War heute beim BGHM-Fahrsicherheitstraining in Schlüsselfeld

  • Heute war es soweit. Ich war mit drei Kollegen bei Motorrad-Fahrsicherheitstraining beim ADAC in Schlüsselfeld. Die BG Holz und Metall hat den Kurs gezahlt, also gibt's auch nix zu meckern ;)


    Den Tip, das über die BG zu machen, den hab ich hier schon zu meinen herbstlichen Fahrschulzeiten als stiller Mitleser aus dem Forum aufgeschnappt und so ergab sich daraus nach einigen Wirrungen sowas wie ein Schulausflug ;)


    Jedenfalls schob ich in aller Früh das Mopped aus dem Schuppen und kämpfte mich mit den mageren 15 PS durch den erheblichen Gegenwind durch die fränkische Provinz, an Forchheim vorbei, durch einen tödlich langweiligen Aischgrund (Coyote hatte recht) auf einer nervtötenden Bundesstraße nach Schlüsselfeld zum ADAC.


    Immerhin war ich pünktlich da. Dann kam die Anmeldeprozedur, Führerscheinkontrolle und das Angebot, schnell noch eine Vollkaskoversicherung abzuschließen. Sehr originell, denn in den Versicherungsbedingungen las ich sinngemäß was von einem Ausschluß der Entschädigung für Folgen von Brems- oder Bedienungsfehlern. Mal schnell überlegen: was macht man denn bei so einem Training? Bremsen? Bedienen? Egal, hab ich mir gespart.


    Also Start mit der Begrüßungs- und Vorstellrunde. Wünsche und Erwartungen der glücklicherweise nur neun Teilnehmer (waren nur Männlein) wurden abgefragt und auf Moderationskärtchen notiert, welche dann an einer Pinwand aufgehängt wurden... Immerhin wurde daraus keine Dingsbums-Point-Präsentation gebastelt. Dann gab es eine Einweisung zu den Sitten und Gebräuchen auf dem Platz und dann ging es raus. Grauer Himmel, immerhin keine brütende Sonne, paßte eigentlich. Anwesend waren zwei 125er und sieben Große.


    Beginn mit einigen Warmfahrrunden auf dem "Bergauf-Bergab-Oval". Dann moderate Turnübungen (stehend, einhändig, einbeinig) - alles machbar.


    Dann kamen die sinnigen und unvermeidlichen Langsamfahrübungen. Schleifende Kupplung, bißchen Gas, Hinterradbremse. Wie Fahrschule. Fand ich jetzt nicht so prickelnd. Nicht, weil ich das alles schon können würde, aber langsam im Kreis rumtuckern, das kann ich auch alleine. Mach ich ja sogar auch ab und zu. Und alleine KANN ich das besser.

    Dieser Teil ist aber aus motorradpädagogischer Sicht sicherlich unabdingbar.


    Anschließend ein paar, nee, viiiiele Runden mit Hütchen: Slalom im Wohlfühltempo auf dem Oval. Mit Hütchen umschmeißen :) Durfte der Trainer wieder aufsammeln. War ich aber nicht allein, das können die Großen auch. Und mein Wohlfühltempo war da manchmal ein anderes, da waren auch ein paar fette BMWs unterwegs und die mochten gemütlicher... Die waren mir gelegentlich schon ein wenig im Weg. Also beim Slalom...

    Hier gab es dann viele Variationen: die Slalomstrecke in verschiedenen Gängen befahren, bewußt legend oder drückend durchfahren, die weiten Kurven des Ovals mal legend und mal moderat hängend durchkreiseln, zwischendurch auch mal andersrum. Im Anschluß der Slalomstrecke war auch noch ein Ausweichrhombus markiert, da konnte man sich sehr schöne Kombinationen einfallen lassen.

