Basis-Kurventraining in Schlüsselfeld

  • So, hier dann der langersehnte ;) Bericht. Hab den gestern nicht mehr geschafft, ich war dann doch zu müde. Hab mir abends noch ein paar Notizen gemacht und hoffe daher, daß ich das alles so sinngemäß und richtig zusammenbekomme.

    Wird leider ein bißchen länger, geht also schon mal Kaffee und Gebäck holen oder blättert einfach weiter. Ich merke nämlich beim Tippen, daß es erstens ungeheuer viel war und das zweitens für mich auch eine ganz hilfreiche Erinnerungshilfe ist. Dann kann ich auch mal nachlesen. Also...



    Gestern war es dann so weit. Nach früh(!)morgendlichem Tanken von Markensprit und einer... erfrischenden... Tour nach Bamberg und dem Rest der Fortbildung dort und einem leichten (15 PS!) Mittagessen bin ich dann nach Schlüsselfeld getuckert. Zum für 15 - 21 Uhr angesetzten Basis-Kurventraining beim ADAC. Allerprächtigstes Wetter, nicht ganz so warm, wie befürchtet, rund 25 Grad, Sonne, ein paar Wölkchen. Um kalten Asphalt mußte man sich jedenfalls keine Sorgen machen. Dafür um die Klamotten. Na ja, die abends dann mal gründlich lüften...


    Nach kurzem Einchecken ging es dann in einen Seminarraum, da gab es dann zuerst zu sechst (hab mich schon gefreut) eine... Vorstellungsrunde! Mit... Moderationskärtchen! Na ja, die Erfahrungen und Wünsche und Erwartungen müssen natürlich irgendwie abgefragt werden. Da zeigte sich dann auch ganz flott, daß alle die Wünsche in den sechs Stunden garantiert nicht komplett unter einen Hut zu bekommen sein würden.

    Es gab aber glücklicherweise nicht nur endloses Begrüßungsblabla - im Rahmen der Wunsch-Abfrage gab es noch ein paar - durch erheiternde Anmerkungen aus dem Teilnehmerkreis garnierte - Instruktionen zur richtigen Sitzposition (im Straßenbetrieb dicht am Tank, um Last auf's Vorderrad zu bekommen und beim Bremsen nicht nach vorn zu rutschen und sich irgendwelche Organe zu prellen, auf der Rennstrecke eher weiter hinten, um auf dem Mopped hin- und herkrabbeln zu können und situativ mehr Last aufs Hinterrad zu bekommen). Die Linienführung in der Kurve wurde auch kurz angerissen, die Frage: "wie weit guckt man eigentlich in die Kurve" wurde aber nicht ausgewalzt. Die "zwei Sekunden weit" blieben bis zum Kursende undiskutiert.

    Aber ich wurde etwas nervös, denn ich wollte nicht sabbeln, sondern rumfahren. Nach rund einer Dreiviertelstunde waren dann auch alle Nachzügler eingetrudelt und es ging dann raus auf's Gelände.


    Es war ein lustiges, in jeder Hinsicht buntgemischtes Häufchen: nur entspannte, nette Leute, kein oberschlauer "Ich-weiß-schon-alles", 5 Teilnehmer und 5 Teilnehmerinnen im Alter von "jung" bis Rentner (tendentiell aber schon eher Jüngere), von den Wünschen von "die in der Fahrschule entgangene Ausbildung nachholen" (Hier bitte keinesfalls eine süffisanten Unterton herauslesen! Aus meiner Sicht völlig berechtigt!) bis "will mal auf die Rennstrecke" und einer breitgefächerten jährlichen Fahrleistung. Wobei die 125erInnen in der Fahrleistung in der Spitzengruppe lagen...


    Und es waren dabei: Z900, irgendeine Ducati, CB650R, MT-125, YZF-R125, Z-125, eine größere BMW mit Kardan, Trident 660, Duke 390 und irgendeine naggerte, größere BMW (Hab da mal heimlich nach den anderen Moppeds geschielt, ohne daß meine Kleine das mitbekommen hat, hab aber bei keinem Anblick der anderen Motorräder das große Sabbern gekriegt... :/).



