grenzwerte einhalten können.



    Also zurück zum eigentlichen Anliegen. Wie willst du persönlich sicher sein, dass du die vorgegeben Werte einhälst, obwohl bei dir im Fahrzeugschein schon ein höheres Fahrgeräusch bei Drehzahl X angegeben ist, als du eigentlich haben darfst?


    Mein Motorrad ist, wenn ich mich nicht irre, bei 3700 U/min und 50 km/h mit einem Fahrgeräusch von 76 dB(a) angegeben. Also mit welcher Drehzahl, darf ich jetzt fahren, damit ich hypothetische 70 dB(A) einhalte? Muß ich jetzt die Drehzahl dazu auch über eine logarythmische Funktion berechnen oder kann ich da von linearen Werten ausgehen? Schließlich ist die Lautstärke ein logarythmischer Wert. Oh man, werde ich dann also in Zukunft bestraft, weil ich mich beim Kopfrechnen im Straßenverkehr verrechnet habe? =O:sostupid:8o

    Grüße Falk


    Schräglage ist nicht alles, aber Alles hat ein Ende.

  • BKatV, Anlage, Punkt 117: "Bei Benutzung eines Fahrzeugs unnötigen Lärm oder vermeidbare Abgasbelästigungen verursacht" - 80 Euro. Egal wie der dB-Wert gemessen oder begrenzt wird: wer nicht frühzeitig hochschaltet, erzeugt trotz legaler Anlage illegalen Lärm.


    Wenn ich problemlos einen 70 dB(A)-Fahrzustand erreichen könnte, aber 80 dB(A) erzeuge, sind die Fragen, ob die 80 dB(A) jetzt zugelassen sind oder nicht oder woran man erkennen kann, ob der Schalldämpfer richtig dämpft, völlig hinfällig. Auch Messabstände und Messrichtung sind egal. So einen Sachverhalt könnte man von einer AI voranalysieren lassen (Geschwindigkeit der Verringerung des Geräuschpegels, Frequenz/Motordrehzahl etc.), umd die schlägt dann zu, um die Details kümmert sich die Bußgeldstelle.


    Ansonsten liefert der Artikel keinen nachvollziehbaren rechtlichen Hintergrund und ich kenne auch die französischen Gesetze nicht. Nur anhand des Artikels ist es aus meiner Sicht müßig, darüber zu reden und zu urteilen dass es geht oder nicht geht.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

    • Official Post

    - mit dem Fahrrad in der 30er Zone 50 fahren ist dann wirklich sportlich und jeder halbwegs vernunftbegabte Mensch, würee das nicht machen

    Ein vernunftbegabter Mensch fährt auch nicht in der Stadt mit hoher Drehzahl und ohne dB-Eater , um zu posen. Es passiert trotzdem. Und es ändert nichts daran, dass man es mit dem Lärm genau so regeln könnte wie Geschwindigkeitsüberschreitungen von Fahrradfahrern ohne Tacho.


    - Discothekenbesitzer machen tatsächhlich, man sollte es kaum glauben, Schallpegelmessungen bzw. müssen diese machen, damit sie überhaupt die Genehmigung dafür erhalten. Und wenn sie sich dann nicht an die Vorgaben halten, ist das ihr Problem. Sie wissen schließlich, wie sie die Grenzwerte einhalten können.

    Und warum soll das gleiche nicht für Motorrad- oder PKW-Fahrer gelten? Sie würden dann auch wissen, wie sie die Grenzwerte einhalten können.


    Dann sag mir doch einfach mal so spaßeshalber bei welcher Drehzahl du fahren kannst und in welchem Gang um mit deinem Motorrad 75 dB(A) nicht zu überschreiten bei Geschwindigkeit A, weil das Stadt X so als Lärmgrenze festgelegt hat und in Stadt Y darfst du dann nur noch mit 68 dB(A) fahren bei v=B. Wobei du in XYZ dann wieder 72 dB(A) bei v=C haben kannst, denn schließlich kann diese Werte ja jede Gemeinde selbst festlegen (zumindestens zur Zeit noch).

