Zwei Wochen Westbalkan-Tour 2022

  • Wo war ich eigentlich noch nicht? Südlicher am Balkan als Slowenien war ich noch nicht. Was mache ich da? Hinfahren! Wie mache ich das? Passknackerlandespreis, zwei Wochen Rundreise! So weit, so bekannt - aber dieses mal gibt's 2-3 Leckerlis dazu:


    1. CHR_ kommt mit. Ein erfahrener Motorradreisender, der gern im Sand spielt, auch schon in Afrika war und der zur Zeit 4 verschiedene Enduros besitzt. Er tritt hier an mit einer Tenere 700. Warum kommt er mit? Weil wir beim Spinnen im Forum festgestellt haben, dass wir beide gern mal eine Weltreise machen würden, in die Mongolei fahren oder so. Unsere Tour hier dient dem Kennenlernen: Wenn wir uns innerhalb 2 Wochen auf die Nerven gehen, brauchen wir es nicht länger zu versuchen.


    2. In den Zielstaaten dieser Reise ist es im Sommer heiß. Wir fahren im Juli hin. Genial, oder? Ja, wenn man es als Vorbereitung auf eine Zentralasien-Reise betrachtet, denn aa stehen noch mal andere Zahlen auf dem Thermometer. Wenn man 40 Grad nicht aushält, braucht man 50 Grad nicht zu probieren.


    3. Am Rückweg in Slowenien liegt orts- und zeitgenau das Metal Days Festivals, für das ich seit 2020 Karten habe, das aber 2x abgesagt werden musste. Da kann ich mich eine Woche von den Strapazen der Reise erholen. Meine Campingsachen bringt mir freundlicherweise jemand mit, so dass ich sie nicht 2 Wochen spazieren fahren muss. Und danach kann ich mich noch zwei Tage auf dem Motorrad noch 2 Tage von den Strapazen des Festivals erholen - win-win ;)


    4. Nebenbei arbeite ich an meinem Ziel "Landespreis Österreich 2022" bei An-/Abreise. Und zur Verlängerung der Route könnte man noch 3 Tage im Süden nach Montenegro verlängern. Sehr schönes Land, und noch eine Landespreis. Und im Nordosten könnte man 300 km durch Ungarn einbauen, da gibt's 2022 jetzt auch Passknackerpunkte. 2 andere habe ich schon von Österreich aus geschnappt, und der Rest wäre dann im August leichte Beute, wenn ich planmäßig am Rückweg aus Rumänien bin... Es ist mir auch nicht so wichtig, pünktlich am Festival zu erscheinen, daher sind diese Verlängerungen reizvolle Optionen.


    In Summe durchqueren wir im Idealfall also Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Ungarn. 6 Länder, davon die Hälfte EU. Drei Fremdwährungen, von denen eine "Mark" heißt, und 1,95 Mark sind 1 Euro wert. Mein Reisepass ist kürzlich abgelaufen, aber alle akzeptieren auch den Personalausweis. Corona-Einreiseregeln hat keiner mehr. Alle haben irgendein Mautsystem - uff. Die Sticker von Austria und Slowenien spare ich mir auf der Anreise, die machen aber auf dem Rückweg Sinn. Der Rest hat Maustelen mit Schranken. Nun denn, los geht's!


    Los geht's? Motorrad? Kawasaki Versys 650 macht hier mehr Sinn als Yamaha MT-09. Ich werde wieder mal superknapp vor der Reise mit dem Motorrad "fertig", ohne wirklich zufrieden zu sein. Vorne kommt ein neuer Pirelli Scorpion Dings Rally "STR" drauf, den es wegen 2018er DOT für 65 Euro neu vom Profi gibt, hinten ein CRA3 von privat mit 0 km für 80 Euro. Ich hatte auch einen Satz TKC70 bereitgestellt, der hatte aber weniger Profil, daher darf er mich nach Rumänien und zurück tragen - das sind weniger Kilometer. Den STR fahre ich das erste Mal, aber ein gewisser Herr BDR529 hat damit in Frankreich überzeugend vorgeturnt - auch auf der Straße.


    Das Wochenende vor der Reise war ich mit der Versys auf ein kleines Treffen, und dabei ist mir aufgefallen, dass die vordere Bremse echt schlecht anspricht. Das ist ärgerlich, auch wenn sie früher oder später ins ABS kommt. Also bringe ich alte und neue Versys zu meinem Schrauber und sage "1x tauschen bitte!", denn bei der alten Versys hatte ich was verbessert. Leider wird er erst Donnerstag fertig, und noch leiderer wurde es kaum besser. So schlage ich mir in der Garage den Abend um die Ohren, um die Schwimmsättel wieder zum Schwimmen zu bringen, die Sättel zu reinigen und die Kolben zu fetten. Vorne rechts rückt ein Kolben deutlich vor dem anderen aus, die Bremsbeläge sind schon Keile, und wieder reindrücken ist mit Muskelkraft komplett unmöglich. Naja, es wurde zumindest nicht schlechter, aber nach 3 km Probefahrt eigentlich auch kaum besser. Immerhin werden beide Bremsen warm, nachdem ich eine Zeit lang mit gezogener Bremse fahre, also bremst es jetzt immerhin beidseitig. Und danach kühlt auch beides wieder ab, und es lässt sich leicht schieben, also ist es freigängig. Gut genug! Ich kontrolliere 3x den sicheren Sitz ALLER Schrauben im Umfeld der Bremsen, da hatte ich dieses Jahr schon zwei peinliche Pannen. Dann packen und los.


    Sa, 9.7.22 Nürnberg-Steiermark


    Ich bin weiterhin Team "Anreise auf Achse", auch wenn ich dabei immer weniger Spaß habe. Es geht per Autobahn bis knapp vor Salzburg. Als Gepäck genügt mir das Topcase, aber die Regenkombi muss dann doch auf den Sozius. Das Premiumzeugs ist leider vom Packmaß her eher Schuhkarton.