    Vorneweg gab es dann noch schnell die Demonstration des umkippenden Moppeds beim Gebrauch der Vorderradbremse im Schrittempo. Dann aber fahren.



    Auf dem großen Platz waren ein paar Hütchen aufgebaut, da gab es ein paar Aufwärmrunden auf dem Platz. Anschließend galt es, ein wenig Slalom zu fahren. Unterbrechung, Abfrage, wie man denn so um die Hütchen herumkommt. Der Lenkimpuls wurde bekanntgemacht, also ein paar Runden mit beherztem Lenkimpuls. Hmmm, fand ich jetzt nicht sooo neu.


    Dann wieder eine Unterbrechung, Sammeln, Erklärung des Einsatzes des Körpers, um das Mopped weiter um die Hütchen zu schubsen, Propagieren eines ordentlichen Knieschlusses. Mit Übung: Mopped auf den Seitenständer, auf den Fußrasten aufstehen. Einmal mit und einmal ohne Hände am Lenker. Hier hat mir wohl ein wenig die Sonne auf die Birne geschienen, das hab ich nicht so ganz begriffen, hab mein Unverständnis aber auch nicht thematisiert. Ich hab in den folgenden Runden bewußter und gefühlt gekünstelt mit dem Innenknie am Tank herumgeschubbert und fand das doof. Hab dann geslalomt, wie ich das immer mache und fand das erheblich besser. Vielleicht reicht das, was ich mir beigebracht habe, ja auch schon völlig aus. Oder ich mache das sowieso einigermaßen richtig und hab nur die Erklärungen nicht verstanden. Ich werd' mal experimentieren. Immerhin hat der Trainer in der Zeit nicht nur Zigaretten geraucht, sondern seine Lehrlinge beobachtet, ab und zu jemanden rausgewunken und ein wenig erklärend korrigiert. Mich aber nicht, war also wohl nicht so schlimm.


    Dann gab es noch einmal Erklärungen: Es galt, die Blickführung von der Kopfausrichtung von der Körperausrichtung zu entkoppeln. Also ein wenig auf dem Platz herumgekurvt und dabei nach links und rechts geguckt und trotzdem geradeaus gefahren. Um sich eben nicht beim Kurvenfahren von dem Blitzer im Gebüsch ablenken zu lassen... Auch hier hat der Trainer seinen Job ordentlich gemacht und beobachtet und per Handzeichen bestätigende Signale gegeben.


    Dann gab es noch ein paar Ausführungen zur Armhaltung. Die Arme sollten nicht zu schlaff und "geschlossen" am Lenker hängen, sondern die Ellbogen sollten schon etwas "angriffslustig" angehoben sein. Ein wenig. Nicht bis zu den Ohren. Ein paar Runden zum Ausprobieren, dann ging es weiter auf's große Bergauf-Bergab-Oval.



    Auf dem Oval wurde dann gebremst. Alle zehn Motorradfahrerlein immer hintereinander weg, in zwei aufgebauten "Bremsgassen". Zuerst ein paarmal geradeaus, um sich mit der Wirkung und der Dosierung der Bremse bewußt vertraut zu machen.

    Zuerst haben wir auf der Gefällestrecke ein paarmal kurze, scharfe Bremsimpulse ausprobiert, mit bewußtem blitzartigen Bremse-lösen, um das Vorderrad nicht (dauerhaft) zum Blockieren zu bekommen. Oder um im Falle eines blockierenden Vorderrades das verängstigte Hirn zu überzeugen, die Hand zu beauftragen, die Bremse auch mal wieder aufzumachen.

    Dann ein paar Runden im Oval, dabei nur mit der Vorderradbremse bremsen. Mit verschiedenen Dosierungen. Dann ein paar Runden im Oval, dabei nur mit der Hinterradbremse bremsen. Mit verschiedenen Dosierungen.



    Es folgt...

  • Teil II



    Im nächsten Block zogen wir in die große Kurve des Ovals um, die Gruppe wurde in zwei Grüppchen geteilt: Männchen und Weibchen, das ging grad so schön auf. Ein Grüppchen fuhr, ein Grüppchen beobachtete.


    Ein paar (drei?) Runden auf dem Oval. Linksherum. Dabei sollte man in sich reinspüren, wie wohl man sich in der Kurve in der Schräglage fühlt. Und aus der pausierenden Gruppe bekam man dann die Außenwirkung zurückgemeldet.

