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klanor

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Motorrad: ホンダ, Honda, Transalp

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Donnerstag, 26. Mai 2016, 12:10

Pyrenäen 2016

Der Frühling ließ lange auf sich warten, aber in der Woche vor unserer Abreise scheint es endlich so weit zu sein.

Mein Kumpel Dietmar und ich wollen in diesem Jahr in die Pyrenäen, und
nun sind alle Vorbereitungen abgeschlossen und meine Transalp steht
frisch überholt und getüvt vor der Tür und scharrt bereits mit dem
Hinterreifen. Die Planung im Vorfeld lief
entspannt. Wie schon bei meiner Baltikumreise liegen zwar einige Punkte
fest, die wir ansteuern wollen, aber grundsätzlich werden wir der Nase
nach fahren und die Dinge einfach auf uns zukommen lassen. Mal schauen,
wohin es uns verschlägt.

Die einzige wichtige Frage, die mich in den letzten Tagen plagt, ist
die nach der richtigen Kleidung. Nehme ich die leichte Sommerkombi oder
rechne ich mit teilweise recht niedrigen Temperaturen und wähle eher die
dicken Klamotten, die ich normalerweise im Winter oder in der
Übergangszeit beim Motorradfahren trage. Oder anders: Was ist weniger
schlimm? Schwitzen oder frieren?

Letztendlich entscheide ich mich für das Sommerzeug. Im Zweifelsfall
kann ich immer noch das Futter einziehen und/oder die Regenklamotten
drüber tragen, um den Fahrtwind abzuhalten, und insgesamt friere ich
lieber ein bisschen, als dass mir der Schweiß in Strömen herunter läuft.

Endlich ist Freitag. Ich lade mein Zeug aufs Motorrad und fahre nach Solingen, um Dietmar zu treffen. Und dann geht es los …

Holla, die Waldfee. Ich habe ja damit gerechnet, mich nach über einem
Jahr Motorradabstinenz wieder etwas eingewöhnen zu müssen, aber dass es
so heftig wird …

Der erste Tag war trotz allerfeinstem Wetter Anstrengung pur. Ich
habe zwischenzeitlich versucht, mir einzureden, dass ich es doch
genießen müsste, endlich wieder auf dem Bock zu sitzen, aber mir tut der
Hintern weh und der Rücken sowieso.

Dietmar geht es ähnlich, obwohl seine Auszeit nicht ganz so lang war.

Wir sind völlig erschossen, als wir am Abend den ersten Campingplatz
nördlich von Kaiserslautern erreichen. Nach dem Aufbau der Zelte
besorgen wir uns erst einmal ein paar Flaschen Bier und essen eine
Kleinigkeit.

Immerhin ist der Campingplatz top.



Am nächsten Morgen wecken mich laute Vögel und ein weiterer Ruf der
Natur bereits kurz nach fünf Uhr – es ist noch nicht einmal richtig
hell. Beiden zolle ich Tribut. An Schlafen ist danach nicht mehr zu
denken, also packe ich die ersten Sachen ein und versuche, mich bei
Temperaturen um die fünf Grad warmzuhalten.

Sobald die Sonne rauskommt wird es etwas besser.

Wir starten in den zweiten Tag mit dem Ziel vor Augen, am Abend in
den Vogesen zu campen. Keine lange Etappe – nach der gestrigen Erfahrung
wohl genau die richtige Dosis.

26 Grad waren vorhergesagt, und das könnte auch tatsächlich zutreffen.

Wir erleben einen überraschend angenehmen Tag auf der Straße, brauchen
längst nicht so viele Pausen wie befürchtet und erreichen den Platz
entspannt und zufrieden.

Zu spät fällt mir auf, dass wir heute zwei Dinge vergessen haben: zum
einen haben wir beim Tanken kein Benzin für den Kocher abgezweigt und
zum anderen vergessen, Bier zu kaufen. Also steht noch eine kleine
Versorgungsfahrt an, wodurch wir wenigstens die Bierfrage
zufriedenstellend lösen können. Das ist auch wichtiger, als eine warme
Mahlzeit.

Apropos warm … das Bier müssen wir erst einmal kühlen. Das klappt erstaunlich gut, also ist der Abend gerettet.


Am nächsten Morgen ereilt mich wieder der Fluch des frühen
Aufwachens. 05:20 Uhr, und ich kann nicht mehr schlafen. Immerhin sitze
ich jetzt mit dem Schlafsack als Decke übergeworfen (bei diesem 35 Jahre
alten aber immer noch guten Teil geht das) vor dem Zelt, höre den
Vögeln zu und sehe die Sonne langsam aufgehen. Das wird auch Zeit, denn
es ist schweinekalt …

Weil wir keinen Sprit für den Kocher haben, gibt es heute Morgen eben keinen Kaffee.

Wir fahren jetzt erst einmal zum Col de la Schlucht und finden … Schnee.
Auf 1350 m Höhe halten sich die Hinterlassenschaften des Winters immer
noch hartnäckig. Angenehm frisch ist es hier oben sowieso. Was machen
vernünftige Menschen in derartigen Fällen? Richtig, sie fahren in den
Süden. Bei aktuell ca. 26 Grad – einfach perfekt.


Ein mittlerweile ungewohntes Bild an der Schweizer Grenze:
Kontrollen. Da wir nicht aussehen, als suchten wir Asyl, winkt man uns
durch.

Wir genießen die hervorragenden Straßen der Schweiz mit ihren Kurven und
landen am Ende des Tages auf einem Campingplatz. Und da wir heute an
Benzin für den Kocher gedacht haben, gibt es Spaghetti … und Bier
natürlich.

Satt und ein bisschen k.o. hauen wir uns jetzt aufs Ohr. Hoffentlich kann ich morgen mal wenigstens bis 7:00 Uhr pennen.



