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Coyote

Langstreckencoyote

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Dienstag, 22. März 2016, 14:30

Tesla-Probefahrt

Ich hab vorhin 45 Minuten lang einen Tesla S Performance (Allradantrieb) probefahren dürfen. War schon beeindruckend.

Leider kostet das Ding 120000 Euro - dafür eine Tankfüllung im Schnitt 20 Euro (je nach Tarif daheim, und öffentliches Laden ist gratis), und feste Wartungsintervalle gibts nicht. Lediglich irgendwann mal Bremsflüssigkeits- und Getriebeöl-Wechsel; Softwareupdates werden angekündigt und können über Nacht durchgeführt werden. Und die Lebensdauer des Akkus reduziert sich halt. Dafür hat man auf dem Display einen Schalter, ob die Beschleunigung "Schnell" oder "Wahnsinn" sein soll. "Wahnsinn" durfte ich ausprobieren: 0-100 in 3,3 Sekunden. Spontaner Kommentar von mir dazu: "Yeehaw!" Und die Landstraße wurde plötzlich verdammt schmal, ab 70 km/h hab ich es mit dem Durchbeschleunigen dann lieber gelassen... ansonsten fährt man mit dem Teil sehr angenehm und, nach Konfiguration, auch sportlich. Bei fast 530 abrufbaren PS und über 1000 Nm Drehmoment auch angemessen.

Die Reichweite bei meinem realistischen Reiseverhalten (derzeit ca. 160 km/h auf der Autobahn) ist wohl so bei 280-300 km anzusetzen, bei 130 km/h wären es 500 km. Laden: 8 Stunden bei 16 A Drehstrom. 220 V geht zwar auch, dauert aber halt ewig. Aber evtl. braucht man ja auch nur ein paar Kilometer. Spaßigerweise ist Allradantrieb bei E-Autos effizienter als bei Verbrennern: da ein kleiner und ein großer Motor verbaut werden (der kleine ist unter der Motorhaube verbaut und macht sich durch Turbinenheulen bemerkbar), kann für den Normalbetrieb der kleinere Motor verwendet werden. DAs zusätzliche Gewicht gleicht der größere Akku aus.

Die Rekuperation kann auf "Standard" und "wenig" eingestellt werden. "Wenig" entspricht wohl dem Fahrgefühl der normalen Motorbremse. "Standard" ersetzt weitgehend die Bremsen des Fahrzeugs - auf 45 Minuten Probefahrt hab ich die Bremsen kaum gebraucht. Dafür muss man aber halt auch immer auf dem Gas bleiben: kein Gas geben = bremsen. Daran gewöhnt man sich aber schnell.

Insgesamt braucht man kaum Zusatzausstattung, alle möglichen Sensoren sind schon verbaut, um das Auto auf die Autonomie zu trimmen. Das Cockpit unter dem riiiiiesigen Sonnendach (<3) hat lediglich einen Schalthebel rechts am Lenkrad (Vorwärts, Rückwärts, Parkbremse), drei Schalthebel (Blinker/Scheibenwischer, Abstandsautomatik, elektrische Lenkradverstellung) links und einen großen Touchscreen - sonst nichts. Der Bildschirm ist während der Fahrt unpraktisch zu bedienen und gefühlt viel zu groß, viele Funktionen (z. B. Sonnendach auf/zu) gehen aber über die Lenkradsteuerung oder die (derzeit nur englische) Sprachsteuerung. Das Auto ist auf Tesla-Kosten mit UMTS-Simkarte ausgestattet, damit hat man imemr aktuelle Infos fürs Navitainment (Spotify ist auch eine Option) - und Tesla weiß auch immer, wo man gerade ist.

Da die Heizung/Kühlung und alles sonst rein elektrisch laufen, ist Standheizung/Kühlung auch quasi automatisch verbaut. Der vordere Kofferraum ist durch den zweiten Motor recht winzig, vielleicht passen zwei Wasserkisten rein. Der hintere ist dagegen einfach nur riesig (Rücksitze umklappbar mit Durchladevorrichtung). Damit lasse ich mir auch eine Limousine gefallen. Geckig: die Türgriffe verschwinden flach in den Türen und werden nur bei Berührung ausgefahren - verringert den Luftwiderstand und sieht einfach nur cool aus.

Zwei Dosenhalter in den Armlehnen zwischen den Sitzen für die Praktiker wie mich, eine Mittelkonsole gibts nicht - da ist einfach nur leerer Raum, der aber durch eine Zubehörbox aufgefüllt werden kann. Die Türen haben auch keine Staufächer. Also kleine Abstriche bei der Alltagsreisetauglichkeit. Aber ich glaub, für sowas ist das Ding auch nicht entworfen, eher für die Normalverwendung. Das Einparken ist dank Rückfahrkamera ist leicht (die Sicht nach hinten ansonsten begrenzt), die Parksensoren zeigen ihre Infos allerdings auf dem Fahrerdisplay an. Da sieht man sie bei verdrehtem Lenkrad aber nicht gut. Der digitale Tacho ist gut ablesbar (klar sind mir Zeigerinstrumente lieber, aber deren Fehlen hat null gestört), statt einem Drehzahlmesser gibts eben den Entlade-/Rekuperations-Rundbalken.