    Das fand ich doof. Weil: da kam bei mir wieder ein wenig total unbegründete Schissigkeit durch und ich wollte mich gerade in die Kurve und das Gefühl der Reifen auf dem Asphalt reinfinden und ein bißchen zackiger machen, da waren die drei Runden auch schon wieder vorbei und außerdem hampelte der Trainer da irgendwie rum und ich dachte, der will was von mir (das fand ich beim Sicherheitstraining viiiel besser, da hatten wir bestimmt 10 oder 15 Runden auf dem Oval und der Trainer hat geraucht). Na ja, immerhin stimmten Selbstbild und Fremdbild, auch wenn ich in der Richtung grüngelb (grün = Wohlfühlzone, gelb, rot = "mehr geht nicht") unterwegs war. Und ich bekam ein Lob für meine Köperhaltung *freu*. Wahrscheinlich wollte der Trainer mir auch mal was Nettes sagen.

    Dann durften die Damen rumkreiseln und die Herren durften zusehen. Und: selbst ich erkannte Unterschiede. War für mich auch ganz hilfreich zu sehen, daß ein großes Mopped nicht zwingend und automatisch souverän fährt. Bin mit meinen Minderwertigkeitskomplexen wohl doch noch immer nicht ganz durch.



    Dann war genug gekreiselt, dann kamen Bremsexperimente dran. Zuerst einmal vom Trainer vorgeführt, dann alle hintereinander im Oval in der großen Kurve:

    2 Runden vorne dosiert bremsen, dabei das Aufrichten des Moppeds erspüren,

    2 Runden vorne dosiert bremsen und dabei den Lenker gegenhalten, um die Kurvenlinie zu halten,

    2 Runden hinten dosiert bremsen und dabei beobachten, wie der Radius enger wird,

    2 Runden dosiert in die Kurve reinbremsen (v+h), die Vorderradbremse lösen, geschmeidig Gas geben und gleichzeitig die Hinterradbremse langsam lösen. Um die Fuhre die ganze Zeit auf Zug halten, um Lastwechsel zu reduzieren und eleganter durch die Kurve zu rumpeln.


    Das fand ich ziemlich prickelnd und erhellend. Denn ich dachte, daß mein Mopped beim Bremsen kein Aufrichtmoment hat. Hat es aber doch. Aber eben nicht, wenn man im Rentnermodus rumtuckert, es braucht (wohl aufgrund der schmalen Reifen) eine merkliche Schräglage, damit ich von dem Aufrichtmoment auch was mitbekomme. Und ich muß schon aweng hinspüren, gewaltig ist der Effekt des Aufrichtens nicht. Bei mehr Schräglage als der, bei der ich bisher meistens unterwegs bin, da merke ich dann auch was (zur Einnerung: die Kleine hat ja nur einen 100/80-Schubkarrenrad vorne).


    Immerhin bekam der Trainer auch keinen Anfall, als ich ihn mit der Frage löcherte, woran man denn merken würde, wann der Reifen die Seitenführungskräfte beim Bremsen in der Kurve verliert. Die Antwort war für mich etwas schwammig, also wohl genau wie das Gefühl, das sich dann wohl einstellen soll. Aber wie soll man auch ein Gefühl des Hinterns oder der Hände beschreiben, das die von einem Maschinchen erspüren?



    Mittlerweile war es ungefähr sechs Uhr, es gab 45 min Pause (ich meine, an dieser Stelle im Programm. Ist zu lange her...). Also alle Motorradfahrerlein eingesammelt, zum Gebäude getuckert, Pause auf der Terasse. Fand ich doof. Ich wollte rumkreiseln. War zwar ganz nett, auch mal mit den anderen Teilnehmern zu plaudern, aber ich hätte in der Zeit auch gut und gern auf dem Oval rumkurven können. Na ja *maul*



    Endlich ging es zurück zum Oval: Ausweichen in der Kurve. Aufgebaut war ein kurzer Slalom aus 3 Pylonen in der großen Kurve. Alle 10 Fahrerlein hintereinander fuhren also in paarmal rum und probierten, sich durch den Slalom in der Kurve zu schlängeln und dabei das im vor-vorigen Block erkundete dosierte Bremsen als Werkzeug einzusetzen.