Schön ist die Schweiz ja schon, aber on the road fühle ich mich hier
irgendwie unwohl. Nicht, dass die schweizer Straßen oder der Verkehr
Anlass zum Meckern gäben. Nein, es ist vielmehr die Tatsache, dass man
hier damit rechnen muss, schon bei kleinsten
Geschwindigkeitsüberschreitungen zur Kasse gebeten zu werden.

Da ist es für mich von Vorteil, dass die Reifen meiner Transalp fast
runter sind, denn so zeigt der Tacho grundsätzlich 4-5 km/h zuviel an.

Wenn die Alpen am Horizont den Blick auf sich ziehen, laufe ich dennoch Gefahr, zu schnell zu fahren.

Dietmar wird bei zulässigen 90 km/h mit 80 geblitzt. Mal abwarten, ob da
was kommt. Immerhin hat er einen Zeugen, der bestätigen kann, dass er
nicht zu schnell war. Notfalls belegbar mit den Trackaufzeichnungen
zweier Navis.

Immer wieder fallen ein paar Tropfen. So richtig regnen will es wohl
nicht, und ich bin im Grunde ganz froh darüber, denn die Sommerkombi,
die ich trage, hat keine Membran, so dass ich, sollte es mehr werden,
die Regenpelle drüberziehen müsste.

Wieder in Frankreich kommt dann sogar die Sonne zurück. Aus
zwischenzeitlich 16 Grad werden wieder mehr als zwanzig, und wir machen
ordentlich Strecke.

Am Nachmittag kaufen wir ein paar Lebensmittel ein und suchen uns einen Campingplatz für die Nacht.

Wir finden eine Mischung aus Campingplatz und Spaßbad in der Nähe von
Bouge-Chambalud. Die Besitzerin redet mich sofort auf deutsch an, weil
ich ihrer Ansicht nach sehr deutsch aussehe … Sie hat in Erkelenz
Deutsch studiert, und ich nutze gleich die Gelegenheit, mir ein paar
französische Sätze beibringen zu lassen, die ich bestimmt später noch
brauchen werde. Mein Problem ist meist nur, dass ich die Antworten nicht
verstehe.

Für den Fall dass es regnen sollte, können wir sie anrufen. Sie bringt
uns dann im Kino unter, sagt sie. Es regnet später tatsächlich, aber
hey, wer das nicht akzeptieren will, sollte nicht zelten. Wir hoffen
nur, dass morgen früh wieder die Sonne scheint.



Natürlich scheint die Sonne nicht. Im Gegenteil, es wird immer
wolkiger, und nach kurzer Zeit gießt es in Strömen. Wir packen die
nassen Zelte ein und ändern die Route. Statt nach Millau fahren wir
jetzt direkt in den Süden, wo das Wetter besser sein soll, um uns dort
ein paar verlassene Dörfer anzusehen.

Nur die Abfahrt gestaltet schwieriger, als gedacht. Der Weg, der aus dem
Gelände heraus führt, ist durch die Anlieferung einer neuen Hütte
versperrt. Jetzt heißt es warten, bis der Transport, der sich unter
Schrittgeschwindigkeit bewegt, die letzten 150 m geschafft hat.

Dann aber geht es los, und das Wetter wird mit jedem Meter besser. Nach
kurzer Zeit schon fahren wir bei Sonne und angenehmen Temperaturen über
20 Grad durch das Zentralmassiv. Feine Straßen mit noch feineren Kurven
lassen die Kilometer nur so dahin fliegen.

Kopf und Muskulatur haben sich mittlerweile wieder an das Fahren
gewöhnt, so dass die pure Freude darüber, mit dem Motorrad unterwegs zu
sein die schwierige Eingewöhnungsphase vergessen lässt.

Die Straßen winden sich die Berge hoch und auf der anderen Seite
wieder runter. Die Landschaft ist traumhaft und erscheint langsam
zunehmend mediterran. Im einem weitläufigen Tal halten wir an und
bestaunen das geniale Panorama. Aber wir haben ja auch ein Ziel. Besser
gesagt drei Ziele: in der Nähe soll es drei verlassene Dörfer geben, die
wir uns ansehen wollen. Das erste Dorf (La Cluse) sieht nicht wirklich
verlassen aus. Obwohl uns niemand begegnet, ist es offensichtlich
bewohnt. Wir machen eine kurze Pause vor einem kleinen Laden, Café oder
was auch immer es ist. Es ist auf jeden Fall geschlossen. Schade, denn
ein Kaffee wäre uns jetzt recht gewesen.

Das zweite Dorf (Rabioux) schenken wir uns, denn angesichts der Lage
hier und der Tatsache, dass es in einer 6km-Sackgasse liegt, steuern wir
lieber direkt das dritte Dorf (Agnielles) an, zu dem, wie man schon auf
dem Navi sieht, nur unbefestigte Straßen führen.

Und so ist auch die Anfahrt ziemlich spannend. Die Piste ist mit grobem
Schotter und herabgefallenen Felsbrocken zunächst sehr ungewohnt, um es
mal mit diesem Wort zu beschreiben. Wir kämpfen uns mutig Kilometer um
Kilometer vorwärts und werden am Ende reichlich belohnt.

Das
Dorf liegt sehr schön an einem Bach und ist offensichtlich schon lange
verlassen. Wir schauen uns um, machen es uns auf einer Bank gemütlich
und genießen die Sonne, bevor wir die Rückfahrt zur Straße antreten.

Die erscheint uns auf eimal deutlich einfacher, als die Hinfahrt. Interessant, wie schnell die Routine wiederkehrt.

Unser nächstes Ziel ist Montpellier. Immerhin hat sich die Änderung
der Route bis jetzt gelohnt, und wir hoffen auf noch mehr „bestes“
Wetter.

Auf dem Weg finden wir einen Campingplatz in Rosans, und weil es schon
Abend wird, machen wir hier Halt und verschieben die restliche Strecke
auf morgen.