    Es gibt ein paar kleine Staus, aber die Autofahrer bleiben gelassen - dachte ich, bis zu dem Moment wo mich ein Audi Q8 bei einem völlig sinnlosen Spurwechsel auf freier Strecke abdrängt, während ich noch hupe. Seufz. Deutschland, deine Autofahrer. Ich schnappe mir die letzte Tankstelle vor der Grenze in Bayrisch Gmain, obwohl es eine Shell ist - und stelle dann fest, dass sie knapp nach der Grenze ist. Sprit ist ja in Deutschland zur Zeit günstiger als in Austria, aber ganz ehrlich, dafür drehe ich jetzt nicht mal um. Ich werde noch soviel Sprit verfahren auf der Reise, da kommt's auf 20 Cent x 15 Liter bei dieser einen Tankfüllung hier nicht an. Ich tanke im Sitzen und gehe mit Helm in die Tanke und werde trotzdem nicht angemeckert - Shell ist da sonst eigen. Für den Besuch im Bad muss ich nicht mal umparken, denn es ist eh niemand sonst da. Der Kassierer hat echte Langeweile. Ich erfreue mich an noch trockenem Wetter bei motorradfahrerfreundlichen 20° und leichter Beweölkung. Und ab jetzt ohne Autobahn!


    Am Motorrad fällt bisher auf, dass der Druckpunkt der Bremse klarer ist, und der Hebel geht nicht mehr so nah an den Lenker ran. Dafür ist der rechte Spiegel lose, der war ja auch an der Bremspumpe dran. SEUFZ. Naja, ich habe zwei davon. Und vielleicht sogar das passende Werkzeug dabei, um ihn zu lösen, und von unten die Mutter anzuziehen, mit der man die Kraft einstellen kann, die man zum Drehen braucht. Der Hinterreifen ist unauffällig. Der vordere STR ist bei milder Schräglage plötzlich sehr agil, um nicht zu sagen, kippelig, ermöglicht aber tolles Kurventempo schon bei geringer Schräglage. Ich glaube, den Effekt hatte ich mit frischen TKC70 am Anfang auch. Ich hoffe, das gibt sich, wenn die Kanten an den Profilblöcken mal etwas rund gefahren sind. Und Wilbers federt echt besser als Serie (Federbein).


    Die kleine Straße zum Veitlbruch ist äußerst verwirrend beschildert. Ich fahre vorsichtshalber mal durch - umdrehen kann ich später immer noch. So wandert Passknacker Nr. 1 in den Köcher. Dann geht's ein Stück recht öde an der Autobahn entlang, ohne Pickerl, und dann endlich ins Hinterland: Putzenbauer, Pass Lueg, Lienbachsattel. Der Lienbachsattel ist eine Mautstrecke (6 Euro) und die heute bisher imposanteste Strecke. Es fehlt jedoch ein markantes Passschild.



    Weiter über Pass Gschütt und Schwaigweg, kommt nach einigen Kilometern Bundesstraße die schönste Strecke heute: Der Sölkpass.





    Der liegt sehr abgelegen, verbindet zwei weit entfernte Täler, ist daher sehr lang, und wird im Winter nicht geräumt. So eine Art Österreicher Izoard? Naja, sicher nicht so spektakulär. Jedenfalls sehr schön hier, auch wenn kilometerweit gerade die Fahrbahn erneuert wird. Am Prebersee vorbei geht's dann nach Tamsweg, wo mein Hotel wartet. Ich erscheine pünktlich um 17:10, und beschließe noch zu tanken - schon wieder Shell, schon wieder kein Mecker.


    Das Hotel ist angenehm, und nach einem Spaziergang schmeckt das Backhendl noch besser. So kann man es aushalten!



    566 km heute. Morgen Abend treffe ich CHR_ in Slowenien.

    MO24 Team Reisen

  • Darf ich hier mit reinschreiben? Ja?

    Ich bin jetzt schon 3 Tage unterwegs - habs aus dem hohen Norden ja auch weiter. Und Autobahn fahr ich praktisch nicht.

    Bisher wars eher feucht im Harz und Kyffäuser, im bayrischen- und Böhmerwald dann nur noch kalt.


    Heute dann der Firma Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen einen Besuch abgestattet und mich in die Pole Position für die Großglocknerstraße begeben, die eigentlich morgen auf dem Programm steht.


    Aber mal sehen - denn bisher ist noch Regen angesagt ;( . Nicht daß das wahnsinnig tragisch wäre - aber doch nicht für 'ne 28,00 EUR Straße!

  • louis karte dabei?


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  • So, 10.7.22 Steiermark-Slowenien


    Gestern stelle ich nach dem Schreiben des Reiseberichts fest, dass ich kein Laptop-Netzteil dabei habe. Damit wird der Laptop zum Briefbeschwerer, außer ich treibe noch ein Netzteil auf. Heute ist Sonntag, und ab 13 Uhr bin ich planmäßig in Ländern unterwegs, wo ich die Sprache nicht spreche. Gar nicht. Ich habe mir Phrasen aufgeschrieben, aber "ich such eine Netzteil für ein 15 Jahre altes Laptop" war nicht dabei. Es geht um ein Lenovo Thinkpad, die haben zum Glück die Netzteile nicht oft geändert. Der Mitreisende hat ebenfalls ein Lenovo Thinkpad dabei, mit Netzteil, aber leider schon eine Generation neuer, mit eckigem statt rundem Stecker. Nach einigem Suchen finde ich auf willhaben.at, so einer Art Ebay Kleinanzeigen für Österreich, zwei geeignete Anzeigen und schreibe sie 23 Uhr an. Eine liegt auf dem Weg, die andere wäre 2 Stunden Umweg. Zuviel Zeit habe ich nicht, also hoffe ich auf die nähere.


    Nach der erholsamen Nacht kann ich mir beim Frühstück Zeit lassen, denn es ist Regen bis 8:30 angesagt, danach sind nur noch vereinzelt Schauer möglich. Ich frage mal den Wirt, ob er nicht ein Laptopnetzteil hat? Ja, so ein altes. Er sucht mal. Und er findet eines. Die Spannung passt, aber der Stecker nicht. Hm, daraus könnte ich mir was zusammenferkeln, der VDE guckt ja nicht zu. Verkaufst du mir das? Ach, nimm's einfach mit. Danke! Damit wäre die Notlösung gesichert.


    Einpacken, aufsatteln, und los. Die Route führt in die Richtung, aus der ich gestern kam. Erster Punkt ist Schwarzenbichl. Da steht eine markante Kappele.



