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blahwas

Leisereitung

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21

Samstag, 19. Mai 2018, 13:41

Do, 10.5., Auvergne West

Heute Morgen haben wir Nebel am Platz und es ist echt kalt und feucht. Das drückt auf die Laune: Haben wir nicht gestern den ganzen Tag (bei Sonnenschein!) im Auto verbracht, um genau das zu vermeiden? Und jetzt ist es schon am Zelt, statt nur auf hohen Bergstrecken? Hmpf.


Leider keine schönen Aussichten am Morgen


Widerwillig steigen wir in alle Motorradklamotten die wir finden können, ich packe nun sogar noch eine Wärmefläsche ein - erster Lacher. Dann steige ich auf der Wiese bei laufendem Motor aufs Motorrad auf und trete versehentlich auf den Ganghebel statt auf die Raste. Damit fühlt sich das Hinterrad plötzlich berufen, zu drehen, und der eiskalte Pilot Power auf der feuchten Wiese sorgt dafür, dass der Motor nicht sofort abstirbt, sondern er dreht im Leerlauf einfach durch. Aber nicht lange, denn wie durch ein Wunder entstand doch irgendwie Grip zwischen dem völlig querprofilfreien Reifen und der nassen Wiese. Vielleicht hatte der Reifen beim dritten Durchdrehen schon seine Betriebstemperatur erreicht? Jedenfalls setzt sich das Motorrad in Bewegung bevor ich richtig drauf sitze und ich habe auch erst eine Hand am Lenker. Dank meiner überragenden Fahrpraxis, hervorragenden Reflexe und ausgeprägten Bescheidenheit kapiere ich sofort was los ist und kriege den Bock wieder eingefangen, statt mich schon auf dem ersten Meter auf die Seite zu legen. Das wäre dann der zweite Lacher heute.

Ich hatte zwei, drei Routen vorbereitet: Eine kurze nach Osten für Tage mit mäßigem Wetter, eine mittlere nach Westen, und eine richtig lange mit vielen Passknackerpunkten im Südwesten, die man eigentlich keinem Mitfahrer zumuten kann. Wir beginnen wegen des Nebels mit der kurzen Route. Es geht kurvig und auf mäßig guten Strecken durch den Wald in der Nachbarschaft des Campingplatzes. Feuchte Straße, wenig Sicht, keine Aussicht, und wir halten ein Auto auf. Pilot Power fragt sich auch wie er in diese Lage gekommen ist und bringt wenig Verständnis dafür auf.


Motorradnebelwandern


Nach 30 Minuten Rumeiern im feuchten Nebelwald fällt der Entschluss, dass das so keinen Sinn hat, und darum fahren wir jetzt ins Tal, hoffentlich aus der Wolke raus. Ich werfe einen Punkt ins Navi westlich der Autobahn und biege auf dem groben Weg dorthin immer in die Richtung ab, wo der Himmel heller ist. Das klappt ausnehmend gut und bald wird es warm in den Regenkombis. Wir schnappen uns eine Campingbank am Wegesrand und genießen einfach nur die Sonne. Ich nehme die besonders lange vorbereitete Tour und werfe den Anfang raus, sodass wir passend einsteigen können. Das führt weiter nach Westen, und da sieht auch das Wetter gut aus.

Auch das klappt toll, und wir erreichen vierstellige Höhen mit schönen Aussichten. Es ist eher viel Verkehr, für französische Verhältnisse. Man muss also alle fünf Minuten mal ein Auto überholen, und es scheint eine touristisch relevante Höhe zu sein, mit Aussichtspunkten auf Vulkanschlote.



Am Col de la Malmouche stellt Nic den Motor ab, und kriegt ihn danach leider nicht mehr an. Die Suzuki braucht liebevolle Anschiebehilfe. Leider ist dieser Col nicht sehr steil, aber Markus schafft es füßelnd.

Ab dem Col de la Volpilière begann eine wundervolle Strecke über eine Hochebene, bzw. ein Hochtal. Rechts und links alles grün, Weideflächen, ganz selten mal ein Haus. Und so geht das 20 km immer weiter.


Wer Passknackerpunkte abfährt, heißt Passknacker. Wer einen Passknacker dabei begleitet, heißt – Gassiknacker?


Der Col de la Croix St Robert bietet dazu wieder Abwechslung. Die Strecke sieht aus wie eine Bergrennstrecke mit den doppelten Leitplanken und einer Fußgängerüberführung, und lässt sich auch so fahren.



Am unteren Ende lockt ein Cafe mit Motorradparkplätzen, wo wir halten und die Terrasse eröffnen. Ganz schön hell hier. Und ganz schön toll! So kann ein Tag sich wandeln.