Alles in allem eine tolle Sache, ich kann aber weder den Preis stemmen noch passt das Ding in mein Fahrprofil. Sollte sich das ändern, würde ich umsteigen.
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Dirk U.

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2

Dienstag, 22. März 2016, 15:09

Alles in allem eine tolle Sache, ich kann aber weder den Preis stemmen noch passt das Ding in mein Fahrprofil. Sollte sich das ändern, würde ich umsteigen.



Für Tesla gibt es ja schon ein paar Ladestationen (Super Charger) in Europa, aber die dann doch noch nicht so richtig engmaschig, dass man entspannt von a nach b fahren könnte.

Trotzdem ist es imho das Konzept mit dem meisten Potential.
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kleiner Chris

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3

Dienstag, 22. März 2016, 15:38

:thumbsup:

Zitat

Alles in allem eine tolle Sache, ich kann aber weder den Preis stemmen noch passt das Ding in mein Fahrprofil. Sollte sich das ändern, würde ich umsteigen.

Unterschreib ich 1:1

Coyote

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4

Dienstag, 22. März 2016, 15:51

Für Tesla gibt es ja schon ein paar Ladestationen (Super Charger) in Europa, aber die dann doch noch nicht so richtig engmaschig, dass man entspannt von a nach b fahren könnte.

In Europa nicht engmaschig, nein. In Deutschland sehr wohl. Im Navi sieht man, dass Deutschland mit Tesla-Symbolen zugepflastert ist.

https://www.teslamotors.com/de_DE/supercharger
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Dienstag, 22. März 2016, 17:13

Und wenn es endlich in den Köpfen der Autobauer ankommt, daß Elektroautos erst dann Sinn machen, wenn man die Akkus an Tantstellen wechseln kann (Bodenklappe auf, Akku raus, Akku rein, Bodenklappe zu), kommen wir auch damit weiter.
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Dienstag, 22. März 2016, 17:17

... und wenn dir dann so ein ausgelutschter Tauschakku in der Karre verreckt, kaufst du einen neuen? Davon abgesehen: die Tauschakkus von Better Place (gibts die noch?) mit dem Tauschkonzept haben vielleicht ein Viertel der Kapazität eines Tesla-Akkus.

Wenn ich eine Garage hätte und meine Familie nicht über Deutschland verteilt wäre, bräuchte ich keinen Tauschakku. Oder eigentlich: wenn ich eine Garage hätte.
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Dienstag, 22. März 2016, 18:58

Ausgelutscht? Warum? Ich hab noch keine leere Gasflasche angedreht bekommen und meine Modellflugakkus halten alle was der Verkäufer verspricht, da getestet und gewartet.
Was machst du wenn du Dreck in deine Karre tankst und mit verstopfter Einspritzung liegen bleibst? Passiert heute auch nicht mehr, also warum sollte es bei Akkus nicht auch funktionieren.
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Dienstag, 22. März 2016, 19:42

Naja, Akkus altern. Daher könnte man leere im guten Zustand abgeben und volle im schlechten Zustand bekommen. Oder möchtest du, dass passende Akkus in jedem Zustand vorgehalten werden?

Gruß Max
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Dirk U.

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Dienstag, 22. März 2016, 19:51

Für Tesla gibt es ja schon ein paar Ladestationen (Super Charger) in Europa, aber die dann doch noch nicht so richtig engmaschig, dass man entspannt von a nach b fahren könnte.

In Europa nicht engmaschig, nein. In Deutschland sehr wohl. Im Navi sieht man, dass Deutschland mit Tesla-Symbolen zugepflastert ist.

https://www.teslamotors.com/de_DE/supercharger
Das ist der gleiche Link wie meiner. Aber sorry, zugepflastert sieht es aus wenn man es aus dem All sieht, aber wenn ich rein zoome, dann ist das nicht flächendeckend. Wenn ich zwischen zwei Stationen 100 km habe oder von meinem Wohnort evtl. 50 km sind, dann ist das nicht praktikabel. Da sollte schon zumindest in jedem 2. Ort was sein. Aber es zumindest ein guter Anfang.
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Dienstag, 22. März 2016, 20:10

Wozu braucht man 2 Supercharger im Ort? Die sind zum nachladen auf Langstrecken, nicht als Ersatz für Tankstellen gedacht. Deswegen findet man die hauptsächlich an Autobahnen. Normales Laden macht man zu Hause oder am Arbeitsplatz.