    Durch die Lautstärkenanzeigen. Hatte ich geschrieben. Man kann die Limits so definieren, dass normale serienmäßige Fahrzeuge sie bei normaler Fahrweise sie einhalten. Dann muss man sich nur Sorgen machen, wenn man eine Krawalltüte verbaut hat oder wie ein Idiot durch den Ort fährt.

  • ... und dann kommt der Silent Rider-Bürgermeister von Simmerath und stellt das Ding so ein, dass es für Motorräder über 40 dB Bußgeldbescheide ausstellt. Dann kann er Geschrei in Social Media veranstalten und eine Sperrung durchsetzen, bis die Fehlmessungen vielleicht 2 Jahre später auffliegen. Wie wird die Messung denn rechtssicher dokumentiert? Da müsste ja noch Video dazu.

    MO24 Team Reisen

    • Official Post

    Missbrauch geht immer. Und fehlerhaft kalibrierte Blitzer, die über viele Jahre Tickets verteilt haben (Beispiel Köln) gab's auch schon immer.

    Bei dem französischen System würde ich einfach annehmen, dass die ein Foto mit Messergebnis wie bei einem Geschwindigkeitsblitzer schießen.


    Wenn ein Scherzkeks allerdings einen Böller zündet, während ich durch die Messung fahre, wär's blöd... ^^

  • Genau das kann (wenn ich das richtig interpretiere) mit der 3D Messung und der virtuellen Einblendung der Schallquelle sogar vermieden werden. Durch die räumliche Zuordnung und die Mehrfachmessung über eine bestimmte Strecke, könnte sogar eine einzelne Fehlzündung rausgefiltert werden.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Ich finde das grundsätzlich einen guten Ansatz. Die letzten 20 Jahre sind Mopeds immer lauter geworden. Das wird unweigerlich zu Sperrungen führen, die ich nicht will.

    Da ist mir ein System, das die wirklichen Krachmacher erwischt deutlich lieber, als der Quatsch mit der Standgeräuschsmessung.


    Es ist ja nicht so, dass man Mopeds nicht leise bekommen könnte. Viele Hersteller behaupten, dass es ohne Klappenauspuff nicht ginge. Yamaha kann's wundersamerweise bei allen Modellen.

    Und selbst wenn es ein paar PS Leistung kosten sollte, würde das nur Mopeds treffen, die eh schon bei Leistungen jenseits von Gut und Böse sind.

    VG
    Michael

    Edited once, last by BDR529 ().

  • Naja, Stichwort 80 dB in allen Fahrzuständen. Und wenn Du damit argumentierst, dass Lärm gesundheitsschädlich ist, musst Du die Grenzen daran ausrichten.

    was mir so spontan in den Sinn kam, war analog zum Pit Limiter im Rennsport, quasi ein "Ortschaften Modus" der per Knopfdruck schaut, das alles passt von wegen Lautstärke.


    geht natürlich am besten bei einer Maschine mit Automatik ala Lille

  • Ich finde das grundsätzlich einen guten Ansatz. Die letzten 20 Jahre sind Mopeds immer lauter geworden.


    Das mag bei U.1 (Standgeräusch) zutreffen, bei U.3 (Fahrgeräusch) eher nicht.


    Ein Vergleich meiner noch vorhandenen Moppeds:


    Suzuki GSX 600 F => Bj 1998 => U.1 90 dB(A) => U.3 77 dB(A)

    Ducati Scrambler 1100 => Bj 2019 => U.1 92 dB(A) => U.3 77 dB(A)

    Kawasaki Z 900 RS => Bj 2021 => U.1 93 dB(A) => U.3 75 dB(A)

    Grüsse aus dem Westzipfel


    Harry aka schredder66

    • Official Post

    Dann hast du sehr leise Mopeds: Eine KTM 890 Adventure, Trident oder GS sind bei maximaler Beschleunigung mehr als dreimal so laut wie die eingetragenen Fahrgeräusche deiner Mopeds.

