Technische Entwicklung und Reglement

  • Oh da habe ich mit den Reifen wohl was falsch verstanden. Bei diesen 170 vs. 230 Reifen handelt es sich laut Speedweek um Testreifen, also nur die Reifen für Testfahrten pro Saison.

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    www.speedweek.com

  • Ich glaube damals hat Ducati mit den Flügeln angefangen, da sie sonst mit ihre immense Motorpower nicht auf die Straße bekommen haben. Ditto die ganzen Devices. Grund: auch hier die Motorpower. Hmm, welches Problem besteht denn aktuell noch in der MotoGP? Achja, die Motorräder snd zu schnell. Also machen wir sie langsamer durch weniger Hubraum.


    Die Flügel weg wäre eine andere Sache. Aber mit den Flügeln müssen wir bis 2026 / 2027 leben. Sobald Aero ins Spiel kommt, sobald man von dirty Air spricht... ist es mit den engen Rennen vorbei.

  • Die letzten Postings haben nichts mit den Teams und Fahrern zu tun, aber die Diskussion ist trotzdem interessant. Und ich kann mich nur anschließen, ich verstehe den Weg, den die Dorna einschlägt nicht. Das grundsätzliche Problem ist vermutlich, dass man mit den Superbikes und der MotoGP zwei Rennserien am Start hat, bei denen nur die Hardcore-Fans einen grundsätzlichen Unterschied sehen. Um die beiden Serien weiter auseinander zu bringen, setzt man in der MotoGP auf Technik. Ich vermute, dass das der tiefere Grund ist, warum man sich so schwer damit tut die Ride-Height-Devices und die Aeros zu verbieten. Was ich erstaunlich finde ist, dass man ausgerechnet die Reifen ausgewählt hat, um die Bikes einzubremsen. Ich war echt überrascht, als vor ein paar Jahren der Honda-Berger erzählt hat, dass das Ziel Reifen mit weniger mechanischen Grip sind. Aus meiner Sicht führt das zu einem Teufelskreis. Weniger mechanischen Grip wird man durch mehr Anpressdruck ausgleichen, d. h. die Aero wird noch wichtiger und das Fenster in dem die Bikes funktionieren vermutlich noch kleiner. Wie man auf die Art spannende Rennen und Überholmanöver bekommen will, ist mir ein Rätsel. Dann das Thema Hubraumverkleinerung, wenn man den Medien glauben darf, scheint sie ja zu kommen, verstehe ich auch nicht. Weniger Hubraum bedeutet letztlich weniger Fahrbarkeit, höhere Drehzahlen und damit höhere Kosten. In meinen Augen auch der falsche Weg.

    Klar ist, dass die Bikes langsamer werden müssen. Aus meiner Sicht wäre die Lösung einfach: die Spritmenge einschränken. Entweder als Hightech-Lösung, sprich die maximale Einspritzmenge je Umdrehung limitieren oder ganz rustikal das Tankvolumen verkleinern. Der Vorteil wäre, dass beides billig ist, keine von grundauf neuen Motoren bräuchte und schnell in die eine oder andere Richtung angepasst werden könnte. Dazu noch Devices und Aeros weg und Reifen, die auf mechanischen Grip setzen. Mir ist klar, dass ein Verbot der Aeros vermutlich schwierig in Worte zu packen ist, aber möglich sollte es sein. Mein Punkt ist, dass es ein Reglement braucht, dass für relativ billige Bikes sorgt und ausufernde, teuere Technik verhindert. Ich halte es nämlich für wahrscheinlich, dass die Verkaufszahlen von Motorrädern mit Benzinmotor die nächsten 10 Jahre komplett einbrechen. Vor dem Hintergrund wird kein Hersteller die Finanzkraft haben, teuere MotoGP-Neuentwicklungen auf die Räder zu stellen.

