Ich glaub, da steht 'nen Motorrad im Flur - Tenere 700

  • Ich glaub, da steht 'nen Motorrad im Flur:


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    Da hat sich eine Tenere 700 über den Winter eingenistet, um sich beschrauben zu lassen. Dazu hier demnächst mehr,


    Die soll dann die Sertao II unterstützen, damit die für die geplante Vladivostock-Tour 2023 noch ausreichend Restlebensdauer hat.


    War ein Vorführer mit 3619km auf der Uhr:

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    Ich freu mich jedenfalls schon auf den Frühling. Jetzt im Winter darf sie noch nicht raus, da erzeuge ich lieber noch Premiumrost an der Sertao II.

  • Schickes Moped, vor allem in der Farbgebung. Viel Spaß damit 👍

  • Sehr chick, ich erwarte eine Teilnahme.. als Tourguide?! :thumbup: .. auf meiner Roadbook Tour im Frühjahr 2022. :)

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert ! :dakar:

  • Ja klar - sag rechtzeitig Bescheid und ich bin dabei! Aber ich glaube, da muß ich das kleine nervöse Motorrad nehmen. Schleißlich steht das schon 2 Jahre unterfordert rum, weil es nicht nach Afrika kann.

  • Hast du jetzt dann schon vier Moppeds? Soll die Tänerä mittelfristig dann die BMW ablösen?


    Und ja, mir gefällt die Tenere schon. Würde ich mir 1 Enduro kaufen, dann wohl die. Aber ich mag auch Yamaha und den CP2.

  • Ja - sind jetzt 4. Die Tenere soll die BMW ablösen - wenn alles klappt, findet die 2023 in Vladivostok oder (wegen Zoll) in Ulaanbataar eine neue Heimat.

  • Da wo sie vermutlich eeh hingegangen wäre. Spart sie sich den doppelten Weg.


    Wie fährt es sich eigentlich mit einem Zylinder zuviel? :D

  • Kein Motorrad ist komplett ohne einige Farkles. Das gilt natürlich auch für die Tenere. Es ist an der Zeit, die hier in loser Folge vorzustellen.


    Es geht los mit einem Paar Bobbins. Was zur Hölle ist das? Na – eigentlich Spulenklörper. So sehen die aus:


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    Diese hier kommen von unseren chinesischen Freunden für 2,24 EUR das Paar frei Haus.

    Es sind aufwändig gedrehte Teile aus Aluminium, in rot und schwarz eloxiert und mit Tenere 700 Logo (das sicher eine Verletzung der Markenrechte von Yamaha ist – der anonyme Hersteller in China wird wohl keine Lizenz gekauft haben).

    Die rote Eloxierung paßt nicht ganz zum Rot der Kunstoffverkleidung – aber das war auch nicht zu erwarten. Dafür sind die Schrauben aus Edelstahl – was eher nicht zu erwarten war!

    Und wozu sind die Dinger nun gut? Dafür!


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    Das sind Aufnahmepunkte für den Montageständer, mit dem das Hinterrad angehoben und das Motorrad sicher in vertikaler Position gehalten werden kann. Die werden an der Hinterradschwinge befestigt und bleiben da dran. Daher stört der abweichende Rotton auch nicht – das wird da ‘eh ruckzuck dreckig.


    Und – wie ist die Qualität so?


    Viel besser als für den Preis zu erwarten gewesen wäre. An Materialauswahl, Funktionalität, Verarbeitung und Oberflächengüte gibt es nichts auszusetzen.

    Aber es wäre keine Chinaware, wenn es nicht doch einen Haken gäbe: Die mitgelieferten Schrauben sind zu lang. Die Schwinge wurde von Yamaha mit Sacklöchern für die Aufnahme von Bobbins ausgerüstet. Und wenn man da ich China einfach in den Sack mit den längeren Schrauben greift, dann läßt sich das nicht richtig montieren.

    Die mußte ich also absägen – und habe dabei festgestellt daß das Edelstahlschrauben sind, die in kürzester Zeit die Zähne meiner Handsäge ruiniert haben. Aber mit dem Trennschleifer gings dann…

  • Danke für die Begriffserklärung "Farkles" - das Wort kannte ich überhaupt nicht.


    Es passt allerdings ganz gut zu einem gewissen Modell aus dem Hause Kawasaki, das hier extensiv von einem Datenmediziner gefahren wird. :grin:

    Es geht immer weiter - und wenn es zurück ist. Nach dem Regen scheint die Sonne.