Etwas kurios gerät dann ein Tankstopp an der einzigen offenen Tankstelle weit und breit. Leider sind nur 2 Säulen in Betrieb, und diese in Automatenversion. Leider nehmen sie keine Kreditkarten, sondern nur Bankkarten, und die 8 holländischen Riesentourerfahrer vor uns müssen 1. alle einzeln tanken und 2. alle selbst nacheinander drei verschiedene Karten probieren. Wir stehen recht lange und hinter uns bildet sich eine Schlange - ein seltenes Bild. Wir tanken auf eine Rechnung alle drei Motorräder voll und sehen zu, dass wir hier wegkommen.

Es folgt eine längere Etappe durch ein Hochtal, wo rundum Weidefläche ist, und die Mitte führt die Straße in sanften Schwüngen entlang. Kein Ort, kaum ein Haus, keine Kreuzung, kein Verkehr. Total idyllisch hier. Markus kommt aus dem Schwärmen nicht mehr raus und ich freue mich, dass der Plan mit dem Umzug nun doch aufging.





Doch dann nagt das menschliche: Müdigkeit kommt auf, und Hunger noch dazu. Da bietet sich der Ort Massiac für eine Pause an. Auf dem Weg dorthin verputzt die Versys schon mal zwei vorlaute Porsche: ein Cayman aus Monaco und ein Boxster aus heimischer Haltung. In Messiac stehen noch zwei 911 GT3 rum - so ganz zufällig kann das nicht sein. Dann suchen wir im Ort ein Restaurant, und dabei Nic würgt die DR ab. Das kann ja mal passieren. Leider springt sich nicht wieder an. Wir beschließen sie hier erst mal so stehen zu lassen, parken daneben, gehen zu Fuß essen jagen, und werden die Lage danach neu bewerten.
Im ersten Restaurant kriegen wir Getränke, aber nichts zu essen, also stiefeln wir danach noch zum Bäcker, der erst auf den dritten Blick geöffnet hat, und vertilgen herzhaftes und süßes auf einer Bank am Platz. So ist Urlaub. Nach dem Verzehr ist nicht nur der Kalorienbedarf des heutigen und des nächsten Tages gedeckt, sondern auch Nics Stimmung besser.

Danach mag die DR leider immer noch nicht alleine starten. Vielleicht hätten wir ihr auch ein Törtchen mitbringen sollen. Ich baue also die Versys-Batterie aus, während Nic seine freilegt. Pol an Pol und mit Choke rappelt der Eintopf wieder los, wenn auch mit arg geringer Leerlaufdrehzahl. Nich baut alles wieder zusammen und macht sich auf den schnellsten Weg zum Campingplatz. Ich baue meine Batterie wieder ein und jage mit Markus hinterher. Wir hatten zwar nicht über den zu fahrenden Weg geredet – schnellste Route, ja, aber mit oder ohne Autobahn? – aber wir fangen Nic auf der Autobahn wieder ein. Mutig, so auf die Autobahn zu fahren, aber hey. Wir nehmen ihn in die Mitte und geleiten ihn fast ohne anzuhalten zum Campingplatz. Der Tag ist gerettet!

Auf dem Campingplatz fragt Nic noch nach einem Ladegerät, zwei Drähten zum Überbrücken und einem guten Restaurant für morgen Abend. Und siehe: Die DR darf die Nacht im Trockenen an der Steckdose verbringen, die Drähte des Kabels für die Ausfahrt morgen sind sogar isoliert, und das Restaurant hält für uns morgen Abend einen Tisch frei. Wir verbringen den Abend vor dem für uns angeschürten Kamin im alten Bauernhaus und vernichten unsere Vorräte an Bier und Cidre. Wer will die schon wieder mit nach Hause nehmen? Diesen Abend bleibt die Küche kalt, es gibt Baguette, Salami, Käse und diversen Süßkram. Außerdem ungefähr das gesamte restliche Bier. Angesichts der bisherigen kulinarischen Leistung von M+N lade ich für den Folgeabend ins Restaurant ein, denn ich habe mich beim Kochen immer vornehm zurückgehalten. Das war für alle Beteiligten sicherlich das Beste.



Wir sind heute insgesamt beachtliche 339 km gefahren, das meiste davon mit 1A Fahrspaß. Für den neblig-kalten Start ein echt gutes Ergebnis. Danke ans Passknackerteam, dass man jetzt auch in der Fremde leicht solche Traumstrecken findet!

blahwas

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22

Samstag, 19. Mai 2018, 14:33

Fr, 11.5., Auvergne Ost, Letzter Fahrtag

Diese Nacht war die kälteste bisher, selbst mit Doppelschlafsack werde ich öfters wach, und auch die harrten wehrrtiensterrprroptten M+N geben zu, dass es recht frisch war. Markus hat die Getränkeinventur vom Vorabend überlebt und den genialen Einfall, die restlichen Nudeln schon morgens zu kochen. Da die Sonne scheint und alles hier gerade sehr angenehm ist, und weil ja Urlaub ist, geben uns einfach mal den Vormittag dem Müßiggang hin. Als Tisch in der Sonne dient der Anhänger.