So ein Tesla wär schon was, würde auch zu meinem Fahrprofil passen. Nur leider viel zu teuer, so 30-35 mal so teuer wie mein aktuelles Auto war :shocked:


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Coyote

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11

Dienstag, 22. März 2016, 20:10

Ähm. Du *musst* das Ding nicht am Supercharger aufladen. Du kannst es auch daheim anstöpseln, zur Not auch an der 220V-Steckdose. Die Supercharger sind exakt dafür da, dass du dich mal weiter als 300-500 km von daheim wegbewegst, und dann kommst du sehr wahrscheinlich an einem vorbei.
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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Coyote« (22. März 2016, 20:15)


Manuel

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12

Dienstag, 22. März 2016, 20:15

*neid* sonen Tesla würde ich auch gerne mal fahren.

Oder nen BMW i8... oder nen Golf GTE. Alles coole Sachen. Ich finde die Entwicklung sehr spannend.

blahwas

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Dienstag, 22. März 2016, 21:40

Danke für den Bericht! Bestätigt meinen Eindruck :thumbup:

Erstaunlich, wie Tesla aus dem Stand die Verbrennerautoindustrie übertrumpft. Schlafen die? :pinch:

Wechselakku wäre ganz cool, aber im Tesla sind die Akkus zu dicht und verstreut verpackt. Das ist nicht wie beim Auto ein zentraler Tank, sondern es Bestandteil des Rahmen. Auch denkbar wäre es, überall Akkus reinzupacken, wo sonst Luft wäre, z.B. in die Türen und in die Rahmenholme.

BiO-HaZaRd

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Dienstag, 22. März 2016, 22:06

Die Autos sind wirklich Klasse, würde ich es mir leisten können würde ich sofort eines nehmen. Da wären mir auch Sachen wie Ausstattung oder Farbe egal. Bin ich froh wenn es endlich Elektromotorräder gibt. Letztes Jahr waren wir 4 Tage im Schwarzwald, da war einer aus Norwegen mit einem Tesla im Hotel :thumbup:



Vielleicht finde ich irgendwo mal einen, in der Sendung Container Wars haben die Israelis mal einen Tesla gefunden
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15

Dienstag, 22. März 2016, 22:13

Toller Bericht :thumbup:

Wenn man viel und weit fährt, ist das so 'ne Sache mit dem Elektroauto. Wenn man aber zu 95 Prozent nur im Ort rumgurkt und ein Mal im Jahr einen etwas größeren Ausflug macht, dann geht's wieder los. Wobei man sich dann auch noch immer ein Auto mieten kann.

Gruß,
Thomas

Coyote

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16

Dienstag, 22. März 2016, 22:45

Schlafen die?

Natürlich. Was glaubst du, wann die nächste staatliche Rettungsaktion hier oder in den USA fällig ist?
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Dirk U.

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17

Mittwoch, 23. März 2016, 06:34

Wozu braucht man 2 Supercharger im Ort?
Behauptet wer?




Ähm. Du *musst* das Ding nicht am Supercharger aufladen. Du kannst es auch daheim anstöpseln, zur Not auch an der 220V-Steckdose. Die Supercharger sind exakt dafür da, dass du dich mal weiter als 300-500 km von daheim wegbewegst, und dann kommst du sehr wahrscheinlich an einem vorbei.
Ich dachte sie sollten eigentlich das Alltagsfahrzeug ersetzen. Aber gut, wenn es nur als Zweitwagen gedacht ist und man natürlich auch die Möglichkeit hat es an der 230 V Dose zu laden, dann wird es schon reichen.
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kleiner Chris

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18

Mittwoch, 23. März 2016, 06:47

Eine Reichweite von 300 km pro Ladung ist ja nun echt okay. Das deckt wahrscheinlich locker den Bedarf von 75% aller Deutschen. Abends daheim dann wieder aufladen. Muss ja auch nicht mit 220V sein, gibt ja auch nen Charger für Zuhause.

Also bei mir wäre er schon fast überdimensioniert.

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Manuel

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19

Mittwoch, 23. März 2016, 07:23

Ich hab heute morgen ein Modell s vor mir gehabt. Schaut schon geil aus.

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Standard94

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20

Mittwoch, 23. März 2016, 07:23

Ein Elektorauto wär schon was feines, die Reichweite von 300km reicht zumindest im Alltag aus, zur Arbeit haben wohl die wenigsten mehr als 50km einfach und selbst am Wochenende sollten 300km häufig reichen, man muss halt eine Ladestation haben um dort laden zu können. Wirklich Fernreisetauglich ist er natürlich nicht, dürfte auch nicht der geplante Einsatzzweck eines Teslas sein.

Was die VW, BMW etc an Elektorautos auf dem Markt haben ist mMn einfach nur ein schlechter Witz.

Teuer sind sie leider alle...

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