    Das waren viele Runden, da konnte ich tatsächlich auch ein wenig probieren und üben und versuchen, die Auswirkungen der Veränderung der Körperhaltung auch zu erspüren. Der Kurvenradius mag da so bei etwa 36 m für die Weite, bei etwa 16 m für die enge Kehre gelegen haben (mal grob aus dem Luftbild rausgemessen). Da fühlte ich mich auch ganz wohl und hab versucht, Eure ganzen Kurventips wieder zu bedenken. Ich war ganz zufrieden.


    Dann kam eine recht kurze Mittagspause. Bißchen was futtern mußte dann aber auch sein, war ja schon früh unterwegs.


    Wenn ich mich recht erinnere, begann der Nachmittag mit Bremsen auf trockenem Asphalt. Aus 50 km/h zuerst mit der Hinterradbremse, dann mit der Vorderradbremse, dann beide "dosiert erspüren", dann beide "gib ihm". Das Ziel: Bremsweg kleiner als 12 m haben alle Motorräder geschafft. Mein kleines Mopped auch, locker ;) Obwohl ich Essen im Bauch hatte, das ziemlich geschoben hat... Markiert waren zwei "Bremsgassen", so kam man auch ein paarmal dran. Öfter wäre aber mehr gewesen, finde ich.


    Auf der gleichen Fläche wurde dann umdekoriert: markierte Anfahrspur mit Hindernis. Und dann gab's Ausweichen ohne Bremsen, Ausweichen mit Bremsen, nur Bremsen.

    Hat man soweit also gezeigt bekommen... Da es aber nur eine Spur für 9 Moppeds gab, da gab es ziemlich viel Wartezeit. Ein richtiger Übungseffekt wollte sich mir nicht zeigen, ich fand das eher als "Anleitung zum häuslichen Weiterüben".


    Nach der Kaffeepause zogen wir um auf die große Kreisbahn. Eine sehr kurze Theorieeinheit zum Thema Kurvenlinie, wozu selbst ich als Anfänger mir aufgrund der Allgemeinheit der gemachten Aussagen eine eigene Meinung erlaube.


    Und dann fahren - Kreisbahn mit einer Anhangschleife, also ungefähr Spiegeleiform. Der große Radius mag (in der Mitte gefahren) etwa 33 m, der kleine etwa 12 m gehabt haben. Die Gruppe wurde geteilt, die einen kreiselten, die anderen beobachteten. Da ging es dann immer rum und nochmal und nochmal. Es stellte sich dann eine ziemlich einheitliche Geschwindigkleit von etwa 50 km/h auf dem großen Kreis ein. Das fand ich auch prima, da konnte ich auch wieder üben und experimentieren, fühlte mich aber nicht so richtig entspannt, warum auch immer. Trotzdem stellte sich auch hier bei mir aufgrund der vielen Durchgänge ein - wenn auch kleiner - sofortiger Übungserfolg ein.

    Hab da auch versucht, etwas schneller und schräger herumzukurven als bisher, war ja 'ne BG-Veranstaltung und dann wär's ein Arbeitsunfall gewesen... Also wenn hinhauen, dann da ;) Nee, im Ernst: irgendwie wurde mir da gelegentlich etwas mulmig und ich hatte den Eindruck, daß da das Hinterrad irgendwie nicht mehr souverän mit dem Asphalt umging, das Fahrgefühl wurde dann stellenweise etwas schwammig. Und das, obwohl die Kurven (deswegen hab ich das rausgemessen) des Ovals (vom Vormittag) und der Kreisbahn so unterschiedlich nicht waren. Vielleicht war es wirklich der Belag.

    Kurze Pause, Drehwurm abklingen lassen Und dabei bekam jeder Fahrer von seinem Beobachter Kritik anhand eines vorgegebenen Fragenkatalogs. Linienführung, Blickführung, Körperhaltung, Fußstellung. Mir wurde beschieden, daß ich nicht entspannt gewirkt hätte, der Rest aber in Ordnung oder sogar sehr in Ordnung gewesen sei. Sehr schön, fand ich auch. Da stimmen dann mal Fremd- und Selbstbild überein.