Anhänger ohne Wand haben Vorteile


Die Katzen gehören zum Platz und sind im Preis enthalten


Die geplante Tour fahren wir also erst gegen 12 Uhr los. Macht aber nix, denn heute fahren wir nur eine kurze Route zum Ausklang. Nachmittags wollen wir die Motorräder verladen, uns hübsch machen und dann gediegen mit dem Autowagen ins Restaurant fahren, wo wir uns auf Französisch den Bauch vollschlagen wollen und anschließend bettfertig ins Zelt plumpsen.

Es ist also ein guter und gemütlicher Start in den Tag, ja geradezu warm. Zunächst geht es in den Osten der Auvergne. Heute sieht man auch, wo man fährt, denn es ist eitel Sonnenschein statt Nebelsuppe. Es gibt Wald, Weide, Straßen und putzige Häuser. Das gesamte Mittelgebirge wird von einem überraschend dichten Straßennetz durchzogen. Leider liegt oft Kies in der Fahrspurmitte, so dass man sich nicht wirklich beschwingt in die Kurven stürzen kann. Normales Tempo geht aber einwandfrei. Wir machen eine schöne, sonnige Pause am Col du Béal. Da gönnt man sich auch mal ein Eis oder einen Crepe. Ansonsten fahren wir überwiegend auf verschlungenen Straßen durch Wald, mit wenig bis keinem Verkehr.


Da kann man zu Fuß ganz den Berg hochlaufen. Ein armer Irrer macht das auch, und schleppt tatsächlich Helm und Tankrucksack mit.


Irgendwann braucht Markus Sprit: Seine BMW hat die geringste Reichweite. Leider liegt natürlich keine Tankstelle mitten auf diesen Pfaden, also geht es ins nächste Tal, in einen Ort namens Ambert. Da wird es nicht nur wärmer, sondern schlagartig auch voll, und zwar durchaus auch mit Motorradfahrern. Wir haben sogar zwei Ampeln an zwei Kreuzungen hintereinander! Damit erhöht sich die Gesamtzahl der Ampeln auf Motorradtouren in diesem Urlaub auf fünf. Keiner hat die Dinger vermisst. Die anderen Tankstellenkunden haben es wieder mal überhaupt nicht eilig, und wir machen mal wieder den "Ein Rüssel, drei Tanks"-Modus, um überhaupt je wieder hier weg zu kommen. Nach dem Tanken springt die DR willig wieder an, und wir fahren weiter, bzw. ich fahre weiter noch schnell drei Pässe knacken, die anderen beiden haben genug und fahren zum Campingplatz zurück, wo sie ca. 20 Minuten früher ankommen und schon die Suzi auf den Hänger gewuchtet haben. Die Kawa und BMW folgen, es wird akkurat verschnürt und dann intensiv Körperpflege betrieben.

Abends fahren wir wie geplant per PKW ins Restaurant. Als Wenigsttrinker bin ich der designated Fahrer. Wir sind die ersten Gäste im Restaurant und fühlen uns underdressed, werden am sehr herzlich empfangen. Als die anderen Gäste erscheinen, stellen wir fest, dass wir mit Fleecepullis, Stoff- und Jogginghosen genau richtig angezogen sind. Die Speisekarte uns geduldig erklärt, die etwa 45jährige Kellnerin packt sogar ihr Schul-Deutsch aus, und unser Halbfranzose hilft weiter bei der Aufklärung, was wir da ungefähr bestellen.







Um es kurz zu machen: Es ist völlig egal was man bestellt, alles ist super und schmeckt super. Je einen Gruß aus der Küche vorweg und danach gibt’s gratis, Vorspeise und Hauptgerichte liegen zusammen bei ca. 25-30 Euro pro Nase, und ein Dessert darf’s dann auch gerne noch sein. Die drei Geheimzutaten der französischen Küche sind übrigens Butter, Butter und Butter. Desserts bestehen meist aus „XY + <Schnapps>“. Mir hat es außergewöhnlich gut geschmeckt, und meinen Mitstreitern ebenso. Ich glaube, ich weiß jetzt, wie die beim Orgasmus aussehen… Das Restaurant des Hôtel la Clairière in Chambon-sur-Dolore bekommt also hiermit einen goldenen blahwas-Stern verliehen.

Danach ging’s gemütlich per Auto zurück, so lecker das Essen war, soll es auch drinbleiben, und dann geht’s an die allerletzten Getränke: Kopfgetriebeöl rinnt in unsere Kehlen, und irgendwer findet doch wieder noch ein Bier oder fünf. Morgen soll es früh wieder in die Heimat gehen. Der Platz ist schon bezahlt, 10% Rabatt wegen Kälte. Toller Ausstand heute!

blahwas

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23

Samstag, 19. Mai 2018, 15:24

Sa, 12.5., Heimreise

Wir wollen heute so früh wie möglich aufbrechen, um noch bei Tageslicht nach Hause zu kommen. Der Grobplan ist wieder per Anhänger nach Karlsruhe (740 km), dort am Burger King abladen, Abschlussessen, Moppeds satteln und dann jeder für sich nach Hause (367 km, 366 km, 300 km). Dafür ist es wichtig früh aufzustehen. Die Wecker werden auf 6 Uhr gestellt, aber schon um halb 6 bin ich wach und erholt genug, um in meinem Zelt aufzuräumen. Einpacken ist natürlich eine Herausforderung, wenn man anschließend alles auf ein Motorrad bekommen soll, und sich derweil im Auto nicht langweilen will. Das klappt aber alles überraschend gut, und so rollen wir schon vor 8 Uhr vom Platz.