    Mal die Pylone von außen nach innen anfahrend und dabei mit der Hinterradbremse die Kurve enger zu ziehen. Ich war total überrascht, das hat tatsächlich einen helfenden Effekt und das kann durchaus zwischen Hütchen umschmeißen und dran vorbeikommen entscheiden - allerdings braucht es dazu offenbar ein bißchen Geschwindigkeit. Bei meinem Mopped merke ich unter rund 30 - 40 km/h von dem Effekt nix.


    Und mal von innen anfahren, das Mopped mit der Vorgartenbremse abbremsen und aufrichten und - potzblitz! - der Radius wird tatsächlich größer! Braucht bei meinem Radl aber auch ein wenig Geschwindigkeit und Schräglage.


    Da waren alle Moppeds zugleich unterwegs, es ging ein wenig linksherum und auch ein wenig rechts herum. Und da wurde es auf dem Oval auch schon eng, es staute sich dann doch ziemlich vor dem Slalom. Doof.



    Allmählich wurde es schon ziemlich abendlich und dann ging es zum letzten Teil, zum Handlingsparcours. Eine hübsche kleine Strecke, etwa wie ein dreiblättriges Kleeblatt, ein paar Geraden und viele ziemlich enge Kurven, bergauf und bergab.

    Da gab es ein oder zwei Runden zum Zeigen, gefolgt von der Erklärung des Hinterschneidens der Kurven im Landstraßen-Modus. Dazu war je ein Durchfahrtstor am Ende einer Links- und einer Rechtskurve markiert, das man dann bitteschön beim Durchfahren treffen sollte.

    Die Gruppe wurde wieder in zwei Grüppchen geteilt und dann gab es 5 Runden, jeder durfte einmal hinter dem Trainer fahren, die Reihenfolge wurde nach jeder Runde gewechselt. Der Trainer zeige dabei per Handzeichen die Kopfrichtung an, in die man seinen Schädel drehen möge, wobei man aber bitte der Kurve nur mit den Augen folgen solle, um nicht von Kopf-hin-und-her-gedrehe dösig im Hirn zu werden.

    Also, mir reichte da eine Runde nicht. Fand ich krampfig, sooo weit in die Kurve zu "schädeln". Muß ich mal weiter ausprobieren *notier*. Kollidiert aber vielleicht auch mit der Realität, weil in den allermeisten Fällen in engeren Kurven irgendwelches Gerümpel rumsteht und man eh nix (also nicht weit in die Kurve hinein) sehen kann. Und bei weiten Kurven sehe (haha!) ich das Problem nicht so sehr. Nicht so schlimm, behalte ich im Auge ;-). Hab' aber versucht, die Linie ordentlich zu treffen, hab' zumindest keine Mecker bekommen. Aber einige Kollegen haben gemogelt - also Landstraßenlinie (also halbe Breite der Trainigsstrecke) war das oft eher nicht. Dann ist es auch klar, daß die zügig um's Eck kommen. Aber die Lütte war tapfer, hat auf der Steigung aber mächtig geröhrt.


    Dann wurde gewechselt, die Herren durften gaffen. War aber interessant, zuzusehen. Ich konnte jedenfalls keine wirkliche Korrelation zwischen Fahrleistung und dem Bild, das sich in der Kurve darbot, erkennen. Sowas wie der Einfluß des Könnens und des "Händchen für's Maschinchen" war definitiv dabei. Der der Motorleistung mal wieder eher nicht.


    Dann gab es eine Instruktionspause, zur Vorbereitung der letzten jeweils 5 Runden mit dem in die Kurve hineinbremsen - in der Kurve hinten weiterbremsen - Gasgeben und Hinteradbremse langsam lösen. Die Damen durften zuerst, dann durften die Herren.


    Das mit "die Kurve durchbremsen" fand ich ganz ulkig, das scheint tatsächlich zu funktionieren. Darf man mit der Bremse bei den 15 PS nur nicht übertreiben, sonst bleibt man in der Kurve stehen und kippt um... ;)


    Blöd war da aber: es war ein Nachmittags-Abendkurs. Und die Sonne stand gegen Ende tief. So tief, daß man an der Steigung vor der "üblen" West-Rechtskurve allerexaktestens in die Sonne glotzte und genau überhaupt gar nix sah. Sehr unschön.