Die Zelte stehen, wir kochen unser Essen und sichten die Fotos … Und
schon fallen wieder die ersten Regentropfen. Das nehmen wir gelassen.
Der wichtigste Teil des Tages hatte feinstes Wetter, und wir haben uns
so wohl gefühlt, wie lange nicht.

Der Campingplatz ist von der Kategorie -2 (minus zwei !!) Sterne.
Nicht nur, dass unser Zeltplatz ein zur Ebene aufgeschütteter Hang ist
und wir den ganzen Dreck binnen kürzester Zeit an den Schuhen und an den
Zelten kleben haben – auch die einzige funktionierende Toilette scheint
seit Beginn der vergangenen Saison nicht mehr gereinigt worden zu sein.



Ich bin froh, als wir den Platz am Morgen verlassen. Da stört es auch
nicht, dass es die ganze Nacht über geregnet hat und immer noch
reichlich Wasser von oben kommt.

Wir fahren den ganzen Tag im Regen, unterbrochen von wenigen trockenen Phasen.

In Rochford-Du-Gard halten wir kurz an, weil Notre Dame de la Grace in einen Hang gebaut einen schönen Anblick bietet.

Unsere Tagesetappe wäre eine schöne Strecke, durch deren Kurven man es
wunderbar fliegen lassen könnte, wäre da nicht diese Dauernässe. Die
wird allerdings ein bisschen weniger, nachdem wir in einem kleinen Kaff
Halt gemacht und einen Kaffee getrunken haben.

Wir lassen Nimes rechts und Avignon links liegen und rauschen direkt
durch nach Montpellier. Dort sind die Zufahrtsstraßen derart verstopft,
dass wir nur im Schritttempo vorwärts kommen. Also legen wir noch 25 km
drauf und suchen uns einen Platz in der Nähe von Frontignan. Außerhalb
von Loupian werden wir direkt an der Küste einer kleinen Mittelmeerbucht
fündig.

Der Platz ist recht ordentlich und vor allem die sanitären Anlagen sind ok.


Spontan werden wir von unseren Platznachbarn zum Austernessen eingeladen. Zu
den Austern gibt es einen hervorragenden Weißwein – beides aus der
Region.

Es ist immer wieder erfrischend, zu erleben, wie offen die Franzosen
Fremden gegenüber sind. Sicher tut auch die Tatsache, dass wir mit den
Reiseenduros ziemlich auffällig unterwegs sind, das seine dazu.



Der Morgen präsentiert sich trocken, und langsam kommt sogar die Sonne raus.

Wir packen in aller Ruhe unseren Krempel zusammen und frühstücken erst
einmal Rührei mit Speck. Die Zelte lassen wir so lange wie möglich
stehen, damit sie in der Sonne trocknen.

So brechen wir relativ spät auf und nehmen Kurs auf unser Tagesziel,
Georges de La Fou, eine Schlucht, eher eine Klamm, die um die 250 m tief
und an der engsten Stelle gerade einmal 1 m breit ist.

Wir fahren bei traumhaftem Wetter durch einen extrem sehenswerten,
mediterranen Teil Frankreichs und kommen dabei durch traumhafte
Ortschaften, die mal durch ihre Architektur und dann wieder durch ihr
Straßenleben bestechen.

Da wir nicht die einzigen sind, die Autobahnen vermeiden, kommen wir
zeitweise leider nur sehr langsam vorwärts. Das aber gibt uns
Gelegenheit, die vielen Eindrücke in Ruhe aufzunehmen..

An den Pyrenäen staut sich dann nicht nur der Verkehr, auch die Wolken machen hier Halt und lassen mal Wasser.

Bei Georges de La Fou angekommen, müssen wir leider feststellen, dass
der Zugang heute wegen des schlechten Wetters frühzeitig geschlossen
wurde. Wir haben nun die Wahl, ca. 60 km zurück in die Ebene zu fahren
und im sonnenreichsten Gebiet Frankreichs zu campen, oder hier im
Vorgebirge bei hoher Regenwahrscheinlichkeit zu nächtigen, um morgen
schon früh an der Klamm zu sein und nicht unnötig Zeit zu verlieren.

Mit der Entscheidung für letzteres machen wir einen 1A-Campingplatz
ausfindig, bereiten uns Kartoffeln mit Knoblauch-Kräuterquark und
beschließen, morgen Abend erst einmal in Barcelona zu sein. Danach haben
wir immer noch Zeit für die Pyrenäen.

Beim Versuch, an Dinge im linken Koffer zu kommen, schiebe ich das
Topcase ein wenig nach rechts, und schon bekommt die Transalp, die auf
dem Seitenständer fast senkrecht steht, Übergewicht und fällt auf die
rechte Seite.

Am Helm ist ein unwichtiges Teil abgebrochen, das ich mit ein wenig
Panzerband problemlos und bombenfest wieder befestigen kann. So kommt
nun auch das wichtigste Reparaturwerkzeug für unterwegs zum Einsatz.

Am Motorrad ist alles heil geblieben, da ich am Heck stehend den Fall
noch einigermaßen bremsen konnte … und weil es eine Transalp ist. Nur
ein wichtiges Teil wurde beschädigt: eine nagelneue Dose Bier.

Durch beherztes Austrinken lässt sich aber auch dieser Schaden schnell beseitigen.



Am Morgen ist es tatsächlich sonnig. Und Georges de La Fou ist wirklich sehenswert.

Nicht nur der spektakuläre Felsspalt, durch den man sich über einen
Metallsteg bewegt, auch die Flora mit ihrer Vielfalt ist ein echter
Hingucker.



Nach gut 1,5 Stunden war’s das aber leider schon, und wir fahren über
einen Pass auf die spanische Seite der Pyrenäen, um Barcelona
anzusteuern.