    Wenn man Abstand zu den Superbikes haben will, kann der Weg nur sein, die Superbikes wieder seriennäher zu machen. Andererseits könnte man auch sagen: "Who cares"

  • Ich habe mal mitbekommen, dass die MGP zwar Prototypen sind, aber die Technik die da erprobt wird, irgendwann auf der Straßen landen soll. Ich brauche auf der Straße aber weder Aero, die erst ab über 150 wirkt, noch irgendwelche Devices. Ich weiss nicht wie es bei anderen ausschaut.


    In Le Mans haben sie mal das Problem ganz rustikal gelöst: Ihr dürft das maximal an Energie pro Runde verbrauchen, wie ihr das löst ist eure Sache. Dann kam Audi mit dem Diesel ums Eck, andere mit Hybrid und andere mit Ultra Leichtbau.


    Spitersparnis ist auch auf der Straße relevant. Da tut sich in meinen Augen viel zu wenig.

    Das Reifenthema kann ich ebenfalls nicht verstehen.

  • Die Technik der MGP wird wohl kaum vollständig in die Serienbikes einfließen. Zumal einiges wohl kaum zulassungsfähig sein wird. Allenfalls in den Top- bzw. Sportmodellen wird es die ein oder andere Umsetzung aus der MGP geben. Bei den Motoren für die Straßenmopeds ist schon lange eine verwertbare Leistung- Grenze erreicht und die übrige Standard- Technik bei Bremsen und Fahrwerk und auch der Reifen ist schon längst auf relativ hohem Niveau.

    Was davon ursprünglich aus der MGP stammt . . lässt sich kaum nachvollziehen. Jedenfalls wird sich das nur stark gefiltert und entsprechend angepasst in den Serienbikes wiederfinden.


    Ich bin aber relativ sicher, das die vielen Sensoren und die automatischen Steuerungen für alles mögliche verstärkt in den Serienbikes zu finden sein wird.

    Ob das alles Sinn macht . . m. M. nach nur in den Sportbikes die dann auch tatsächlich und öfters auf der Renne genutzt werden. Für den überwiegenden Teil der Fahrer auf den öffentlichen Straßen ist das keine große Hilfe und macht das, in erster Linie mechanisch- körperliche Motorradfahren, vielleicht sogar ein Stück weit langweiliger.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert ! :dakar:

  • Wie wäre es, daß ein Kat verpflichtend eingebaut werden muß und evtl. sogar bestimmte Abgasgrenzwerte zu kontrollieren?
    Dann kann man auf die Hubraumverkleinerung verzichten und würde auch ein ökologisches Zeichen setzen.
    Zudem könnte dann auch etwas aus der Motorenentwicklung auf die Straße zurück.

  • Das Paradoxe ist ja, dass sich viele (mich eingeschlossen) über eine Entwicklung in Richtung Formel 1 beschweren. Zeitgleich wächst die Formel 1 seit Jahren stark und hat derzeit sogar wieder angedachte Team-Zuwächse. Aktuell gibt es sogar mehrere (!) namhafte Hersteller, die sich um einen Neueinstieg bewerben und bislang abgelehnt wurden. Wir reden dabei auch nicht von Satellitenteams, sondern von komplett eigenständigen Marken.


    Verstehen tu ich es persönlich absolut nicht, nichtsdestotrotz kann man der F1 scheinbar nicht absprechen, dass sie bestimmte Dinge richtig macht.

    GasGas EC 350F: 2024 - ?

    Suzuki GSX-R600 (2005): 2011-2023

    KTM Duke 390 (2015): 2022-2023

    KTM Freeride 350 (2015): 2019-2023

  • Das ist alles letztlich ein großes Geschäft . . da ist immer das "richtig", was es irgendwem im Zirkus mehr Kohle in die Taschen spült.

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert ! :dakar:

  • Thema ausgelagert.