    Die Straße ist nass, aber von oben kommt nichts nach. Es hat nur 10 Grad, darum trage ich die warme Unterwäsche - in der kühleren war es gestern doch phasenweise arg frisch, und da hatte es über 10 Grad. Wegen eines Formel 1-Rennens habe ich hin und wieder ein paar Autos mehr auf der Straße, aber nichts, was mich aus der Ruhe bringen würde. Gegen 10 Uhr prüfe ich meine Mails: Das nähere Netzteil klappt nicht, Verkäufer im Urlaub. Das weiter entfernte könnte klappen. Wir telefonieren. Er möchte heute ohnehin mit dem Auto irgendwohin, ich habe nicht verstanden, wohin, aber wir machen einen Treffpunkt aus, der in der Nähe meiner Strecke ist. Ich habe zwar wenig Lust und Zeit für Umwege, aber auf einen stromlosen Laptop habe ich noch weniger Lust. Da er sich an einem Autobahnrastplatz zwischen Villach und Klagenfurt treffen möchte, kaufe ich ein Autobahnmautticket. Das lohnt sich aber schon alleine für die gesparte Zeit, und 5,60 Euro ist dafür auch okay, wenn man die Preise in Italien oder Frankreich kennt. Damit wird die Gesamtroute von 388 km auf 465 km verlängert, und die Fahrzeit auf 9:30 Stunden. Uffff. Ich mache das beste daraus und drehe am Quirl - im Rahmen der StVO natürlich, denn in Österreich wird wirklich viel geblitzt. Außerdem ist zu schnell fahren verboten...!


    Das Treffen klappt, das Netzteil wandert für 20 Euro ins Topcase, und ich bin glücklich. Und im Stress, denn ich wollte gern nicht erst um 19 Uhr im Hotel ankommen. Es ist schon gebucht, und dort will ich Christoph treffen. Also los. Es geht zum Jauntalblick, und dann endlich Richtung Süden. Durch Völkermarkt, zum Hemnaberg, und dann zum Luschasattel. Die Strecke zwischen den beiden plant mein Navi außenrum, 30 statt 13 km, dafür aber sicher befahrbar. Umplanen kostet Zeit, und wenn's dann zu grob wäre, dass man umdrehen muss, ärgert man sich doppelt. Der Verkehr fließt, die Versys flutscht, alles funktioniert, nur der rechte Spiegel baumelt weiterhin etwas sinnlos im Wind, und ich dampfe die Ankunftszeit ein. Es läuft gut! Am Luchassattel wird's etwas abenteuerlich:




    Hinter Lavamünd geht's dann endlich nach Slowenien rein. Da fällt einem eine gewisse Last von den Schultern, und eine gewissen Gelassenheit macht sich breit. Und der Sprit ist mit 1,72 auch 28 Cent günstiger. Ich fahre zunächst Bundesstraße, dann Pässe: Graska Gora, durch Velenje, und weiter nach Süden. Es geht ein schönes Flusstal entlang, leider mit vielen Baustellenampeln. Später wird's es wieder bergiger und ich habe Almenland.



    Richtig gut gefällt mir der Pass Podmeja, wo es sehr kurvig zur Sache geht. Mir kommt eine R1 entgegen, wendet, und war dann nicht mehr gesehen - hihi.



    Es wird zunehmend warm. Eindeutig zu warm für die warme Unterwäsche. Leider kann man die Unterwäsche unterwegs nur sehr schwer wechseln. So trinke ich dagegen an. Es sind doch nur 23 Grad? Warum fällt mir das so schwer? Ich habe bin definitiv genug Motorrad gefahren heute, und verzichte auch auf die abendliche Tankstelle. In Trebnje ist das Hotel schnell gefunden. Es ist liegt abseits der Stadt, in einem Gewerbegebiet, wo am Sonntagabend natürlich nichts los ist. Christoph ist noch nicht da. Ich steige ab und will einchecken. Dabei stelle ich fest, dass ich einen blinden Fleck sehe, und zwar genau in der Mitte meines Fokus. Das ist bedenklich, auch weil ich das noch nie hatte. Mir ist aber nicht schwindlig, und ich kann nicht mal sagen, dass ich sonderlich viel Durst hätte oder müde wäre. Im Zimmer hüpfe ich aus den Klamotten und kühle mich mit Wasser, als ich Christoph ankommen sehe. Und das Gepäck habe ich auch noch nicht geholt (Topcaseinnentasche).


    Nach der Begrüßung gibt's Katzenwäsche, dann Abendessen. Frittierte Meeresungeheuer mit Pommes, dazu Cola und Radler. Uud ein Eis hinterher. Christoph verzichtet auf die Limos und ersetzt Eis durch einen Teller Suppe. Angeber!



    Anschließend gibt's eine Minute Kettenpflege aus der Dose, und er zieht mir den Spiegel wieder fest. Es waren 503 km heute, 9:39 laut Routenplaner. Ich bin froh, die Netzteil-Nebenmission gemeistert zu haben, und dass ich jetzt mit Christoph unterwegs bin. Heute war es echt hektisch. Für morgen Abend habe ich uns eine Ferienwohnung in Kroatien gebucht, die bisher sehr kontaktintensiv ist. Mal sehen wie das klappt. Ab jetzt gibt's keinen Regen und keine Kälte mehr. Ich freu mich :)

    MO24 Team Reisen

  • Mo 11.07. Slowenien - Istrien


    Die Nacht im Hotel war angenehm. Überhaupt ist das Hoteleinwandfrei, außer dass die hauseigene Gastro mit 20 Uhr etwas früh schließt. Und es liegt in einem Industriegebiet, so dass man eher nicht bei offenem Fenster bis 10 Uhr ausschlafen kann. Das wollen wir aber auch gar nicht, denn wir haben großes vor! Nach dem Hotelfrühstück wartet eine 412 km Tour mit 14 Passknackerpunkten nach Kroatien hinein.


    Als erstes geht's zum Aldi, der hier Hofer heißt - Getränke und Snacks für den Tag kaufen. Dann geht's durch Slowenien mautfrei und auch ein wenig passknackend nach Süden. Ich erkenne manches wieder. Slowenien ist noch immer ein schönes Land, das selbst in dieser besonders strukturschwachen Region noch irgendwie gepflegt wird. Straßenbelag und Trassierung am Petrinci bringen den Sportfahrer in mir zum schmachten.



    Nah der Grenze wird die Landschaft steiler, und es geht in Serpentien den Berg hinab, zu einem kleinen Grenzübergang, zur Ausreise aus Slowenien. Anhalten, Ausweise raus - hier ist Schengen Außengrenze! Freundlicherweise wird uns erst die Schranke geöffnet, und dann werden die Ausweise eingesammelt, im Grenzposten kontrolliert, und dann zurückgegeben. 200 Meter weiter, nächste Schranke, Einreise Kroatien, gleiches Spiel, nur dass die Schranke sich erst nach positiver Prüfung öffnet. Gut, dass man damit innerhalb des Schengenraums nichts mehr zu tun hat.