    Es folgt...

  • Teil III



    Danach war dann Schluß mit rumfahren, alle versammelten sich dann im Seminarraum zur Abschlußbesprechung. Es gab sehr viel zufriedene Rückmeldungen und ein paar Verbesserungswünsche, die zumindest nicht beiseitegewischt wurden. Und gegen halb neun war der Spuk vorbei. Hmmm. Halb neun.



    Hab mich dann nach rund 45 Kurs-Kilometern gemütlich abfahrfertig gemacht, von den beiden 125ern noch eine erprobte Reifenempfehlung (Metzeler Roadtec 01) und Hinweise zum Verhalten (meines) Michelin Pilot Street (der war auch auf der YZF-R125 drauf) erschnorrt und bin dann losgerollert.


    Natürlich gab es auf der geplanten Route wieder eine Baustelle mit Umleitung, also durchs abendliche Höchstadt geknatttert. Von der doofen B470 und dem langweiligen Aischgrund war in der beginnenden Dunkelheit netterweise nix zu sehen. Als ich dann im heimischen Gebüsch ankam, da ging ein dicker, fetter Kullermond über den Feldern auf und so gab's zu Abschluß noch eine stimmungsvolle Mondscheinfahrt. Mopped in den Schuppen geräumt, getätschelt. War fleißig, die Kleine, die hat in der letzten Woche ganz gut schuften müssen. Na ja, die darf ja auch ganz bald zum 12.000er-Streicheln.




    Was gab es nicht im Kurs?

    Die verschiedenen Kurvenstile, kein ausgiebiges Ausprobieren des Legens, Drückens, Soft-Hang-Off. Weder auf dem Oval, noch auf dem Platz mit der Slalomstrecke. Zwar schade, aber in der zur Verfügung stehenden Zeit auch nicht zu machen.

    Und wenig Möglichkeiten zum Üben und Festigen, hab ich auch benörgelt.



    Wie hab ich mich mit meiner Kleinen denn da gefühlt?

    Gut. Erstens war die Lütte ja nicht allein, andererseits bilde ich mir ein, mitlerweile so weit zu sein, daß ich von dem Kurs auch wirklich was hatte und nicht nur hilflos in der Gegend herumradelte. Zu den Zeiten des 6000 km-Sicherheitskurses wäre das noch nicht so sinnig gewesen. Für mich.



    Hab ich was gelernt?

    Klar. Unmengen. Vor allem das Bremsen in der Kurve ("angeleckt", natürlich wieder mal nicht für mich ausreichend geübt). Und den Einsatz der Bremse in der Kurve als "Werkzeug".

    Und ich fand den Trainer sehr gut. Der versuchte (blöd zu beschreiben), einen mit dem Mopped zu verkoppeln, also (vielleicht im Spiegelschen Sinne) zu einer Einheit zu machen und einem nachdrücklich nahezubringen, geschmeidig und elegant zu fahren, nicht ruppig. Und dabei die Effekte (Körpereinsatz, Körperhaltung, Aufrichtmoment...) für ganzheitlich-geschmeidiges Fahren bewußt einzusetzen. Und der vermittelte eben nicht isoliert irgendwelche Bröckchen ("so macht man Drücken").

    Ich bin aber leider zu doof: mir reichen da die paar Stunden nicht, um das alles zu verinnerlichen und vollumfänglich umzusetzen. Hoffentlich geht das Gehörte und Ausprobierte nicht sofort wieder verloren.



    Hab ich was gelernt, was ich gleich auf dem Nachhauseweg umsetzen konnte?

    Eher nicht, jedenfalls nicht so, wie auf dem Sicherheitstraining, bei dem ich als Soforteffekt mehr Vertrauen ins Material (also weniger "Schissigkeit") mitgenommen hatte. Das Kurventraining muß ich erst verdauen und ausprobieren, was davon wie im Alltag oder auf Lust-Touren zu gebrauchen ist. Das bedarf eigentlich intensiver Nachbereitung und "häuslichen" Übens mit gründlicher Selbstbeobachtung.