Auf dem Pass müssen wir durch tieffliegende Wolken fahren, und teilweise liegt sogar noch ein wenig Schnee auf der Straße.

Der wurde einem anderen deutschen Motorradfahrer offensichtlich zum
Verhängnis, denn als wir um eine Kurve kommen, stehen dort zwei Pkw und
eben dieses eine Motorrad.

Anscheinend ist die Sache aber nicht allzu schlimm, denn der Biker macht
sich gerade auf den eigenen zwei Rädern wieder auf den Weg, um im
nächstgelegenen Ort einen Arzt aufzusuchen.

Auf meine Nachfrage stellt sich heraus, dass lediglich seine Schulter schmerzt, ansonsten aber alles ok ist.
Wir kommen in Barcelona an … Bei leichtem Regen. Immerhin ist der
aber wärmer, als alles, was wir bisher von oben abbekommen haben. Der
Verkehr in der Stadt ist, um es mal so zu beschreiben, mediterran. Wir
passen uns einfach an und versuchen uns so gut, wie es geht
durchzuschlängeln. Der Campingplatz, den ich ausgesucht habe, ist etwa 8
km nördlich außerhalb der Stadt. Bis auf die Duschen ist er ganz
passabel, auch wenn er bis jetzt mit ca. 20 € pro Person der teuerste
Platz ist, auf dem wir uns niederlassen.

Am Abend fahren wir mit der Metro nach Barcelona und schauen uns das
Nachtleben auf La Rambla an. Dort essen und trinken wir dann auch zu
echten Touristenpreisen.



Es ist schon 1:30 Uhr, als wir zurück an den Zelten sind. Morgen wird es wohl etwas später, bis wir uns wieder aufmachen.


Aufwachen bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen, die etwas
von Sommer haben. Wie lange das wohl her ist. Auf unserer Tour hatten
wir das jedenfalls noch nicht – bis heute.

Wir schauen uns in Barcelona noch den Park Güel an und fahren danach
schleunigst wieder in Richtung Nordwest, wo die Pyrenäen liegen.
Zwischenzeitlich geraten wir in ein Gewitter und schaffen es gerade noch
rechtzeitig, uns die Regenklamotten überzuziehen. Als es dann auch noch
erbsengroß hagelt, halten wir an und warten erst einmal ab.



Da durch das späte Aufstehen und die Besichtigung des Parks schon
viel Zeit vergangen ist, schaffen wir es gerade mal bis zu den ersten
Ausläufern des Gebirges, als wir beginnen müssen, uns nach einem
Campingplatz umzusehen.

Auf Anhieb finden wir einen Platz, der in jeder Hinsicht die volle Punktzahl verdient.

Abendessen, Bilder sichten, duschen, Wäsche waschen. Morgen wollen wir
endlich wieder in den Pyrenäen sein. Und wenn wir Glück haben, gibt’s da
dann auch besseres Wetter, als vor unserer Flucht nach Barcelona.



Auf geht’s. Schon von weitem sieht man, dass die Entscheidung,
Barcelona zwischendurch mitzunehmen, statt hinterher, goldrichtig war.

Wir kurven, dank Erik, bei feinstem Wetter durch die Berge. Das ist eine
wahre Freude hier, insbesondere weil verhältnismäßig wenig los ist und
wir die meiste Zeit freie Fahrt haben. Unser höchster Paß heute führt
uns auf ca. 2090 m Höhe mitten in ein Skigebiet. Dank meiner Sommerkombi
empfinde ich die 7 Grad als recht erfrischend.

Nein, kalt ist mir wirklich nicht, aber es fehlt die richtige Warmphase
danach. Für einen zweiten Paß dieser Art müsste ich mir die Regenjacke
überziehen, um nicht auszukühlen.

Natürlich gibt es nicht nur Straßen in den Pyrenäen. Wir finden
idyllisch gelegene Bergdörfer und treffen, wie in den letzten Tagen
schon, interessante Leute. Bei einer Gruppe Zweispur-Offroader darf ich
mal probesitzen. Mann, ist das eng beim Ein- und Aussteigen.

Nachdem wir feststellen, dass unser Tagesziel noch etwa 120 km
entfernt ist, halten wir angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit
Ausschau nach einem geeigneten Campingplatz. Die ersten beiden Optionen
entpuppen sich als Reinfall und ehemaliger Campingplatz, bzw.
Fehleintrag in den POI, aber wir erhalten wenigstens einen guten Tipp.

Der Platz, an dem wir darauf landen, sieht von außen sehr zweifelhaft
aus, entpuppt sich aber dann als wirklich gut. Zwar erhalten die
sanitären Anlagen von uns gerade mal zwei Punkte, aber Duschen war ja
gestern …

Uns fällt auf: heute war der erste regenfreie Tag. Hoffen wir, dass Eriks Wünsche noch länger wirken.





Wir bekommen nach dem Aufstehen einen Kaffee, der es in sich hat. Die
Müdigkeit ist schlagartig aus unseren Augen verschwunden. Oliver und
Veronique, unsere belgischen Zeltnachbarn mit den BMWs wissen, wie man
Halbtote wach bekommt.

So sonnig, wie der vergangene Tag endete, beginnt der heutige. Wir
machen uns auf, um die Grand Cascades zu bewundern, aber immer noch sind
Pässe gesperrt. Ebenso ergeht es uns mit dem Pic du Midi, den wir gerne
besucht hätten.

Wir irren eine Weile herum, um vielleicht doch noch eine Zufahrt zu
einer dieser Sehenswürdigkeiten zu finden und entdecken auf diese Weise
sensationelle Strecken und Orte, die wir sonst vielleicht nie gesehen
hätten.

Letztendlich landen wir nach einem fahrerisch, wie auch wettermäßig
traumhaften Tag auf einem spanischen Campingplatz, der unserem Empfinden
nach deutlich mehr, als die offiziellen zwei Sterne verdient.

