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blahwas

Leisereitung

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21

Dienstag, 10. Juli 2018, 23:03

Relativ spontan habe ich mitten in der Woche einen Tag frei bekommen. Da fiel mir ein, dass ich eigentlich mal die restlichen Passknacker in Belgien sammeln wollte, die von der Luxemburg-Tour (siehe oben) noch übrig waren. Und eigentlich wollte ich dieses Saison alle Passknackerpunkte in Belgien holen, und wenn man schon mal da ist, dann auch gleich die Passknackerpunkte im französischen Teil der Ardennen (Grenzgebiet zu Belgien). Dienstag bekomme ich frei, also flugs für den Abend ein Hotel gebucht, meine sieben Sachen in Tankrucksack und Packrolle geworfen und los!


Das Ziel - alle Passknackerpunkte in Belgien


Wie man sieht, liegen leider einige Punkte ganz schön weit außerhalb der anderen: Im Westen rund um Lille. Die lohnen sich eigentlich nur für England-Anreisende. Da ich diese Saison alle haben will, nehme ich mir diese zu erst vor - sonst komme ich womöglich später noch auf die Idee, dass es sich nicht lohnen würde. Leider bedeutet das jetzt 333 km Autobahngebretter ab Essen zur Anreise. Immerhin hauptsächlich durch Holland und Belgien, also mit weniger Bekloppten und Baustellen.


Route Tag 1 - 395 km


Also ab auf die A40 nach West und dann immer gerade aus. Die erste Kurve, die man ungelogen nicht mit 400 km/h hätte fahren können, ist der Autobahnring im Antwerpen. Dann geht es wieder weit geradeaus. Im Helm düdelt die Musik, der Magen verdaut noch am Mittagessen und Durst habe ich auch keinen. Nur die Versys kriegt Nachschlag an einer Automatentankstelle - das klappt hier ganz hervorragend und schnell. Irgendwann ist endlich gut mit Autobahn und ich nehme Bundesstraßen unter die Räder. Da es 20 Uhr durch ist, ist es zwar noch hell, aber das öffentliche Leben ist hier auf dem Land schon weitgehend eingestellt. Das wirkt sich positiv auf die Reisezeit aus, denn es ist keinerlei Verkehr. Nachdem die Höhenanzeige auf meinem Navi auf der Autobahn meist einstellig war (unter 10 Meter über Normalnull!), rolle ich jetzt über sanfte Hügel. Eigentlich ganz schön hier, nur etwas weit weg von allem - naja, eine halbe Stunde zur Nordsee.

Dann kommen auch schon die drei Passknackerpunkte westlich von Lille:


Kemmelberg, ein pompöses Hotel auf einem Hügel voller Kriegsgräber und -denkmäler. Das Schild ist beleuchtet, damit man besser nachts Pässe knacken kann ;)


Mont Noir, ein Campingplatz knapp hinter der Grenze, also in Frankreich. Auf der Belgischen Seite der Grenze sind viele Restaurants, Bar usw., und auf der Französischen Seite ist ein Großparkplatz. Hm. Da mir fällt ein, dass Frankreich vor wenigen Jahren die Prostitution verboten hat.


Mont des Kats, ein Hügel voller netter Häuschen mit eher gewachsener Straßenführung und viel ungeregelter Vorfahrt. Scheint für Radrennfahrer relevant zu sein.


Als Hotel dient mir heute das Günstigste, das ich online finden konnte, und das eine 24 Stunden geöffnete Rezeption hat. Nichts ist blöder als abends um halb elf ohne Schlafplatz in der Pampa zu stehen. Das ergibt dann das "Mr. Bed" in Lille, und das ist natürlich nicht besonders schön oder in einer idyllischen Lage. 43 Euro, Doppelbett, Minibad mit schimmligem Vorhang, WLAN - und in der Hölle gibt's eine besondere Ecke für Hoteliers, die bei 25°+x ihre Zimmer nicht lüften.