Das Auto haben wir bereits am Vorabend getankt, aber an der ersten Tankstelle bekommt ein Reifen etwas Luft spendiert. Es geht etwa eine Stunde über Nebenstrecken, und vor der Autobahn gibt’s wieder ein Spanngurt-Versteckspiel. Danach folgt eine verhältnismäßig verkehrsreiche Autobahnfahrt (entspricht etwa Ruhrgebiet am Sonntag um 3 Uhr morgens) und alles läuft gewohnt gut. Gegen 15 Uhr sind wir bei BK fertig – kann nicht mit der französischen Küche mithalten – und die Sonne scheint. Es ist geradezu unverschämt warm hier. Während wir uns in Spanien und Frankreich nachts fast den Tod geholt haben schwappte eine Hitzewelle über Deutschland. Ist das eigentlich wie im Krankheitsfall, dass man dann seine Urlaubstage erstattet bekommt?



Irgendwann sind dann tatsächlich alle Campingsachen wieder auf den zwei Motorrädern verstaut und sogar die Fahrer finden auch noch irgendwie Platz. Markus hatte vorsichtshalber sogar eine Eisensäge dabei. Der denkt halt mit.





Nunja, es ist Nachmittag, trocken, warm, mir geht’s gut, ich habe ein Motorrad unterm Hintern und bin in einer Region, wo ich selten bin – klarer Fall, mal gucken was der Passknacker im Odenwald noch so zu bieten hat. Ich war zwar auch auf dem Hinweg schon fleißig, habe aber vier Punkte ausgelassen, weil sie zu große Umwege gewesen wären. Insbesondere waren manche Punkte nur vom Tal her zu erreichen, und ich habe am Hinweg eben die Punkte auf der Bergseite gemampft.

Es folgen also nun die Punkte „Weißer Stein“, ein schicker Biergarten am Ende einer langen Sackgasse, und danach die Wachenburg. Diese ist heute leider nicht so gut zu befahren, denn im Kreisverkehr davor marodiert eine Horde bunt uniformierter junger Männer mit langen Stichwaffen. Ein paar davon halten ein Plakat „Weinheimer Convent“ mit aufgemaltem „Einfahrt verboten“-Schild hoch und stehen dabei quer auf der Straße. Eine Diskussion um die Rechtsverbindlichkeit selbstgemalter Schilder und Siegel auf der Schilderrückseite erspare ich mir und ihnen, ich will ja nicht in der Notaufnahme und Tagespresse landen. Der nächste Punkt ist „Juhöhe“, das ist ein Dörfchen mit einer netten Kurvenstrecke an der Südseite, die mir natürlich von einem vorausfahrenden SUV versaut wird. Warum sollte man in Deutschland auch schnellere Fahrzeuge passieren lassen? Dieses Level der Gelassenheit ist Französisch, und Französisch ist schlecht, denkt man in Deutschland wohl. Der letzte Wegpunkt des Umwegs ist dann „Kaiserturm-Weinweg“. Dieser Punkt ist zwar nicht gut vom Tal zu erreichen, ich nehme ihn aber trotzdem mit. Einige Strecken kenne ich schon vom Hinweg. Da war ich von wirren Baustellenumleitungen zu genervt und hatte ihn rausgeworfen, aber heute passte alles. Naja, fast alles: Mein Garmin, die alte Zicke, meldet derweil Strommangel trotz Ladekabel. Damit navigiere ich aber ohnehin nicht, es zeigt mir nur die Passknacker-Nachweismotive bildlich an.

Danach geht’s auf die Autobahn und ab nach Hause. Das ist öde, aber mit Gehörschutz, einer Pause und hinter dem hohen Windschild gut zu ertragen. Wegen einer fehlenden Mutter an einer Schraubverbindung der Scheibe kommt noch ein Kabelbinder dran, was sehr gut hält. Ich bin seit 1. Mai unterwegs und freue mich aufs heimische Bett und meine Dusche. Oder vielleicht sogar Badewanne? Zuvor muss ich mich jedoch wieder mit typisch deutschen Straßenbaukünsten plagen, denn nicht nur sind 25 Baustellenattrappen (gebaut wird da ja nicht, zumindest nicht erkennbar) auf der Strecke, nein, man wird auch vor Köln von der A3 Nord auf die A4 West umgeleitet und soll dann den Umleitungsschildern folgen. Die sind sehr spärlich aufgestellt und ich finde so eher zufällig raus, dass man am Kreuz Heumar einfach von Westen statt Süden ranfahren kann um nach Norden zu kommen. Dann macht man die Autobahn für eine Strecke von ungelogen fünf Metern und ohne jeden Grund einspurig (wo der Verkehr von A3 und A59 zusammenkommt), und danach fließt der Verkehr wieder. Toll!