    Dann die Fahrer nochmal ein paar Runden andersrum, mit der Aufgabe, die Mängel abzustellen. Dann wechselten Fahrer und Beobachter und dann gab's das gleiche nochmal: linksrum, Kritik, rechtsrum.

    Sehr schön, daß es einen Fragenkatalog gab, denn was soll denn bitte ich einem routinierten und gut fahrenden Motorradfahrer erzählen?


    Zum Abschluß gab es noch drei Runden auf dem Handlingparcours. Nicht irrwitzig schnell, aber doch recht hübsch eng und kurvig. Fand das Mopped prima und wenn das Mopped das mag, dann mag ich das auch :)


    Dann gab es natürlich die Abschlußrunde, die Überreichung der Urkunden (wie damals bei den Bundesjugendspielen...) und dann ging es nach Hause.


    Wieder durch den grauen Aischgrund, ich hab dann eine Umwegschleife durch's Trubachtal gemacht, das Aischgrund-geschädigte Gemüt durchpusten und ich mußte das Erlernte ja anwenden. Und da kam auch die Sonne ein wenig raus.


    Und 'ne Überraschung gab's: es sind in den immerhin 7,5-Stunden Veranstaltung bei mir 66 km nur allein auf dem Gelände zusammengekommen.



    Gut, also, wie war's? Fazit?

    Gut war's. Vielleicht sogar sehr gut.


    Was fand ich denn nicht so gut?

    Liebe Leute, Moderationskärtchen, Flipcharts, hallo? Glauben die Veranstalter ernsthaft, daß deswegen da irgendjemand hinfährt?

    Und - natürlich war es viel Inhalt für 7,5 Stunden. Aber die neun Teilnehmer waren aus meiner Sicht schon das allermaximalste Maximum. Normale Teilnehmerzahl: bis zu 12. Dazu schreib ich mal einfach nix.

    Bei den Brems- und Ausweichübungen hätte ich mir viel, viel mehr Wiederholungen gewünscht, dann wäre das aber ein Brems-Training geworden. Halte ich für wichtig, gibt's da aber nicht.

    Und Langsamfahren üb' ich allein.


    Würde ich wieder hinfahren?

    Jawoll! Ohne wenn und aber. Nicht nur, weil die BG das gezahlt hat. Eigentlich ist das so ein OEM-ADAC-Basiskurs. Wieder hinfahren (oder einen Aufbaukurs machen), allein schon, um die Übungen auf dem Gelände durchziehen zu können, so ein Oval hat man nun mal nicht im Garten.


    Was hab ich denn gelernt? Oder "mitgenommen"?

    Einen 10-Euro-Rabattgutschein für einen nächsten ADAC-Kurs ;)

    Die für mich wichtige Erkenntniss, daß 125er anders sind. Das geht schon mit dem Reifenluftdruck los. Und geht weiter mit Gangempfehlungen für die Übungen und... Also helfen Tips erfahrener Motorradfahrer nicht immer zwingend weiter. Muß man vorsichtig ausprobieren.

    Und die Erkenntnis, daß zumindest mein Fahrlehrer sich bei meiner B196-Schulung ernsthaft Mühe gegeben hat, denn neu (im Sinne von mir bis dahin unbekannt) war nix. Gar nix. Grundlegendstes Fahrschulwissen. Was man daraus allerdings im Alltag macht...

    Die Erkenntnis, daß ich mir nicht zuviel Blödsinn beigebracht habe (oder den Murks mittlerweile elegant verstecke), denn ich hab wenig Mecker gekriegt und in Franken ist nicht geschimpft sowas wie gelobt...

    Die Erkenntnis, daß ich auch "mit den Großen" erstaunlich gut mitkam, hab mehr Vertrauen ins Material gekriegt (ich mag mein Mopped, hab ich das schon geschrieben?) und vielleicht die Grenzen des Hinterreifens erspürt (wobei das eigentlich noch gar nicht sein kann, da hätte mehr gehen müssen). Und ich hab ein wenig an meinen Minderwertigkeitskomplexen rumtherapiert.



