Anti Hopping - Kupplung, wozu?

  • Guten Tag. Ich verstehe den Zweck dieses Bauteils nicht. Was ich recherchieren konnte: Die Kupplung unterbindet die Motorbremse per Freilauf. Abgesehen davon, dass dann bei modernen Motorrädern mit Schubabschaltung ein erhöhter Verbrauch entstehen dürfte, und bei allen Motorrädern aufgrund der reduzierten Bremsarbeit des Motors der Verschleiß an Bremsbelägen zunehmen dürfte: Warum macht man einen Freilauf? Als Grund wird angegeben, dass eine Blockade des Hinterrades verhindert werden soll. Diese verhindert jedoch ein kundiger Fahrer, indem er, möglichst passend, Zwischengas gibt. Hat jemand Ideen?

  • Mr Niceeee, bist du das?


    Stellst du jetzt die Frage, ob eine Kupplung unnötig ist (schonmal versucht, ohne Kupplung anzufahren?) oder wofür eine "Anti-Kupplung-Kuopplung" sein soll (nie gehört) oder irgendetwas anderes? Meinst du Anti-Hopping-Kupplung?


    Darüber zu salbadern, dass eine Kupplung dazu da ist, die Motorbremse zu reduzieren, ist wie zu sagen, dass die Flügel am Formel-1-Auto dafür da sind, den Luftwiderstand zu erhöhen. Wenn dass das Ergebnis der Recherche ist: geh weiter recherchieren.


    Zwischengas und Hinterradblockade haben noch weniger miteinander zu tun. (Und wie gibt man Zwischengas ohne Kupplung?)

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

  • Als Grund wird angegeben, dass eine Blockade des Hinterrades verhindert werden soll. Diese verhindert jedoch ein kundiger Fahrer, indem er, möglichst passend, Zwischengas gibt. Hat jemand Ideen?

    Das kommt am ehesten von der Rennstrecke, wo beim harten Runterschalten vor einer Kurve das Hinterrad stempeln / blockieren kann. Wenn man in einer kurzen Bremszone 3 oder 4 Gänge runter muss dann ist da oft nicht so viel mit superkorrekt zwischengas geben. Das stempeln des HR verhindert dann eben besagte Anti-Hopping-Kupplung (eine Anti-Clutch-Kupplung wäre eine Anti-Kupplung-Kupplung :D)


    Mr Niceeee, bist du das?

    Glaub ich nicht.

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

  • meinst du die anti Hopping Kupplung ?


    Anti Clutch Kupplung wäre mir so nicht bekannt.


    Wieso weshalb warum steht ja hier zb

    Anti-Hopping-Kupplung – Wikipedia


    Und wenn man stark bremsend runterschaltet, hat man meistens nicht die Zeit, Muse, Lust whatever mit zwischengas rumzutun

  • Und wenn man stark bremsend runterschaltet, hat man meistens nicht die Zeit, Muse, Lust whatever mit zwischengas rumzutun

    Ich denke da weniger an Zeit, Muse, Lust.. Sondern eher an "verschaltet" - ein Gang niedriger als gerade passen würde.

    *Lille*

  • checkpointarea

    Changed the title of the thread from “Anti Clutch - Kupplung, wozu?” to “Anti Hopping - Kupplung, wozu?”.
  • Also kann man festhalten: Dieses Bauteil sorgt dafür, dass Fahrer, die Zwischengas nicht beherrschen, sicherer fahren können? Und was ist dann mit der Motorbremse? Wirkt die mit Freilauf überhaupt noch? Bin bisher nur Motorräder ohne Anti HOPPING - Kupplung gefahren, und hatte nie Probleme mit einem stempelnden Hinterrad beim Herunterschalten, habe aber bemerkt, wie man ein solches provozieren kann: Indem man herunterschaltet, ohne die Drehzahl anzugleichen.


    Bei der Gelegenheit wäre auch noch interessant zu wissen, ob aktuelle Euro 5 - Motoren grundsätzlich eine Schubabschaltung haben. Meine Daelim S300 (Euro 3) hat trotz Einspritzanlage und G-Kat keine, während eine solche Einrichtung bei Pkw - Motoren seit Einführung der Einspritzanlage (späte 80er Jahre) üblich ist.

  • Und was ist dann mit der Motorbremse? Wirkt die mit Freilauf überhaupt noch?

    Doch die wirkt noch. Nur wenn und die Raddrehzahl deutlich höher ist als sie sein sollte trennt die Kupplung. Wenn beides ungefähr zusammen passt, arbeitet die Motorbremse zumindest bei meiner ganz normal (je nach Einstellung).

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  • Dieses Bauteil sorgt dafür, dass Fahrer, die Zwischengas nicht beherrschen, sicherer fahren können?

    Ja, genau wie die ganzen professionellen Rennfahrer, für die diese Kupplung ursprünglich entwickelt wurde.