Wohlbehalten komme ich dann mit dem Sonnenuntergang zuhause an und bin noch nicht mal wirklich platt. Bis auf den rechten Rückspiegel (der auf der Autobahn schon etwas fehlt) ist meine Versys sogar in einem gewöhnlich legalen Zustand: Reifen in den originalen Dimensionen, ein Paar vom gleichen Hersteller und vom gleichen Modell und sogar beide mit Freigabe und ungeflickt. Ich, das alte Vorbild…

Ende der Reise. Danke fürs Lesen! Mein Fazit folgt später. Die Mitreis(s)enden dürfen sich auch zu Wort melden ;)

Duck

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24

Samstag, 19. Mai 2018, 16:40

Na dann meldet sich mal der Quoten BMW Fahrer vom Dienst mit ADAC Scherpe und Klapphelm zu Wort:

Fazit vorweg: Es war super- ich habe es daran gemerkt, dass ich als fernwehklagender Heimscheißer nicht einmal Heimweh hatte und die Tage vorbeiflogen wie die Landschaft.

Danke erst einmal an unseren fliegenden Reporter, Passknacker, Tourenplaner und Initiator Blahwas: es war einfach, schön und unkompliziert und ohne, hätte die Reise wohl nicht statt gefunden- Und vor allen: Danke, dass ich durch Blahwas den Nic (aka Standard94) kenngelernt habe….
Und somit auch Danke Nic: Bist nen töfte Kerl mit nem saugutem Humor (auf meiner Wellenlänge), du bist der Logistiker, Motivator und feelgood-Beauftragter.

Ergänzend zu den Berichten möchte ich eigentlich nur noch meine Eindrücke kurz wiedergeben:
1) Die Mittelmeerregion hat es mir angetan… ich mag einfach Palmen statt Tannen in den Vorgärten sehen
2) Der Osten der Pyrenäen ist landschaftlich, fahrerisch attraktiver (Jammern auf hohem Niveau)
3) Bei schlechtem Wetter hilft Gelassenheit („Wie geil ist das denn… ich sehe nix) und Würstchen, Würstchen, Würstchen 
4) Frankreich geht immer.

Spanien (östliche und mittlerer Teil der Pyrenäen) ist vom Straßenbau her super. Die Straßen wie für Motorradfahrer in die Landschaft gemalt, ohne schlechte Überraschungen. Der Westen ist auch reizvoll, hat jedoch seinen Charme gut (Wolken)verhüllt. –
Ein Problem habe ich jedoch mit der Spanischen „Gastfreundlichkeit“ am Zeltplatz war davon so ziemlich Nichts zu spüren…. Auch die Öffnungszeiten haben mich da eher an eine dunkle Servicevergangenheit erinnert (Supermärkte von 9:30-12:00 und dann wieder von 16:00-19:00 Uhr; Restaurants ab 20:00 Uhr)--- Gefühlt habe ich in den ersten Tagen 3kg abgenommen….

Zunächst hatte ich bedenken zu dritt zu vereisen, aber es entspannt tatsächlich- man kann sich jederzeit zurückziehen oder Quatschen, ohne das Gefühl zu haben, den anderen zu stören- Lag aber auch sicherlich an den beiden Schon lange nicht mehr so lange am Stück Blödsinn geredet und es genossen

Negativ: der Westen Spaniens hat uns mit dem Wetter verarscht…. Nach der Flucht in die Auvergne war die Stimmung einmal etwas getrübt (passend zum Wetter…. 800km durch Regen und Nebel sind da sicherlich schuld dran). Der Super Einstieg in den Osten der Pyrenäen hat die Messlatte schon hoch gehangen…
Ach ja.. nach 4h Dauerbeschallung von diversen Metallrichtungen an einem schlechten Transfertag tat es mal gut etwas anderes aus den Boxen zu hören.

Positiv: Verdammt geile 10 Tage verbracht: Kurven geräubert ohne schlechtes Gewissen, viel Landschaft und Eindrücke gewonnen, einen neuen Kumpel kennen gelernt.

Endgültige Frage und Antwort: Sind die Pyrenäen eine Reise wert: JA! Würde ich es wieder tun: Ja ABER nicht in den nächsten 2 Jahren. Gemessen an Fahrspaß und Reiseaufwand war das „Neue“ das Tüpfelchen 

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Gruß Markus
Motorradneuling :cool:
--"Freude am Fahren" kommt nicht von ungefähr---

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Mo24-Bewohner

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25

Samstag, 19. Mai 2018, 21:09

Kurzfassung: Klasse Urlaub!