Bei eiskaltem Bier und extrem leckeren Oliven lassen wir den Tag
ausklingen und sichern erst einmal alle bisher aufgenommenen Fotos und
Videos auf das Netbook.

Danach geht’s in die Falle, denn morgen wollen wir den Atlantik sehen.





Geschafft. Wir sind so gut wie angekommen an der Atlantikküste.

Davor fahren wir durch das spanische Vorgebirge der Pyrenäen und traumhafte Täler.

Die Straßen winden sich mit den Flußläufen und machen trotz – oder vielleicht wegen – des schlechten Zustands richtig Spaß.

Auf diesen schmalen Straßen begegnet uns kaum ein anderes Fahrzeug, aber
dennoch können wir kaum schneller, als 30 – 60 km/h fahren. So sehr
werden wir durchgeschüttelt.

An einer Stelle können wir fast bis an das Flussbett fahren. Es geht
zwar über groben Kies, ist aber machbar. Unten angekommen sehen wir,
dass dieser Platz ideal ist, um wild zu campen. Von der Straße nicht
einsehbar und mit einem traumhaften Blick auf die umliegenden Berge und
natürlich den Flussverlauf.

Doch es ist die falsche Tageszeit. Wir müssen weiter, und es liegen
noch ca. 260 km vor uns. Zum Glück wechseln sich Straßen, wie die
bisherige und schnell befahrbare Landstraßen nun ab und wir kommen etwas
zügiger vorwärts.

Bei einem Zwischenstopp fällt uns starker Benzingeruch auf. Am
Benzinhahn meiner Transalp haben sich Schrauben gelockert, und im
Sekundentakt tropft nun Sprit heraus. Nachdem die Schrauben ordentlich
angezogen wurden, ist alles wieder ok.

Offensichtlich war ich vor sechs Jahren, als ich den Dichtungssatz
gewechselt habe, zu vorsichtig beim Anziehen der Schrauben. Und erst die
extremen Schläge heute führten dazu, dass sich die Schrauben lockern
konnten.

Ein Trost: der viel gelobten Zuverlässigkeit von Honda und speziell der Transalp schadet das in keiner Weise.

Kurz vor San Sebastian finden wir einen sehr ordentlichen
Campingplatz, dessen einziges Manko darin besteht, dass wir die
Maschinen nicht direkt neben den Zelten parken dürfen. Sie müssen etwa
10 m entfernt auf speziellen Parkplätzen stehen. Damit lässt sich leben.

Den Tag schließen wir mit El Coto, dem Urlaubs-Rotwein, ab.





Am Morgen unterhalte ich mich noch lange mit unserem Platznachbarn,
einem Franzosen, der durchgehend dicht ist. Aber er ist ein netter Kerl,
der mit seiner Freundin hier ebenfalls die Nacht verbracht hat.

Recht spät starten wir und kommen nach einer schönen kurvigen
Bergstrecke, offensichtlich wieder einmal ein Teilstück der Tour de
France, in San Sebastian an.

Dort verbringen wir einige Zeit am Strand und wagen uns auch mal in den immer noch ziemlich kalten Atlantik.

Bei einem Rundgang durch die Altstadt essen wir fabelhafte Tapas zu
einem ebenso fabelhaften Preis. Danach versuchen wir aus der Stadt
heraus zu kommen, landen aber, wie in einem billigen amerikanischen
Horrorfilm immer wieder an der selben verstopften Straße. 17:30 Uhr ist
aber auch eine doofe Zeit, um eine Stadt zu verlassen, die nur über
wenige Zubringer verfügt.

Endlich draußen finden wir eine wunderbar kurvige Route, die uns nach
Westen tiefer in die Pyrenäen hinein führt. Recht spät kommen wir auf
dem einzigen Campingplatz der Gegend an, dessen Preise angesichts
mangelnder Konkurrenz deftig sind.

Immerhin dürfen wir uns einen beliebigen Platz aussuchen, und so wählen
wir den Rasen vor einer leeren Hütte, deren Veranda wir dann einfach mit
nutzen. Das ist auch notwendig, um in Ruhe essen und vor allem trinken
zu können, denn mittlerweile regnet es wieder mal.



Dicke Regentropfen prasseln auf mein Zelt, als ich um 7:00 Uhr durch
den überdeutlichen Ruf der Natur geweckt werde. Draußen ist es dann halb
so wild, denn die dicken Tropfen kommen durch die Bäume, unter denen
wir unsere Zelte aufgeschlagen haben. Dennoch, es regnet, und alles ist
so nass, wie man es nicht gerne hat, wenn man einpacken muss.

Also gibt es erst einmal einen Kaffee im Trockenen auf der Veranda.
Dabei entdecke ich, dass bei der Hütte nebenan der Schlüssel steckt.
Freier Zugang zu einer Steckdose also. Schnell ist das Tablet am
Ladegerät, denn das hat es bitter nötig.

Bei der Abfahrt sind wir wasserdicht eingepackt. Es geht über eine
wahnsinnig grüne Berglandschaft gen Westen nach Lourdes. Streckenweise
ist die Sicht in den tief hängenden Wolken weniger, als 20 Meter weit,
aber wir kommen dennoch gut voran auf einer Straße, die sich schmal um
die Berge windet.

Wenn es zwischendurch mal aufklart, ist die Aussicht einfach eine Wucht.
Ich weiß ehrlich nicht, ob ich hier lieber bei trockener Straße mit
mehr Fahrspaß unterwegs wäre, oder ob es so, wie es jetzt ist, mit dem
satten Grün der Natur besser ist. Sicher hat beides seine Vorzüge …

Natürlich ist es bei dieser Feuchtigkeit und in der Höhe, ca. 1000 m,
recht frisch. Uns begegnen drei Rennradler, die sich bereits über die
höchste Stelle gekämpft haben und deren Finger blau von der Kälte sind.
Verzweifelt fragen sie uns, wie weit es noch bis zur nächsten Ortschaft
ist. 6 – 8 km müssen sie noch durchhalten. Im Vergleich dazu haben wir
es noch richtig komfortabel.