Ich komme ziemlich genau 21:30 Uhr an, checke ein, lade mein Zeug ab und schlüpfe in die Zivilklamotten. Abendessen gibt's im Haus nicht mehr. Nebenan hat das Restaurant auch schon zu. Man empfiehlt mir einen Kino-Komplex um die Ecke, und ich entscheide mich für den 15 minütigen Fußweg. Davon läuft man 10 Minuten entlang des finsteren und menschenleeren Parkplatzes/Parkhauses einer heute längst geschlossenen Shopping Mall - das muss man nicht unbedingt noch mal machen. Am Kino-Komplex gibt's tatsächlich zahlreiche Restaurants und Bars, aber alles schließt um 22 Uhr, also ungefähr jetzt. Das heißt, es gibt keine Küche mehr, nur noch Getränke. Man kann viel über Franzosen sagen, aber beim Feierabend sind sie pünktlich. Ich würde es übrigens genauso machen. Naja, beim Subway ergattere ich dann noch drei Cookies und eine Tüte Chips. Abendessen für Champions.

Ich werde auch am Rückweg nicht aus einer dunklen Ecke heraus überfallen, und das Lüften im Hotelzimmer hat funktioniert. So kann ich erholsame Nachtruhe finden, nachdem ich wie in Frankreich Pflicht die Decken aus der Fixierung rund ums Bett gezerrt habe. Um 23:30 gehe ich schlafen und den Wecker stelle ich auf 6 Uhr.

blahwas

Leisereitung

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22

Dienstag, 10. Juli 2018, 23:40

Der Wecker klingt um 6 Uhr und um 6:30 Uhr steige ich fertig aufs Motorrad. Frühstück gab's noch nicht, das wird sich unterwegs finden. Leider roch das Leitungswasser ungenießbar, darum starte ich mit eher geringen Wasservorräten. Da es morgens eher so 15°C hat, ist das aber unkritisch.


Route Tag 2 - 703 km (davon etwa 320 km Autobahn)


Die Route beginnt wie gestern: Viel Autobahn. Ich verlasse Frankreich und fahre das Meiste in Belgien. Immerhin kommt bald ein Passknackerpunkt, wenn auch nur als Abstecher von der Autobahn runter.


Der erste Passknackerpunkt heute


Danach geht es gleich wieder drauf. Es ist ziemlich viel Betrieb, auch schon früh um 7. Belgien ist ziemlich zersiedelt, entsprechend weit wird gependelt. Eilige Einheimische weisen mich in Geheimnisse der Autobahn ein. Tempolimit wäre eigentlich 120. Auf der Autobahn E12 erwische ich dann leider einen längeren Stau in einer Baustelle. Von den Autofahrern macht Niemand zu, viele machen auch großzügig Platz, aber Mühe macht das Durchkommen trotzdem. Übrigens ist das hier völlig legal. An einem Rastplatz halte ich und plane eine Alternative. Glücklicherweise hat der Rastplatz hinten eine Ausfahrt eingebaut. Übrigens versucht kein Autofahrer, über die Tankstelle den Stau abzukürzen, indem man parallel zur Autobahn einfach drüber bügelt. Das ist in NRW eine Pest und verlängert die Staus zusätzlich. Ich verlasse den Rastplatz über die Ausfahrt und fahre über Land weiter. An einer Tankstelle hat die Versys schon wieder Appetit, und ich eigentlich auch. Shop 24h klingt nach Frühstück für mich! Das Benzin wird wieder per Automat bezahlt, was wieder gut funktioniert. Das Frühstück klappt weniger gut. Es gibt zwar frische Backwaren, die hätte man aber vorbestellen müssen. So bleibt für mich nur die eingeschweißte Alternative. Es hat weiterhin unter 20°C, und leider sind alle alkoholfreien Getränke nur gekühlt erhältlich. Dann fahre ich die jetzt halt so lange spazieren, bis meine Vorräte erschöpft sind. Das Frühstück wandert in den Magen, und endlich geht es hinter Charleroi ("Karl König") weg von den drögen Autobahnen.

Es geht in die Ardennen rein, ein bewaldetes Gebirge, das an die Eifel erinnert, aber viel größer ist. Ich habe es nie mit Mehrtagestouren erkundet, auch nicht in meiner Aachener Zeit. Schade eigentlich! Hier ist wenig los, es gibt viele Kurven und viel freie Fahrt. Der Straßenbau in Belgien hat einen schlechten Ruf, und das leider nicht völlig zu Unrecht. Die Straßen sind sehr grob asphaltiert und man meint manchmal, es wäre irgendwie Schotter, aber es hat im Gegenteil reichlich Grip. Richtig schlechte Strecken habe ich nur wenige. So wurschtle ich mich durch, mal auf der belgischen, mal auf der französischen Seite der Grenze. Ich kriege die Wechsel kaum mit, denn auf beiden Seiten ist französisch Amtssprache und die Besiedelung ähnelt sich. Es fällt allerdings auf, dass die Gegend durchaus Tourismus hat. Viele Orte in den Flusstälern sind piekfein hergerichtet und mit vielen Gastro-Angeboten. Pfadfinder- und Schülergruppen sind unterwegs und die Campingplätze sind bevölkert. Verkehr ist trotzdem wenig, und wie üblich werden Motorradfahrer höflich vorgelassen. Insgesamt schön hier und sicher nicht verkehrt für ein langes Wochenende!