    Wie war es denn insgesamt? Würde ich das Basis-Kurventraining nochmal machen?

    Nö. Nein. Definitiv nicht. Neverevernienicht. Auch nicht, sollte ich mal ein neues Mopped haben. Und zwar ganz klar:


    NICHT, weil die Kursinhalte schlecht waren. Waren sie nicht: die Kursinhalte fand ich detailliert und umfangreich, prima, wunderbar, bestens, wertvoll, hilfreich, überlebenswichtig. Ohne jede Ironie. Und es wurde eine wahnsinnige Fülle an Inhalten und Hinweisen (das merke ich beim Aufschreiben) zumindest angerissen, die man sich erstmal merken muß. Ein Skript oder so als Erinnerungshilfe gibt's ja nicht, schade.


    SONDERN weil die Nebenzeiten für die Kursdauer einen nach meiner Meinung viel zu großen Anteil hatten. Bei einem Sechs-Stunden-Kurs eine dreiviertelstunde Pause, nö. Pipi-Pause, Müsliriegel, weiter. Und man hätte die Zeit auch gerne bis zum Ende ausreizen können. Ganz bis zum Ende. Angekündigt waren sechs Stunden mit Pause. Bezahlt waren sechs Stunden mit Pause. Lieber ADAC, bitteschön: MACHEN! LIEFERN!


    WENN nochmal Kurventraining (und da hätte ich schon Lust dazu, ist dieses Jahr aber sowieso ausgebucht), dann gleich einen Kurven-Intensiv-Kurs. Vielleicht wird da dann auch mehr geübt, nicht nur alles zwei- bis dreimal angeleckt (zumindest die Handlingsstrecke soll da so 2,5 Stunden abkriegen). Denn: wo bitte soll man solche Übungen auf der Straße weiterüben? Allein? Aber ich bin ja auch kein Didaktiker, hab also keine Ahnung, also was nörgele ich denn da eigentlich rum...

    Wo ich gerade so schön beim Nörgeln bin, da kann ich auch eine Rückmeldung aus dem Teilnehmerkreis weitertratschen: man wünschte sich mehrfach Einzel-Rückmeldung per Funk (der ADAC Grevenbroich soll sowas standardmäßig machen). Hat sich der Trainer immerhin aufgeschrieben...


    Und - falls noch jemand mal nach Schlüsselfeld will: die Bauarbeiten sind da wohl bald durch. Der große Kreis und einige andere Flächen sind frisch asphaltiert (da hatte das Mopped im Juni ja aweng gezickt, meine treuen Leser werden sich sicher erinnern ;) ). Nächstes Jahr sollte die Einrichtung da definitiv ein Leckerbissen sein.

  • Danke für den Bericht! Ich würde es wohl trotzdem machen: ich übe derzeit Kurven entweder in Kreisverkehren oder Autobahnauf- bzw. -Abfahrten. Auch nicht ganz so geil. Immerhin: finde so langsam Vertrauen in Schräglage, aber es ist irgendwie doof, wenn man auch noch für die anderen Verkehrsteilnehmer mitdenken muss (gerade in den Kreisverkehren schneidet dann doch gerne mal noch einer rein und nimmt einem die Vorfahrt).


    Ich muss mich endlich mal um das Basistraining kümmern.

  • in Kreisverkehren

    Ganz schlechte Idee aus zwei Gründen:

    - Kreisverkehre fallen meist nach außen ab damit das Wasser ablaufen kann und

    - da kann auch mal Diesel oder irgendwelche anderen Flüssigkeiten rumliegen


    Dann lieber auf einem großen Parkplatz üben.

  • War für mich auch ganz hilfreich zu sehen, daß ein großes Mopped nicht zwingend und automatisch souverän fährt. Bin mit meinen Minderwertigkeitskomplexen wohl doch noch immer nicht ganz durch.

    Schieb die mal ruhig zur Seite, die Minderwertigkeitskomplexe. Dickes Motorrad heißt nicht automatisch gute/r Fahrer/in. Das ist wie früher beim Hobby. Da gab's welche mit Kostümen für mehrere Hundert Euro, die tanzten auch schon seit Jahren. Nur: können taten se nix X/


    Die Damen durften zuerst, dann durften die Herren.