    Wir sind jetzt in Kroatien und bewegen uns in großer Höhe nach Süden. Es hat gerade mal 15 Grad. Da ziehe ich mir glatt es zusätzliches an, ich friere eigentlich schon den ganzen Tag und warte auf die versprochen Hitze. Kroatien hat hier inzwischen richtig gute Straßen. Die Kurven waren schon immer Klasse, aber jetzt ist auch der Straßenbelag überall zwischen Schulnote 1 und 3. Viele Kurven, viele Kehren. Ich habe meinen Spaß. Auf Christoph muss ich hin und wieder warten, denn er gibt sich den Kurven nicht so sehr hin. Bei seiner Bereifung auch kein Wunder... und er hat einfach andere Prioritäten.


    Kurz vor Rijeka fahren wir auf die Autobahn auf, um die Stadt zu durchqueren, obwohl der erste Abschnitt Maut kostet. Das gönnen wir uns einfach! Denken wir. Bei der Einfahrt zieht man ein Ticket, und 5 Minuten später wird die gesamte Autobahn durch eine Mautstelle gepresst. Rückstau ohne Ende, pralle Sonne, und wir sind brav. Das hat in Summe sicherlich keine Zeit gespart, dafür aber dem Mautbetreiber 2x 40 Cent eingebracht. Herzlichen Glückwunsch! Die restliche Autobahn quer durch Rijeka ist dann aber erfreulich frei von Staus und Blitzern. Schließlich führt uns die Rute in die westlichste Region Kroatiens, auf die Halbinsel Istrien. Wir fahren echt lange den bewaldeten Berg hoch, und dann einige sehr einsame Straßen, wo wir gut voran kommen. An den Passknackerpunkten sind leider nur Kilometerschilder, was etwas schade ist. Wir kommen durch einen Ort mit einem wenig selbstbewussten Namen.



    Kurz dahinter gibt's eine Anomalie im Grenzverlauf: Eine kroatische Straße verläuft im Bogen kurz über slowenisches Staatsgebiet. Einen Grenzposten gibt's aber erst bei einem Abzweig Richtung Slowenien. Trotzdem ist bei der Grenze ein hoher Zaun mit NATO-Zaun drauf, und mein Navi wollte auch nicht durchrouten, aber es sind Tore drin, und die sind heute offen. Interessanterweise scheint es hier keinen kroatischen Grenzposten zu geben. Und an einer Stelle ist der Grenzzaum platt gedrückt worden, sind die etwa überrannt worden?



    So oder so, es ist eine schöne Gegend zum Motorrad fahren. Leider ist die Route mit 412 km heute eher lang, und aus den 8 Stunden Fahrzeit im Navi wird wohl nichts. Statt wie sonst 17 Uhr sind wir wohl erst 19 Uhr an der Unterkunft, und diese ist heute eine Ferienwohnung, weil die Hotels hier in dieser beliebten Tourigegend entweder ausgebucht sind oder teuer - unser Limit ist bei etwa 50 Euro pro Person und Nacht. Die schöne Landschaft hat ihren Preis.



    Recht spektakulär ist dann wieder der Punkt Poklon. Der liegt über einem neuen Autobahntunnel. Von der Ostseite hat man eine spektakuläre Aussicht.



    Dann geht's zur Küste runter, und mein Navi hat den genialen Einfall, über die Autobahn in Gegenrichtung wieder zum Tunnel hoch zu fahren, aber kurz vorher runter - da ist eine Ausfahrt, die insbesondere für Fahrzeuge mit Gefahrgut gedacht ist, die nicht in den Tunnel dürfen. Leider ist dieser Ausfahrtbereich zur Zeit Baustelle und eher Wüstenlandschaft, und außerdem mit einer Schranke gesichert. Ein Mitarbeiter trabt hektisch herbei und öffnet uns die Schranke. Prima Service! Es ist also vorgesehen und möglich, hier entlang zu fahren. Die Straße ist aber trotzdem die abenteuerlichste Strecke heute. Es geht erst über sandige Baustellenpisten, dann über 2 Meter breite Waldwege, das alles bei gefühlt 25% Gefälle, und dann über Betonpisten mit Querrillen und gefühlt 35% Gefälle. Wie hier Gefahrgutfahrzeuge fahren können sollen, ist mir ein Rätsel.


    In Dobrec erreichen wir wieder die Zivilisation, und leider auch den Touri-Hotspot "Küste". Immerhin können wir hier tanken, und ab jetzt tanken wir gleichzeitig per Tankwartlösung, mit abwechselndem Bezahlen. Ich habe mehr Reichweite, aber auch mehr Verbrauch. Ich tanke also nur bis zum 1. Klicken voll, damit ich Christoph nicht über den Tisch ziehe. Der Sprit kostet hier 13,5 Kuna je Liter, das sind 1,80 Euro. Dann geht's 20 km die Küstenstraße runter, leider größtenteils bebaut, und zur Ferienwohnung. Die ist schwer zu finden, aber Anwohner helfen uns. Auf Deutsch. Auch in der Ferienwohnung spricht man Deutsch. Wir haben heute nur ein Zimmer, und Christoph muss aufs Schlafsofa. Es ist 19 Uhr und es war für uns beide definitiv lang genug bzw. zu lang. Wir beschließen, morgen kürzer zu fahren.


    Das Abendessen gibt's einen Ort weiter im Restaurant, und davor noch im Supermarkt die Versorgung fürs Frühstück, und um über den Tag zu kommen.



    Zielerreichung: 50% Österreich, 19% Kroatien, 0% Bosnien-Herzegowina, 4% Ungarn, 0% Montenegro, 13,6% Slowenien (da habe ich den Landespreis schon)

    MO24 Team Reisen

  • Di 12.7. Cres Krk Velebit


    Der Tag beginnt für mich um 5 Uhr morgens mit dem Sonnenaufgang. Richtig gut schlafe ich nicht. Wir wollen heute mit einem kleinen Inseltrip starten. Dazu brauchen wir zwei Fähren nach Cres, und von Cres wieder runter. Die Fähre geht nur alle 90 Minuten, also beschließen wir, einfach mal früh hin zu fahren, die Wartezeit ggfs. mit dem eingekauften Frühstück zu überbrücken, oder die Insel zu streichen und durch Küstenstraße zu ersetzen, falls die Wartezeit zu lange wäre.