Langfassung:

Danke Blahwas für die Planung der Routen und des Urlaubs, ist sehr angenehm, wenn man sich nicht um Strecke und Campingplatz kümmern muss :thumbup:
Die Bedenken dass es nicht passt, wurden bereits auf der, viel zu langen, Anreise zerstreut. Markus und Johannes sind zwei klasse Reisebegleiter, 5/5 Sternen dafür :blah:

Katalonien ist spitze, sowohl fahrerrisch als landschaftlich, das Baskenland ist, trockenes Wetter vorrausgesetzt, auch eine Reise wert, allerdings nicht im Mai. Die Auverne ist ebenfalls super, dank Passknacker ist auch ein schnelles Routenplanen schnell erledigt, gefällt mir.

Kochen mit Markus führt zu schmackhaften Ergebnissen, zwei Kocher sind einfach praktisch um Würstchen und zeitgleich Nudeln zuzubereiten. Mein Heimweg wurde zwar leider durch eine Baustelle und einen Unfall vor Ulm um 2h verzögert, aber heimgekommen bin ich trotzdem.

Zum Abschluss noch mal Danke an euch beide für die fast 2 Wochen Erholung und Spaß

RollerIngi

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26

Samstag, 19. Mai 2018, 22:08

Spitze, der Bericht ! :thumbup:
Hat wie immer viel Spaß gemacht beim Lesen.
Vielen Dank !
:moped: always on the bright side of life

Manuel

immer zügig defensiv

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27

Samstag, 19. Mai 2018, 22:48

Danke fürs teilen der Eindrücke, wie als wär man dabei gewesen. Ich habe jeden Abend und dann am Tag auf den nächsten Teil gewartet und diesen dann quasi verschlungen :wub:

henne

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28

Sonntag, 20. Mai 2018, 05:27

Danke fürs teilen der Eindrücke, wie als wär man dabei gewesen. Ich habe jeden Abend und dann am Tag auf den nächsten Teil gewartet und diesen dann quasi verschlungen :wub:


Jo; ging mir genauso!
Der Norden fängt da an, wo die Leute aufhören zu

blahwas

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29

Sonntag, 20. Mai 2018, 14:03

@RollerIngi
Danke für das Angebot. Karlruhe wird abgespeichert!

@Lille, bratwurst, Sunny, BDR, RollerIngi, henne
Danke für die Blumen!

@Manuel
Bzgl. Wiedersehen, ich habe etwas gebraucht, um drauf zu kommen, welche Strecken wir schon kannten - nur die Namen von den zwei Passknackerpunkten hatte ich noch präsent. Ich glaube auf der Serpentinen von Queralt runter fiel damals das Rücklicht aus. Bzgl. Vergleich mit Frankreich, dazu kann ich abschließend noch was schreiben.

@Lille
Mit dem Schlafsack-Nachkauf haben wir es dann ja wirklich so gemacht, nur habe ich gleich ein Upgrade draus gemacht, sonst hätte ich jetzt drei gleiche Schlafsäcke im Regal... und 64 Euro für den dritten gezahlt, damit er oder die anderen beiden da Staub fangen. Jetzt habe ich einen schön kleinen Schlafsack und brauche eigentlich kein Topcase mehr bei Campinggepäck :)

@freakshow
Mit den Seealpen macht man ganz sichern nichts falsch. "Speed-friendly" ist Spanien aber noch etwas mehr als Frankreich, falls das für dich wichtig sein sollte ;)

@timmae
Der Thread für die Reisepläne 2019 ist schon offen - die Westseite fehlt mir immernoch ;)

timmae

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30

Montag, 21. Mai 2018, 11:02

Für 2019 kann ich noch gar nichts sagen, denke der große Urlaub steht mit der Freundin an, mal schauen was dann noch geht. Auch motorradtechnisch könnte ich mich nochmal verändern.

Gesendet von meinem WAS-LX1A mit Tapatalk
JubiFT2010 Edersee :mo24:
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Meisentreffen 2011, Eifeltreffen 2011 :mo24:

:thumbup:

Buckbeak

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Donnerstag, 24. Mai 2018, 10:04

Tolle Reise und schön beschrieben! :thumbup:
Ich habe Euch beneidet - diese Ecken rund um Pyrenäen zählen zu meinen Lieblingsgegenden.
Der spanische Teil war bei uns bisher immer der wetterstabilere. Vielleicht mag ich den darum lieber...

liebe Grüße
Buckbeak

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Freitag, 25. Mai 2018, 11:28