    Das ist eben der Unterschied zwischen Zulassungsvorschriften und Standardmessverfahren und dem tatsächlichen Lärm dem die Anwohner ausgesetzt sind. Und dass sind noch nicht mal die Extrembeispiele serienmäßiger Motorräder Da geht bei Supersportlern z.B. von Ducati, Honda und Aprilia noch einiges nach oben in den dreistelligen Bereich.



  • Ganz ehrlich, irgendwie kann ich verstehen, wenn irgendwann mal der große Holzhammer runterkommt vom Gesetzgeber und man auch nicht vor Bestandsschutz zurücksschreckt.

    Solange dann eben sowohl 2 als auch 4räder gleich behandelt werden.


    Wenn ich im Garten sitze und eben auch Kumpels teils schon höre, wenn sie 2 Orte weiter, aus dem Ort rausbeschleunigen (Tallage, 3km entfernt) und man dann auf den Kommentar "musste das sein" nur ein Grinsen mit "hört sich doch geil an" kriegt, verstehe ich sowohl Anwohner als auch Gesetzgeber wenn irgendwann die Geduld am Ende ist.

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    Dann hast du sehr leise Mopeds: Eine KTM 890 Adventure, Trident oder GS sind bei maximaler Beschleunigung mehr als dreimal so laut wie die eingetragenen Fahrgeräusche deiner Mopeds.

    Das ist eben der Unterschied zwischen Zulassungsvorschriften und Standardmessverfahren und dem tatsächlichen Lärm dem die Anwohner ausgesetzt sind. Und dass sind noch nicht mal die Extrembeispiele serienmäßiger Motorräder Da geht bei Supersportlern z.B. von Ducati, Honda und Aprilia noch einiges nach oben in den dreistelligen Bereich.

    Hinzu kommt auch noch, dass sich die Szenarien für die Fahrgeräuschmessung in den letzten Jahrzehnten auch mehrfach geändert haben. Man vergleicht hier also wirklich Äpfel mir Birnen. Mit realistischen Prüfszenarien hat das natürlich auch nicht mehr viel zu tun.


    Gruß,

    Thomas

  • Am Ende sollten sich alle Beteiligten bewusst sein, dass Verbrennungsmotoren in den verschiedensten Fahrzuständen einen gewissen Geräuschpegel entwickeln. Beim Motorrad kommt die offene Einbaulage von Motor und Auspuff noch erschwerend hinzu. Und wie man oben sieht, ist der elektrische Antrieb offensichtlich auch nicht zwangsweise leiser - aber lokal emissionsarm.


    Mir ist das Problem bewusst. Aber mir ist auch sehr klar, dass das größte Problem nicht die Technik ist, sondern der Mensch, der sie bedient. Und da gibt es nun mal Defizite.


    Aus meiner eigenen Erfahrung / Empfindung kann ich schreiben, dass auch der "rauschende" Verkehrslärm - bei dem nicht ein(e) Fahrzeug(gattung) explizit für den Lärm verantwortlich ist, sondern die Masse - ziemlich nerven kann. Denn es ist, in unterschiedlicher Ausprägung, immer präsent. Man glaubt kaum, wie laut Abrollgeräusche sein können.

    Grüsse aus dem Westzipfel


    Harry aka schredder66

  • Andere Länder, andere Wege 😲


    Zur Lärmreduzierung verhängt Jakarta Fahrverbote nach Gerade-Ungerade-Nummerschildern. Über 16 Millionen Motorräder sind davon betroffen.

    Indonesien für mehr Lärmschutz: Fahrverbot für 16 Millionen Motorräder
    Zur Lärmreduzierung verhängt Jakarta Fahrverbote nach Gerade-Ungerade-Nummerschildern. Über 16 Millionen Motorräder sind davon betroffen.
    www.motorradonline.de

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