Wiedereinstieg

  • Hallo zusammen,

    vor 30 Jahren bin ich das letzte mal Motorrad gefahren. War eine xs1100. So in der Größenordnung möchte ich auch wieder einsteigen. Nicht unter 750 ccm. Ich bin 190 groß und auf so einem kleinen Moped fühle ich mich wie der Affe auf dem Schleifstein. Meine Planung ist so: erst mal passende Kleidung kaufen. Auf jeden Fall einige Fahrstunden in der Fahrschule nehmen. Das Fahren verlernt man ja nicht, aber das Gefühl für die Maschine hast du nicht mehr.


    Bequem soll sie sein, ohne runden Rücken.


    Ich werde keine große Touren fahren, einfach nur zur Arbeit und so ein bisschen zu Spaß. Ein Schönwetterfahrer. 200 werde ich nie fahren.


    Erst mal eine Kleine kaufen oder lieber ein paar Fahrstunden mehr?


    Tipps in jede Richtung sind willkommen

  • Hallo und willkommen bei uns,


    direkt mal eine Frage: was hat deine Größe mit dem Hubraum eines Bikes zu tun?

  • Hallo & herzlich willkommen.


    Was Du brauchst ist Sitzhöhe :) Das taugt mehr als Hubraum. Man sitzt ja nicht oben auf ccm ;)


    Ein Bekannter mit 1,95m fährt eine NC750X. Ein anderer Bekannter mit 2,02m eine VStrom 1000. Mein Schrauberkumpel mit 1,90m hat eine 750er Africa Twin. Und blahwas fährt eine Versys 650.


    Das Stichwort heißt also: Reiseenduro.

    *Lille*

  • Hallo Manuel, hallo Lille, hat Größe und Hubraum hat natürlich nichts mit einander zu tun. Mopeds mit viel Hubraum sind in der Regel halt auch größer . Die XS hatte ich halt mal, und auf der hab ich mich sehr wohl gefühlt, Lille hat mir ein paar Alternativen gezeigt. Vielen Dank noch dafür. Die werde ich mir mal anschauen. Mit der Sitzhöhe hast du den Nagel auf den Kopf getroffen.

    :rolleyes: Als alter Mann möchte ich es bequem haben.

  • Hallo und willkommen, 30 jahre sind eine lange Zeit. Da haben sich nicht nur die Motorräder in ihrer Vielfalt weiterentwickelt, auch die Bremsen, das Fahrwerk und besonders die Reifen haben einen mächtigen Sprung in der Entwicklung gemacht. Bei den Motoren leistet heutzutage eine 650er in etwa das, wozu früher (also vor ca 30 Jahren) mindestens 900ccm erforderlich waren.


    Dann ist da auch noch das Gewicht der Maschinen. Eine große Maschine aus den 90ern wiegt oft 250kg und mehr. Eine moderne 650er (mit vergleichbaren Fahrleistung) bringt es auf ca 200kg . . und das macht auch eine Menge aus.


    Sitzhöhe ist da auch nur ein Teil der Wahrheit. Auch die vermeitlich breiten und niedrigen Sitzmulden mancher Maschinen sind alles andere als bequem. Deshalb würde ich empfehlen, so viele Maschinen wie möglich Probe zu sitzen oder sogar zu fahren. Und die Vorauswahl in Richtung Reisenduro geht, ist das schon mal eine gute Voraussetzung. Bin selbst seit 40 Jahren Motorradfahrer (allerdings ohne Pause) und kann mich mit knapp 60 auch auf keine Sportmaschine mehr quetschen (zumindest nicht für längere Strecken ;) ).

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert !

  • Willkommen zurück in der Motorrad-Welt der 2020er :D

    Würde mal die Yamaha Tracer 700 in den Topf werfen. Auf der sitzt es sich auch mit meinen 1,88 ganz prima. Und der CP2 Motor ist in seiner Klasse so ziemlich über jeden Zweifel erhaben.


    Fahrstunden und ggfs. noch ein darüber hinaus gehendes Fahrsicherheitstraining würde ich auch sehr empfehlen. Ich war nur 10 Jahre vom Bike weg und man verlernt doch mehr als gut ist. Das Prinzip "Fahren" geht zwar noch, aber eher ungelenk und ohne die richtige Blickführung etc.

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

  • Egal wie lange es dauert... vom Mopedfahren kommt man nicht los :)

    Sehr vernünftig, deine Einstellung, erstmal wieder in Übung zu kommen.


    Ob du dafür teure Fahrstunden brauchst, glaube ich nicht. Scheinst das ja mit klarem Verstand zu planen und bist sicher in der Lage, das Ganze ruhig anzugehen und auf den ersten defensiv gefahrenen Runden wieder etwas Gefühl für's Mopedfahren zu bekommen.


    Anschließend würde ich dir auch unbedingt ein Basistraining empfehlen.


    Zum Moped: Das ist so individuell wie Schuhe tragen.

    Angaben wie Größe, Gewicht reichen nicht, um Empfehlungen auszusprechen. Du musst dich draufsetzen und ggf. auch mal damit fahren.