Ich komme um eine Linkskurve und stehe ein paar Kühen gegenüber, von
denen die ersten beiden die gesamte Breite der engen Straße einnehmen.
Sie schauen neugierig und machen nur widerwillig Platz, während ich
langsam auf sie zu fahre. Viel Spielraum ist ja nicht, denn links ist
der Berg und rechts der Hang.

Weiter geht es ständig durch die Wolken ohne zu wissen, was uns hinter
der nächsten Kurve erwartet. Ich habe mir mittlerweile angewöhnt, vor
jeder kritischen Kurve zu hupen, um entgegenkommenden Autofahrern zu
signalisieren, dass sie mit Gegenverkehr zu rechnen haben. Die sind zwar
selten, doch im unpassenden Moment nicht gerade ungefährlich.

Irgendwann kommen wir dann doch wieder auf richtige Straßen und am
späten Nachmittag dann auch nach Lourdes. An der Grotte findet gerade
ein Gottesdienst statt. Auch wenn man selbst mit Religion nicht viel
anfangen kann, ist es schon irgendwie ergreifend, die Menschen zu sehen,
die hierher pilgern.

Natürlich mache ich jetzt genau das, was ich mir vorgenommen habe: ich
kaufe das kitschigste Gefäß, das ich finden kann und fülle es mit dem
Wunderwasser. Was sein muss, muss sein!

Campingplätze gibt es hier angeblich reichlich, aber nach ein paar
Nieten – kein Campingplatz oder alles verriegelt und verrammelt – nehmen
wir Kurs auf einen zufällig ausgesuchten Platz weiter südlich. Der
entpuppt sich dann als Glücksgriff schlechthin, denn auf der Westseite
eines Tals gelegen bietet er einen grandiosen Ausblick auf das Gebirge
im Sonnenuntergang. Gekrönt wird das von einem fast vollen Mond über den
Bergen. Einfach genial.

Trotz des zunächst beschissenen Wetters mal wieder ein toller Tag.
Jede Etappe heute, so beschwerlich sie vielleicht war, hatte irgendetwas
Großartiges an sich. Ein guter Wein zum Abschluss und ab in das Zelt in
der Hoffnung, dass die Sonne es morgen trocknen wird.





Die Zelte sind trocken. Endlich mal wieder. Da wir beide überhaupt
keine Lust haben, sie abzubauen und unseren Krempel einzupacken, weil
die Aussicht hier einfach nur genial ist, und nicht zuletzt, weil man
von hier aus einige interessante Ziele gut erreichen kann, beschließen
wir, noch einen Tag auf diesem Platz zu bleiben.

Die Zufahrten zu den Pässen sind von hier aus noch nicht freigegeben,
und an den Sperren stehen sogar Gendarme und passen auf, dass nicht
doch jemand versucht, durchzukommen – zwei Motorradfahrer zum Beispiel.

Wenigstens ein schönes Ziel aber ist von hier aus erreichbar: Le Pont
d’Espagne. Die Strecke dorthin ist schön kurvig, und so kommen wir
richtig auf unsere Kosten.

Dazu bietet die Natur uns noch eine Sensation nach der anderen.
Spektakuläre Felswände und Bergwasserfälle, die ihresgleichen suchen.

Nach einem erlebnisreichen Vormittag landen wir wieder auf dem Campingplatz.

Und hier siegt die Faulheit. Nichts spricht dagegen, am letzten Tag in
den Pyrenäen einfach nur in der Sonne zu sitzen und die Aussicht zu
genießen. Also machen wir genau das!





Und wieder scheint am Morgen die Sonne. Dietmar hat seit ein paar
Tagen Schmerzen im rechten Unterbauch. Der Blinddarm scheint es nicht zu
sein, aber es ist trotzdem schmerzhaft genug, um heute erst einmal nach
Lourdes zu fahren, damit sich ein Arzt das ansieht.

Nach über drei Stunden elender Warterei steht fest: Es ist nichts zu
finden. Was jetzt tatsächlich los ist, lässt sich durch
Ausschlussdiagnosen nicht feststellen, aber ganz offensichtlich ist da
nichts, das sofort behandelt werden muss. Dietmar bekommt ein
Schmerzmittel und ein Rezept für die weitere Eigenverabreichung. Darauf
verzichtet er aber, weil er lieber mit Schmerzen und
Konzentrationsfähigkeit fahren will, als ohne beides

So schaffen wir heute wenigstens noch eine unter diesen Umständen
ordentliche Strecke bis nördlich von Toulouse und finden dort nach
einiger Sucherei einen versteckten, aber ausgesprochen ordentlichen
Campingplatz für kleines Geld. 6 € pro Person – der bisher niedrigste
Preis für einen guten Platz.

Mit 31 Grad war das der heißeste und sonnigste Tag unserer Reise.



Der folgende Tag beginnt trocken, aber bewölkt. Der Wetterbericht
verspricht leichten Regen und macht dieses Versprechen auch prompt wahr,
als wir wieder unterwegs sind. Aus dem leichten Regen wird schwerer
Dauerregen, der uns mit Eiseskälte und Nebel durchs Jura begleitet.

Dennoch ist der Tag voller interessanter Ereignisse. In einem kleinen
Dorf kommen wir anlässlich eines Festes, das irgendwas mit den lokalen
Rindviechern zu tun hat, nicht weiter und landen zunächst nur auf einen
Kaffee, dann aber doch zum Mittagessen in einer Brasserie am zentralen
Platz des Ortes.