    Wir starten 8 Uhr gepackt und bei guter Laune die 20 km zum Fähranleger. Es kommt uns ein ganzer Schwall von Fahrzeugen entgegen: Erst Motorräder, dann Autos, dann langsamere Großfahrzeuge. Das ist ein gutes Zeichen! Auch die Autoschlage vor uns erfreut uns, noch mehr jedoch die freie Spur für Sonderfahrzeuge in der Mitte (Feuerwehr, Polizei, Busse, Motorradfahrer). Schnell zwei Tickets kaufen, vor rollen, und nach 3 Minuten rauf auf die Fähre. Das lief prima!


    Die Überfahrt dauert nur 15 Minuten, da lohnt es kaum, das Frühstück auszupacken. Das erledigen wir auf der Insel Cres, bei der ersten schattigen Haltegelegenheit mit Aussicht. Die sind nicht leicht zu finden, aber heute ist es bewölkt, das macht es einfacher. Dann geht's weiter über die Insel, auf einer bemerkenswert schönen Straße.




    Danach geht's auf die nächste Fähre auf die Insel krk. Die hat ähnliche Zeiten wie die erste Insel. Hier warten wir ganze 15 Minuten. Läuft gut heute! Die Insel Krk ist per Brücke mit dem Festland verbunden, das macht es einfacher - und leider auch sehr verkehrsreich. Irgendein Wohnmobilfahrer hat überhaupt kein Problem damit, hinter sich eine Schlage bis zum Horizont her zu ziehen, und meinem Mitfahrer fehlt noch der letzte Schliff beim Überholen. Gerade wieder auf dem Festland angekommen biegen wir ab ins Hinterland, und plötzlich sind wir wieder fast komplett alleine auf der Straße. Bisher war Touri-Tour, jetzt ist wieder Passknacker angesagt.



    Zur Stadt Breze gibt es zwei Straßen. Die kürzere führt durch den Wald und hat schon bessere Zeiten gesehen. Es stehen auch kein Wegweiser an der Kreuzung. Wir machen Adventure, damit Christoph auch mal vorfahren darf. Aus dem Hinterland heraus geht es durch eine Hochebene, wo wir tanken und Eis fassen. Hier ist wieder Zivilisation und Betrieb. Es fällt auf, dass alle Menschen, denen wir begegnen, ausnehmend freundlich sind, obwohl wir nur Englisch mit ihnen sprechen können. Teilweise werden wir auch auf deutsch angesprochen. Merke: Einer der Vorteile des Reisen als Deutscher ist es, dass die Menschen überall freundlicher sind als daheim. Zurück an die Küste nach Senj geht es über folgende Landschaft:



    Und das sieht in Echt noch 100x besser aus. Die Küste mit den Inseln macht optisch wirklich was her. Unten gibt's eine kurvige Küstenstraße.



    Da gibt's auch einen Apriliafahrer mit kroatischem Nummernschild, der uns beim fotografieren mit zornig dröhnendem Motor überholt. Ah, ein Freund! Da fahre ich doch mal hinterher. Ich stelle verwundert fest, dass ich aufschließen kann, und dann parkt er die Kurven zu, fährt aber geradeaus bis xyz km/h. Naja! Ich bummle vor dem Abzweig rum, Mitfahrer einsammeln, und dann wieder ab in die Berge. Es geht in den Velebit Nationalpark. Da ist alles asphaltiert, man fährt viel im Wald rum, und es ist so einsam, dass wir uns fragen, ob wir versehentlich in ein Atomtestgelände gefahren sind. Unter ein Auto je Stunde. Hier und da mal ein Stein auf der Straße, aber sonst ausnehmend guter Straßenzustand. Ich fahre die Seiten von den äußeren Profilblöcken an.


    Unterkünfte gibt's hier leider auch nicht, darum müssen wir wieder an die Küste runter. Dazu überqueren wir einen Schotterpass, der eigentlich nur als Abstecher gedacht war.



    Einem von uns gefällt das besonders!



    Ich habe extra noch meine schweres Gepäckteile auf den Sozius geschnallt, um das Topcase und den Träger zu entlasten. Nach 8 Kilometern wird die Straße asphaltiert und windet sich die Küste herunter.



    Wun-der-schön! Die Ferienwohnung ist schnell gefunden. Hotels gibt nicht, oder sind ausgebucht, oder unverschämt teuer. Durch die vielen Ferienwohnungen partizipiert die Gesamtbevölkerung vom Tourismus, und es entstehen keine Bettenburgen. Unsere heutige Ferienwohnung hat ein Schlafzimmer mit Doppelbett für Christoph, und ein Schlafsofa für mich. Auf Nachfrage richtet die außerordentlich freundliche Wirtin das Bett ein, und damit steigt meine Laune doch deutlich: Es kommt eine eigene Liegefläche mit Matratze drauf. Für morgen buche ich trotzdem zwei Zimmer in einem Hotel im Hinterland mit insgesamt 6 Betten ;)


    Es gibt ein fußläufiges Restaurant mit Dorfsupermarkt fürs morgige Frühstück, und wir lassen den Tag auf der Terrasse mit Aussicht ausklingen. Freundlicherweise parkt nach dem Restaurantbesuch eine K 1600 GTL neben unseren Motorrädern, womit sie als zusätzlicher Diebstahlschutz für unsere Motorräder fungiert ;)



    Heute wollten wir kürzer fahren, aber es war dann irgendwie doch wieder 18 Uhr bei der Ankunft. Insgesamt ist es herausfordernd, aber die Chemie stimmt. Von Kroatien als Reiseland bin ich bisher schwer angetan! :)



    352 km heute. Kein Grenzübertritt. 35% Kroatien.

    MO24 Team Reisen

  • Schöne Straßen da - gegenüber von vor fast 10 Jahren ist viel neu asphaltiert und perfekt fahrbar. Es sind aber noch manchmal kleine Herausforderungen vorhanden.


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    Alles friedlich da, kein Grund zur Beunruhigung :) .

  • Jaaa... den Weg über Cres kennen wir auch. :)


    Navi meinte "Rechts abbiegen, auf die Fähre auffahren" - cool. Unsere gebuchte Unterkunft war auf Krk, also fast am Ziel? - Nö. Falsche Insel ^^


    Auf Cres dann erstmal Tankstelle gesucht.. Zeit verloren.. und die Fähre nach Krk verpasst. Wir standen/saßen dann am Hafen rum, brütende Hitze - und die plöde Fähre hatte auch noch bei der nächsten Tour riesige Verspätung.