Fazit

Die Reisegruppe kannte sich zuvor nicht, bzw. nur Markus und ich kannten uns, das hat aber prima funktioniert. Markus ist zufrieden, wenn er 'ne Wurst und Bier hat und vielleicht noch ein Fotomotiv, und liefert zuverlässig geniale Fotos ab. Nic kannte ich nur kurz und von seinem Reisebericht, dachte aber, das passt schon. Stellt sich raus, das passt. Er freut sich über Kurven und Aussichten und ist bereit zu jedem Offroadausflug, trotz geringerer Fahrpraxis und Straßenreifen. Er hatte von uns den größten Organisationsaufwand, weil sein Auto eine Anhängerkupplung hat und ihm somit die "Ehre" zuteil wurde, den Anhänger abzuholen und wieder abzuliefern. Wie lange es dauert, das Auto innen und außen hinterher sauber zu kriegen und wieviel Prozent der Bremsbeläge wir vernichtet haben, mag ich mir gar nicht vorstelen. M+N stehen beide auf Zeltlageromantik und hantieren gerne mit Kochern und so einem Gedöns, wo am Ende Essen auch für mich rauskommt - da kann ich nicht klagen und habe mich auch gerne revanchiert. Drei ist eine nette Größe für "alles kann, nix muss". Meine Routenplanung wurde ohne Murren übernommen, und bei längenmäßiger Überforderung wurde wie vorgesehen und besprochen abgekürzt. Niemand hat sich zuviel zugemutet oder versucht, ein ihm unpassendes Tempo mitzugehen. Ich war tatsächlich mal nicht derjenige mit den häufigsten Pinkelpausen. Das ist beim Pässe knacken aber eh kein Problem wegen der 10+x Fotostopps pro Tag, die auch klaglos toleriert wurden.

Zeitnutzung: Wir waren vom 2.-12. Mai unterwegs, also 11 Tage/10 Nächte. Wir haben zwei bzw. drei (Nic) Tage im Auto verbracht und 6-8 Tage an Genussausfahrten: Nic hatte einen Fahrtag weniger wegen Transfer Ost-West, ich hatte einen halben Tag mehr wegen Fitness am Anreisetag. Ohne den gescheiterten Umzug ins Baskenland hätte man ein besseres Verhältnis von Transfertagen zu Fahrtagen hinbekommen können, aber wir wollten dem Wetterbericht vorher irgendwie nicht glauben - das hat sich gerächt. Mit meiner Übernachtung in Darmstadt auf der Anreise habe ich mir noch zwei halbe Genusstage dazu organisiert, statt nur morgens über die Autobahn runter zu braten.

Kosten: Gemeinschaftlich haben wir für Unterkünfte, Anhängermiete, Sprit und Maut des PKW, Cafes, Essengehen und Lebensmitteleinkäufe pro Nase etwa 600 Euro ausgegeben. Meine Versys ist etwa 4000 km gefahren auf diesem Trip mit An/Abreise auf Umwegen. Jeder Kilometer kostet etwa 23 cent inkl. Benzin und Reifen, und damit ist das tatsächlich der größere Teil vom Kuchen.

Regionen vor Gericht:
Den Odenwald kann man mal besuchen, wenn man noch nicht da war, aber jedes Jahr muss ich da nicht hin, außer wenn es sich am Weg mal anbietet. Insider kennen sicherlich noch bessere und verkehrsärmere Sahnestrecken, die noch nicht den Weg in die Passknackerdatenbank gefunden haben und sehen das daher vielleicht anders.

Katalonien hatte tolle Landschaft, tolle Strecken, tollen Straßenbau, liberale Beschilderung und Fahrkultur, und scheint auch vom Wetter her ein netter Flecken Erde zu sein. Leider ist es recht weit weg, und weil's in den Bergen so zerklüftet ist, fährt man ab dem dritten Tag im Basislager Wege doppelt. Es war günstig, aber einige Einheimische wurden irgendwie nicht so recht warm mit uns. Ob's an diesem Käse mit der Unabhängigkeit liegt? Wenn die Katalanen damit Ernst machen, und Spanien dann auch ernst macht, kommt man da so einfach wohl nicht mehr hin, daher wäre mein Tipp, zeitnah dorthin zu fahren, bevor eine Mauer drum gebaut wird. Nächstes Mal würde ich einen anderen Campingplatz als "Collegats" wählen, alleine schon wegen des Restaurants.

Das Baskenland haben wir nur einen Tag erkundet und das meiste obige gilt entsprechend, allerdings ist es einige Grad kühler und man hat (nachgelesen) tatsächlich eine hohe Chance auf Nebel in Höhenlagen, wegen der feuchten Luft vom Atlantik. Da empfiehlt sich also eine etwas spätere Reisezeit als die erste Maihälfte. Der Campingplatz Osate war in Ordnung.

Die Auvergne ist halt typisch Frankreich: Herrlich ländlich und unkompliziert, schön abgelegen und weitgehend in der Zeit stehen geblieben. Von den meisten Regionen Deutschlands aus ist sie nicht so zügig zu erreichen. Nach drei bis vier Tagen gehen einem vermutlich die Strecken aus. Damit ist diese Reigon eher als Zwischenstation geeignet. Die Hochtäler im Westen waren mir in dieser Länge bisher unbekannt, und das war echt idyllisch. Das Restaurant im Hôtel la Clairière in Chambon-sur-Dolore war famos, und den Campingplatz "Le Sauzet" oben am Berg würde ich ab etwa Juni oder nach Wetterbericht auch bedingungslos empfehlen.