Dort beobachten wir die Einheimischen beim Sonntagssaufen und essen
das Tagesmenü. Irgendwas für uns nicht definierbares, das schwer nach
Innereien im Naturdarm aussieht. Schmecken tut es aber.

Nach dem Essen ist wieder Dauerregen angesagt, aber die Straße, die
zuvor gesperrt war, erscheint nun frei. Immerhin ist das der einzige
Weg, der uns in annehmbarer Zeit über die nächste Bergkette führt.

Doch wir haben uns zu früh gefreut, denn mittendrin stehen wir im
Stau. Die Kühe, von denen wir im Dorf nur den Mist gesehen und gerochen
haben, werden hier mit Fahnen und behängten Zweigen geschmückt die
Straße entlang getrieben.

Wir schaffen es, uns an den Rindviechern und den zahlreichen Bussen
und Campern, die offensichtlich zu genau diesem Event angereist sind,
vorbei zu mogeln und haben wieder freie Fahrt. Zumindest so frei, wie es
das Wetter und die Sicht erlauben.

Da wir mittlerweile ordentlich ausgekühlt sind, machen wir an einem
Bus-Wartehäuschen Halt, um wenigstens einmal zwischendurch irgendwie im
Trockenen zu verweilen. Dort wohnt allerdings schon jemand: Greg, ein
Belgier, der zur Selbstfindung auf dem Jakobsweg unterwegs nach Santiago
de Compostela ist.

Ein cooler Typ. Wir unterhalten uns nett in der kleinen Bus-Hütte,
und er kocht uns einen Kaffee. Seine Füße haben bereits Blasen geworfen,
und er humpelt, wenn er ein paar Schritte laufen muss. Aber er hat
seinen Verwandten und Freunden großspurig erzählt, dass er den Weg gehen
wird, und so kommt ein Rückzug auf keinen Fall infrage.

Einige Kilometer vor St. Etienne beschließen wir, es für heute gut
sein zu lassen und machen uns auf die Suche nach einem Platz. Wieder
einmal scheitert der erste Versuch, aber dafür finden wir den perfekten
Platz für den heutigen Tag. Wir brauchen nicht einmal unsere Zelte
aufzubauen. Und es gibt ein ausgesprochen ordentliches Abendessen.

Ich habe insgeheim gehofft, dass wir heute etwas finden, wo wir warm
und trocken sitzen können, aber wirklich daran geglaubt habe ich nicht.
Umso mehr wissen wir zu schätzen, was wir hier gefunden haben. Wer in
diese Gegend kommt, sollte unbedingt hier übernachten!





Etwa 870 km liegen noch vor uns, und das Wetter ist sch…lecht. Es
regnet fast nur und „ein wenig frisch“ ist es zudem. Dabei sah es heute
Morgen, als wir aus dieser Zelthütte gekrochen kamen, erst einmal nicht
allzu schlecht aus. Jetzt sind wir froh, dass wir schon vor dem Start
die Regenklamotten übergezogen haben.

Zeitweise sieht es auf meinem Visier aus, als hielte jemand einen
Gartenschlauch drauf. Dietmar, der vor mir fährt ist nur gelegentlich zu
erkennen. Die Lkw vor uns, wie auch die entgegenkommenden Fahrzeuge
erhöhen den Wasseranteil in Kopfhöhe noch einmal deutlich.

Irgendwann haben wir die Schnauze voll und suchen uns ca. 100 km vor der Grenze zu
Luxembourg ein Hotel. Ibis budget – da war es auf so manchem
Campingplatz gemütlicher. Aber immerhin ist es warm im Zimmer. Dietmar
hat in seinem Zimmer ebenfalls die Heizung voll aufgedreht, und wir
hoffen, bis morgen einiges von dem Zeug, in das wir für die letzte
Etappe schlüpfen müssen, wieder einigermaßen trocken zu haben.



Am letzten Tag geht es dann ohne nennenswerte Wassermengen aber bei
immer noch recht niedrigen Temperaturen durch Luxembourg und die Eifel
über den Kölner Ring nach Hause. Bei Dietmar schießen wir ein
Abschlussfoto. Ich fahre weiter zur Werkstatt meines Vertrauens, da ich
jetzt defnitiv neue Reifen brauche. Die haben leider vor Mitte Juni
keinen Termin frei. Da muss ich mir wohl jemand anderen suchen der das
macht.



Aber in den nächsten Tagen wird eh nicht mehr gefahren. Jetzt geht es
erst einmal unter die Dusche, und dann sind nach drei Wochen
Abwesenheit natürlich auch noch ein paar Dinge zu erledigen.

Wir haben eine saugeile Tour hinter uns, bei der jeder Meter trotz
der teilweise widrigen Umstände Spaß gemacht hat. Ich habe das hohe
Windschild vermisst, weil mir über die Standardscheibe der Transalp
ständig die Insekten ins Gesicht geknallt sind. Immerhin aber kann ich
jetzt ca. 35 Insektenarten und Unterarten an Geschmack und Aufprall
erkennen – das ist doch auch was.

Ein paar Daten zur Reise

Dauer: 18 Tage

zurückgelegte Strecke: 4885 km

höchster Punkt: 2090 m

technische Probleme: keine, außer einer Scheinwerferbirne und losgerüttelten Schrauben am Benzinhahn

sonstige Zwischenfälle: keine

Verpflegung: Einkauf in Supermärkten

Kosten: ca. 750 € pro Person

Reiseroute



Ausrüstung

Fahrzeug: Honda Transalp PD06 und BMW F800GS

Zelt: Tatonka Arctis3 und Robens Voyager 2EX

Kocher: Coleman Benzinkocher

Kameras: Nikon Coolpix S8200 und Canon EOS 60D

Erkenntnisse

Frankreich ist mittlerweile eines meiner bevorzugten Reiseländer. Ich
mag die Mentalität, und mit der Sprache klappt es auch immer besser.