    Aber trotzdem noch gut auf Krk angekommen, eine nette private Unterkunft mit Balkon und fußläufig zum Meer gefunden (Punar), günstiger als in Vrsar. Wobei richtig günstig wurde es dann wirklich erst, wenn man sich von der Küste wegbewegt. Da gab es dann auch Ferienwohnungen für 30€ (Fuzine).

    *Lille*

  • Wow! Sieht echt richtig toll aus da in Kroatien! :love:

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

  • Mi 13.7. Zeljava, Udbina


    Die Nacht war eher weniger erholsam wegen einer feiernden Gruppe in der Ferienwohnung daneben, einem lautstarken Kühlschrank, einer unebenen Liegefläche und wegen einer knarrenden Tür. Naja. Ich bin müde genug ins Bett, dass ich danach trotzdem erholt war. Wir sind beide früh auf den Beinen, frühstücken in der Fewo und sind um 8 Uhr fertig gepackt und bereit zum Start. Prima! Wir haben beschlossen, dass es ruhig mal kürzer sein darf, also werfen wir zwei "XXX"-Schotterstrecken aus der Route. Damit wird kürzer. Wir haben ja auch Sightseeing heute.


    Die Route beginnt mit fröhlicher Fahrt auf der Küstenstraße, immer mit Aussicht aufs Meer und die eine oder andere vorgelagerte Insel, mit und ohne Vegetation. Die Fahrt ist frei und fröhlich, weil es inzwischen eine parallele Autobahn gibt. Nach 25 km biegen wir links an, in die Berge. Aussicht vom ersten Passknackerpunkt:



    Wenn das kein Urlaubsfeeling gibt, weiß ich auch nicht. Es geht recht direkt quer über die Berge und durchs Hinterland, eine gute Gelegenheit für frischen Sprit. Rund um die Region mit den Plitvicer Seen ist mehr Verkehr auf den Straßen, Normi-Touristen werden anscheinend vom Wasser angezogen, da muss man auch mal hinterher dämmern... die meisten erreichen aber immerhin das Tempolimit. Neben ein paar weniger spektakulären Passknackerpunkten habe ich noch ein morbide touristisches Ziel in der Route. Ein verlassene Militäranlage in Grenznähe zu Bosnien und Herzegowina.


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    Dieses alte Flugzeug steht noch vor dem Zaun mit offenem Tor. Dann kommt eine Ortschaft. Dann eine Asphaltpiste, und schon ist man mitten auf dem Rollfeld und kann sich seine Start- und Landebahn aussuchen.


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    Ein Polizeiauto steht rum, zwei Polizisten sitzen gelangweilt drin. Man kommt hier her ohne irgendein Schilder oder Hindernis. Sie fahren los. Ich winke. Sie winken zurück und fahren von dannen. Spannender sieht's im Berg aus:


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    Kann man da rein fahren?


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    Ja, aber es lohnt nicht wirklich. Außer Dunkelheit, Schutt und Kälte gibt es hier nur reichlich Gefahrenstellen von oben und unten. Wir begeben uns zurück zur Zivilisation. Da der Flughafen genau auf der Grenze zwischen Kroatien und Bosnien-Herzegowina liegt, muss man aufpassen, dass man keinen illegalen Grenzübertritt hinlegt. (Nebenbei noch EU-Außengrenze, aber das nur am Rande.) Also fahren wir vorsichtshalber den gleichen Weg zurück wie rein. Es folgen Bundesstraßen, aber auch einiges an einsamen Strecken auf Hügelland.


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    Und dann haben wir endlich auch mal schlechte Straßen! Tempo 20 die nächsten 27 km! Bis auf ein Stück Waldwirtschaftsweg ohne Wegweiser war bisher JEDE EINZELNE Straße besser als der Durchschnitt in Deutschland. Und jetzt muss man sich eben doch mal die Schlaglöcher genauer anschauen... und wehmütig an den zweiten Radsatz denken, der daheim liegt, und bereits Höhen- und Seitenschlag hat.


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    Gegen 15:00 stellen wir fest, dass wir mit der Tagesroute schon fast fertig sind. Wir könnten jetzt direkt zum Hotel, dann ist sehr früh Schluss (das wäre peinlich), oder das Hotel stornieren, und weiter auf der nächsten Tagesroute eines finden (da finden wir keines) oder einfach noch die ersten zwei Punkte der morgigen Tour heute fahren. Wir nehmen die Verlängerung und checken 17 Uhr im Pink Panther ein. Ein echtes Hotel! Mit Bar, aber ohne Restaurant. Wir haben heute getrennte Zimmer, aber Christoph hat einen Balkon und einen Sessel, da haben wir noch unseren Gemeinschaftsraum.


    Nach einem Dorfrundgang kaufen wir fürs Frühstück ein und für den gemütlichen Teil des Abends. Dann gehen wir zum Restaurant, das ist zwar eigentlich weit, aber Google Maps empfiehlt eine Abkürzung - ich wage mich todesmutig in Flipflops auf die 10 Minuten weg. Leider gibt's real nur 90% des Weges, die letzten 10% sind erst Geröll, dann Baustelle, und weiter vorne sehe ich eine Baustelle wo ein Rohr quer verlegt wird, und angesichts der Vegetation dürfte noch weiter auch noch ein Bach sein. Welch peinlicher Planungsfehler! Immerhin ist es der erste. Also zurück den Berg hoch, wenigstens mit leerem Magen, und dann halt doch Motorrad gefahren. Die Portionen sind reichlich und am Nachbartisch erzählt uns ein Kroate aus Split alles über die Sehenswürdigkeiten in seinem Land. Das ist echt lieb, und obwohl ich schon alles geplant hatte, nehme ich einen Tipp tatsächlich an. Da bin ich ja mal gespannt.


    Heute war ein Tag mit viel Abwechslung, der sich wegen der Abwechslung echt länger angefühlt hat als er war. Kroatien verwöhnt uns weiterhin mit bestem Wetter, freundlichen Menschen, interessanten Landschaften und gutem Essen.


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    392 km heute. Kein Grenzübertritt. 52% Kroatien.

    MO24 Team Reisen

    Edited once, last by blahwas ().

  • Na klar, lohnt sich reinfahren. Ist nämlich echt groß!


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    Den Mittagssnack hat Blahwas unterschlagen - ansonsten habe ich nichts hinzuzufügen.


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    Ist echt praktisch so - ich muß mich nicht um die Planung kümmern. Und kann abends lesen, wo ich war!

    Dafür erstmal ein dickes Dankeschön an den Reiseleiter!