    Hat mir jedenfalls viel Spaß gemacht und es waren auch nur nette Mit-Kursteilnehmer da.

  • Hi Fahrsicherheitstraining ist immer gut.

    Man lernt viele Sachen die nützlich sind.

    Vieles kann man ausprobieren was so im normalen Straßenverkehr nicht möglich ist.

    Ich mache immer eins vor Season beginn


    Gruß

    Thomas

  • Danke für deinen Bericht :)


    Ich hatte bei meinem "Kurventraining" damals auch den Eindruck, dass es eigentlich Fahrschulwissen sein sollte. Wobei Fahrschulen teilweise unter Fahrschulwissen was anderes verstehen, nämlich "krieg den Führerschein und geh' mir nicht auf die Nerven".

    MO24 Team Reisen

  • und es waren auch nur nette Mit-Kursteilnehmer da.

    Ist eigentlich immer so. :) Man hat zusammen Spaß und Erfolgserlebnisse, und irgendwie schweißt das zusammen.


    Wer zu so einem Training fährt, hat Bock, das zu machen. Und selten hat man mal einen Miesepeter dabei.


    Und "Ich bin Gott und fahre perfekt" geht nicht mehr zum Sicherheitstraining.

    *Lille*

  • Danke für deinen Bericht :)


    Ich hatte bei meinem "Kurventraining" damals auch den Eindruck, dass es eigentlich Fahrschulwissen sein sollte. Wobei Fahrschulen teilweise unter Fahrschulwissen was anderes verstehen, nämlich "krieg den Führerschein und geh' mir nicht auf die Nerven".


    Gerne!


    Mein Fahrlehrer hatte vollmundig verkündet, daß er den Ehrgeiz hatte, auch die 196er zu Motorradfahrern auszubilden. Und ich finde, er hat sich wirklich Mühe gegeben und ist auf meine Wünsche allerdetailliertestens eingegangen.


    Vielleicht gar nicht so blöd, denn zu der Zeit waren beim TÜV kaum Motorrad-Prüfungstermine zu kriegen und da konnte er seinen Kalender mit den 196ern auffüllen, die brauchen ja keinen TÜV. Und da er die nicht auf die Prüfung dressieren mußte, da konnte er ausbilden. Wenn ich an seine Engelsgeduld denke: Anfahren am Berg mit Linksabbiegen in eine Vorfahrtsstraße. Der Anlasser der 125er Duke hält jedenfalls was aus...

  • Ist eigentlich immer so. :) Man hat zusammen Spaß und Erfolgserlebnisse, und irgendwie schweißt das zusammen.


    Wer zu so einem Training fährt, hat Bock, das zu machen. Und selten hat man mal einen Miesepeter dabei.


    Und "Ich bin Gott und fahre perfekt" geht nicht mehr zum Sicherheitstraining.

    Das beruhigt mich hinsichtlich eines Aufbaukurses.


    Ich kann mir aber gut vorstellen, daß es bei den BG-Trainings (also nicht von der BG bezuschußt, sondern exklusiv für die BGHM veranstaltet) nochmal eine Nummer gelassener zugeht. Ich werde mir bestimmt Gelegenheit geben, die Annahme zu überprüfen... ;)

  • und vielleicht die Grenzen des Hinterreifens erspürt (wobei das eigentlich noch gar nicht sein kann, da hätte mehr gehen müssen).

    Klingt mir fast so als wärst du so langsam an die Grenze des Federbeins hinten geraten. Dann wirds nämlich meist komisch schwammig.


    Aber schön, dass dir das Training doch zumindest etwas gebracht hat. Ich hab jetzt schon zwei mal das ADAC Intensiv Training gemacht und kam im großen und ganzen zur gleichen Erkenntnis wie du. Macht Sinn sowas, den Flipchartkram kann man sich sparen.