Man weiß nicht immer, was vor einem auf dem Teller liegt, aber es ist grundsätzlich sehr lecker.

Der Mai ist für die Pyrenäen nicht der beste Monat, wenn der Frühling
Anlaufschwierigkeiten hat. Zuviele Pässe und damit Sehenswürdikeiten
sind noch nicht erreichbar, da entweder noch Schnee liegt, oder die
letzten Winterschäden beseitigt werden.

Das Reisen mit Dietmar ist erfrischend angenehm. Wir verstehen uns
prima und harmonieren auch fahrerisch sehr gut, und ich freue mich schon
auf weitere Reisen zusammen.

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Sunny

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2

Donnerstag, 26. Mai 2016, 12:37

Hey, vielen Dank für den tollen Reisebericht. Ihr habt ja eine tolle Tour gemacht und viele KM gefahren!
Neue Reifen sind zwischenzeitlich auf der Transalp? ;)

klanor

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3

Donnerstag, 26. Mai 2016, 12:46

Nächste Woche.

Bis dahin muss ich hoffen mit 0,5 mm nicht erwischt zu werden.

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Duck

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4

Donnerstag, 26. Mai 2016, 17:43

Super Bericht! DANKE.



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Gruß Markus
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Dirk U.

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5

Freitag, 27. Mai 2016, 08:07

Das nenne ich doch mal einen umfangreichen Reisebericht. Ich bin immer erstaunt wie man das in der Reihenfolge alles noch auf die Kette bekommt. :thumbup:

timmae

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6

Freitag, 27. Mai 2016, 08:19

Wann seid ihr denn unterwegs gewesen? Das Wetter kenne ich so ungefähr. ^^

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FT 2011&2012 Kirchhasel :route88:
Meisentreffen 2011, Eifeltreffen 2011 :mo24:

:thumbup:

klanor

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7

Freitag, 27. Mai 2016, 08:54

@Dirk: ich habe alles on the road ins Blog geschrieben - das hier ist gewissermaßen nur eine Kopie. Und ohne Trackaufzeichnung, Wegpunkte und mit dem Navi synchronisierten Fotos wäre ich jetzt hoffnungslos aufgeschmissen.
@timmae: 6.-24.5.

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timmae

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8

Freitag, 27. Mai 2016, 09:20

Da waren wir zeitweise parallel unterwegs. Deine Transalp wäre mir aber aufgefallen.

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Der Töff

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9

Freitag, 27. Mai 2016, 17:56

Hi Klaus..!

"Schön, schön..!" Gut und unterhaltsam geschrieben..tolle Fotos,..der Spaß kommt gut rüber.
Irgendwann wird d a s ja meine Heimat, nächstes, übernächstes Jahr.
Beste Reifen zu Billigst-Preisen..gibbet hier bei mir, falls ich es vergessen habe zu erwähnen.

Ich habe einen High-Speed-Sturz mit meinem Fully (50+!) verhindert, in dem ich es mit dem
Vorderrad noch geschafft habe..an einem Stein vorbei zu lenken, wusste aber, dass das Hinterrad
"Kontakt" haben wird,..heftigen Kontakt.
Er war noch heftiger als befürchtet..ich bin bestimmt 10 m lang in so einer Art Halb-Kopfstand
gewesen,..der Schlag war fürchterlich: Reifen, Schlauch und Felge kaputt,..die ist der Länge
nach aufgerissen, eine teure Hohlkammerfelge.
Der Ersatz dürfte sich auf um die 200.- € bewegen...ich fahre letzt lieber wieder mit der XL 200:
Da sind die Stürze billiger!

Gruß vom Töff.
*Jeden Tag aufs neue begeistert von der Transalp!*
"Kein Herz für Arschlöcher!"

10

Freitag, 27. Mai 2016, 18:18

Hammer, Klaus!

Ein toller Bericht, da möchte man die Tour direkt nachfahren!

Grüße
Claudia
Eins der größten Vergnügen im Leben besteht darin, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht.
WaB.
Mut erobert alle Dinge.

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11

Sonntag, 29. Mai 2016, 15:29

...gerade doch erst so was ähnliches Kommentiert.

Kann man nur sagen wunderbar, alles lesen werde ich aber erst morgen, da hab ich mehr Zeit!

Viele Grüße
Michael /mimoto :)
..ich weiß, daß ich nichts weiß..


Der 12er

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12

Montag, 30. Mai 2016, 20:05

toller bericht
neid ist auch dabei
wäre gerne dabei gewesen, aber 3 ist einer zuviel
(he he he)
gruß
der12er

klanor

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13

Dienstag, 31. Mai 2016, 08:36

Habe ja schon gesagt, dass ich Lust hätte, mit dir nochmal eine Tour zu machen.
Vielleicht im nächsten Jahr. Hohe Tatra, Karpaten, ...?

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14

Mittwoch, 1. Juni 2016, 00:15

Toller Bericht, noch tollerere Fotos. Irgendwie müssen die Pyrenäen wohl einen Besuch wert sein *auf der To-Do-Liste notier*

Gruß,
Thomas

Der 12er

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15

Donnerstag, 2. Juni 2016, 10:32

melde dich bei Zeiten (Urlaub einreichen) und los geht es
he he he
der osten ist bei mir immer noch recht unerschlossen.
wäre dabei
gruß
der12er

Buckbeak

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16

Mittwoch, 8. Juni 2016, 08:51

Schöner Bericht! :thumbup:
Ach ja, Frankreich ist einfach toll, selbst bei schlechtem Wetter (obwohl das echt schade war für Euch).
Mir sind diese Ecken gut vertraut. Ich könnte da immer wieder hin...
Bisher war ich dort entweder Ende Mai/Anfang Juni oder September und hatte fast immer Glück mit dem Wetter.
Fahr doch nochmal im September hin. :)


liebe Grüße
Buckbeak

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