Reiseansatz: Per Anhänger in die Ferne zu fahren ist weit weniger anstrengend und teuer als mit einzelnen Motorrädern, und zu zweit oder gar dritt halten sich auch die Kosten echt im Rahmen. Wir sind mit dem Anhänger immerhin 1400 km runter gefahren, 700 km nach Frankreich und noch mal 730 km zurück nach Deutschland. Mit einem Wechsel des Basislagers kriegt man in den Pyrenäen 10 Tage Fahrtage rum, ohne zu sehr Strecken wiederholen zu müssen. Mit dem zweiten Wechsel konnten wir vor dem Wetter fliehen und auch noch unsere spätere Heimreise deutlich erleichtern - follow the sun, eben.

Routenplanung: Passknacker ist ein geniales Tool für die Routenplanung in völlig fremden Regionen, denn nur weil etwas auf der Karte kurvig aussieht, muss es noch lange keinen Fahrspaß liefern. Das gilt für Passknackerpunkte zwar auch nicht zwingend, aber die Wahrscheinlichkeit ist doch deutlich höher, schließlich wurden die von Motrradfahrern für Motrradfahrer eingetragen. Ob man bei jeden Schild halten und ein Foto machen muss, das man später auch noch bearbeitet und irgendwo hochlädt, muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich mag die Funktionen, die sich daraus ergeben: Gucken, wer sonst schon da war, die langfristige Aufzeichnung ("Lebenswerk") und ja, auch sich mit Anderen zu messen. Navigation war problemlos. Spanien hat viele neue große Straßen gebaut, mit altem Kartenmaterial fährt man schon mal über eine weiße Karte - das ist aber nicht schlimm.

Camping ist keine besondere Leidenschaft von mir, aber eine saugünstige und in der Gruppe auch sehr gesellige Art der Unterkunft, die auch noch maximal flexibel ist. Zumindest in der Nebensaison und an diesen Reisezielen abseits des Mainstreams fährt man halt hin und sagt dann "Hallo, hier bin ich!" - und wenn keiner da ist, stellt mein sein Zelt halt auf die leere Wiese. HRS, Booking & Co können da einpacken. Ich bin jedoch zu bequem, jeden Tag das Zelt einzureissen und wieder aufzubauen, und am Motorrad spazieren fahren mag ich es noch weniger, daher gefällt mir dieser Basislager-Ansatz sehr gut. Vielleicht könnte sich meine Motivation mit einem schneller auf/abzubauenden Zelt ja irgendwann noch erhöhen.

Abteilung Pech und Pannen, Schrott und Schrottvögel: Die Versys warf einen Lenkerendspiegel weg, was eigentlich schon ein Running Gag bei jedem meiner Urlaube ist. Außerdem haute eine Schraubenmutter ab, als das Windschild demontiert wurde (hätte sonst nicht auf den Anhänger gepasst). Die DR 650 sprang 2x nicht mehr an, was zu 99% an einer defekten Batterie lag und ja mal vorkommen kann in dem Alter. Dabei kann man sich außerdem gut gegenseitig helfen. An der BMW hat sich die Gummierung des Handyhalters verabschiedet, und eine Fußraste hatte sich auf einer schlechten Wegstrecke gelockert. Niemand ist gestürzt oder hat sein Mopped umfallen lassen, und verletzt hat sich auch keiner. Für mich relativ überraschend hat der VW Bora den Trip überstanden, denn der wurde schon arg gequält. Wir haben reichlich schlecht abgespannt und immer wieder lose Gurte neu einhängen müssen oder gar Gurte verloren, besonders an den Hecks. Einerseits hatten die gemieteten Gurte etwas mickrige Haken, andererseits sollten wir das nächste Mal vielleicht vorher ein Tutorial dazu gucken.

Ausrüstung: Ich war zu kalt angezogen bzw. hatte nicht genug warmes Zeug dabei bzw. hätte hier und da früher in die Regensachen schlüpfen sollen (Nebel!). Mein Schlafsack war zu kühl, das passiert mir aber nicht nochmal. Mein Aldi-Zelt habe ich versehentlich völlig ohne Nägel eingepackt. Die frischen Bremsbeläge und die Campingtasse blieben versehentlich auch daheim - nächstes Mal brauche ich mehr Ruhe beim Packen. Positiv dagegen die neuen Mini-Klapphocker für 12 Euro, die sind echt gut und kompakt, sowie die elektrische Campinglaterne. Abgeguckt von den anderen habe ich mir USB-Magnetkabel zum Handyladen, die muss ich auch haben!

Gesamt: Danke fürs Mitkommen - immer gerne wieder!

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