    Bin bisher nur Motorräder ohne Anti HOPPING - Kupplung gefahren, und hatte nie Probleme mit einem stempelnden Hinterrad beim Herunterschalten

    Was für Motorräder bist du gefahren? Waren da auch leistungs- und hubraumstarke Mopeds dabei?


    Und was ist dann mit der Motorbremse? Wirkt die mit Freilauf überhaupt noch?

    Ja, lies den Wikipedia-Artikel. Da steht's drin.

  • Dieses Bauteil sorgt dafür, dass Fahrer, die Zwischengas nicht beherrschen, sicherer fahren können?

    Das Ding ist ja aus dem Rennsport. Wenn du möglichst schnell und hart bremsen willst, verlierst du mit Zwischengas Rundenzeit. Da sind dir auch die Bremsbeläge und die Motorbremse egal. In der normalen Praxis braucht sie eigentlich keiner, deswegen bist du ja auch bisher nur Motorräder ohne Anti-Hopping-Kupplung gefahren - in der Breite ist sie wegen "nicht nötig" nicht angekommen.



    Was die Schubabschaltung betrifft, ich glaube, die hat nichts mit der Euro-Norm zu tun. Ohne Schubabschaltung hast du das Knallen unverbrannten Benzins im Schubbetrieb. Das sind unnötige Abgase und unnötiger Lärm, der grundsätzlich vermieden werden sollte.

    WELCOME TO THE RIDE OF YOUR LIFE

  • Aber ist es nicht so, dass dieses Teil inzwischen in der Masse angeboten wird? Selbst eine Honda CB 300 soll eine haben. Und wie ist das genau mit der Motorbremswirkung? Entfällt die dann komplett, und es fühlt sich so an, als hätte man ausgekuppelt?

  • Und wie ist das genau mit der Motorbremswirkung? Entfällt die dann komplett, und es fühlt sich so an, als hätte man ausgekuppelt?

    Ich zitiere mich selbst:

    Doch die wirkt noch. Nur wenn und die Raddrehzahl deutlich höher ist als sie sein sollte trennt die Kupplung. Wenn beides ungefähr zusammen passt, arbeitet die Motorbremse zumindest bei meiner ganz normal (je nach Einstellung).

    Und nein, es fühlt sich keineswegs so an als hätte man ausgekuppelt.

    Aber ist es nicht so, dass dieses Teil inzwischen in der Masse angeboten wird?

    Nicht bei allen Maschinen, aber bei meisten neuen Bikes. Besonders, wenns richtung Sport geht.

    "Reality is on a delay. For you, nothing is now. Realizing this fact is unsettling. If we can only react to the past, how do we manage to navigate the present? It's easy to spiral into a treatise on free will while in the fetal position, overthinking our forever past." - Kyle Hill

  • Entfällt die dann komplett, und es fühlt sich so an, als hätte man ausgekuppelt?

    Sag mal, warum liest du den verlinkten Artikel nicht? Da steht es drin.


    Quote

    Im Gegensatz zum einfachen Freilauf, der die Kraftübertragung in einer Richtung schlagartig trennt, wird bei der Anti-Hopping-Kupplung im Schiebebetrieb nur die Anpresskraft der Kupplungsbeläge verringert bzw. bei starkem Bremsmoment des Motors (z. B. bei ungewolltem Motorausfall) schließlich ganz aufgehoben, was zu einem "weichen" Lösen der Kupplung führt.

    ...
    Die Technik wird vorzugsweise bei hubraumstarken Motorrädern mit wenigen Zylindern (z. B. Ducati 1098, Aprilia RSV Mille mit 1000-cm³-V-Twin, diverse Supermoto-Modelle) eingesetzt, da bei diesen das Drehmoment der Motorbremse am stärksten ist und somit der hopping-Effekt am ausgeprägtesten auftritt. Hierbei sollte erwähnt sein, dass Anti-Hopping-Kupplungen bei größeren V2/V4-Motoren wichtiger sind. Bei der stetigen Weiterentwicklung der Motorräder kann es heutzutage aber auch bei vierzylindrigen Motorrädern mit weniger Hubraum (z. B. Yamaha YZF-R6 mit 600 cm³) sinnvoll sein, eine Anti-Hopping-Kupplung einzusetzen.

    VG
    Michael

  • Den Wikipedia - Artikel habe ich natürlich als allererstes gelesen, bereits vor der Registrierung hier. In ihm steht nicht drin, wie stark die Motorbremswirkung reduziert wird. Auch steht nicht drin, inwiefern sich dies auf die Schubabschaltung, sofern vorhanden, auswirkt.