    Das wiederum finde ich befremdlich. Eine Zusammenstellung nach Fahrvermögen hätte ich sinnvoller gefunden als eine Trennung nach Geschlecht. Ich fand's bei meinem Kurventraining ganz toll bei den beiden Jungs, die Frauen haben mich nur aufgehalten - alle! (und ich bin bei Weitem keine Kurvensau...)


    mir reichen da die paar Stunden nicht, um das alles zu verinnerlichen und vollumfänglich umzusetzen. Hoffentlich geht das Gehörte und Ausprobierte nicht sofort wieder verloren.

    Da legst Du Dir die Latte aber auch reichlich hoch. Bei sowas wird viel Wissen vermittelt, verinnerlichen kann man das aber nur durch Üben. Und im Kurventraining nur 2-3x ausprobieren ist nicht geübt.


    Vielen Dank für den informativen Bericht! Ich stelle fest, dass bei meinem Training nicht soviel vermittelt wurde. Evtl. machen sie das erst im Kurventraining II (insgesamt gibt es drei Stufen).

    Und der Nächste, der seine Waffe wegwirft, ohne eine Zweite dabei zu haben, bezahlt einen Sack Goldmünzen. Das ist eine Unsitte! (Boindil Zweiklinge)

  • Danke für den Bericht :)


    Die Inhalte der Kurse scheinen sich zu ähneln. 6 Stunden brutto ist schon eher auf der langen Seite. Ich hatte schon Tagestrainings mit effektiv 3h Fahrzeit... Motorrad Action Team, Hockenheimring.

    MO24 Team Reisen

  • Manuel Naja, genau sowas kann einem ja theoretisch auf jeder Straße inkl. Landstraße begegnen. Ich bin noch gaaaaaanz weit vom Grenzbereich weg. Probiere also bei langsamer Fahrt wie das so ist vor allem alles nur ein bisschen mit Gas geben, Gas wegnehmen, bisserl bremsen vorne/hinten. Wenn man den Kreisverkehr gut überblicken kann und nix kommt, kann man da schon ganz gut auch im Kleinen mal Hinterschneiden ausprobieren. Auch kann man ja selbst jeweils festlegen ob’s eher eng rechts 90 Grad (1. Raus) „Ausweichen“ (2. Raus) oder weite 90 Grad links (3. raus) werden soll. :D Und am meisten Spass macht eh der Richtungswechsel beim Rausfahren… ;)


    Nachtrag: aber du hast schon recht. Etwas mehr Platz wäre schon hilfreich, einfach damit man eben noch mehr probieren kann und es nicht gleich brenzlig wird, wenn man sich mal grob verschätzt oder auch schlicht falsch reagiert.

  • Schöner Bericht und es stimmt, in Grevenbroich bekommt man Funk und direkt Rückmeldung, macht die Absprachen natürlich einfacher.

    JubiFT2010 Edersee :mo24:
    FT 2011&2012 Kirchhasel :route88:
    Meisentreffen 2011, Eifeltreffen 2011 :mo24:


    :thumbup:

  • Hummel


    Danke für Deine aufmunternden Anmerkungen.


    Meine Minderwertigkeitskomplexe - ich dachte ja, ich sei damit einigermaßen durch. Die flackern aber wohl ab und zu nochmal wieder auf. Nehm ich mir aber nicht mehr so zu Herzen.

    Denn einerseits hab ich mich mit meiner Fahrweise noch immer nicht ins Gebüsch geschubst und bin andererseits mit meinem Vorankommen in meinem Revier eigentlich auch ganz zufrieden - das Vorankommen wird gefühlt fast nicht mehr durch Schissigkeit, sondern durch die StVO, die Ortsdurchfahrten und durch Unübersichtlichkeit und Zustand der Strecke begrenzt. Und eben durch die Motorleistung an Steigungen. Der Spaß/Sprit-Quotient paßt für mich jedenfalls ausgezeichnet.