    Ich war beide Male aber in Gründau-LIebslos, wo die Brems- und Ausweichübungen beide zweigleisig gefahren wurden. Fand auch, dass die Bremsübungen häufig genug wiederholt wurden. Jeder Teilnehmer hat sicher so um die 20 Durchgänge gemacht.


    Warum hab ich das zwei mal gemacht? Letztes Jahr als wiedereinsteiger nach 10 Jahren Pause und dieses Jahr weil ich einfach noch mal auf einen entsprechend abgesperrten Platz* wollte. Und um zu schauen, ob ich mir in den vergangenen 3500 km seit dem letzten Training irgendwas komisches / falsches angewöhnt habe. Dem war zum Glück nicht so, aber ich konnte alle Übungen mit deutlich mehr Selbstvertrauen als beim ersten Mal fahren.

    *Ich finde bei mir in der Gegend nichts was für solche Brems-, Ausweich- und Kurvenübungen taugen würde. Entweder zu viel Verkehr oder aber bauliche Maßnahmen um Leute wie mich von winterlichen Drift-Sessions abzuhalten.


    Waren bei dir auch Leute da die nicht so richtig zum Bike gepasst haben? :D

    Bei mir war da einer mit nem großen bösen Hooligan-Bike mit goldenem Fahrwerks-Lametta, der Fahrer war aber eher so typ kleinlauter Buchhalter und war mit Abstand der langsamste Teilnehmer und wurde regelmäßg von einer Dame auf ihrer Yamaha R3 überrundet.

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

    Edited once, last by Invincible ().

  • Und "Ich bin Gott und fahre perfekt" geht nicht mehr zum Sicherheit

    Manche schon. Die gehen dahin, um den Trainer zu erklären, dass alles ganz anders ist. So eine Pfeife hatte ich mal beim Training. Der könnte gar nichts, ist grauenhaft gefahren, hielt sich aber für den Besten. Der Trainer hat irgendwann nur noch gefragt, warum er den überhaupt hier sei, wenn er schon alles weiß... 8o

  • Boahh, sooo viel Herzchen und Pokale, danke!


    Klingt mir fast so als wärst du so langsam an die Grenze des Federbeins hinten geraten. Dann wirds nämlich meist komisch schwammig.

    Hmmm, wenn das Fahrwerk so früh schwächeln würde - wär ja voll Moppelkotze. Hab die Kleine doch gerade so ausgiebig gelobt. Mein "Beobachter" bei der Kreisbahnfahrt und auch der Trainer meinten, ich hätte noch wahnsinnig viel Schräglagenreserve gehabt.

    Nun werde ich mich schwer hüten, dazu irgendwelche Besserwissereien loszulassen, aber ne Frage: ist es denkbar, daß das auch am Reifen gelegen haben kann? Weil: soviel Schräglage hatte ich vorher noch nie, da war noch ein breiter, uneingefahrener Rand am Reifen, dazu eventuell ein wenig Restfeuchtigkeit (neee, nicht naß, ein Hauch eben), weil auf dem Kringel vorher die Autos mit Wasser geplanscht hatten und dazu ein leicht runtergenudelter Belag? Einer der Kurskollegen hatte da wohl auch einen kleinen Rutscher.

    Weil: auf dem Oval war ich bei ähnlichem Kurvenradius schneller und gleichzeitig sehr viel entspannter unterwegs. Allerdings war da der Belag auch frisch erneuert worden und auch absolut trocken.


    Aber wie auch immer: wenn ich merke, daß ich merke ;) wenn da was nicht stimmt, dann kann ich ja in solchen Fällen einfach etwas behutsamer machen und damit hätte ich ja auch wieder was gelernt. Blöd ist ja nur, wenn man das nicht merkt und dann macht das ganz plötzlich "bautz".