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  • Das Paradoxe ist ja, dass sich viele (mich eingeschlossen) über eine Entwicklung in Richtung Formel 1 beschweren. Zeitgleich wächst die Formel 1 seit Jahren stark und hat derzeit sogar wieder angedachte Team-Zuwächse. Aktuell gibt es sogar mehrere (!) namhafte Hersteller, die sich um einen Neueinstieg bewerben und bislang abgelehnt wurden. Wir reden dabei auch nicht von Satellitenteams, sondern von komplett eigenständigen Marken.


    Verstehen tu ich es persönlich absolut nicht, nichtsdestotrotz kann man der F1 scheinbar nicht absprechen, dass sie bestimmte Dinge richtig macht.

    Ich glaube, bei der Formel 1 ist das Geheimnis der Budgetdeckel. Mehr als 150 Mio. + Fahrergagen ist nicht. Dadurch dass Maximalbudgets festgelegt wurden, ist die Formel 1 kaufmännisch wieder planbar geworden. Außerdem habe ich die Sicherheit, dass ich mit 150 Mio. ein halbwegs konkurrenzfähiges Auto hinstellen kann und keiner kommt, 500 Mio. ausgibt und in einer anderen Liga fährt.


    Würde die Dorna sagen, mehr als 10 Mio. + Fahrergagen dürfen für ein 2-Fahrer-Team nicht ausgegeben werden, würden die Teams vermutlich um die Startplätze Schlange stehen.

  • Naja, außer man überschreitet das Budgetmaximum absichtlich (wie Red Bull) oder versteckt die Kosten in Dingen, die nicht unter das Budgetmaximum fallen. Einige Teams haben da sehr auffällig Kosten umgeshiftet...


    Aber ja, bei einem planbaren/niedrigen Budget wären evtl. auch andere Hersteller wieder dabei, die Ausgeglichenheit eventuell höher und vor allem die Entwicklung kostspieliger "Accessoires" wie schöne Aero-Flügel & Devices eingedämmt.

    GasGas EC 350F: 2024 - ?

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  • ich verstehe bei der Formel 1 genau wie bei der MotoGP das Ziel nicht. Auch F1-Rennen wären viel spannender, wenn man die Autos einfacher konstruieren würde, z.B. nur einteilige Flügel vorne und hinten, sowie Verbot von Diffusoren. Natürlich wären die F1-Fahrzeuge dann viel langsamer, aber das wäre dem Zuschauer doch egal, solange die Rennen spannend bleiben. Und warum nicht das Budget auf meinetwegen 50 Mio. reduzieren, dann müsste man automatisch einfacher konstruieren.

    VG
    Michael

  • Natürlich wären die F1-Fahrzeuge dann viel langsamer, aber das wäre dem Zuschauer doch egal, solange die Rennen spannend bleiben. Und warum nicht das Budget auf meinetwegen 50 Mio. reduzieren, dann müsste man automatisch einfacher konstruieren.

    Ich habe dieses Jahr erstmalig ein F1-Rennen live gesehen und ich fand es als Zuschauer ehrlich gesagt regelrecht langweilig. Die Autos fahren zwar mit einer wahnsinnigen Kurvengeschwindigkeit, andererseits aber wie am Schnürchen gezogen. Es wirkt als fahren sie auf Schienen. Wenn du dir Onbaords aus den 90ern/00ern anschaust, wie brutal die Fahrer gegenlenken und korrigieren mussten, wie die Autos hinten ausgebrochen sind und wie schmal der Grat zwischen Beherrschung & Übertreibung war.... :love:

    GasGas EC 350F: 2024 - ?

    Suzuki GSX-R600 (2005): 2011-2023

    KTM Duke 390 (2015): 2022-2023

    KTM Freeride 350 (2015): 2019-2023

  • Bei der F1 ist es Streckenabhängig. Grundsätzlich bietet DRS schon gute Möglichkeiten um zu Überholen. Auch die Aerodynamik wurde in den letzten Jahren vereinfacht um ohne große Nachteile dicht hinter einem Konkurrenten fahren zu können.