    Eine meiner "Normkurven" kriege ich mit dem Mopped eigentlich völlig problemlos mit 50 km/h, während in derselben Kurve im Auto bei 40 km/h schon alles durcheinanderklötert. Na gut, mein Auto ist vielleicht auch kein Maßstab ;) Und ich erlebe ja meine Mopped-Fortschritte an meinen Standard-Strecken. Das umsichtige(!) Überholen klappt auch schon besser, ich übe gerade an kleinen Bierlastern ;)

    Der Rest kommt schon noch, das wird schon noch reifen. Und daß die 125er ernstlich was können, das hab ich gestern ja auch im direkten Vergleich live gesehen. Aus Zuschauerperspektive allerdings so schön deutlich vorher noch nie. Da krieg ich immer mehr Lust, mit meiner Kleinen "zaubern" zu lernen, statt vielleicht mal mit einem dicken Mopped nur unbeholfen rumzuhampeln.


    Wegen Männchen/Weibchen: das hat der Trainer so vorgeschlagen und mein Eindruck von den Damen war, daß die dem Trainer schon sehr deutlich erzählt hätten, wenn ihnen das nicht gepaßt hätte. Und einen frauenverachtenden Eindruck hat der auf _mich_ ganz und gar nicht gemacht.


    Wegen üben: genau das ist es, was ich bemängele. Nicht dreimal rumkreiseln, das brauch' ich ja schon, um die Übung richtig umzusetzen. Und dann noch zweimal für's "Aha!"


    Und die Inhalte - es WAR üppig. Aber das ist sicher abhängig vom Trainingszentrum, wahrscheinlich aber noch viel mehr vom Trainer. Die beiden, die ich bisher erlebt habe, die waren in ihrem Stil zumindest sehr unterschiedlich und ich habe gestern viiiel mehr gelernt. Den Trainer nochmal beim Intensivkurs: sofort. Der hat mir auch erlaubt, mit der 125er zum Kurven-Intensivkurs wiederzukommen :) Im Intensivkurs (gibt in Schlüsselfeld nur Basis und Intensiv) kommt dann auch das Überfahren der Dachlatte.



    blahwas

    Bitte, gern.


    Wegen ähnlich - ist ja eigentlich nicht so verwunderlich. Es gibt Linkskurven und Rechtskurven und weite und enge und die kann man legen und drücken und hängen und ist dann mit 12 Möglichkeiten durch ;)


    Im Ernst: ich fand es sehr wohltuend, daß der Trainer (wohl mit ausgiebiger Rennstreckenerfahrung) fast mehr als das Handwerk mehr einen Stil vermitteln wollte (soweit das in der Kürze eben möglich ist) und sich um alle seine "Kinderlein", nicht nur um die BMW und die Rennstreckeninteressierten kümmerte.


    Aber Tagestraining mit 3 h ist schon übel. Solche... ähhh... die Kräfte ihrer Kunden schonenden... Kursanbieter sollte man eigentlich irgendwie besonders bekanntmachen.

    Hab' Deinen Bericht gerade nochmal nachgelesen, der liest sich als Glosse zwar amüsant, aber ich glaube, als Kursteilnehmer wäre ich vor Ärger geplatzt. Da bleib' ich mal lieber beim ADAC. Bin auch alt genug dafür.



    Besterino,

    danke!

    Ich sag' auch: Parkplatz. Am Sonntagmittag. Den Asphalt am Vormittag in der Sonne schön vorwärmen lassen und dann um die Laternenmasten und die Blumenkübel kurven. Das hat selbst bei mir geholfen. Kann aber mit einer ordentlichen Kreisbahn oder einem Oval auf so einem Trainingsgelände nicht konkurrieren.

    Wenn ich das selbst bezahlen müßte, dann würde ich mir die Kursinhalte allersorgfältigst ansehen und gründlich überlegen, statt eines Sicherheits-Basistrainings gleich ein Intensivtraining zu machen. Zumindest, wenn die Fahrschulausbildung einigermaßen was war. Im Schrittempo rumtuckern kann ich auch zuhause auf dem Parkplatz und aus 50 km/h zu bremsen hatte ich in der Fahrschule, dazu brauche ich kein Trainingsgelände.



    timmae,

    danke!

    Vielleicht nützt das "Genörgel" ja was und der ADAC überarbeitet nicht nur den Asphalt, sondern wertet auch die Kursausstattung auf. 10 Funkgeräte können eigentlich gegenüber einer neu geteerten Fläche nicht wirklich auffallen, rein finanziell.

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