    Gruß Andy


    There are only two kinds of music: Rock and Roll

  • Moin und willkommen in unserer Mitte. :wave:


    Schön, dass Du wieder fahren willst. :) Viele gute Punkte sind bereits gebracht worden. Auf den Hubraum musst Du nicht unbedingt schauen, erst recht nicht mit Blick auf die Körpergröße. Schau Dich vielleicht nach Reiseenduros der Sorte Yamaha Tracer 700 oder Kawasaki Versys 650 oder Suzuki V-Strom 650 um.


    Ich weiß nur nicht genau, was Du Dir von den Fahrstunden erhoffst. Klar können einige Stunden mit einem guten Fahrlehrer sehr lehrreich sein, aber davon würde ich pauschal nicht ausgehen.


    Ziel dessen, was man in der Fahrschule lernt, ist die Prüfung zu bestehen. Nicht mehr und nicht weniger. Fahren lernen muss jeder selbst.


    Lass es ruhig angehen und mach das Hirn an beim Fahren, mach vielleicht noch ein Wiedereinstiegstraining und dann wird's gut. Wenn Du dann der Meinung bist, noch immer Fahrstunden zu nehmen, kannst Du das natürlich gerne tun.


    Gruß,

    Thomas

  • Wenn man eine Fahrstunde findet, wo der Fahrlehrer auf dem Motorrad begleitet, oder man explizit danach fragt und sich das Schriftlich auch bestätigen lässt, das könnte zum einstieg schon gut sein,


    Der einzige Vorteil wäre, wenn man soo raus ist, das man vermuttet das man es erstmal hinwirft, dann ist es günstiger, wenn es das Fahrschul bike ist ;)


    Fahrschul Auto hinterherfahren dagegen nicht wirklich, da wäre es echt sinnvoller einfach mal auf piano anzufangen, dann schnellstmöglich ein Fahrsicherheitstraining und eben wenn möglich mit Kumpels fahren bzw hinterherfahren und denen sagen "piano bitte"

  • Hallo und willkommen im Forum.


    Ich habe mal durchgespielt, was ich für mich in so einer Situation gut fände. Vorausschicken möchte ich aber, dass ich 2015 Neueinsteiger war und keine Wiedereinsteiger Erfahrung habe.

    Wenn ich es richtig verstehe, hast Du noch kein Motorrad. Dann wäre meine bevorzugte Reihenfolge: erst mal wieder rein kommen ins Fahren und dann mit der neu gewonnenen Routine selbstbewußter Probe fahren können. Wenn Du Dir jetzt ein Motorrad kaufst, um damit wieder Routine zu bekommen, dann kann es sein, dass Du entweder nicht genug Probefahrten machst, weil Du ja noch nicht wieder drin bist oder bei Dich der Beurteilung des Motorrads von anderen Dingen leiten läßt, als wenn Du mehr Fahrpraxis hättest. Dann hast Du am Ende vielleicht ein unpassendes Motorrad. Und damit macht es dann keinen Spaß, Du fährst nicht und kommst so nicht wieder rein.

    Das erzähle ich, weil ich auch jemanden kenne, der lange nicht mehr gefahren ist, sich daher nicht zu Probefahrten getraut hat und sich folglich über das Internet blind ein Motorrad gekauft hat. Vielleicht war er vorher im Geschäft und ist mal Probe gesessen, aber das ist nicht das Gleiche wie Probe fahren. Und jetzt sitzt er da mit einem Motorrad, das ihn überfordert.


    Ich finde die Idee mit den Fahrstunden gut und schließe mich Angrists Meinung an, dass es dabei besser ist, wenn der Fahrlehrer mit dem Motorrad begleitet. Der Bekannte mit dem ungeeigneten Motorrad hat auch ein paar Fahrstunden genommen. Nicht sehr erfolgreich, d.h. es muss vorher mit dem Fahrlehrer abgesprochen sein, was das Ziel der Fahrstunden ist. Leider mussten die Fahrschulen wegen Corona ja auch eine Zeitlang schliessen, d.h. haben die Fahrschulen jetzt einen Berg von Fahrschülern abzuarbeiten, die sie für eine Prüfung vorzubereiten haben. Diese haben dann meist Vorrang. Also, vorher mit der Fahrschule reden.


    Fahrsicherheitstrainings kann ich auch uneingeschränkt empfehlen. Sie sind allerdings meiner Meinung nach nicht dafür gedacht, Neulinge oder Wiedereinsteiger heranzuführen, sondern Kenntnisse zu verbessern und vertiefen. Kann aber sein, dass es hier andere Meinungen dazu gibt mit überzeugenden Argumenten. Also solltest Du vorher schon wieder ein bisschen gefahren sein.


    Und jetzt viel Spaß beim Wiedereinstieg.

  • Beim ADAC gibt es die BMW Ride Again Fahrtrainings, bei denen man mit einer Leihmaschine fährt, dieses Training ist explizit für Wiedereinsteiger gedacht. Ich denke wenn man das gemacht hat, dann sollte man auch wieder genug Selbstvertrauen haben um sich an Probefahrten wagen zu können um das passende Bike zu finden.


    ADAC: BMW RIDE AGAIN - Fahrsicherheitstrainings
    Für alle, die wiederaufsteigen wollen.
    www.adac.de

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

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