    Und ja, das Training hat was gebracht. Sehr viel. Hab ich vorhin auch auf dem Nachhause-Umweg wieder gemerkt. Aber ohne meine "Übungen" in der letzten Woche wäre das längst nicht so ergiebig gewesen. Entsprechend hoch sind meine Erwartungen an ein Aufbau-Training.


    Das Publikum: komische Leute waren nicht da, auch kein Wichtigtuer, kein Unterhaltungswert ;) . Sieben ältere Herren, sechs von denen erfahren und routiniert ;) , zwei Jüngere. Soweit ich das beurteilen kann, da sah das alles gut und stimmig aus, was die da gemacht haben.

    Aber solche drolligen Figuren mal zu erleben wär sicher auch komisch. Trifft man solche beim Kurventraining?

  • Was mir zu Deinem Rutscher eingefallen ist:


    Es sind die Originalreifen? Du hast doch neu gekauft und das sind noch die Erstausstatter-Reifen?

    Die sind oftmals nicht das Gelbe vom Ei. :| Runterfahren und was neues, anderes drauf machen.


    Welche Marke/Modell ist denn derzeit drauf?

    *Lille*

  • Sind die originalen Michelin Pilot Street. Erstausrüster-Zeug, Herstelljahr 2021, glaub ich. Die haben nach über 7000 km noch erhebliches Profil drauf...

    Der vielfahrende 125er-Kollege hatte die (ob als Erstausrüster-Qualität müßte ich erfragen) auch und er fand die nicht schlecht.


    Und Rutscher - vielleicht nicht ein plötzliches Rutschen, also zumindest nicht, wie wenn man über sieben wegrollende Kieselsteine fährt, das Gefühl war eher teigig-schwammig. Wabbelnd-schlingernd trifft es auch nicht wirklich. Vielleicht ganz entfernt so ähnlich eierig, wie wenn man auf einem Gartenschlauch langläuft. Jedenfalls kein plötzliches, kurzes Versetzen des Hinterrades. Kann ich schwer beschreiben. Das ging schon über ein paar Meter und wenn ich das Maschinchen nur ein bißchen aufrichtete (Kurvenradius etwas vergrößert), dann war das ziemlich sofort weg oder zumindest besser. Kam nach meinem Gefühl sicher vom Hinterrad. Aber eben nur auf dem Kringel.

  • An die Erstausrüster-Holzreifen hab ich gar nicht gedacht. Der Reifen kann da natürlich auch schuld sein.

    Gerade bei einer 125er wird der wahrscheinlich hauptsächlich billig sein.


    Und solche komischen Vögel trifft man immer wieder mal. Muss nicht beim Kurventraining sein, das kann dir auch auf der Straße passieren. Irgendwann wird dir auch mal der Typ Kurvenparker begegnen, dem du wahrscheinlich mit deiner 125 in der Kurve im Heck klebst. Und auf der Geraden werden dann unter großem Holladihü die Gänge durchgeladen und vor der nächsten Kurve wieder auf Schnarchtempo runter gebremst.

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

    Edited once, last by Invincible ().

  • Die haben nach über 7000 km noch erhebliches Profil drauf...

    Eine 125er ist nun nicht so brachial, dass sie die Reifen so schnell abschraddelt wie eine 100PS Maschine. Aber "hat noch erhebliches Profil" kann eben auch "wenig Grip" bedeuten.


    Weiterer Gedanke: Was macht der Luftdruck? Hast Du den gecheckt? Viele fahren auch +0,2 bar mehr als vom Hersteller angegeben.

    *Lille*

  • Aber "hat noch erhebliches Profil" kann eben auch "wenig Grip" bedeuten.

    Genau das wollte ich mit dem ... am Satzende andeuten. Denn die Produktbeschreibungen zu dem Reifen sind für meinen Geschmack druckerschwärzesparend gehalten.