    Gefahren bin ich bisher eine Kawasaki Z650, zwei Suzuki 125, einmal mit Halbautomatik und Einzylinder, einmal mit klassischem Getriebe und Zweizylinder, und 1,5 Erdumrundungen lang eine Kymco Nexxon 50 (Halbautomatik). Von letzterer las ich im Magazin "Scooter & Sport", dass sie beim Herunterschalten aus hohen Drehzahlen mit dem Hinterrad schwarze Striche malen würde, was ich nie hinbekommen habe - selbst dann nicht, wenn ich kurz unterhalb der Nenndrehzahl einen Gang runterschaltete.

  • Abseits vom Rennsport...


    Ich denk ja, Anti-Hopping-Kupplung ist was für Leute, die hochpreisige Motorräder mit noch hochpreisigerem Zubehör kaufen, um dann ihren Mitmenschen zu erklären, dass man ohne diese Helferlein überhaupt nicht fahren könnte. ^^


    Es soll ja tatsächlich motorradfahrende Zeitgenossen geben, die Dank Antihoppingkupplung, Tranktionskontrolle, (Kurven)-ABS immer wie die Wilde Wutz unterwegs sind - und die Helferlein sollen dann alles richten, was man sonst mit gesundem Menschen- und Motorradfahrerverstand an brenzligen Situationen versucht hat zu vermeiden.


    Nichts gegen Helferlein in Ausnahmesituationen, wenn sie einem - im Notfall - den Ar**** retten. Aber es gibt tatsächlich Fahrer "hochpreisiger Motorräder" ;) die Dir bei der Fahrpause erklären, dass ihr ABS 20x und die TK 15x auf der aktuellen Tour eingegriffen haben. Weil das dann zum "normalen Fahrstil" wird.

  • Eine Anti-Hopping-Kupplung hat nichts mit "hochpreisig" zu tun, noch ist sie zwingend dem Rennsport zuzuordnen (auch wenn da der Ursprung liegt).

    Ich hatte eine in der V-Strom. Die sorgte einfach für sorgenfreies Runterschalten beim Anbremsen - oder eben beim nicht-Anbremsen, denn man kann ja einfach den niedrigeren Gang einlegen und die Motorbremse regeln lassen.

    Das war für mich ein Komfortfeature, das ich jetzt auf der Tenere nicht mehr habe. Selbst nach 12.000km mit der Neuen passiert es mir noch ab und zu, dass ich runterschalte und einfach den Kupplungshebel loslasse, so dass das Hinterrad zwar nicht hoppelt, aber es einen kurzen starken Bremsruck gibt, der einem die Linie versauen kann.

    Das Fahrgefühl mit einer Anti-Hopping-Kupplung beim Runterschalten ist ungefähr so, als würde man langsam und vorsichtig einkuppeln, nur dass man sich keine Gedanken drum machen muss. Deshalb finde ich den englischen Begriff "Slipper Clutch" auch wesentlich treffender.

    Yamaha Ténéré 700 (2022 - ?)

    Suzuki V-Strom 1000 (2018 - 2022)
    Suzuki Bandit 1250 SA (2015 - 2018)
    Yamaha XJ 600 S Diversion (2013 - 2015)

  • Gefahren bin ich bisher eine Kawasaki Z650, zwei Suzuki 125, einmal mit Halbautomatik und Einzylinder, einmal mit klassischem Getriebe und Zweizylinder, und 1,5 Erdumrundungen lang eine Kymco Nexxon 50 (Halbautomatik). Von letzterer las ich im Magazin "Scooter & Sport", dass sie beim Herunterschalten aus hohen Drehzahlen mit dem Hinterrad schwarze Striche malen würde, was ich nie hinbekommen habe - selbst dann nicht, wenn ich kurz unterhalb der Nenndrehzahl einen Gang runterschaltete.

    Man kann das Blockieren eines HR mit jedem Moped provozieren, wenn mal nur hart genug einkuppelt. Ob man's braucht, muss man selbst entscheiden. Bei meiner GS (105 PS und 1200ccm Hubraum) war es bei sehr zügiger Fahrweise mit scharfen anbremsen schon instabil. Wenn man "normal" fährt, braucht man keine AHK.


    Ich denk ja, Anti-Hopping-Kupplung ist was für Leute, die hochpreisige Motorräder mit noch hochpreisigerem Zubehör kaufen, um dann ihren Mitmenschen zu erklären, dass man ohne diese Helferlein überhaupt nicht fahren könnte. ^^

    Sorry, das halte ich für Quatsch. Ich habe kein hochpreisiges Moped (verglichen mit GS und Konsorten oder SSP) und wusste nicht mal beim Kauf, dass die eine AHK hat. Ich habe mich nur gewundert, dass die beim Anbremsen nicht so zickig ist wie meine alte GS, bis ich drauf gekommen bin, woran das liegt.

    ich würde inzwischen bei einem leistungsstarken Moped beim Kauf darauf achten, dass sie eine hat.

    VG
    Michael

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