  • Do 14.07. Kroatien und ein Abstecher nach Bosnien


    Wir fahren heute zunächst zügig Hügelland in Kroatien.



    Dann haben wir einen Abstecher nach Bosnien, wo wir ordnungsgemäß einreisen. EU-Außengrenze, daher bitte mit Fahrzeugschein. Es ist ein Grenzübergang mit wenig Verkehr, daher keine Wartezeit. Der Bosnische Grenzposten ist deutlich kleiner als der Kroatische. Dann fahren wir Hügelland in Bosnien.



    Dann den gleichen Weg zurück, rolle ich ohne Motor zwischen den Grenzposten und erschrecke damit die kroatische Grenzerin, die mich in ihrem Kabuff nicht kommen hört. Hihi! In der nächsten Stadt gibt's Getränke im Cafe zum Abkühlen, frischen Sprit für die Moppeds, und dann wieder Hügelland in Kroatien.



    Es geht viel ziemlich direkt geradeaus mit guter Sicht und wenig Verkehr. Wir machen gut Strecke und es kommt eines gewisses Overlander-Feeling auf. Dann geht's auch mal höher.



    Und dann 80 km zum nächsten Passknacker. Wir zahlen keine Maut, die meisten Autobahnen kosten Maut, und mein China-Navi findet interessante Wege. Uns kommt eine offensichtlich geführte BMW GS-Truppe entgegen, also kann das so falsch nicht sein. Ich bin mal wieder Premium-Tourguide.


    Nachmittags wird es über 30 Grad warm, und ich muss mal wieder in die Trickkiste greifen: Nasses Schlauchtuch über Kopf und Hals, und alle Lüftungen zu. Am nächsten Punkt passieren wird Steinbrüche für helles Dolomit-Gestein. Die Tenere würde optisch gut rein passen, aber der Spieltrieb hält sich in Grenzen.



    Ein schöner Passknackerpunkt ist dann der Aussichtspunkt oberhalb des Flusses Cetina.



    Der hat sich hier einige 1000 Jahre lang in die Felsen gegraben, und jetzt sieht das so aus.



    Nein, das ist keine Brücke da unten!



    Wir sind aber auch ratlos, was es denn sonst sein soll. Wir folgen der Schlucht auf der Südseite. Das ist ein Tipp von gestern vom Steakfreund Ivan aus dem Restaurant. Da ist es kühl und hübsch einsam. Dann geht's wieder der Berg hoch, und über einen kleinen Pass (aber kein Passknacker) zur Küste runter.



    Überhaupt hätte man auf der Route heute locker 20 zusätzliche Passknackerpunkte in die Datenbank eintragen können. Aber es muss ja nicht alles so engmaschig dokumentiert werden wie in den 200 km rund um Basel ;)


    Wir haben heute zwei getrennte Ferienwohnungen in einem küstennahen Ort, wo jedes zweite Haus ein Ferienwohnungs-Zweckbau ist. Es gibt auch genau ein Restaurant im Ort, wo wir hin laufen können. Das Essen ist nicht schlecht, aber teurer als gestern, und dafür weniger. Da ich es wieder mal auf die Speisekarte der Insekten geschafft habe, geht's bald zurück, bevor mir noch das Voltaren ausgeht. Ein weiterer gemütlicher Abend auf dem Balkon, akustisch untermalt von einer deutschen Partygruppe in einer Ferienwohnung 200 Meter weiter.


    Zielerreichung: HRV 61%, BIH 4,5%. 3 km hinter Planung, aber 2 Passknackerpunkte vor Planung

    MO24 Team Reisen

    Edited once, last by blahwas ().

  • Fr 15.07. Skywalk, 40 Grad in Mostar, Ernsthaft Bosnien


    Wir hatten eine angenehme Nacht. Das Frühstück aus dem Supermarkt heben wir uns für den ersten Pass auf. Das ist ein besonderer Punkt: Sveti Jure. Für 9 Euro Maut bekommt man eine Sackgasse, die auf über 1700 Meter führt. Die Strecke ist 1,5-spurig, und mit einem Skywalk auf halber Höhe ausgestattet. Wir haben Glück mit dem Verkehr. Es ist wenig los, und die paar Autos, auf die wir auflaufen, lassen uns bald passieren. Nur einer nicht, der hat keine 5 Sekunden Zeit, und wenn es für ihn eng ist, müssen wir eben auch warten. So brauchen wir für die letzten 2 km ebenso lang wie für die 10 km davor. Da kommt Freude auf. Aber die Aussicht ist super.




    Runter geht es auf der Suche nach einer schattigen Frühstückgelegenheit. Da werden wir bald fündig. Im Hintergrund Touristenbespaßungsfahrzeuge. Kann man wohl nur gut finden, wenn man kein Motorrad fährt.



    Weiter unten kommt der Skywalk. Wir gucken uns das Gedränge an und entscheiden bald, dass es uns den Zeiteinsatz von ca. 20 Minuten nicht wert ist - außer senkrecht nach unten gucken hat es keinen Mehrwert. Weiter unten haben wir wieder den störrischen Autofahrer vor uns, aber ich kann ihn erst überrumpeln und dann taktisch klug einen Mini-Stau auslösen, dass Christoph auch vorbeikommt. Zeitverlust Autofahrer: 10 Sekunden. Zeitgewinn Motos: 5 Minuten.


    Es folgen ein paar Punkte solide Passknacker Hausmannskost: Gut ausgebaute Strecken mit tollem Belag. Danach geht's quer durch die Landschaft in Nord-Süd-Richtung. Das ist fürs Navi eine Herausforderung, weil es Berge, Täler und Straßen vor allem in Ost-West-Richtung gibt. Wir fahren also sehr schmale Straßen mit sehr wenig Verkehr.



    Nur das Postauto erschreckt uns. Und es wird heiß! Es sind 39 Grad angesagt. Daher kehre wir um 12 Uhr ein, gern in den klimatisierten Innenraum, und genießen kalte Getränke. Es folgt ein Grenzübertritt nach Bosnien. Bei der Ausreise aus Kroatien wird alles ordentlich erfasst. In Bosnien hängt der Grenzer überm Stuhl und winkt alle nur gelangweilt durch. Na von mir aus. Bosnien fühlt sich gleich deutlich anders an. Wir sind nicht mehr in der EU. Auf der Hauptverkehrsachse ist enorm viel Verkehr, und alle 2 km gibt es eine Tankstelle, und alle 10 km einen Blitzer. Alles ist älter und maroder, oft liegt Müll an der Straße. Wir ziehen Bargeld aus dem Automaten - konvertible Mark, 1,95 für einen Euro - und fahren weiter nach Mostar. Da gibt es einen imposanten Passknackerpunkt:




    Und außerdem eine historisch Brücke, die den muslimischen und den christlichen Stadtteil miteinander verbindet. Trotz 40°C gehen wir da hin. In Motorradklamotten - siehe Zielbeschreibung ganz am Anfang des Berichts.