    Und sowieso werden doch alle Reifen immer als toll beschrieben und alle haben eine irrsinnige Haftung und weltallerbestes Handling und sind für den sportlichen Fahrer. Da die Zwischentöne rauszulesen - soweit bin ich noch lange nicht.

    Weiterer Gedanke: Was macht der Luftdruck? Hast Du den gecheckt? Viele fahren auch +0,2 bar mehr als vom Hersteller angegeben.

    Neee, hinten 2,2 bar. Der Aufkleber auf der Schwinge will 2,2, das Handbuch will 2,2. Vorne waren 1,85 (wenn ich mich recht erinnere), das Handbuch will 2,0, der Aufkleber auf der Schwinge 1,8 (wenn ich mich recht erinnere). Gemessen bei kaltem Reifen mit so einem digitösen Baumarkt-Luftdruckprüfer.

  • Naja - die Bewertungen hören sich wirklich nicht so schlecht an:


    Michelin Pilot Street Reifen im Test @ ReifenDirekt.de


    Auf alle Fälle darauf achten, das MINDESTENS der werksseitig angegebene Druck eingehalten wird. Ich hatte neulich 1,8 bar vorne (statt 2,1 bar wie vorgebenen), und mir kam es vor, als würde ich auf rohen Eiern fahren. Das Möppi zog gefühlt jeder Asphaltfuge nach.

  • Das muss so erstmal nichts heißen. Es kann sein, dass es den Pilot Street auch als Erstausrüster-Variante gibt mit ner anderen (in aller Regel schlechteren) Gummimischung und entsprechenden Eigenschaften.


    Gruß,

    Thomas

  • Okay - das wusste ich nicht. Dachte Modell ist Modell.



    Wobei ja Erstausrüster-Reifer wirklich selten einen guten Ruf haben.

    *Lille*

  • Okay - das wusste ich nicht. Dachte Modell ist Modell.

    Leider nicht. Die Erstausrüster-Reifen sind meist an die "Bedürfnisse" des Motorradherstellers / Modells angepasst. Und das heisst leider meist, dass gespart werden soll. Manchmal an der Profiltiefe, manchmal an der Kostruktion oder Gummimischung, manchmal alles zusammen.

    Beispiel aus der Autowelt: Der Goodyear Eagle F1 Asymetric 5 hat, wenn man ihn als Standard Variante kauft, 8 mm Profiltiefe.

    Der Reifen in Ford Spezifikation auf dem Auto meiner Freundin hat nach rund 8000 km schon nur noch 4 mm. Also hat der im Leben keine 8 mm Anfangstiefe gehabt sondern vielleicht 5 oder 5,5 mm.

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  • Genau das wollte ich mit dem ... am Satzende andeuten. Denn die Produktbeschreibungen zu dem Reifen sind für meinen Geschmack druckerschwärzesparend gehalten.

    Und sowieso werden doch alle Reifen immer als toll beschrieben und alle haben eine irrsinnige Haftung und weltallerbestes Handling und sind für den sportlichen Fahrer. Da die Zwischentöne rauszulesen - soweit bin ich noch lange nicht.

    Tja, das wieder leider niemals besser, das ist reines Marketing-Blabla. Man kriegt oft nicht mal beim gleichen Hersteller raus, was am Nachfolgermodell jetzt wirklich verändert wurde. Es gibt immer noch mehr Grip, noch mehr Nasshaftung und noch mehr Laufleistung.


    Und Nutzerbewertungen sind auch mit Vorsicht zu genießen, weil die meisten Leute halt 2100 km im Jahr fahren und damit nur alle 5 Jahre mal einen frischen Reifen bekommen. Der neue fährt immer besser als der alte, alleine schon, weil er nicht ungleichmäßig abgenutzt sein kann. Oder weil der Monteuer als Service noch die Kette gespannt und gesprüht hat, und vielleicht sogar automatisch nebenbei ein wenig Luft aus dem Bremszangen-/leitungen gedrückt hat.

    MO24 Team Reisen

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