Das geht aber nicht ewig so, denn bald bin ich mit den Punkten in dieser Region fertig und wende mich wieder Richtung Norden. Aber auch hier gibt es schöner Täler, z.B. rund um den Ort Dinant.


Talblick von Les 7 Meuses. Hier fließt die Maas. Sie ist große Schwester der Mosel und hier etwa so bedeutend wie der Rhein für Deutschland.


Aus dem Maas-Tal geht es ostwärts Richtung Heimat, aber ein Punkt liegt noch auf dem Weg, der mich von den Autobahnen fern hält. Stattdessen gerate ich vor eine Sperrung wegen einer Baustelle - ich glaube es war auf der N946. Umplanen am Navi schickt mich eine Kreuzung zurück und in die Richtung, die dort gesperrt war. Also Plan B, in die Baustelle reinfahren und höflich fragen: "C'est possible...?" - "Kann man...?" - Achtung, Kultureller Unterschied! In Deutschland kriegt man eins mit dem Spaten übergebraten, wenn man es wagt, den heiligen Boden zu betreten, verbotswidrig, und trotz Schild. Hier tut man nicht mal so, als hätte man mehr Recht als ich, dort zu sein, fragt rechts und links: Ja, geht schon. 50 Meter weiter komme ich nicht weiter, zwei Transporter parken parallel auf der Straßenbreite, Material wird von links nach rechts umgeladen. Das scheint bald fertig zu werden, und es geht auf 16 Uhr zu. Ich stelle mich dahinter und warte. Bald ist man fertig, und das linke Baustellenfahrzeug fährt rückwärts. Dann fahre ich auch mal rückwärts, dann bin ich nicht im Weg. Das Baustellenfahrzeug vor mir parkt parallel ein, und der Fahrer bedankt sich bei mir! Ich bin geschockt. Die Lücke ist offen, ich fahre vorsichtig durch, noch ein paar Kilometer fahre ich Slalom zwischen Löchern, Abdeckungen und Materialhaufen, dann komme ich am gegenüberliegenden Sperrschild wieder raus und bin sozusagen frei.

Der letzte Passknackerpunkt ist irgendein Bauernhof. Hier beschließe ich, nicht mehr in den Süden abzubiegen. Ursprünglich war die Route für zwei Tage ab Lille geplant, und die Hälfte wäre wieder im Süden gewesen. Da ich auch mit dem direkten Weg nach Hause auf 703 km komme, beschließe ich, das reicht für heute, und den Rest kann man von Essen als Rundtour in 500 km abfrühstücken. Da hätte ich ja quasi noch den Nachmittag frei ;) Leider ist genau jetzt mein Headset leer, das zweite liegt daheim, und damit habe ich jetzt keine Musik mehr :(

Nach Hause geht es also über Autobahn, mit der Prämisse, möglichst wenig Deutschland - also nördlich vorbei an Liege und Maastricht, und erst auf Höhe Düsseldorf wieder nach Osten. In Holland werde ich etwas nass und ziehe die Regenjacke über. Warm wird's heute wohl nicht wirklich, die Heizgriffe sind den ganzen Tag am arbeiten. Am Kreuz Breitscheid erwartet mich wieder der übliche Feierabendstau, aber 18:20 bin ich daheim. Heute Abend spielt Frankreich gegen Belgien WM-Halbfinale, und dazu habe ich gerade einen persönlichen Bezug, denn ich war heute mehrmals in beiden Ländern. Ich bin fast enttäuscht, pro Land nur noch 1x pro Tag eine "Hallo Roaming!"-SMS bekommen zu haben, denn es waren bestimmt 20 Grenzübertritte gestern und heute.

Danke fürs Mitkommen, die Fortsetzung folgt beim nächsten spontanen Urlaubstag :)

Manuel

immer zügig defensiv

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23

Mittwoch, 11. Juli 2018, 09:44

Hach watt schön deine spontanen Touren. Gefällt mir sehr.

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