    Man wird schon vor dem Einparken alle 25 Meter angequatscht. Aus dem Supermarkt gibt's frische Getränke, denn meine Vorräte sind zwar noch vorhanden, haben sich aber leider aufgewärmt. Weiter geht's nördlich nach Rujiste, und dann wieder zurück. Fotomotiv ist mal wieder ein Gedenkstein. Zu Gedenken gibt's hier leider viel.



    Hier gönnen wir uns noch Cola und Eis, leider finden wir nur ein Tankstellencafe, und noch leiderer wird im klimatisierten Innenbereich geraucht, also sitzen wir draußen. Nichtraucherschutz, wieder so ein EU-Ding. Die Polizei ist auch schon da und isst fleißig.


    Jetzt geht's 100 km Bundesstraße nach Neum an die Küste. Es hat weiterhin 38-40 Grad. Trinken tut Not. Ich befeuchte immer wieder das Schlauchtuch an meinem Kopf und meine Handschuhe. Wir halten zum trinken an einer Tankstelle, und ich sehe jemanden sein Auto waschen. Da gehe ich doch mal hin, sage Hallo, schließe den Helm und mache eine einladende Handbewegung: Das versteht jeder und es gibt eine Rundumdusche. Die sollte eigentlich eine Weile kühl halten, aber ich fürchte, das meiste ist an der Imprägnierung einfach abgeprallt.


    Neum ist ein besonderer Ort für Bosnien-Herzegowina, weil es der einzige Meereszugang ist. Das heißt für Kroatien auch, dass man durch Bosnisches Territorium muss, mit 2x2 Grenzübergängen, wenn man die kroatische Küste entlang fahren will. Darum baut Kroatien einen große Brücke zu einer vorgelagerten Insel. Die Brücke ist bereits fertig, wir können sie sogar sehen, sie wird aber erst in 2 Wochen eröffnet. Es gibt eine Fähre, die aber nur alle 2,5 Stunden verkehrt. Da auf der Insel auch zwei Passknackerpunkte sind, haben wir da einiges hin und her geplant. Jetzt läuft es darauf hinaus, dass wir die beiden Punkte morgen früh fahren. Heute waren dafür Hem (Mostar) und Rujiste in der Route. Wir bleiben also zwei Punkte vor der Planung, und die Unterkunft ist 20 km vor der Planung. Alles fein! Oder?


    Wie kommt man eigentlich zur Unterkunft? Sie ist nah am Meer, und Neum ist steil. Mein Navi will uns eine Treppe hinab führen - pfui. Leider gibt es auch viele Einbahnstraßen, so dass es später wird... und dann ist die Unterkunft am Ende einer langen Sackgasse voller Hotels und Ferienwohnungen. Es ist wenig Verkehr, aber viel zugeparkt - zum Glück kein Problem mit dem Motorrad. Die Unterkunft ist voll in Ordnung, der Wirt spricht sogar deutsch. Überhaupt hat bisher jeder mit uns sofort ungefragt deutsch oder englisch gesprochen. Wir sind direkt an der Bucht.



    Wir bummeln etwas in der Stadt herum und landen vor zwei Restaurants. Wir entscheiden uns für das linke. Das Essen ist viel günstiger als gestern und auch gut. Der Supermarkt daneben versorgt uns mit allem nötigen für morgen. So geht's zurück ins Hotel. Wir begutachten noch mein Motorrad, das jetzt beim Ein- und Ausfedern des Hecks quietscht. Wir beschließen, noch nicht den ADAC zu rufen. Die Aussicht hat sich auch verändert.



    Die Hotelsuche für morgen abends in Montenegro gestaltet sich dagegen sehr schwer. Die Ferienwohnungen haben wieder nur Doppelbett plus Schlafsofa oder 3 Betten in einem Raum, keiner hat zwei Ferienwohnungen in einem Haus frei, oder es gibt kein WLAN. Hotels gibt es nur zu völlig absurden Preisen zwischen 300 und 2000 Euro pro Nacht. Expedia erleichtert die Suche nach Unterkünften mit mehreren Zimmern, stellt aber spätestens beim Sortieren nach Preis oder beim Herauszoomen aus der Karte den Dienst ein. Was soll das denn? So gehen sagenhafte 50 Minuten ins Land, bis wir eine Unterkunft haben - und selbst da wird Christoph auf dem Sofa landen.


    WLAN ist wichtig, weil hier nicht in der EU sind, so dass einem die Handyprovider die Leitung abklemmen und danach ein Paket mit 3 MB für 15 Euro verkaufen wollen, in der Hoffnung, dass jemand MB nud GB verwechselt. Unfassbar.


    11,4% Bosnien, 69,8% Kroatien, Rangliste Platz 4.

    MO24 Team Reisen

  • Mein Provider ist was günstiger - 50MB für nur 4,99 EUR. Halte ich aber auch für völlig überteuert.


    Ist aber auch auf Dummenfang mit einem Paket 500MB für 4,99 EUR für den EU-Raum. Wer bucht denn sowas? Ist doch seit EU-Roaming obsolet.

  • Lags an der Hitze - oder an Bosnien Herzegowina. Normal überholt Blahwas alles was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Egal ob sinnvoll oder nicht.

    Aber heute - ein vorbildlicher Verkehrsteilnehmer. Sogar Schilder mit Geschwindigkeiten drauf kann er heute sehen. :D

  • Mehr Überwachung einerseits, mir noch unbekannte Fahrkultur andererseits. Christoph hält derweil am Stoppschild ;)

    MO24 Team Reisen

  • Dann solltest du auch in Montenegro vorbildlich sein 😉. Da haben wir die meisten Kontrollen gesehen. Aber ansonsten bisher ein schöner Bericht und euch noch eine schöne Tour :)

    Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der


    Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können.

  • Die sollte eigentlich eine Weile kühl halten, aber ich fürchte, das meiste ist an der Imprägnierung einfach abgeprallt.

    Doofe Frage: Warum nicht das T-Shirt unter der Motorradjacke nass machen? Kühlt direkter und hält sicher länger und lässt sich an jedem Wasserhahn erledigen.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

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