  • Weiter gehts: Meine Motorräder fahren alle ohne Fußrastengummis.


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    Denn wenn man ‘nen Zentimeter Lehm unter dem Stiefel kleben hat, ist das Gummi rutschig. Das gibt schicke blaue Flecken am Schienbein.

    Wenn man das Gummi abmacht, fällt der Lehm durch und die Zacken geben der Stifelsohle Halt. Das ist schnell erledigt:


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    Huch – das war nichts. Die Fußraste ist wohl aus Alu-Guß und nicht offen gestaltet. Da fällt jedenfalls nix durch. Das ist vermutlich dem günstigen Preis der Tenere 700 geschuldet…


    Also müssen andere Fußrasten her. Es sind dann die von Touratech geworden:


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    Die sind zwar teuer (134,85 EUR frei Haus), aber immer noch billiger als die PivotPegs die der Vorbesitzer meinem kleinen nervösen Motorrad spendiert hat – und bei den ich den Vorteil der Drehbarkeit immer noch nicht erkannt habe. Bei diesen ist eine ABE dabei, die ggf. mal einen TÜV-Prüfer erfreut.

    Die Montage wäre eigentlich keine große Sache: Aber ein Adapetrröllchen war nicht gratfrei gearbeitet und mußte nachbearbeitet werden. Insgesamt sitzt das alles sehr stramm – etwas Luft würde die Montage deutlich vereinfachen. Für den Preis hätte ich mir eine bessere Paßgenauigkeit gewünscht, die Verarbeitungsqualität ist aber ansonsten einwandfrei. Schweißen können die in Niedereschach besser als in China (wobei das sicher ein Roboter geschweißt hat).


    Und so siehts dann aus:


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  • Weiter gehts: Diesesmal gibt es eine Kettenführung, die verhindern soll, daß die Kette im Gelände vom Kettenrad abspringt. Ob das wirklich nötig ist, ist zweifelhaft – bei korrekt eingestellter Kettenspannung sollte das eigentlich nicht passieren können. Aber alle meine bisherigen Motorräder haben eine Kettenführung – also bekommt die Tenere auch eine. Die soll ja nicht benachteiligt werden.

    Dieses Exemplar kommt von unseren chinesischen Freunden für 18,79 EUR frei Haus:


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    Es ist eine teilbare Ausführung, zur Montage muß also die Kette nicht getrennt werden.


    Und sie sieht der original Yamaha Kettenführung zum Verwechseln ähnlich. Es ist lediglich das Tenere-Logo eingeprägt statt der Yamaha Schriftzug wie beim Original. Dennoch kann man vermuten, daß die beide aus derselben Maschine gefallen sind.


    Da hoffe ich, daß die Fertigungsqualität beim Original besser ist, denn bei meiner ist das Kunstoff etwas verzogen – die beiden Teile passen nicht plan aufeinander. Man kann vermuten, daß die Taktzahl der Spritzgußmaschine für mein Exemplar höher eingestellt war, so daß die Kettenführung noch nicht ausreichend abgekühlt war, als sie aus der Spritzgußform ausgestoßen wurde.


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    Andererseits ist das kein Beinbruch – die beiden Hälften werden mit vier Gewindebolzen verschraubt, die ziehen das Plastik wieder plan.


    Und so sieht es dann aus:


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    Und wie ist der Gesamteindruck? Die Funktion sollte OK sein – sie ist diesbezüglich mit dem Original identisch.


    Die Fertigungsqualität ist noch ausreichend: Wie erwähnt sind die Kunstoffteile etwas verzogen – und was störender ist: Auf der hinteren Hälfte gibt es vier Sechskant-Vertiefungen, die die selbstsichernden Muttern für die Bolzen aufnehmen, die die beiden Hälften verbinden. Diese sechskant-Löcher sind zu groß, so daß die dort eingesetzten Muttern sich dennoch drehen können. Um die Schrauben anzuziehen, muß man da mit einem kleinen Schraubendreher drin rumprokeln, um die zu verkeilen.

  • ... und man kann Fingern, Zehen usw. nicht mehr zwischen Kette und Kettenrad kommen :) Fremdkörper auch nicht mehr so leicht.


    Eigentlich wäre das eine gute Idee für ein 3D-Druck-Teil :essen:

    MO24 Team Reisen

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