    Bei der F1 gab es Ideen, dass alles noch weiter zu vereinfachen und damit günstiger zu werden, aber vor allem Ferrari stellt sich mit ihrem Veto-Recht (Einziges Team mit diesem Recht) gerne gegen soetwas. Königsklasse ist für die Gleichbedeutend mit Komplex und teuer.


    Bei der Formel 1 geht es meiner Erfahrung nach aber auch nicht primär um Überholmanöver, die Leute wollen auch maximal ausgereizte Technik sehen und hören. Ein Motor kostet pro Saison ca. 10 Mio. Euro und da wird eigentlich nichts mehr weiterentwickelt... also einfach nur die Fertigung.


    Wenn für die Leute die Überholmanöver/Rennaction primär wichtig wären, dann wären bei der Formel E und anderen Rennserien die Tribünen zigfach ausverkauft.

    Don't follow me, I do stupid things

  • Die Formel 1 wurde denk ich auch dank Covid etwas gepusht.

    - Einige Fahrer fuhren mit Youtube/Esportlern in Online Rennen.

    - Die Esports Szene in F1 wurde auch gepusht und es war für die freie Zeit eine gute Ablenkung einfach F1-Rennen zu Hause zu fahren. Somit kam dann etwas Interesse für die eigentlichen Rennen wieder auf.

    - Nebenbei macht das Marketing durch die ganzen Youtube-Videos einen guten Job. Die Videos zu allen Sessions genügen eigentlich allen "Fans" und die Jungen springen eher darauf auf. Die eigentlichen Sessions werden gar nicht live mitverfolgt.


    Was aber die Rennen angeht, sind die sau langweilig. Ohne DRS gibt es keine Überholmanöver, dabei muss dann die Strecke etwas mithelfen. Die Wagen sind viel zu lang/breit und schwer.

  • Ich würde eine Hubraumreduktion auf 850ccm nicht wirklich verstehen. Das ganze hatten wird doch schonmal als von 990ccm auf 800ccm reduziert wurde... Gebracht hats gar nix. Gleich im ersten 800er Jahr waren die Bikes wieder gleich schnell oder sogar schneller.


    Außerdem wäre der Hubraum Unterschied zur aktuellen Moto2 extrem klein und die Superbike hätte dann mehr Hubraum und wäre vielleicht sogar schneller als die Königsklasse :O

  • Ich würde eine Hubraumreduktion auf 850ccm nicht wirklich verstehen. Das ganze hatten wird doch schonmal als von 990ccm auf 800ccm reduziert wurde... Gebracht hats gar nix. Gleich im ersten 800er Jahr waren die Bikes wieder gleich schnell oder sogar schneller.


    Außerdem wäre der Hubraum Unterschied zur aktuellen Moto2 extrem klein und die Superbike hätte dann mehr Hubraum und wäre vielleicht sogar schneller als die Königsklasse :O

    Ja, das hat der Honda Berger beim Zonko Interview ja auch gesagt.


    Weniger Hubraum = leichter Bikes = Kurvenspeed mindestens mal gleich schnell wenn nicht höher.

    Das einzige was fallen könnte wäre die Spitzengeschwindigkeit die ja aber bei den schwersten Unfällen gar nicht das Problem ist meist.

  • Weniger Hubraum = leichter Bikes = Kurvenspeed mindestens mal gleich schnell wenn nicht höher.

    Ist das so?

    Geradeaus kann (fast) jeder und nahezu 100% der Erdoberfläche sind nicht asphaltiert ! :dakar:

  • Die Moto3 soll sogar am Kurvenscheitelpunnt schneller sein als die MotoGP :O

    Wenn die Bikes gleich schwer bleiben würden wäre es zumindest nicht so.


    Aber viel sinnvoller wäre ein Device und Aero Verbot und vielleicht wirklich die Leistung mit einer Benzinreduktion oder Durchflussmengenbegrenzung kastrieren…

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